11 SANTANDER – POLANCO

Camino de la Costa: SANTANDER – POLANCO | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 11: SANTANDER – POLANCO
Tag 11: 30 km, flach (300 Höhenmeter), über Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro.

 

Peñacastillo (Santander) 553 – Santa Cruz de Bezana 549 – Mompía (Santa Cruz de Bezana) 548 – Boo de Piélagos (Piélagos) 545 – Puente de Arce-Mogro (Miengo) 543 – Bárcena de Cudón (Miengo) 537 – Requejada (Polanco) 533

Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012.
Landkarte Jakobsweg an der Küste, Santander

Landkarte Jakobsweg an der Küste, Santander

 

Der Erlebnisbericht: Jakobsweg an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeSANTANDER – POLANCO

Warum Menschen pilgern

Im Aufenthaltsraum blättere ich dann völlig entspannt und in aller Ruhe ein wenig in den Pilgerbüchern herum. Hier habe ich mich bisher zurück gehalten. Bis hierher habe ich keine Spuren in Pilgerbüchern hinterlassen und auch nichts darin gelesen.

Nun habe ich sehr viel Zeit und kann mal lesen, was Pilger da so alles hineinschreiben. Vieles davon ist schon sehr persönlich. Mir wird bewusst, dass viele meiner Weggefährten nicht einfach so zum Jakobsweg aufgebrochen sind.

Das stehen nun in mehreren dicken Jahresbüchern die Motive, die einen Menschen bis hierher gebracht haben.

BURNOUT: Viele waren völlig ausgebrannt

Viel ist zu lesen von Problemen und von der Suche nach Gott oder sich selbst. Und sehr viele beschreiben hier Symptome, die zielgenau zu einer Depression passen. Für wieder andere ist es der letzte Weg. Die letzten Tage, die ihnen nach einer schrecklichen Diagnose noch bleiben. Doch sie haben sich gegen eine Chemo entschieden und möchten ein letztes Mal in ihrem Leben frei sein.

 

Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten.

 

Jakobsweg an der Küste: SANTANDER - POLANCO, Foto 2

Der Jakosweg nach Polanco

Der Jakobsweg nach Santander.

 

Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

Jakobsweg an der Küste: SANTANDER - POLANCO, Foto 2

Albergue “Regato de las Anguilias”

Geheimtipp Camino de la Costa. Hier war ich heute in der kleinen Pilgerherberge der einzige Gast.

Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach.

Skizze: Jankobsweg von Santander nach Polanco

Skizze: Jankobsweg von Santander nach Polanco

Santander – Polanco

Der heranbrechende Morgen ist keine Erlösung. Ich bin einer der ersten. Der Schmerz hat mich geweckt. Mein Fuß pocht mit jedem Pulsschlag kräftig mit.

Als mich der Herbergsvater ganz leise mit dem Ende meiner Reise konfrontiert, werde ich wütend. Richtig wütend. Nein, es geht weiter. „Niemals, es wird nur noch schlimmer werden“, erwidert er. Nein und noch einmal nein, ich werde hier weitermachen! Ich bin gerade so laut, dass nun sicher alle aufgewacht sind.

Und in dieser Wut breche ich augenblicklich auf. Ohne Frühstück und ohne Toilette. Wie schön ist es da, die Notdurft nun im Freien verrichten zu dürfen, auch wenn mich ein spanischer Autofahrer anhupt (hätte ich auch getan).

Ausgerechnet heute sind es nach Santillana del Mar über 47 Kilometer. Von einem Ort namens Polanco weiß ich noch nichts. Eine völlig utopische Etappe also. Der Herbergsvater hat uns gestern auf Google Earth die Lage gezeigt. Luftlinie wäre es kürzer. Der direkte Weg ist aber des Öfteren versperrt, zum Beispiel durch den Rio Saya und eine große Chemieanlage in Requejada. Das raubt mir psychisch jeden Auftrieb. Ausgerechnet heute die längste Etappe. Wie soll das gehen?

Stöcke, an denen ich mich festklammern kann, wären jetzt gut.

Nach quälend langen 13 Kilometern ist meine „Regenwolke“ auf Hochtouren. Sie hat also noch nicht aufgegeben. Die Nervenverbindungen für Pessimismus und Depression gibt es ja noch. Und sie arbeiten gerade gegen mich.

Gelber Pfeil am Jakobsweg

Gelber Pfeil am Jakobsweg

Das war’s dann von meiner Seite!

Meine „Regenwolke“ fasst einen unbarmherzig harten Entschluss: Hier ist es vorbei. Mit voller Brutalität verdeutlicht sie mir das jähe und abrupte Ende. Sie hat sich sogar schon detailliert auf die Überbringung der schlechten Nachricht vorbereitet. Hier in Mompía soll ich in die Eisenbahn einsteigen, an deren Trasse ich gerade entlang humple. Und ich soll dann von Santander aus gefälligst heimfliegen. Die Sonne knallt mir in mein Gesicht und treibt mir die letzte Willenskraft aus meinem Körper. Ja, das war es dann von meiner Seite.

Gedemütigt, aber irgendwie auch erleichtert darüber, dass die Schmerzen nun endlich ein Ende haben, hole ich mein Notfallhandy heraus. Schwermütig wähle ich die Nummer meiner Frau. Ich habe mich gerade auf eine Leitplanke gesetzt. Freizeichen, es piept fünfmal. Dann hebt sie ab.

Angstvoll erzähle ich ihr, dass ich heute heimreisen würde. Gleichzeitig hoffe ich wie ein Sünder um Verständnis und Absolution. Nur Conny hätte mir diese zentnerschwere Last abnehmen können. Doch sie unterbricht mich barsch: „Stopp – Das ist allein Dein Problem!“. Sie könne und vor allem wolle jetzt mit mir nicht sprechen. Sie sei gerade mitten in einem Meeting. Und dann legt sie auf. Ja, sie legt tatsächlich einfach auf. Das tat sie noch nie zuvor.

Wie in einem schlechten Film wiederholen sich nun diverse Szenen in meinem Kopf. Der Herbergsvater erscheint mit seinem Text „aus, vorbei, finiiiito!“. Und es hämmert „mach doch, flieg doch heim, ja lauf‘ davon. So wie immer“. Dann höre ich wieder „Dein Problem“ und den anschließenden Piepton des beendeten Telefonats. Immer und immer wieder. Meine Hormone rauben mir gerade meine Sinne.

Es ist eine unglaubliche Wut, die gerade in diesem Moment in mir emporsteigt.

Mein Urprogramm beherrscht mich und es treibt mich hoch von der Leitplanke. Ein paar Meter vorwärts, dann wieder rückwärts. Dann haue ich im Zorn mit voller Wut mit meiner Hand auf die Leitplanke. Ich krümme mich vor Schmerzen. Natürlich ist Stahl viel härter, als meine Hand.

Es musste so sein, dass ausgerechnet in diesem Moment Jean-Louis zusammen mit einem anderen Pilger fröhlich daher kommt. Er hat einen französischen Wandergefährten gefunden.

Ich sage zu ihm mit Schmerz verzerrtem Gesicht „ c’est fini“ – es ist aus. Er umarmt mich nur ganz kurz. Ohne eine weitere Regung zu zeigen, verabschiedet sich Jean-Louis mit einem äußerst knappen „aurevoir mon ami“. Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Hat er sich telepathisch mit meiner Frau verbündet?

Schon ist er wieder weg und ich verfalle in einen regungslosen Zustand der Depression. Alles ist plötzlich unfair, ungerecht und abweisend.

Ich humpele erst einmal weg von der Eisenbahn. Ich flüchte. Flucht heißt, weg vom Ort des Geschehens, Ruhe suchen und Wunden lecken.

Ich verschanze mich

Dann verschanze ich mich in die Räumlichkeiten einer grässlich verwahrlosten Bar. Hier beginnt wohl das Steinzeitprogramm „totstellen“.

Wenn ich mich jetzt so von oben betrachten könnte, würde ich sagen „der Typ ist erledigt“. Zusammengekauert, den gesenkten Kopf in den Händen sehe ich aber nicht wesentlich anders aus, als die anderen Gäste.

Die hängen hier schon am Vormittag völlig besoffen herum. Einer provoziert mich laut mit: „Hey Peregrino“. Da ich mich aber gerade im Modus „Todstellen“ befinde, funktioniert das Programm zum Angriff (Gott sei Dank) nicht.

Ich spiele auf meinem Handy herum und fasse einen weiteren Entschluss. Ich rufe jetzt meinen Schwiegervater an, um dem wenigstens Verständnis für den Abbruch meiner Reise abzuringen. Das wird bestimmt klappen. Er ist immer verständnisvoll.

Als wenn sich alle gegen mich verschworen hätten, redet er mich völlig unerwartet extrem blöd an, als er von meiner geplanten Heimkehr hört. „Das kannst du jetzt den Kindern und Conny aber nicht antun. Die haben so fest an dich geglaubt.“ Piep. Aufgelegt. Ich fasse es nicht. Das war ein Volltreffer gegen die Amygdala, meinem Steinzeit-Mandelkern im Gehirn.

Der Fluchtweg nach Hause ist versperrt

Es bleibt einzig und allein die Richtung nach vorne. Gesteuert vom Autopiloten. Überflutet von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und was weiß ich von welchen Botenstoffen sonst noch. Schritt für Schritt. Meter für Meter. Nun bin ich wieder bei der Leitplanke. Verachtungsvoll spucke ich sie an und dann gehe ich weiter. Nach zwei Kilometern drehe ich wieder um. Nun hat meine „Regenwolke“ wieder die Kontrolle an sich gerissen. Ich humple noch einmal eine Dreiviertelstunde zurück zu der hässlichen Bar. Hier stehe ich nun vor dem Eingang. Reingehen will ich aber auch nicht.

Noch einmal rufe ich Conny an, denn es geht einfach nicht mehr. Und noch einmal tut meine Frau genau das Richtige, sie gießt weiteres Öl ins Feuer.

Ich hätte nie gedacht, dass Wut ein so starker Antrieb sein kann und in dieser Stärke sogar meine Schmerzen zu übertönen scheint.

„Gott liebt dich“

Mit geballten Fäusten laufe ich nun wieder los, nach vorne. Die Strecke kenne ich ja schon.

Links, rechts, links – Kompanie. Die Augen geradeaus! In meinem Gehirn dröhnt jetzt sogar ein altes Bundeswehrlied. Das mussten wir auf unseren Bergtouren immer dann singen, wenn wir der Erschöpfung nahe waren. „Wenn der Gei-gel-stein, rot er-glüht. Und in der Mor-gen-sonne strahlt, tra la la“. Ich hasse dieses Lied noch heute zutiefst. Es ist damals ein Synonym geworden für totale Verausgabung, Schmerzen und Ohnmacht. Hätte ich jetzt nicht gewusst, dass ich ja gar kein Gewehr auf meiner Schulter herumschleppe, so hätte ich bei jedem Schritt tatsächlich den Schlag Metall gegen Knochen gespürt.

Obwohl ich dieses verdammte Lied hasse, singe ich es leise vor mich hin und bewege meine Füße. Ich bekomme nichts mehr mit von meiner Umgebung, sondern bin in Gedanken bei der Geigelstein-Überschreitung. Vor mir ein erschöpft keuchender Gefreiter, hinter mir ein Gefreiter, der gerade wieder einmal hingefallen ist. Als wäre es gestern gewesen, kann ich mich an jede Kurve, an jede Steigung und an jede Passage erinnern. Auch wenn mir meine Erinnerung dabei vielleicht einen Streich spielt. Ich weiß, dass ich jetzt durchhalten muss. Geistig abwesend gehe ich einfach, so gut es geht.

Eine spanische Frau um die Vierzig ruft mir von weitem zu „Nein, du bist falsch hier“. Sie winkt mit beiden Armen und zeigt auf einen Feldweg, der 500 Meter von mir entfernt richtig einmündet. Anstatt zurück zu laufen, nehme ich den direkten Weg durch hüfthohes Gestrüpp. Immer wieder ruft sie mir auf die weite zu und winkt. Sie versteht sicher nicht, warum ich mir das gerade antue und nicht einfach schnell außen herum marschieren möchte.

Ja, Pater Ernesto: Ich habe Hilfe angenommen. Und ja, ich bin stur. I’ll do it my way!

Mein Handy ist aus. Ich will so schnell mit keinem mehr sprechen.

Die verbotene Brücke

Völlig abwesend nähere ich mich der „verbotenen Brücke“. So nennen sie die schmale Eisenbahnbrücke hier, die die einzig sinnvolle Verbindung zum anderen Ufer des Flusses Pas weit und breit ist. Verboten, aber dennoch im Reiseführer – unter Ausschluss jeder Haftung – beschrieben.

Ja, etwas Verbotenes tun. Ok. Aber mein Hormonspiegel ist heute auch so schon hoch genug, dass ich diese verbotene Brücke eigentlich nicht brauche. Ich nehme sie trotzdem.

Ich lege also meine Ohren auf die Schienen, ganz so wie in einem Westernstreifen. Keine Angst, ich will mich ganz sicher nicht umbringen und ich habe auch vorher geschaut! Ich möchte aber lauschen, ob sich ein Zug nähert. Dabei verbrenne ich mir mein linkes Ohr auf den heißen Schienen. Das passt zum heutigen Tag.

Dann riskierte ich es. In der Gruppendynamik zusammen mit anderen Pilgern wäre mir jetzt wohler gewesen. Doch da ist niemand. Wirklich niemand.

Die Überquerung der Brücke ist schon ein wenig beunruhigend. Ich stelle mir einen ICE vor, der hier im Mini-Abstand an mir vorbeisausen könnte. Kaum Distanz zu den Gleisen, grober Bahnschotter und schlechter Halt. Und der Zug kommt dann tatsächlich. Gott sei Dank aber erst, als ich bereits das Viadukt passiert habe. Es ist auch kein ICE, sondern ein gemütlich langsamer Regionalzug. Der Lokführer sieht mir in die Augen. Er hätte mich sicher am liebsten verprügeln wollen. Bestimmt wird er sich „freuen“, wenn er jemals einen dieser verrückten Pilger in die Hände bekommt!

Als der Schotterweg an den von der Sonne stark aufgeheizten Pipelines von Solvay entlangführt, spüre ich die Strahlungshitze der Rohre. Mein Bundeswehrlied prügelt mich weiter vorwärts. Nicht zurück sehen. Weiter laufen. Nicht hinsetzen. Weiter, weiter. Die Strecke verläuft nun fast schnurgerade und fällt leicht ab. Der Himmel ist vollkommen wolkenfrei, leicht dunstig und hellblau. Es ist absolut windstill und heiß. Bestimmt habe ich heute viel zu wenig getrunken.

Der Deal mit mir selbst

Im Tourenplaner ist von einer kleinen Pilgerherberge in Polanco die Rede. Bis dahin sind es von hier aus vielleicht noch acht Kilometer. Bei meinem Humpelschritt derzeit drei bis vier Stunden. Die Herberge hat jedoch nur „maximal“ sechs Betten. Eine Aussicht auf eine dortige Unterkunft ist also äußerst gering. Trotzdem wird Polanco zu einem realen Ziel. Diesen Ort will ich unbedingt erreichen.

Und ich treffe mit mir selbst eine Vereinbarung: Würde ich es tatsächlich bis Polanco noch schaffen und dort ehrlich noch einen Übernachtungsplatz bekommen, dann, aber wirklich nur dann würde ich noch eine Nacht abwarten! In allen anderen Fällen würde ich mich via Taxi zum Flughafen bringen lassen.

Immerhin, ein guter Deal zwischen den beiden Gegenspielern in meinem Gehirn.

Mit durch und durch pessimistischer Grundeinstellung betrete ich die Bar Quin. Hier gibt es eine nette alte Dame: Ascension. Bei ihr würde man den Schlüssel für die Herberge bekommen, so steht es im Pilgerführer.

Ein Gesicht mit vielen sympathischen Lachfalten strahlt mich an. Das also ist Ascension. Sofort hat Ascension meinen Stoppschalter für mein Grübeln gefunden. Meine Frage, „ob eventuell…“ erübrigt sich. Ascension nimmt einfach den Schlüssel mit gelbem Plastikanhänger vom Tresen und meint „venga venga!“ …

 

Jakobsweg an der Küste: SANTANDER - POLANCO, Foto 3

Pilgerherberge Albergue “Regato de las Anguilias”

Allein in einer Pilgerherberge am Jakobsweg. Klein. Fein. Traumhaft.

Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung
direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90

Jakobsweg an der Küste: SANTANDER - POLANCO, Foto 4

Brotzeit am Jakobsweg

Unterwegs auf dem Jakobsweg:
Brotzeit vor der Pilgerherberge. Bescheiden aber super gut.

Fotos von der Etappe SANTANDER zur Pilgerherberge in POLANCO

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Wäsche trocknen

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Fußbad im Bach

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

aufgeschwollene Füße

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER – POLANCO (Camino de la Costa), Brotzeit

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Die Pilgerherberge bei Polanco, Regato de las Anguilas innen, Stockbetten

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER – POLANCO, Landkarte an die Wand gemalt

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Die Pilgerherberge bei Polanco, Regato de las Anguilas von aussen

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Die Pilgerherberge bei Polanco, Regato de las Anguilas

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER – POLANCO, Cantino de Santiago

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER – POLANCO, Gelber Pfeil an einer Mauer

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER – POLANCO, gelber Pfeil an der Pipeline

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER – POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Der Jakobsweg von SANTANDER nach POLANCO

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER – POLANCO (Camino de la Costa)

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Pilgerherberge Santander

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Typisch beim Pilgern, aufgeschwollene Füße

11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

Wegweiser zur Pilgerherberge in Santander


Lesen:

Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten)

 

  • Tag 11: 30 km, flach (300 Höhenmeter), über Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro. (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
  • Das war’s dann von meiner Seite! (Camino del Norte und Camino de la Costa)
  • Ich verschanze mich (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
  • Der Fluchtweg nach Hause ist versperrt (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
  • Die verbotene Brücke (Kapitel Jakobswege und Alternativen)
  • Der Deal mit mir selbst (Kapitel aus dem Jakobswegbuch zum Burnout/ Küstenweg)
  • Meine eigene Herberge (Jakobswegbuch)
  • BURNOUT: Viele waren völlig ausgebrannt (Camino de la Costa)
  • Den Sinneswandel erleben (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg)
  • Pilgerbücher erzählen vom Leben (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
  • Verbindungen über Zeit und Raum (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)

Du kannst dieses Kapitel kostefrei auf der Webseite lesen. Wenn Dir meine Arbeit hier gefällt, darfst Du gerne mal eine Tasse Kaffee ausgeben. Das freut mich. Hier geht es zum Kapitel ->

 

 


    Christian Seebauer am Jakobsweg

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    Jakobsweg an der Küste
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    Die 2. Woche am Jakobsweg (Camino de la Costa)

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    Textauszug BURNOUT: Eine Wanderung auf schamlem Grat. Jakobsweg an der Kste 11 SANTANDER – POLANCO Camino de la Costa: SANTANDER - POLANCO | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 11: SANTANDER - POLANCO Tag 11: 30 km, flach (300 Höhenmeter), über Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro. Peñacastillo (Santander) 553 - Santa Cruz de Bezana 549 - Mompía (Santa Cruz de Bezana) 548 - Boo de Piélagos (Piélagos) 545 - Puente de Arce-Mogro (Miengo) 543 - Bárcena de Cudón (Miengo) 537 - Requejada (Polanco) 533 Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012. Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeSANTANDER - POLANCO Warum Menschen pilgern Im Aufenthaltsraum blättere ich dann völlig entspannt und in aller Ruhe ein wenig in den Pilgerbüchern herum. Hier habe ich mich bisher zurück gehalten. Bis hierher habe ich keine Spuren in Pilgerbüchern hinterlassen und auch nichts darin gelesen. Nun habe ich sehr viel Zeit und kann mal lesen, was Pilger da so alles hineinschreiben. Vieles davon ist schon sehr persönlich. Mir wird bewusst, dass viele meiner Weggefährten nicht einfach so zum Jakobsweg aufgebrochen sind. Das stehen nun in mehreren dicken Jahresbüchern die Motive, die einen Menschen bis hierher gebracht haben. BURNOUT: Viele waren völlig ausgebrannt Viel ist zu lesen von Problemen und von der Suche nach Gott oder sich selbst. Und sehr viele beschreiben hier Symptome, die zielgenau zu einer Depression passen. Für wieder andere ist es der letzte Weg. Die letzten Tage, die ihnen nach einer schrecklichen Diagnose noch bleiben. Doch sie haben sich gegen eine Chemo entschieden und möchten ein letztes Mal in ihrem Leben frei sein. Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten. Der Jakobsweg nach Santander. Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! Die Urvariante des Jakobsweges - der Küstenweg - ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön! Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst! Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm. Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter. Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten. Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht. ISBN-13: 979-8618384704 Seit 2020 Independently published BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat Jakobsweg an der Küste 303 Seiten unbebildert Geheimtipp Camino de la Costa. Hier war ich heute in der kleinen Pilgerherberge der einzige Gast. Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach. Santander – Polanco Der heranbrechende Morgen ist keine Erlösung. Ich bin einer der ersten. Der Schmerz hat mich geweckt. Mein Fuß pocht mit jedem Pulsschlag kräftig mit. Als mich der Herbergsvater ganz leise mit dem Ende meiner Reise konfrontiert, werde ich wütend. Richtig wütend. Nein, es geht weiter. „Niemals, es wird nur noch schlimmer werden“, erwidert er. Nein und noch einmal nein, ich werde hier weitermachen! Ich bin gerade so laut, dass nun sicher alle aufgewacht sind. Und in dieser Wut breche ich augenblicklich auf. Ohne Frühstück und ohne Toilette. Wie schön ist es da, die Notdurft nun im Freien verrichten zu dürfen, auch wenn mich ein spanischer Autofahrer anhupt (hätte ich auch getan). Ausgerechnet heute sind es nach Santillana del Mar über 47 Kilometer. Von einem Ort namens Polanco weiß ich noch nichts. Eine völlig utopische Etappe also. Der Herbergsvater hat uns gestern auf Google Earth die Lage gezeigt. Luftlinie wäre es kürzer. Der direkte Weg ist aber des Öfteren versperrt, zum Beispiel durch den Rio Saya und eine große Chemieanlage in Requejada. Das raubt mir psychisch jeden Auftrieb. Ausgerechnet heute die längste Etappe. Wie soll das gehen? Stöcke, an denen ich mich festklammern kann, wären jetzt gut. Nach quälend langen 13 Kilometern ist meine „Regenwolke“ auf Hochtouren. Sie hat also noch nicht aufgegeben. Die Nervenverbindungen für Pessimismus und Depression gibt es ja noch. Und sie arbeiten gerade gegen mich. Das war’s dann von meiner Seite! Meine „Regenwolke“ fasst einen unbarmherzig harten Entschluss: Hier ist es vorbei. Mit voller Brutalität verdeutlicht sie mir das jähe und abrupte Ende. Sie hat sich sogar schon detailliert auf die Überbringung der schlechten Nachricht vorbereitet. Hier in Mompía soll ich in die Eisenbahn einsteigen, an deren Trasse ich gerade entlang humple. Und ich soll dann von Santander aus gefälligst heimfliegen. Die Sonne knallt mir in mein Gesicht und treibt mir die letzte Willenskraft aus meinem Körper. Ja, das war es dann von meiner Seite. Gedemütigt, aber irgendwie auch erleichtert darüber, dass die Schmerzen nun endlich ein Ende haben, hole ich mein Notfallhandy heraus. Schwermütig wähle ich die Nummer meiner Frau. Ich habe mich gerade auf eine Leitplanke gesetzt. Freizeichen, es piept fünfmal. Dann hebt sie ab. Angstvoll erzähle ich ihr, dass ich heute heimreisen würde. Gleichzeitig hoffe ich wie ein Sünder um Verständnis und Absolution. Nur Conny hätte mir diese zentnerschwere Last abnehmen können. Doch sie unterbricht mich barsch: „Stopp - Das ist allein Dein Problem!“. Sie könne und vor allem wolle jetzt mit mir nicht sprechen. Sie sei gerade mitten in einem Meeting. Und dann legt sie auf. Ja, sie legt tatsächlich einfach auf. Das tat sie noch nie zuvor. Wie in einem schlechten Film wiederholen sich nun diverse Szenen in meinem Kopf. Der Herbergsvater erscheint mit seinem Text „aus, vorbei, finiiiito!“. Und es hämmert „mach doch, flieg doch heim, ja lauf‘ davon. So wie immer“. Dann höre ich wieder „Dein Problem“ und den anschließenden Piepton des beendeten Telefonats. Immer und immer wieder. Meine Hormone rauben mir gerade meine Sinne. Es ist eine unglaubliche Wut, die gerade in diesem Moment in mir emporsteigt. Mein Urprogramm beherrscht mich und es treibt mich hoch von der Leitplanke. Ein paar Meter vorwärts, dann wieder rückwärts. Dann haue ich im Zorn mit voller Wut mit meiner Hand auf die Leitplanke. Ich krümme mich vor Schmerzen. Natürlich ist Stahl viel härter, als meine Hand. Es musste so sein, dass ausgerechnet in diesem Moment Jean-Louis zusammen mit einem anderen Pilger fröhlich daher kommt. Er hat einen französischen Wandergefährten gefunden. Ich sage zu ihm mit Schmerz verzerrtem Gesicht „ c’est fini“ – es ist aus. Er umarmt mich nur ganz kurz. Ohne eine weitere Regung zu zeigen, verabschiedet sich Jean-Louis mit einem äußerst knappen „aurevoir mon ami“. Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Hat er sich telepathisch mit meiner Frau verbündet? Schon ist er wieder weg und ich verfalle in einen regungslosen Zustand der Depression. Alles ist plötzlich unfair, ungerecht und abweisend. Ich humpele erst einmal weg von der Eisenbahn. Ich flüchte. Flucht heißt, weg vom Ort des Geschehens, Ruhe suchen und Wunden lecken. Ich verschanze mich Dann verschanze ich mich in die Räumlichkeiten einer grässlich verwahrlosten Bar. Hier beginnt wohl das Steinzeitprogramm „totstellen“. Wenn ich mich jetzt so von oben betrachten könnte, würde ich sagen „der Typ ist erledigt“. Zusammengekauert, den gesenkten Kopf in den Händen sehe ich aber nicht wesentlich anders aus, als die anderen Gäste. Die hängen hier schon am Vormittag völlig besoffen herum. Einer provoziert mich laut mit: „Hey Peregrino“. Da ich mich aber gerade im Modus „Todstellen“ befinde, funktioniert das Programm zum Angriff (Gott sei Dank) nicht. Ich spiele auf meinem Handy herum und fasse einen weiteren Entschluss. Ich rufe jetzt meinen Schwiegervater an, um dem wenigstens Verständnis für den Abbruch meiner Reise abzuringen. Das wird bestimmt klappen. Er ist immer verständnisvoll. Als wenn sich alle gegen mich verschworen hätten, redet er mich völlig unerwartet extrem blöd an, als er von meiner geplanten Heimkehr hört. „Das kannst du jetzt den Kindern und Conny aber nicht antun. Die haben so fest an dich geglaubt.“ Piep. Aufgelegt. Ich fasse es nicht. Das war ein Volltreffer gegen die Amygdala, meinem Steinzeit-Mandelkern im Gehirn. Der Fluchtweg nach Hause ist versperrt Es bleibt einzig und allein die Richtung nach vorne. Gesteuert vom Autopiloten. Überflutet von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und was weiß ich von welchen Botenstoffen sonst noch. Schritt für Schritt. Meter für Meter. Nun bin ich wieder bei der Leitplanke. Verachtungsvoll spucke ich sie an und dann gehe ich weiter. Nach zwei Kilometern drehe ich wieder um. Nun hat meine „Regenwolke“ wieder die Kontrolle an sich gerissen. Ich humple noch einmal eine Dreiviertelstunde zurück zu der hässlichen Bar. Hier stehe ich nun vor dem Eingang. Reingehen will ich aber auch nicht. Noch einmal rufe ich Conny an, denn es geht einfach nicht mehr. Und noch einmal tut meine Frau genau das Richtige, sie gießt weiteres Öl ins Feuer. Ich hätte nie gedacht, dass Wut ein so starker Antrieb sein kann und in dieser Stärke sogar meine Schmerzen zu übertönen scheint. „Gott liebt dich“ Mit geballten Fäusten laufe ich nun wieder los, nach vorne. Die Strecke kenne ich ja schon. Links, rechts, links – Kompanie. Die Augen geradeaus! In meinem Gehirn dröhnt jetzt sogar ein altes Bundeswehrlied. Das mussten wir auf unseren Bergtouren immer dann singen, wenn wir der Erschöpfung nahe waren. „Wenn der Gei-gel-stein, rot er-glüht. Und in der Mor-gen-sonne strahlt, tra la la“. Ich hasse dieses Lied noch heute zutiefst. Es ist damals ein Synonym geworden für totale Verausgabung, Schmerzen und Ohnmacht. Hätte ich jetzt nicht gewusst, dass ich ja gar kein Gewehr auf meiner Schulter herumschleppe, so hätte ich bei jedem Schritt tatsächlich den Schlag Metall gegen Knochen gespürt. Obwohl ich dieses verdammte Lied hasse, singe ich es leise vor mich hin und bewege meine Füße. Ich bekomme nichts mehr mit von meiner Umgebung, sondern bin in Gedanken bei der Geigelstein-Überschreitung. Vor mir ein erschöpft keuchender Gefreiter, hinter mir ein Gefreiter, der gerade wieder einmal hingefallen ist. Als wäre es gestern gewesen, kann ich mich an jede Kurve, an jede Steigung und an jede Passage erinnern. Auch wenn mir meine Erinnerung dabei vielleicht einen Streich spielt. Ich weiß, dass ich jetzt durchhalten muss. Geistig abwesend gehe ich einfach, so gut es geht. Eine spanische Frau um die Vierzig ruft mir von weitem zu „Nein, du bist falsch hier“. Sie winkt mit beiden Armen und zeigt auf einen Feldweg, der 500 Meter von mir entfernt richtig einmündet. Anstatt zurück zu laufen, nehme ich den direkten Weg durch hüfthohes Gestrüpp. Immer wieder ruft sie mir auf die weite zu und winkt. Sie versteht sicher nicht, warum ich mir das gerade antue und nicht einfach schnell außen herum marschieren möchte. Ja, Pater Ernesto: Ich habe Hilfe angenommen. Und ja, ich bin stur. I’ll do it my way! Mein Handy ist aus. Ich will so schnell mit keinem mehr sprechen. Die verbotene Brücke Völlig abwesend nähere ich mich der „verbotenen Brücke“. So nennen sie die schmale Eisenbahnbrücke hier, die die einzig sinnvolle Verbindung zum anderen Ufer des Flusses Pas weit und breit ist. Verboten, aber dennoch im Reiseführer – unter Ausschluss jeder Haftung - beschrieben. Ja, etwas Verbotenes tun. Ok. Aber mein Hormonspiegel ist heute auch so schon hoch genug, dass ich diese verbotene Brücke eigentlich nicht brauche. Ich nehme sie trotzdem. Ich lege also meine Ohren auf die Schienen, ganz so wie in einem Westernstreifen. Keine Angst, ich will mich ganz sicher nicht umbringen und ich habe auch vorher geschaut! Ich möchte aber lauschen, ob sich ein Zug nähert. Dabei verbrenne ich mir mein linkes Ohr auf den heißen Schienen. Das passt zum heutigen Tag. Dann riskierte ich es. In der Gruppendynamik zusammen mit anderen Pilgern wäre mir jetzt wohler gewesen. Doch da ist niemand. Wirklich niemand. Die Überquerung der Brücke ist schon ein wenig beunruhigend. Ich stelle mir einen ICE vor, der hier im Mini-Abstand an mir vorbeisausen könnte. Kaum Distanz zu den Gleisen, grober Bahnschotter und schlechter Halt. Und der Zug kommt dann tatsächlich. Gott sei Dank aber erst, als ich bereits das Viadukt passiert habe. Es ist auch kein ICE, sondern ein gemütlich langsamer Regionalzug. Der Lokführer sieht mir in die Augen. Er hätte mich sicher am liebsten verprügeln wollen. Bestimmt wird er sich „freuen“, wenn er jemals einen dieser verrückten Pilger in die Hände bekommt! Als der Schotterweg an den von der Sonne stark aufgeheizten Pipelines von Solvay entlangführt, spüre ich die Strahlungshitze der Rohre. Mein Bundeswehrlied prügelt mich weiter vorwärts. Nicht zurück sehen. Weiter laufen. Nicht hinsetzen. Weiter, weiter. Die Strecke verläuft nun fast schnurgerade und fällt leicht ab. Der Himmel ist vollkommen wolkenfrei, leicht dunstig und hellblau. Es ist absolut windstill und heiß. Bestimmt habe ich heute viel zu wenig getrunken. Der Deal mit mir selbst Im Tourenplaner ist von einer kleinen Pilgerherberge in Polanco die Rede. Bis dahin sind es von hier aus vielleicht noch acht Kilometer. Bei meinem Humpelschritt derzeit drei bis vier Stunden. Die Herberge hat jedoch nur „maximal“ sechs Betten. Eine Aussicht auf eine dortige Unterkunft ist also äußerst gering. Trotzdem wird Polanco zu einem realen Ziel. Diesen Ort will ich unbedingt erreichen. Und ich treffe mit mir selbst eine Vereinbarung: Würde ich es tatsächlich bis Polanco noch schaffen und dort ehrlich noch einen Übernachtungsplatz bekommen, dann, aber wirklich nur dann würde ich noch eine Nacht abwarten! In allen anderen Fällen würde ich mich via Taxi zum Flughafen bringen lassen. Immerhin, ein guter Deal zwischen den beiden Gegenspielern in meinem Gehirn. Mit durch und durch pessimistischer Grundeinstellung betrete ich die Bar Quin. Hier gibt es eine nette alte Dame: Ascension. Bei ihr würde man den Schlüssel für die Herberge bekommen, so steht es im Pilgerführer. Ein Gesicht mit vielen sympathischen Lachfalten strahlt mich an. Das also ist Ascension. Sofort hat Ascension meinen Stoppschalter für mein Grübeln gefunden. Meine Frage, „ob eventuell...“ erübrigt sich. Ascension nimmt einfach den Schlüssel mit gelbem Plastikanhänger vom Tresen und meint „venga venga!“ ... Allein in einer Pilgerherberge am Jakobsweg. Klein. Fein. Traumhaft. Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90 Unterwegs auf dem Jakobsweg: Brotzeit vor der Pilgerherberge. Bescheiden aber super gut. Fotos von der Etappe SANTANDER zur Pilgerherberge in POLANCO Lesen: Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten) Tag 11: 30 km, flach (300 Höhenmeter), über Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro. (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg) Das war’s dann von meiner Seite! (Camino del Norte und Camino de la Costa) Ich verschanze mich (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste) Der Fluchtweg nach Hause ist versperrt (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg) Die verbotene Brücke (Kapitel Jakobswege und Alternativen) Der Deal mit mir selbst (Kapitel aus dem Jakobswegbuch zum Burnout/ Küstenweg) Meine eigene Herberge (Jakobswegbuch) BURNOUT: Viele waren völlig ausgebrannt (Camino de la Costa) Den Sinneswandel erleben (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg) Pilgerbücher erzählen vom Leben (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg) Verbindungen über Zeit und Raum (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer) Du kannst dieses Kapitel kostefrei auf der Webseite lesen. Wenn Dir meine Arbeit hier gefällt, darfst Du gerne mal eine Tasse Kaffee ausgeben. Das freut mich. Hier geht es zum Kapitel -> Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kste H1 Inhaltsverzeichnis 11 SANTANDER – POLANCO Array ( [0] => Camino de la Costa: SANTANDER - POLANCO | Jakobsweg, Küstenweg [1] => Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeSANTANDER - POLANCO [2] => Der Jakobsweg nach Santander. [3] => Geheimtipp Camino de la Costa. Hier war ich heute in der kleinen Pilgerherberge der einzige Gast. [4] => Allein in einer Pilgerherberge am Jakobsweg. Klein. Fein. Traumhaft. ) Inhalt H2 zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Küste, Küstenweg Array ( [0] => Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! [1] => Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach. [2] => Fotos von der Etappe SANTANDER zur Pilgerherberge in POLANCO ) Jakobsweg an der Küste, Burnout, Inhaltsverzeichnis H3 Array ( ) 1313Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten)
    • Tag 11: 30 km, flach (300 Höhenmeter), über Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro. (Jakobswegbuch)
    • Das war’s dann von meiner Seite! (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)
    • Ich verschanze mich (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)
    • Der Fluchtweg nach Hause ist versperrt (Kapitel aus dem Jakobswegbuch zum Burnout/ Küstenweg)
    • Die verbotene Brücke (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
    • Der Deal mit mir selbst (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
    • Meine eigene Herberge (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg)
    • BURNOUT: Viele waren völlig ausgebrannt (Kapitel aus dem Jakobswegbuch zum Burnout/ Küstenweg)
    • Den Sinneswandel erleben (Pilgern am Küstenweg)
    • Pilgerbücher erzählen vom Leben (Kapitel Pilgerbuch)
    • Verbindungen über Zeit und Raum (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)
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    • Tag 11: 30 km, flach (300 Höhenmeter), über Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro.. Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer
    • Das war’s dann von meiner Seite!. Pilgern am Küstenweg
    • Ich verschanze mich. Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer
    • Der Fluchtweg nach Hause ist versperrt. Camino de la Costa
    • Die verbotene Brücke. Kapitel BURNOUT
    • Der Deal mit mir selbst. Kapitel Jakobsweg an der Küste
    • Meine eigene Herberge. Camino del Norte und Camino de la Costa
    • BURNOUT: Viele waren völlig ausgebrannt. Kapitel BURNOUT
    • Den Sinneswandel erleben. Kapitel Pilgerbuch
    • Pilgerbücher erzählen vom Leben. Kapitel Küstenweg / Jakobsweg
    • Verbindungen über Zeit und Raum. Camino del Norte und Camino de la Costa
    Fotos zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Beitrag Keywords zu diesem Jakobsweg-Beitrag:

    Camino de la Costa, Camino del Norte, Burnout, Jakobsweg, Mompía, Penacastillo, POLANCO, SANTANDER

    Kuestenweg/ Jakobsweg an der Kueste/ Camino de la Costa Textauszug:

    Santander – Polanco

    Tag 11: 30 km, flach (300 Höhenmeter), über Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro.

    Der heranbrechende Morgen ist keine Erlösung. Ich bin einer der ersten. Der Schmerz hat mich geweckt. Mein Fuß pocht mit jedem Pulsschlag kräftig mit.

    Als mich der Herbergsvater ganz leise mit dem Ende meiner Reise konfrontiert, werde ich wütend. Richtig wütend. Nein, es geht weiter. „Niemals, es wird nur noch schlimmer werden“, erwidert er. Nein und noch einmal nein, ich werde hier weitermachen! Ich bin gerade so laut, dass nun sicher alle aufgewacht sind.

    Und in dieser Wut breche ich augenblicklich auf. Ohne Frühstück und ohne Toilette. Wie schön ist es da, die Notdurft nun im Freien verrichten zu dürfen, auch wenn mich ein spanischer Autofahrer anhupt (hätte ich auch getan).

    Ausgerechnet heute sind es nach Santillana del Mar über 47 Kilometer. Von einem Ort namens Polanco weiß ich noch nichts. Eine völlig utopische Etappe also. Der Herbergsvater hat uns gestern auf Google Earth die Lage gezeigt. Luftlinie wäre es kürzer. Der direkte Weg ist aber des Öfteren versperrt, zum Beispiel durch den Rio Saya und eine große Chemieanlage in Requejada. Das raubt mir psychisch jeden Auftrieb. Ausgerechnet heute die längste Etappe. Wie soll das gehen?

    Stöcke, an denen ich mich festklammern kann, wären jetzt gut.

    Nach quälend langen 13 Kilometern ist meine „Regenwolke“ auf Hochtouren. Sie hat also noch nicht aufgegeben. Die Nervenverbindungen für Pessimismus und Depression gibt es ja noch. Und sie arbeiten gerade gegen mich.

    Das war’s dann von meiner Seite!

    Meine „Regenwolke“ fasst einen unbarmherzig harten Entschluss: Hier ist es vorbei. Mit voller Brutalität verdeutlicht sie mir das jähe und abrupte Ende. Sie hat sich sogar schon detailliert auf die Überbringung der schlechten Nachricht vorbereitet. Hier in Mompía soll ich in die Eisenbahn einsteigen, an deren Trasse ich gerade entlang humple. Und ich soll dann von Santander aus gefälligst heimfliegen. Die Sonne knallt mir in mein Gesicht und treibt mir die letzte Willenskraft aus meinem Körper. Ja, das war es dann von meiner Seite.

    Gedemütigt, aber irgendwie auch erleichtert darüber, dass die Schmerzen nun endlich ein Ende haben, hole ich mein Notfallhandy heraus. Schwermütig wähle ich die Nummer meiner Frau. Ich habe mich gerade auf eine Leitplanke gesetzt. Freizeichen, es piept fünfmal. Dann hebt sie ab.

    Angstvoll erzähle ich ihr, dass ich heute heimreisen würde. Gleichzeitig hoffe ich wie ein Sünder um Verständnis und Absolution. Nur Conny hätte mir diese zentnerschwere Last abnehmen können. Doch sie unterbricht mich barsch: „Stopp – Das ist allein Dein Problem!“. Sie könne und vor allem wolle jetzt mit mir nicht sprechen. Sie sei gerade mitten in einem Meeting. Und dann legt sie auf. Ja, sie legt tatsächlich einfach auf. Das tat sie noch nie zuvor.

    Wie in einem schlechten Film wiederholen sich nun diverse Szenen in meinem Kopf. Der Herbergsvater erscheint mit seinem Text „aus, vorbei, finiiiito!“. Und es hämmert „mach doch, flieg doch heim, ja lauf‘ davon. So wie immer“. Dann höre ich wieder „Dein Problem“ und den anschließenden Piepton des beendeten Telefonats. Immer und immer wieder. Meine Hormone rauben mir gerade meine Sinne.

    Es ist eine unglaubliche Wut, die gerade in diesem Moment in mir emporsteigt.

    Mein Urprogramm beherrscht mich und es treibt mich hoch von der Leitplanke. Ein paar Meter vorwärts, dann wieder rückwärts. Dann haue ich im Zorn mit voller Wut mit meiner Hand auf die Leitplanke. Ich krümme mich vor Schmerzen. Natürlich ist Stahl viel härter, als meine Hand.

    Es musste so sein, dass ausgerechnet in diesem Moment Jean-Louis zusammen mit einem anderen Pilger fröhlich daher kommt. Er hat einen französischen Wandergefährten gefunden.

    Ich sage zu ihm mit Schmerz verzerrtem Gesicht „ c’est fini“ – es ist aus. Er umarmt mich nur ganz kurz. Ohne eine weitere Regung zu zeigen, verabschiedet sich Jean-Louis mit einem äußerst knappen „aurevoir mon ami“. Jetzt verstehe ich gar nichts mehr. Hat er sich telepathisch mit meiner Frau verbündet?

    Schon ist er wieder weg und ich verfalle in einen regungslosen Zustand der Depression. Alles ist plötzlich unfair, ungerecht und abweisend.

    Ich humpele erst einmal weg von der Eisenbahn. Ich flüchte. Flucht heißt, weg vom Ort des Geschehens, Ruhe suchen und Wunden lecken.

    Ich verschanze mich

    Dann verschanze ich mich in die Räumlichkeiten einer grässlich verwahrlosten Bar. Hier beginnt wohl das Steinzeitprogramm „totstellen“.

    Wenn ich mich jetzt so von oben betrachten könnte, würde ich sagen „der Typ ist erledigt“. Zusammengekauert, den gesenkten Kopf in den Händen sehe ich aber nicht wesentlich anders aus, als die anderen Gäste.

    Die hängen hier schon am Vormittag völlig besoffen herum. Einer provoziert mich laut mit: „Hey Peregrino“. Da ich mich aber gerade im Modus „Todstellen“ befinde, funktioniert das Programm zum Angriff (Gott sei Dank) nicht.

    Ich spiele auf meinem Handy herum und fasse einen weiteren Entschluss. Ich rufe jetzt meinen Schwiegervater an, um dem wenigstens Verständnis für den Abbruch meiner Reise abzuringen. Das wird bestimmt klappen. Er ist immer verständnisvoll.

    Als wenn sich alle gegen mich verschworen hätten, redet er mich völlig unerwartet extrem blöd an, als er von meiner geplanten Heimkehr hört. „Das kannst du jetzt den Kindern und Conny aber nicht antun. Die haben so fest an dich geglaubt.“ Piep. Aufgelegt. Ich fasse es nicht. Das war ein Volltreffer gegen die Amygdala, meinem Steinzeit-Mandelkern im Gehirn.

    Der Fluchtweg nach Hause ist versperrt

    Es bleibt einzig und allein die Richtung nach vorne. Gesteuert vom Autopiloten. Überflutet von Adrenalin, Noradrenalin, Dopamin und was weiß ich von welchen Botenstoffen sonst noch. Schritt für Schritt. Meter für Meter. Nun bin ich wieder bei der Leitplanke. Verachtungsvoll spucke ich sie an und dann gehe ich weiter. Nach zwei Kilometern drehe ich wieder um. Nun hat meine „Regenwolke“ wieder die Kontrolle an sich gerissen. Ich humple noch einmal eine Dreiviertelstunde zurück zu der hässlichen Bar. Hier stehe ich nun vor dem Eingang. Reingehen will ich aber auch nicht.

    Noch einmal rufe ich Conny an, denn es geht einfach nicht mehr. Und noch einmal tut meine Frau genau das Richtige, sie gießt weiteres Öl ins Feuer.

    Ich hätte nie gedacht, dass Wut ein so starker Antrieb sein kann und in dieser Stärke sogar meine Schmerzen zu übertönen scheint.

    „Gott liebt dich“ – Bild

    Mit geballten Fäusten laufe ich nun wieder los, nach vorne. Die Strecke kenne ich ja schon.

    Links, rechts, links – Kompanie. Die Augen geradeaus! In meinem Gehirn dröhnt jetzt sogar ein altes Bundeswehrlied. Das mussten wir auf unseren Bergtouren immer dann singen, wenn wir der Erschöpfung nahe waren. „Wenn der Gei-gel-stein, rot er-glüht. Und in der Mor-gen-sonne strahlt, tra la la“. Ich hasse dieses Lied noch heute zutiefst. Es ist damals ein Synonym geworden für totale Verausgabung, Schmerzen und Ohnmacht. Hätte ich jetzt nicht gewusst, dass ich ja gar kein Gewehr auf meiner Schulter herumschleppe, so hätte ich bei jedem Schritt tatsächlich den Schlag Metall gegen Knochen gespürt.

    Obwohl ich dieses verdammte Lied hasse, singe ich es leise vor mich hin und bewege meine Füße. Ich bekomme nichts mehr mit von meiner Umgebung, sondern bin in Gedanken bei der Geigelstein-Überschreitung. Vor mir ein erschöpft keuchender Gefreiter, hinter mir ein Gefreiter, der gerade wieder einmal hingefallen ist. Als wäre es gestern gewesen, kann ich mich an jede Kurve, an jede Steigung und an jede Passage erinnern. Auch wenn mir meine Erinnerung dabei vielleicht einen Streich spielt. Ich weiß, dass ich jetzt durchhalten muss. Geistig abwesend gehe ich einfach, so gut es geht.

    Eine spanische Frau um die Vierzig ruft mir von weitem zu „Nein, du bist falsch hier“. Sie winkt mit beiden Armen und zeigt auf einen Feldweg, der 500 Meter von mir entfernt richtig einmündet. Anstatt zurück zu laufen, nehme ich den direkten Weg durch hüfthohes Gestrüpp. Immer wieder ruft sie mir auf die weite zu und winkt. Sie versteht sicher nicht, warum ich mir das gerade antue und nicht einfach schnell außen herum marschieren möchte.

    Ja, Pater Ernesto: Ich habe Hilfe angenommen. Und ja, ich bin stur. I’ll do it my way!

    Mein Handy ist aus. Ich will so schnell mit keinem mehr sprechen.

    Die verbotene Brücke

    Völlig abwesend nähere ich mich der „verbotenen Brücke“. So nennen sie die schmale Eisenbahnbrücke hier, die die einzig sinnvolle Verbindung zum anderen Ufer des Flusses Pas weit und breit ist. Verboten, aber dennoch im Reiseführer – unter Ausschluss jeder Haftung – beschrieben.

    Ja, etwas Verbotenes tun. Ok. Aber mein Hormonspiegel ist heute auch so schon hoch genug, dass ich diese verbotene Brücke eigentlich nicht brauche. Ich nehme sie trotzdem.

    Ich lege also meine Ohren auf die Schienen, ganz so wie in einem Westernstreifen. Keine Angst, ich will mich ganz sicher nicht umbringen und ich habe auch vorher geschaut! Ich möchte aber lauschen, ob sich ein Zug nähert. Dabei verbrenne ich mir mein linkes Ohr auf den heißen Schienen. Das passt zum heutigen Tag.

    Dann riskierte ich es. In der Gruppendynamik zusammen mit anderen Pilgern wäre mir jetzt wohler gewesen. Doch da ist niemand. Wirklich niemand.

    Die Überquerung der Brücke ist schon ein wenig beunruhigend. Ich stelle mir einen ICE vor, der hier im Mini-Abstand an mir vorbeisausen könnte. Kaum Distanz zu den Gleisen, grober Bahnschotter und schlechter Halt. Und der Zug kommt dann tatsächlich. Gott sei Dank aber erst, als ich bereits das Viadukt passiert habe. Es ist auch kein ICE, sondern ein gemütlich langsamer Regionalzug. Der Lokführer sieht mir in die Augen. Er hätte mich sicher am liebsten verprügeln wollen. Bestimmt wird er sich „freuen“, wenn er jemals einen dieser verrückten Pilger in die Hände bekommt!

    Als der Schotterweg an den von der Sonne stark aufgeheizten Pipelines von Solvay entlangführt, spüre ich die Strahlungshitze der Rohre. Mein Bundeswehrlied prügelt mich weiter vorwärts. Nicht zurück sehen. Weiter laufen. Nicht hinsetzen. Weiter, weiter. Die Strecke verläuft nun fast schnurgerade und fällt leicht ab. Der Himmel ist vollkommen wolkenfrei, leicht dunstig und hellblau. Es ist absolut windstill und heiß. Bestimmt habe ich heute viel zu wenig getrunken.

    Der Deal mit mir selbst

    Im Tourenplaner ist von einer kleinen Pilgerherberge in Polanco die Rede. Bis dahin sind es von hier aus vielleicht noch acht Kilometer. Bei meinem Humpelschritt derzeit drei bis vier Stunden. Die Herberge hat jedoch nur „maximal“ sechs Betten. Eine Aussicht auf eine dortige Unterkunft ist also äußerst gering. Trotzdem wird Polanco zu einem realen Ziel. Diesen Ort will ich unbedingt erreichen.

    Und ich treffe mit mir selbst eine Vereinbarung: Würde ich es tatsächlich bis Polanco noch schaffen und dort ehrlich noch einen Übernachtungsplatz bekommen, dann, aber wirklich nur dann würde ich noch eine Nacht abwarten! In allen anderen Fällen würde ich mich via Taxi zum Flughafen bringen lassen.

    Immerhin, ein guter Deal zwischen den beiden Gegenspielern in meinem Gehirn.

    Mit durch und durch pessimistischer Grundeinstellung betrete ich die Bar Quin. Hier gibt es eine nette alte Dame: Ascension. Bei ihr würde man den Schlüssel für die Herberge bekommen, so steht es im Pilgerführer.

    Ein Gesicht mit vielen sympathischen Lachfalten strahlt mich an. Das also ist Ascension. Sofort hat Ascension meinen Stoppschalter für mein Grübeln gefunden. Meine Frage, „ob eventuell…“ erübrigt sich. Ascension nimmt einfach den Schlüssel mit gelbem Plastikanhänger vom Tresen und meint „venga venga!“

    Meine eigene Herberge

    Venga, venga – was für ein Wohlklang in meinen Ohren!

    Trotz ihres hohen Alters muss sie auf mich warten. So schnell geht es bei mir heute nicht. Einem kleinen Busshäuschen gleich, liegt die Herberge schräg gegenüber zwischen Autobahn, Autobahnauffahrt und Schnellstraße. Allerdings ist dieses kleine Bermudadreieck ein kleiner Himmel, welchem sogar eine eigene Quelle entspringt. Weder auf der Schnellstraße war etwas los, noch auf der Autobahn, die man von hier unten auch gar nicht einsehen kann.

    So unglaublich es klingt, die Herberge liegt mitten im Grünen und völlig im Ruhigen. Wahnsinn.

    Ascension öffnet mir mit strahlenden Augen die Türe. Ich bin heute der einzige Gast. Mit ungläubigen Augen stehe ich im urgemütlichen Vorraum und versteh mein Glück noch gar nicht.

    Ascension gibt mir erst einmal frische und duftende Handtücher, dann zeigt sie mir die Betten. Ich habe freie Wahl. Hier kann ich es mir gutgehen lassen!

    Nach ein paar kurzen Einweisungen zum Bad zeigt sie mir noch schnell den hübschen Vorgarten im Schatten riesiger Bäume. Das ist jetzt mein eigenes Zuhause! Bevor sie geht, lädt sie mich ein zu ihr nach Hause zum Abendessen. Soll ich das annehmen? Ja, natürlich.

    Nach einer ausgiebigen warmen Dusche fühle ich mich endlich ein wenig frischer. So mache ich mich auf, um hinter dem kleinen Holzbrückchen meinen linken Fuß in das frische Quellwasser zu tauchen. Und das tut richtig gut. Ich spüre meinen kühlen Fuß und schlafe eine Zeitlang ein.

    Dann gehe ich zurück in „meine“ Herberge.

    Warum Menschen pilgern

    Im Aufenthaltsraum blättere ich dann völlig entspannt und in aller Ruhe ein wenig in den Pilgerbüchern herum. Hier habe ich mich bisher zurück gehalten. Bis hierher habe ich keine Spuren in Pilgerbüchern hinterlassen und auch nichts darin gelesen.

    Nun habe ich sehr viel Zeit und kann mal lesen, was Pilger da so alles hineinschreiben. Vieles davon ist schon sehr persönlich. Mir wird bewusst, dass viele meiner Weggefährten nicht einfach so zum Jakobsweg aufgebrochen sind.

    Das stehen nun in mehreren dicken Jahresbüchern die Motive, die einen Menschen bis hierher gebracht haben.

    BURNOUT: Viele waren völlig ausgebrannt

    Viel ist zu lesen von Problemen und von der Suche nach Gott oder sich selbst. Und sehr viele beschreiben hier Symptome, die zielgenau zu einer Depression passen. Für wieder andere ist es der letzte Weg. Die letzten Tage, die ihnen nach einer schrecklichen Diagnose noch bleiben. Doch sie haben sich gegen eine Chemo entschieden und möchten ein letztes Mal in ihrem Leben frei sein.

    Burnout, Midlifecrisis, Scheidungen und zahlreiche andere Motive haben einen Wendepunkt im Leben dieser vielen Pilger markiert, der ihnen allen noch einmal Hoffnung gibt. Oder er gibt ihnen etwas mit auf den Weg. Er ändert die Richtung. Er verschafft eine Pause oder Erlösung. Viele erkennen hier, was sie falsch gemacht haben oder wohin sie nicht mehr zurückkehren möchten.

    Den Sinneswandel erleben

    Wildfremde Menschen auf der „Durchreise“ schreiben hier etwas von einem Sinneswandel, den sie erfahren haben, oder den sie gerade erfahren. Und sie schreiben noch mehr. Sie schreiben sogar, den Sinn des Lebens gefunden zu haben. Oder Ruhe und Gelassenheit gefunden zu haben.

    Überhaupt habe ich das Gefühl, das die Zeilen alle ihren tieferen Sinn haben und sehr einfühlsam geschrieben sind. Nichts ist hier so, wie man es von einem oberflächlichen Geschäftsbrief her kennt. In der Arbeit schreiben mir Vorstände von Gesellschaften mitunter auch Weihnachtsbriefe in schwarzweiß aus dem Laserdrucker. Farbe wäre zu aufwendig. Und selbst die Unterschrift ist eingescannt. Kann es das sein? Dann in Zukunft bitte lieber erst gar keinen Weihnachtsbrief mehr, als die Zurschaustellung schriftlicher Missachtung oder wenigstens vollkommener Achtlosigkeit.

    Pilgerbücher erzählen vom Leben

    Hier hingegen ist jede Zeile, ja sogar jedes Wort tiefgründig. Natürlich gibt es auch einfach fröhliche Kundgebungen wie „ich hab‘s geschafft“. Aber auch das ist doch eine sehr wertvolle persönliche Erkenntnis. Sollten Lehrer doch unsere Kinder mal zur Abwechslung 20-mal schreiben lassen „ich bin saugut!“

    Der Sinn des Lebens offenbart sich also in einem Pilgerbuch? Stimmt so nicht ganz, denn jedes eigene Leben hat seinen eigenen Sinn. Und der Sinn (oder Unsinn) eines anderen hilft da kaum weiter.

    Trotzdem bewegt es mich gerade sehr, was in den Büchern geschrieben steht. Und es gibt mir Kraft. Da ist auch was von Menschen mit Behinderungen zu lesen und da sind Schicksale umrissen, die weiß Gott viel schlimmer sind, als mein linker Fuß.

    Es geht keinem darum, Aufzugeben. Es geht darum, den eigenen Weg zu finden. Dann, wenn es beginnt schwer zu werden, erst recht!

    Vielen ist hier klar geworden, was sie wollen, wo es hin gehen soll. Der Weg hat ihnen neuen Mut und neue Kraft gegeben.

    Verbindungen über Zeit und Raum

    Ich bin wie gefesselt von den Einträgen der Pilger, die irgendwann genau wie ich heute schon einmal hier an genau dieser Stelle waren.

    Und dann entdeckte ich einen jahrealten Eintrag von einer gewissen Ingrid. Ich bin wie elektrisiert. War das meine Ingrid? Ich weiß, dass sie den Weg schon einmal gemacht hat. Aber gibt es so einen Zufall? Konnte das sein? Es musste einfach so sein!

    Ich muss plötzlich an den merkwürdigen Satz denken, den Ingrid mir am Weg gesagt hat: „Wenn wir in Santiago de Compostela angekommen sind, dann kann uns hier nichts passiert sein!“. Wie eine Zeitreisende hat sie sich mal schnell in die Zukunft gebeamt, um von der Warte der Zukunft aus mal eben in die Vergangenheit zu sehen, um mir in meiner Gegenwart zu berichten „das alles gut gegangen ist!“

    Und jetzt war sie plötzlich damals schon hier in der Vergangenheit und hat einen Satz wie extra für mich geschrieben! Falls ich hier mal in der Zukunft vorbeikomme. Da friert’s mich schon ein wenig!

    Wird Ingrid jetzt an mich denken, wenn ich selbst so intensiv an sie denke? Habe ich sie verloren, weil ich weiter gegangen bin? Oder war es Gottes Wille, dass ich sie da getroffen habe, wo ich sie gebraucht habe, um meinem Leben eine neue Wendung zu geben.

    Ich bin fest davon überzeugt, dass ich hier gerade „meine“ Ingrid gefunden habe. Und das, was da steht, ist dermaßen tiefgreifend und passend für mich, dass mir ganz komisch wird.

    Als wenn sie gewusst hätte, dass sie mir noch eine Lektion mit auf den Weg geben kann, wenn sie es noch vor meiner Zeit macht. Schon irre!

    Und nun schreibe auch ich das erste Mal in ein Pilgerbuch. Nicht in das aus 2010, sondern in das alte Pilgerbuch. Nur für den Fall, dass sie es tatsächlich war. Und nur für den Fall, dass sie wieder hierher kommen würde und nach ihrem eigenen Eintrag suchen würde.

    Nach einem fantastischen Abendessen zu Hause bei Ascension falle ich dann in einen tiefen Schlaf. Es ist „wie im Himmel so auf Erden“.



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg english excerpt:

    Santander – Polanco

    Day 11: 30 km, flat (300 meters in altitude), via Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro.

    The coming morning is no redemption. I am one of the first. The pain woke me up. My foot is pounding strongly with every pulse.

    When the hostess confronts me very quietly about the end of my trip, I get angry. Really angry. No, it goes on. “Never, it will only get worse,” he replies. No and no one more time, I will continue here! I’m so loud right now that I’m sure everyone has woken up.

    And in this anger, I leave immediately. Without breakfast and without a toilet. How nice it is to be able to relieve myself in the open air, even if a Spanish driver honks at me (I would have done too).

    Today, of all times, it is more than 47 kilometers to Santillana del Mar. I don’t know anything about a place called Polanco. A completely utopian stage. The hostel father showed us the location yesterday on Google Earth. It would be shorter as the crow flies. The direct route is often blocked, for example through the Rio Saya and a large chemical plant in Requejada. That robs me of any boost psychologically. Today, of all days, the longest stage. How does that work?

    Sticks to hold on to would be good now.

    After an excruciatingly long 13 kilometers, my “rain cloud” is in full swing. So she hasn’t given up yet. The nerve connections for pessimism and depression still exist. And they’re working against me right now.

    That’s it from my side!

    My “rain cloud” makes a relentlessly tough decision: It’s over here. With full brutality she shows me the sudden and abrupt end. In fact, she has prepared in detail for the delivery of the bad news. Here in Mompía I am supposed to get on the train, which I am currently hobbling along. And then I should kindly fly home from Santander. The sun hits my face and drives the last of my willpower out of my body. Yes, that was it from my side.

    Humiliated, but somehow also relieved that the pain is finally over, I take out my emergency cell phone. Sadly I dial my wife’s number. I just sat on a guardrail. Dial tone, it beeps five times. Then she takes off.

    I tell her fearfully that I would go home today. At the same time, like a sinner, I hope for understanding and absolution. Only Conny could have relieved me of this heavy burden. But she interrupts me harshly: “Stop – that’s your problem alone!” She couldn’t and, above all, didn’t want to speak to me now. She is in the middle of a meeting. And then she hangs up. Yes, she actually just hangs up. She never did that before.

    As in a bad movie, various scenes are now repeated in my head. The hostel father appears with his text “out, over, finiiiito!”. And it hammers “do it, fly home, yes run away. As always ”. Then I hear “Your problem” again and the subsequent beep of the call that has ended. Over and over again. My hormones are stealing my senses right now.

    There is an unbelievable anger that is rising in me right now.

    My original program dominates me and it drives me up the guard rail. A few meters forwards, then backwards again. Then, in anger, I hit the guardrail with my hand in full anger. I writhed in pain. Of course, steel is much harder than my hand.

    It had to be that at this moment, of all times, Jean-Louis came along happily with another pilgrim. He has found a French hiking companion.

    With a contorted face in pain I say to him “c’est fini” – it’s over. He just hugs me very briefly. Without showing any further emotion, Jean-Louis says goodbye with an extremely brief “aurevoir mon ami”. Now I do not understand anything anymore. Has he allied himself telepathically with my wife?

    He’s gone again and I’m falling into a motionless state of depression. Everything is suddenly unfair, unjust and dismissive.

    First I hobble away from the railroad. I escape. Escape means getting away from the scene, seeking peace and licking wounds.

    I entrench myself

    Then I entrench myself in the premises of a horribly neglected bar. This is where the Stone Age program “dead” begins.

    If I could look at myself from above like that now, I would say “the guy is done”. Huddled together, my head bowed in my hands, I don’t look much different from the other guests.

    They hang around here completely drunk in the morning. One of them provokes me out loud with: “Hey Peregrino”. But since I am currently in the mode “death spots”, the attack program (thank God) does not work.

    I play around on my phone and make another decision. I am now calling my father-in-law to at least wrest understanding for the interruption of my trip. That will definitely work. He is always understanding.

    As if everyone had conspired against me, he unexpectedly calls me extremely stupid when he hears about my planned return home. “You can’t do that to the children and Conny now. They believed in you so firmly. ”Beep. Hung up. I can not believe it. That was a direct hit against the amygdala, my stone age almond kernel in the brain.

    The escape route home is blocked

    The only thing left is the direction forward. Controlled by the autopilot. Flooded with adrenaline, noradrenaline, dopamine and what else do I know about which messenger substances. Step by step. Meter by meter. Now I’m back to the guardrail. I spit on her contemptuously and then I move on. After two kilometers I turn around again. Now my “rain cloud” has taken control again. I hobble back three quarters of an hour to the ugly bar. Here I am standing in front of the entrance. But I don’t want to go in either.

    I call Conny again because it just doesn’t work anymore. And once again, my wife is doing exactly the right thing, adding more fuel to the fire.

    I never would have thought that anger could be such a powerful impetus and even seem to drown out my pain in this strength.

    “God loves you” – picture

    With my fists clenched, I start running again, forward. I already know the route.

    Left, right, left – company. Keep your eyes straight! An old Bundeswehr song is now booming in my brain. We always had to sing that on our mountain tours when we were close to exhaustion. “When the Geei-gel-stein glows red. And in the morning sun shines, tra la la “. I still hate that song deeply today. Back then it became synonymous with total exhaustion, pain and powerlessness. If I hadn’t known now that I wasn’t carrying a rifle on my shoulder, I would actually have felt the metal strike against bone with every step.

    Though I hate this damn song, I sing it softly and move my feet. I don’t notice anything of my surroundings anymore, but am thinking about the Geigelstein crossing. In front of me a corporal panting exhausted, behind me a corporal who has just fallen again. As if it were yesterday, I can remember every curve, every incline and every passage. Even if my memory might play a trick on me. I know I have to hold on now. Mentally absent, I just go as best I can.

    A Spanish woman around forty yells to me from afar, “No, you are wrong here”. She waves with both arms and points to a dirt road that really ends 500 meters away from me. Instead of walking back, I take the direct route through waist-high undergrowth. Again and again she calls out to me and waves. She certainly doesn’t understand why I’m doing this to myself and why I don’t want to just march around quickly.

    Yes, Father Ernesto: I have accepted help. And yes, I am stubborn. I’ll do it my way!

    My mobile is switched off. I don’t want to speak to anyone anytime soon.

    The forbidden bridge

    Completely absent, I approach the “forbidden bridge”. This is what they call the narrow railway bridge here, which is the only meaningful connection to the other bank of the Pas River far and wide. Prohibited, but described in the travel guide – with no liability whatsoever.

    Yes, do something forbidden. OK. But my hormone levels are already high enough today that I don’t actually need this forbidden bridge. I take it anyway.

    So I put my ears on the rails, just like in a western flick. Don’t worry, I definitely don’t want to kill myself and I checked beforehand! But I want to listen to see if a train is approaching. I burn my left ear on the hot rails. That fits today.

    Then I risked it. In the group dynamics together with other pilgrims I would have felt better now. But there is nobody there. Really nobody.

    Crossing the bridge is a little unsettling. I imagine an ICE that could zoom past me at a mini distance. Hardly any distance to the tracks, coarse railway gravel and poor grip. And then the train actually comes. Thank goodness but only when I have already passed the viaduct. It’s also not an ICE, but a comfortably slow regional train. The train driver looks me in the eye. He probably wanted to beat me up. I’m sure he’ll be “happy” if he ever gets his hands on one of those crazy pilgrims!

    As the gravel path leads along the Solvay pipelines, which have been heated up by the sun, I feel the radiant heat from the pipes. My Bundeswehr song continues to beat me forward. Don’t look back. Keep walking. Don’t sit down. Go on, go on. The route is now almost dead straight and drops slightly. The sky is completely free of clouds, slightly hazy and light blue. It is absolutely windless and hot. I must have drunk far too little today.

    The deal with myself

    The tour planner mentions a small pilgrims’ hostel in Polanco. Until then, it’s maybe eight kilometers from here. Currently three to four hours on my hobbling step. However, the hostel only has a “maximum” six beds. A prospect of accommodation there is therefore extremely slim. Even so, Polanco becomes a real target. I really want to reach this place.

    And I make an agreement with myself: If I actually make it to Polanco and honestly get a place to stay there, then, but really only then, would I wait another night! In all other cases I would have a taxi take me to the airport.

    Still, a good deal between the two opponents in my brain.

    I enter the Bar Quin with a thoroughly pessimistic attitude. There’s a nice old lady here: Ascension. With her you would get the key to the hostel, it says in the pilgrim guide.

    A face with many sympathetic laugh lines beams at me. So this is Ascension. Immediately, Ascension found my stop switch for my brooding. My question, “whether maybe …” is superfluous. Ascension simply takes the key with the yellow plastic tag from the counter and says “venga venga!”

    My own hostel

    Venga, venga – what a melody in my ears!

    Despite her old age, she has to wait for me. It’s not that fast for me today. Like a small bus shelter, the hostel is diagonally opposite between the motorway, the motorway entrance and the expressway. However, this small Bermuda triangle is a small sky, from which it even has its own spring. Nothing was going on on the expressway, nor on the autobahn, which you can’t even see from down here.

    As unbelievable as it sounds, the hostel is surrounded by greenery and completely quiet. Madness.

    Ascension opens the door for me with shining eyes. I am the only guest today. I stand in the cozy anteroom with incredulous eyes and still don’t understand my happiness.

    Ascension first gives me fresh and fragrant towels, then shows me the beds. I have a free choice. I can enjoy myself here!

    After a few brief instructions on the bathroom, she quickly showed me the pretty front garden in the shade of huge trees. This is my own home now! Before she leaves, she invites me to her home for dinner. Should i accept that? Yes of course.

    After a long warm shower, I finally feel a little fresher. So I set out to dip my left foot into the fresh spring water behind the little wooden bridge. And that’s really good. I feel my cold feet and fall asleep for a while.

    Then I go back to “my” hostel.

    Why people go on a pilgrimage

    In the lounge I then leaf through the pilgrimage books, completely relaxed and in peace. So far I’ve held back here. So far I have left no traces in pilgrimage books and read nothing in them.

    Now I have a lot of time and can read what pilgrims write in there. Much of it is very personal. I realize that many of my companions did not just set off on the Camino de Santiago like that.

    The motifs that brought a person to this point are now in several thick annual books.

    BURNOUT: Many were completely burned out

    You can read a lot about problems and the search for God or yourself. And very many here describe symptoms that precisely match a depression. For others it is the last way. The last few days left after a terrible diagnosis. But they have decided against chemo and want to be free for one last time in their lives.

    Burnout, mid-life crisis, divorce and numerous other motives marked a turning point in the lives of these many pilgrims, which once again gives them all hope. Or he gives them something to take with them. He changes direction. It provides a break or release. Many recognize here what they did wrong or where they no longer want to return.

    Experience the change of heart

    Complete strangers on the “transit” write something about a change of heart that they have experienced or that they have just experienced. And they write even more. You even write that you have found the meaning of life. Or to have found peace and serenity.

    In general, I have the feeling that the lines all have their deeper meaning and are written very sensitively. Nothing here is like it is known from a superficial business letter. At work, board members of companies sometimes write me Christmas letters in black and white from the laser printer. Color would be too expensive. And even the signature is scanned. Can it be Then in the future it is better not to ask any more Christmas letters than to display written disregard or at least complete carelessness.

    Pilgrim books tell of life

    Here, however, every line, even every word, is profound. Of course there are also just happy rallies like “I did it”. But that is also a very valuable personal insight. Should teachers let our children write 20 times for a change “I’m so good!”

    So the meaning of life is revealed in a pilgrimage book? Not entirely true, because every life of its own has its own meaning. And the sense (or nonsense) of someone else doesn’t really help.

    Still, I am very moved by what is written in the books. And it gives me strength. There is also something to read about people with disabilities and there are fates outlined that God knows are much worse than my left foot.

    Nobody cares about giving up. It’s about finding your own way. Then, especially when it starts to get difficult!

    It has become clear to many here what they want and where they should go. The path gave them new courage and new strength.

    Connections across time and space

    I am fascinated by the entries of the pilgrims who, like me, have already been here at this point at some point.

    And then I discovered a year-old entry from a certain Ingrid. I am electrified. Was that my Ingrid? I know she has made the path before. But is there such a coincidence? Could it be? It just had to be like that!

    I suddenly have to think of the strange sentence Ingrid said to me on the way: “When we have arrived in Santiago de Compostela, nothing can have happened to us here!” Like a time traveler, she beamed herself quickly into the future, in order to look into the past from the perspective of the future, to tell me in my present “that everything went well!”

    And now she was suddenly here in the past and wrote a sentence like it was especially for me! In case I come around here in the future. I’m freezing a little!

    Will Ingrid think of me now if I think about her so intensely? Did I lose her because I kept walking? Or was it God’s will that I met her where I needed her to give my life a new turn.

    I am firmly convinced that I have just found “my” Ingrid here. And what it says is so profound and appropriate to me that I get very strange.

    As if she knew that she could teach me another lesson if she did it before my time. Already crazy!

    And now I am writing in a pilgrimage book for the first time. Not the one from 2010, but the old pilgrim book. Just in case it actually was. And just in case she came back here looking for her own listing.

    Then, after a fantastic dinner at home at Ascension, I fall into a deep sleep. It is “on earth as it is in heaven”.

     

    • Day 11: 30 km, flat (300 meters in altitude), via Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro .. Why you go on a pilgrimage
    • That’s it from my side! Chapter St. James and alternatives
    • I entrench myself. Chapter St. James on the coast
    • The escape route home is blocked. Camino
    • The forbidden bridge. Camino de la Costa
    • The deal with myself. Camino del Norte and Camino de la Costa
    • My own hostel. Chapter Coastal Path / Way of St.
    • BURNOUT: Many were completely burned out. Chapter BURNOUT
    • Experience the change of heart. Camino de Santiago
    • Pilgrim books tell of life. From the book BURNOUT Jakobsweg by Christian Seebauer
    • Connections across time and space. From the book BURNOUT Jakobsweg by Christian Seebauer Photos on the Camino de la Costa / Jakobsweg on the coast Contribution

    You can read this book chapter on the St. James here for free:

    https://www.kuestenweg.de/santander-polanco/



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg france excerpt:

    Santander – Polanco

    Jour 11: 30 km, plat (300 mètres d’altitude), via Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro.

    Le matin à venir n’est pas une rédemption. Je suis l’un des premiers. La douleur m’a réveillé. Mon pied bat fort à chaque impulsion.

    Quand l’hôtesse me confronte très tranquillement à la fin de mon voyage, je me fâche. Vraiment énervé. Non, ça continue. «Jamais, ça ne fera qu’empirer», répond-il. Non et plus une fois, je vais continuer ici! Je suis si bruyant en ce moment que je suis sûr que tout le monde s’est réveillé.

    Et dans cette colère, je pars immédiatement. Sans petit déjeuner et sans toilettes. Comme c’est bien de pouvoir me soulager en plein air, même si un chauffeur espagnol me klaxonne (j’aurais fait aussi).

    Aujourd’hui, de tous les temps, il est à plus de 47 kilomètres de Santillana del Mar. Je ne sais rien d’un endroit appelé Polanco. Une scène complètement utopique. Le père de l’auberge nous a montré l’emplacement hier sur Google Earth. Ce serait plus court à vol d’oiseau. La route directe est souvent bloquée, par exemple à travers le Rio Saya et une grande usine chimique à Requejada. Cela me prive de tout coup de pouce psychologique. Aujourd’hui, de tous les jours, l’étape la plus longue. Comment ça marche?

    Des bâtons sur lesquels s’accrocher serait bien maintenant.

    Après 13 kilomètres atrocement longs, mon “nuage de pluie” bat son plein. Elle n’a donc pas encore abandonné. Les connexions nerveuses du pessimisme et de la dépression existent toujours. Et ils travaillent contre moi en ce moment.

    11 SANTANDER - POLANCO (Camino de la Costa)

    Der Jakobsweg von SANTANDER nach POLANCO

    C’est tout de mon côté!

    Mon «nuage de pluie» prend une décision impitoyablement difficile: c’est par ici. Avec une brutalité totale, elle me montre la fin soudaine et abrupte. En fait, elle s’est préparée en détail à la livraison de la mauvaise nouvelle. Ici, à Mompía, je suis censé monter dans le train que je traîne actuellement. Et puis je devrais bien rentrer de Santander. Le soleil frappe mon visage et chasse le dernier de ma volonté hors de mon corps. Oui, c’était ça de mon côté.

    Humilié, mais aussi soulagé que la douleur soit enfin passée, je sors mon téléphone portable d’urgence. Malheureusement, je compose le numéro de ma femme. Je viens de m’asseoir sur une rambarde. Tonalité de numérotation, il émet cinq bips. Puis elle décolle.

    Je lui dis avec crainte que je rentrerais chez moi aujourd’hui. En même temps, comme un pécheur, j’espère la compréhension et l’absolution. Seule Conny aurait pu me soulager de ce lourd fardeau. Mais elle m’interrompt durement: “Arrête, c’est ton problème seul!” Elle ne pouvait pas et, surtout, ne voulait pas me parler maintenant. Elle est au milieu d’une réunion. Et puis elle raccroche. Oui, elle raccroche en fait. Elle n’a jamais fait ça avant.

    Comme dans un mauvais film, diverses scènes se répètent maintenant dans ma tête. Le père de l’auberge apparaît avec son texte «out, over, finiiiito!». Et ça martèle «fais-le, rentre chez toi, oui fuis. Comme toujours “. Ensuite, j’entends à nouveau «Votre problème» et le bip suivant de l’appel terminé. Encore et encore. Mes hormones volent mes sens en ce moment.

    Il y a une colère incroyable qui monte en moi en ce moment.

    Mon programme original me domine et il me pousse sur la barrière de sécurité. Quelques mètres en avant, puis à nouveau en arrière. Puis, en colère, j’ai frappé la rambarde avec ma main en pleine colère. Je me tordis de douleur. Bien sûr, l’acier est beaucoup plus dur que ma main.

    Il fallait qu’à ce moment-là, de tous les temps, Jean-Louis vienne heureux avec un autre pèlerin. Il a trouvé un compagnon de randonnée français.

    Le visage tordu de douleur, je lui dis “c’est fini” – c’est fini. Il me serre très brièvement dans ses bras. Sans montrer plus d’émotion, Jean-Louis dit au revoir avec un «aurevoir mon ami» extrêmement bref. Maintenant je ne comprends plus rien. S’est-il allié par télépathie à ma femme?

    Il est reparti et je tombe dans un état de dépression immobile. Tout à coup, tout est injuste, injuste et dédaigneux.

    Je m’éloigne d’abord du chemin de fer. Je me sauve. S’évader signifie s’éloigner de la scène, rechercher la paix et lécher les blessures.

    Je m’enracine

    Puis je m’installe dans les prémisses d’un bar terriblement négligé, c’est là que commence le programme de l’âge de pierre “tuer”.

    Si je pouvais me regarder d’en haut comme ça maintenant, je dirais «le gars a fini». Blottis ensemble, la tête baissée dans mes mains, je n’ai pas l’air très différent des autres invités.

    Ils traînent ici complètement ivres le matin. L’un d’eux me provoque bruyamment avec: “Hey Peregrino”. Mais comme je suis actuellement dans le mode “death spots”, le programme d’attaque (Dieu merci) ne fonctionne pas.

    Je joue sur mon téléphone et je prends une autre décision. J’appelle maintenant mon beau-père pour au moins arracher la compréhension de l’interruption de mon voyage. Cela fonctionnera certainement. Il est toujours compréhensif.

    Comme si tout le monde avait conspiré contre moi, il m’appelle de façon inattendue extrêmement stupide lorsqu’il apprend mon retour prévu à la maison. «Vous ne pouvez pas faire ça aux enfants et à Conny maintenant. Ils ont cru en vous si fermement. »Bip. Pendu. Je ne peux pas le croire. C’était un coup direct contre l’amygdale, mon noyau d’amande de l’âge de pierre dans le cerveau.

    La sortie de secours du domicile est bloquée

    La seule chose qui reste est la direction à suivre. Contrôlé par le pilote automatique. Inondé d’adrénaline, de noradrénaline, de dopamine et que sais-je d’autre sur les substances messagères. Pas à pas. Mètre par mètre. Maintenant, je suis de retour à la rambarde. Je lui crache avec mépris puis je passe à autre chose. Après deux kilomètres, je fais demi-tour à nouveau. Maintenant, mon “nuage de pluie” a repris le contrôle. Je recule de trois quarts d’heure au vilain bar, me voici devant l’entrée. Mais je ne veux pas non plus y entrer.

    J’appelle encore Conny parce que ça ne marche plus. Et encore une fois, ma femme fait exactement ce qu’il faut, en ajoutant plus de carburant au feu.

    Je n’aurais jamais pensé que la colère pouvait être un élan aussi puissant et sembler même noyer ma douleur dans cette force.

    “Dieu t’aime” – photo

    Les poings serrés, je recommence à courir, en avant. Je connais déjà l’itinéraire.

    Gauche, droite, gauche – entreprise. Gardez les yeux droits! Une vieille chanson de la Bundeswehr est maintenant en plein essor dans mon cerveau. Nous devions toujours chanter cela lors de nos excursions en montagne lorsque nous étions presque épuisés. “Quand la pierre Ge-gel devient rouge. Et le soleil du matin brille, tra la la ». Je déteste encore profondément cette chanson aujourd’hui. À l’époque, il est devenu synonyme d’épuisement total, de douleur et d’impuissance. Si je n’avais pas su maintenant que je ne portais pas de fusil sur l’épaule, j’aurais en fait senti le métal frapper contre l’os à chaque pas.

    Bien que je déteste cette putain de chanson, je la chante doucement et je bouge les pieds. Je n’obtiens plus rien de mon environnement, mes pensées vont au passage de Geigelstein. Devant moi un caporal haletant épuisé, derrière moi un caporal qui vient de retomber. Comme si c’était hier, je me souviens de chaque virage, de chaque pente et de chaque passage. Même si ma mémoire pouvait me jouer un tour. Je sais que je dois tenir bon maintenant. Mentalement absent, je vais du mieux que je peux.

    Une Espagnole d’une quarantaine d’années me crie de loin: «Non, vous vous trompez». Elle fait un signe des deux bras et montre un chemin de terre qui se termine vraiment à 500 mètres de moi. Au lieu de revenir en arrière, je prends la route directe à travers les sous-bois jusqu’à la taille. Encore et encore, elle m’appelle et me fait signe. Elle ne comprend certainement pas pourquoi je me fais ça et pourquoi je ne veux pas marcher rapidement.

    Oui, Père Ernesto: j’ai accepté de l’aide. Et oui, je suis têtu. Je vais le faire à ma façon!

    Mon mobile est éteint. Je ne veux parler à personne de si tôt.

    Le pont interdit

    Complètement absent, je m’approche du «pont interdit». C’est ce qu’ils appellent le pont de chemin de fer étroit ici, qui est la seule connexion significative à l’autre rive de la rivière Pas loin. Interdit, mais décrit dans le guide de voyage – sans aucune responsabilité.

    Oui, faites quelque chose d’interdit. D’ACCORD. Mais mon niveau d’hormones est déjà suffisamment élevé aujourd’hui pour que je n’ai pas vraiment besoin de ce pont interdit. Je le prends quand même.

    Alors j’ai mis mes oreilles sur les rails, comme dans un film western. Ne vous inquiétez pas, je ne veux vraiment pas me suicider et j’ai vérifié au préalable! Mais je veux écouter pour voir si un train approche. Je brûle mon oreille gauche sur les rails chauds. Cela correspond aujourd’hui.

    Puis je l’ai risqué. Dans la dynamique de groupe avec d’autres pèlerins, je me serais senti mieux maintenant. Mais il n’y a personne là-bas. Vraiment personne.

    Traverser le pont est un peu troublant. J’imagine un ICE qui pourrait passer devant moi à une distance minime. Pratiquement aucune distance par rapport aux voies, gravier grossier et mauvaise adhérence. Et puis le train arrive. Dieu merci mais seulement quand j’ai déjà passé le viaduc. Ce n’est pas non plus un ICE, mais un train régional confortablement lent. Le conducteur du train me regarde dans les yeux. Il voulait probablement me battre. Je suis sûr qu’il sera “heureux” s’il met la main sur l’un de ces pèlerins fous!

    Alors que le chemin de gravier longe les canalisations Solvay, qui ont été chauffées par le soleil, je sens la chaleur rayonnante des canalisations. Ma chanson de la Bundeswehr continue de me battre en avant. Ne regarde pas en arrière. Continue à marcher. Ne t’assois pas. Allez, continuez. La route est maintenant presque droite et descend légèrement. Le ciel est complètement exempt de nuages, légèrement brumeux et bleu clair. Il fait absolument chaud et sans vent. Je suppose que j’ai bu beaucoup trop peu aujourd’hui.

    Le deal avec moi

    Le voyagiste parle d’une petite auberge de pèlerinage à Polanco. Jusque-là, c’est peut-être huit kilomètres d’ici. Actuellement trois à quatre heures sur mon pas de boiteux. Cependant, l’auberge ne dispose que de six lits «maximum». Une perspective d’hébergement y est donc extrêmement mince. Même ainsi, Polanco devient une véritable cible. Je veux vraiment atteindre cet endroit.

    Et je fais un accord avec moi-même: si j’arrive réellement à Polanco et que je trouve honnêtement un endroit où séjourner, alors, mais vraiment seulement alors, j’attendrais une autre nuit! Dans tous les autres cas, je demanderais à un taxi de me conduire à l’aéroport.

    Pourtant, beaucoup entre les deux adversaires dans mon cerveau.

    J’entre au Bar Quin avec une attitude tout à fait pessimiste. Il y a une gentille vieille dame ici: Ascension. Avec elle, vous obtiendrez la clé de l’auberge, dit-il dans le guide des pèlerins.

    Un visage avec de nombreuses lignes de rire sympathiques me rayonne. C’est donc l’Ascension. Immédiatement, Ascension a trouvé mon interrupteur d’arrêt pour ma rumeur. Ma question, “si peut-être …” est superflue. Ascension prend simplement la clé avec l’étiquette en plastique jaune sur le comptoir et dit “venga venga!”

    Ma propre auberge

    Venga, venga – quelle mélodie dans mes oreilles!

    Malgré sa vieillesse, elle doit m’attendre. Ce n’est pas si rapide pour moi aujourd’hui. Tel un petit abribus, l’auberge est en diagonale opposée entre l’autoroute, l’entrée d’autoroute et la voie rapide. Cependant, ce petit triangle des Bermudes est un petit ciel, d’où il a même sa propre source. Rien ne se passait ni sur l’autoroute ni sur l’autoroute, ce que vous ne pouvez même pas voir d’ici.

    Aussi incroyable que cela puisse paraître, l’auberge est entourée de verdure et complètement calme. La démence.

    L’Ascension m’ouvre la porte avec des yeux brillants. Je suis le seul invité aujourd’hui. Je me tiens dans l’antichambre confortable avec des yeux incrédules et je ne comprends toujours pas mon bonheur.

    Ascension me donne d’abord des serviettes fraîches et parfumées, puis me montre les lits. J’ai le libre choix. Je peux m’amuser ici!

    Après quelques brèves instructions sur la salle de bain, elle me montra rapidement le joli jardin devant à l’ombre d’immenses arbres. C’est ma propre maison maintenant! Avant de partir, elle m’invite chez elle pour le dîner. Dois-je accepter cela? Oui bien sûr.

    Après une longue douche chaude, je me sens enfin un peu plus fraîche. Je me suis donc mis à plonger mon pied gauche dans l’eau de source fraîche derrière le petit pont en bois. Et c’est vraiment bien. Je sens mes pieds froids et m’endors un moment.

    Puis je retourne dans “mon” auberge.

    Pourquoi les gens partent en pèlerinage

    Dans le salon je feuillette ensuite les livres de pèlerinage, complètement détendu et en paix. Jusqu’à présent, je me suis retenu ici. Jusqu’à présent, je n’ai laissé aucune trace dans les livres de pèlerinage et n’y ai rien lu.

    Maintenant, j’ai beaucoup de temps et je peux lire ce que les pèlerins y écrivent. Une grande partie est très personnelle. Je me rends compte que beaucoup de mes compagnons ne sont pas partis comme ça sur le Camino de Santiago.

    Les motifs qui ont amené une personne à ce point sont maintenant dans plusieurs livres annuels épais.

    BRÛLURE: Beaucoup étaient complètement grillées

    Vous pouvez lire beaucoup sur les problèmes et la recherche de Dieu ou de vous-même, et beaucoup ici décrivent des symptômes qui correspondent précisément à une dépression. Pour d’autres, c’est le dernier moyen. Les derniers jours sont partis après un terrible diagnostic. Mais ils ont décidé de ne pas subir de chimiothérapie et veulent être libres une dernière fois de leur vie.

    Burnout, crise de la quarantaine, divorce et de nombreux autres motifs ont marqué un tournant dans la vie de ces nombreux pèlerins, qui leur redonne à tous espoir. Ou il leur donne quelque chose à emporter avec eux. Il change de direction. Il fournit une pause ou une libération. Beaucoup reconnaissent ici ce qu’ils ont fait de mal ou les endroits où ils ne veulent plus retourner.

    Vivez le changement de cœur

    Les parfaits étrangers sur le «transit» écrivent quelque chose sur un changement de cœur qu’ils ont vécu ou qu’ils viennent de vivre. Et ils écrivent encore plus. Vous écrivez même que vous avez trouvé le sens de la vie. Ou d’avoir retrouvé la paix et la sérénité.

    En général, j’ai le sentiment que les lignes ont toutes leur sens profond et sont écrites avec beaucoup de sensibilité. Rien ici ne ressemble à ce que l’on sait d’une lettre commerciale superficielle. Au travail, les administrateurs d’entreprises m’écrivent parfois des lettres de Noël en noir et blanc à partir de l’imprimante laser. La couleur serait trop chère. Et même la signature est numérisée. Peut-il être Ensuite, à l’avenir, il vaut mieux ne plus demander de lettres de Noël que d’afficher un mépris écrit ou au moins une insouciance totale.

    Les livres de pèlerins racontent la vie

    Ici, cependant, chaque ligne, même chaque mot, est profonde. Bien sûr, il y a aussi juste des rallyes heureux comme «je l’ai fait». Mais c’est aussi un aperçu personnel très précieux. Les enseignants devraient-ils laisser nos enfants écrire 20 fois pour changer “Je suis si bon!”

    Alors le sens de la vie est révélé dans un livre de pèlerinage? Pas tout à fait vrai, car chaque vie a sa propre signification. Et le sens (ou le non-sens) de quelqu’un d’autre n’aide pas beaucoup.

    Pourtant, je suis très ému par ce qui est écrit dans les livres. Et ça me donne de la force. Il y a aussi quelque chose à lire sur les personnes handicapées et il y a des destins dont Dieu sait qu’ils sont bien pires que mon pied gauche.

    Personne ne se soucie d’abandonner. Il s’agit de trouver votre propre chemin. Ensuite, surtout quand ça commence à devenir difficile!

    Il est devenu clair pour beaucoup ici ce qu’ils veulent et où ils doivent aller. Le chemin leur a donné un nouveau courage et une nouvelle force.

    Connexions à travers le temps et l’espace

    Je suis fasciné par les entrées des pèlerins qui à un moment donné, comme moi, sont déjà venus précisément à ce point aujourd’hui.

    Et puis j’ai découvert une entrée d’un an d’une certaine Ingrid. Je suis électrifiée. Était-ce mon Ingrid? Je sais qu’elle a déjà fait le chemin. Mais y a-t-il une telle coïncidence? Est-ce que ça pourrait être? Il fallait juste que ce soit comme ça!

    Je dois soudainement penser à l’étrange phrase qu’Ingrid m’a dite en chemin: “Quand nous sommes arrivés à Saint-Jacques-de-Compostelle, rien ne peut nous être arrivé ici!” Telle une voyageuse dans le temps, elle s’est rapidement projetée dans le futur, pour regarder le passé du point de vue du futur, pour me dire dans mon présent “que tout s’est bien passé!”

    Et maintenant, elle était soudainement ici dans le passé et a écrit une phrase comme si c’était spécialement pour moi! Au cas où je viendrais ici dans le futur. Je gèle un peu!

    Ingrid pensera-t-elle à moi maintenant si je pense à elle si intensément? Est-ce que je l’ai perdue parce que j’ai continué à marcher? Ou était-ce la volonté de Dieu que je l’ai rencontrée là où j’avais besoin qu’elle donne à ma vie un nouveau tournant.

    Je suis fermement convaincu que je viens de trouver «mon» Ingrid ici. Et ce qu’il dit est si profond et approprié pour moi que je deviens très étrange.

    Comme si elle savait qu’elle pourrait m’apprendre une autre leçon si elle le faisait avant mon heure. Déjà fou!

    Et maintenant, j’écris pour la première fois dans un livre de pèlerinage. Pas celui de 2010, mais le vieux livre des pèlerins. Juste au cas où ça l’était réellement. Et juste au cas où elle reviendrait ici à la recherche de sa propre annonce.

    Puis, après un dîner fantastique à la maison à l’Ascension, je m’endors profondément. Il est “sur terre comme au ciel”.

     

    • Jour 11: 30 km, plat (300 mètres d’altitude), via Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro .. Pourquoi partir en pèlerinage
    • C’est tout de mon côté! Chapitre St.James et alternatives
    • Je me retranchis. Chapitre Saint-Jacques sur la côte
    • La voie de sortie du domicile est bloquée. Camino
    • Le pont interdit. Camino de la Costa
    • L’accord avec moi-même. Camino del Norte et Camino de la Costa
    • Ma propre auberge. Chapitre Sentier côtier / Chemin de Saint-Jacques
    • BRÛLURE: Beaucoup ont été complètement brûlées. Chapitre BURNOUT
    • Vivez le changement de cœur. Camino de Santiago
    • Les livres de pèlerins racontent la vie. D’après le livre BURNOUT Jakobsweg de Christian Seebauer
    • Connexions à travers le temps et l’espace. Extrait du livre BURNOUT Jakobsweg de Christian Seebauer Photos sur le Camino de la Costa / Jakobsweg sur la côte Contribution

    Vous pouvez lire gratuitement ce chapitre de livre sur Jakobswegetappe ici:

    https://www.kuestenweg.de/santander-polanco/



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg italiano excerpt:

    Santander – Polanco

    Giorno 11:30 km, pianeggiante (300 metri di dislivello), via Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro.

    Il mattino che viene non è una redenzione. Sono uno dei primi. Il dolore mi ha svegliato. Il mio piede batte forte a ogni battito.

    Quando la padrona di casa mi affronta molto tranquillamente sulla fine del mio viaggio, mi arrabbio. Davvero arrabbiato. No, va avanti. “Mai, andrà solo peggio”, risponde. No e non ancora una volta, continuerò qui! Sono così rumoroso in questo momento che sono sicuro che tutti si siano svegliati.

    E in questa rabbia me ne vado subito. Senza colazione e senza bagno. Che bello potermi rilassare all’aria aperta, anche se un pilota spagnolo mi suona il clacson (l’avrei fatto anch’io).

    Oggi, di tutti i tempi, sono più di 47 chilometri a Santillana del Mar. Non so niente di un posto chiamato Polanco. Un palcoscenico completamente utopico. Il padre dell’ostello ci ha mostrato la posizione ieri su Google Earth. Sarebbe più corto in linea d’aria. Il percorso diretto è spesso bloccato, ad esempio attraverso il Rio Saya e un grande impianto chimico a Requejada. Questo mi priva di qualsiasi spinta psicologicamente. Oggi, di tutti i giorni, la tappa più lunga. Come funziona?

    I bastoncini a cui aggrapparsi sarebbero buoni adesso.

    Dopo 13 chilometri terribilmente lunghi, la mia “nuvola di pioggia” è in pieno svolgimento. Quindi non si è ancora arresa. Le connessioni nervose per il pessimismo e la depressione esistono ancora. E stanno lavorando contro di me adesso.

    È tutto da parte mia!

    La mia “nuvola di pioggia” prende una decisione inesorabilmente difficile: è finita qui. Con tutta brutalità mi mostra la fine improvvisa e brusca. In effetti, si è già preparata nei minimi dettagli per la consegna della cattiva notizia. Qui a Mompía dovrei salire sul treno, su cui sto zoppicando. E poi dovrei gentilmente tornare a casa da Santander. Il sole colpisce la mia faccia e spinge via dal mio corpo le ultime forze di volontà. Sì, è stato quello da parte mia.

    Umiliato, ma in qualche modo anche sollevato dal fatto che il dolore sia finalmente passato, tiro fuori il mio cellulare di emergenza. Purtroppo, compongo il numero di mia moglie. Mi sono appena seduto su un guardrail. Segnale di linea, viene emesso cinque bip. Poi se ne va.

    Le dico con timore che oggi tornerei a casa. Allo stesso tempo, come un peccatore, spero nella comprensione e nell’assoluzione. Solo Conny avrebbe potuto sollevarmi da questo pesante fardello. Ma lei mi interrompe duramente: “Basta, questo è solo il tuo problema!” Non poteva, e soprattutto, non voleva parlarmi adesso. È nel mezzo di una riunione. E poi riattacca. Sì, in realtà riattacca e basta. Non l’ha mai fatto prima.

    Come in un brutto film, ora nella mia testa si ripetono varie scene. Il padre dell’ostello appare con il suo messaggio “fuori, finito, finiiiito!”. E martella “fallo, vola a casa, sì scappa. Come sempre “. Quindi sento di nuovo “Il tuo problema” e il successivo segnale acustico della chiamata terminata. Ancora e ancora. I miei ormoni stanno rubando i miei sensi in questo momento.

    C’è un’incredibile rabbia che sta sorgendo in me proprio ora.

    Il mio programma originale mi domina e mi fa salire sul guard rail. Qualche metro avanti, poi di nuovo indietro. Poi, con rabbia, ho colpito il guardrail con la mano in piena rabbia. Mi contorcevo per il dolore. Ovviamente l’acciaio è molto più duro della mia mano.

    Doveva essere che in questo momento, tra tutti i tempi, Jean-Louis fosse arrivato felicemente con un altro pellegrino. Ha trovato un compagno di escursioni francese.

    Con una faccia contorta per il dolore gli dico “c’est fini” – è finita. Mi abbraccia solo molto brevemente. Senza mostrare ulteriore emozione, Jean-Louis saluta con un brevissimo “aurevoir mon ami”. Adesso non capisco più niente. Si è alleato telepaticamente con mia moglie?

    Se n’è andato di nuovo e sto cadendo in un immobile stato di depressione. All’improvviso tutto è ingiusto, ingiusto e sprezzante.

    Prima mi allontano zoppicando dalla ferrovia. Io scappo. Fuggire significa allontanarsi dalla scena, cercare la pace e leccarsi le ferite.

    Mi trincerisco

    Poi mi trincero nei locali di un bar terribilmente trascurato, dove inizia il programma “uccisione” dell’età della pietra.

    Se potessi guardarmi dall’alto in quel modo ora, direi “il ragazzo è fatto”. Accovacciati insieme, la testa china tra le mani, non sembro molto diverso dagli altri ospiti.

    Stanno qui intorno completamente ubriachi al mattino. Uno di loro mi provoca ad alta voce con: “Hey Peregrino”. Ma dal momento che sono attualmente in modalità “punti morti”, il programma di attacco (grazie a Dio) non funziona.

    Gioco con il telefono e prendo un’altra decisione. Ora chiamo mio suocero per almeno strappare la comprensione per l’interruzione del mio viaggio. Funzionerà sicuramente. È sempre comprensivo.

    Come se tutti avessero cospirato contro di me, inaspettatamente mi chiama estremamente stupido quando viene a sapere del mio previsto ritorno a casa. «Non puoi farlo con i bambini e Conny adesso. Credevano in te così fermamente. ”Beep. Riattaccato. Non posso crederci. È stato un colpo diretto contro l’amigdala, il mio nocciolo di mandorle dell’età della pietra nel cervello.

    La via di fuga verso casa è bloccata

    L’unica cosa rimasta è la direzione in avanti. Controllato dall’autopilota. Inondato di adrenalina, noradrenalina, dopamina e cos’altro so su quali sostanze messaggere. Passo dopo passo. Metro per metro. Ora sono tornato al guardrail. Le sputo addosso con disprezzo e poi vado avanti. Dopo due chilometri giro di nuovo. Ora la mia “nuvola di pioggia” ha ripreso il controllo. Torno zoppicando di tre quarti d’ora fino al brutto bar, eccomi davanti all’ingresso. Ma neanche io voglio entrare.

    Chiamo di nuovo Conny perché non funziona più. E ancora una volta mia moglie sta facendo esattamente la cosa giusta, aggiungendo altra benzina al fuoco.

    Non avrei mai pensato che la rabbia potesse essere un impulso così potente e persino sembrare soffocare il mio dolore con questa forza.

    “Dio ti ama” – immagine

    Con i pugni chiusi, ricomincio a correre, in avanti. Conosco già il percorso.

    Sinistra, destra, sinistra: compagnia. Tieni gli occhi dritti! Una vecchia canzone della Bundeswehr sta ora esplodendo nel mio cervello. Abbiamo sempre dovuto cantarlo nei nostri tour in montagna quando eravamo vicini all’esaurimento. “Quando la pietra Ge-gel si illumina di rosso. E al mattino splende il sole, tra la la “. Odio ancora quella canzone profondamente oggi. Allora è diventato sinonimo di esaurimento totale, dolore e impotenza. Se non avessi saputo ora che non stavo portando un fucile in spalla, avrei effettivamente sentito il metallo colpire le ossa ad ogni passo.

    Anche se odio questa dannata canzone, la canto dolcemente e muovo i piedi. Non noto più nulla di ciò che mi circonda, ma penso all’incrocio di Geigelstein. Davanti a me un caporale ansimante esausto, dietro di me un caporale che è appena caduto di nuovo. Come se fosse ieri, ricordo ogni curva, ogni pendenza e ogni passaggio. Anche se la mia memoria potrebbe giocarmi uno scherzo. So che adesso devo resistere. Mentalmente assente, vado come meglio posso.

    Una donna spagnola sulla quarantina mi urla da lontano: “No, qui ti sbagli”. Sventola con entrambe le braccia e indica una strada sterrata che finisce davvero a 500 metri da me. Invece di tornare indietro, prendo la strada diretta attraverso il sottobosco all’altezza della vita. Ancora e ancora mi chiama e mi saluta. Di certo non capisce perché lo sto facendo a me stesso e perché non voglio solo marciare velocemente.

    Sì, padre Ernesto: ho accettato l’aiuto. E sì, sono testardo. Lo farò a modo mio!

    Il mio cellulare è spento. Non voglio parlare con nessuno presto.

    Il ponte proibito

    Completamente assente, mi avvicino al “ponte proibito”. Questo è quello che qui chiamano lo stretto ponte ferroviario, che è l’unico collegamento significativo con l’altra sponda del fiume Pas in lungo e in largo. Vietato, ma descritto nella guida di viaggio – senza alcuna responsabilità.

    Sì, fai qualcosa di proibito. OK. Ma i miei livelli ormonali sono già abbastanza alti oggi che non ho davvero bisogno di questo ponte proibito. Lo prendo comunque.

    Quindi metto le orecchie sui binari, proprio come in un film western. Non preoccuparti, non voglio assolutamente uccidermi e ho controllato prima! Ma voglio ascoltare per vedere se si sta avvicinando un treno. Mi brucia l’orecchio sinistro sui binari caldi. Questo va bene oggi.

    Poi ho rischiato. Nelle dinamiche di gruppo insieme ad altri pellegrini mi sarei sentito meglio adesso. Ma non c’è nessuno lì. Davvero nessuno.

    Attraversare il ponte è un po ‘inquietante. Immagino un GHIACCIO che potrebbe sfrecciare oltre me a una mini distanza. Quasi nessuna distanza dai binari, ghiaia ferroviaria grossolana e scarsa aderenza. E poi arriva il treno. Meno male ma solo quando ho già superato il viadotto. Inoltre non è un ICE, ma un treno regionale comodamente lento. Il macchinista mi guarda negli occhi. Probabilmente voleva picchiarmi. Sono sicuro che sarà “felice” se mai riuscirà a mettere le mani su uno di quei pazzi pellegrini!

    Mentre il sentiero di ghiaia corre lungo le condutture Solvay, che sono state riscaldate dal sole, sento il calore radiante dai tubi. La mia canzone Bundeswehr continua a battermi in avanti. Non guardare indietro. Continua a camminare. Non sederti. Avanti, avanti. Il percorso ora è quasi completamente rettilineo e scende leggermente. Il cielo è completamente privo di nuvole, leggermente velato e azzurro. È assolutamente senza vento e caldo. Immagino di aver bevuto troppo poco oggi.

    L’accordo con me stesso

    Il tour planner parla di un piccolo ostello per pellegrini a Polanco. Fino ad allora, sono forse otto chilometri da qui. Attualmente tre o quattro ore sul mio passo zoppicante. Tuttavia, l’ostello ha solo un “massimo” sei letti. Una prospettiva di sistemazione è quindi estremamente ridotta. Anche così, Polanco diventa un vero bersaglio. Voglio davvero raggiungere questo posto.

    E faccio un accordo con me stesso: se davvero fossi arrivato a Polanco e onestamente avessi un posto dove stare lì, allora, ma davvero solo allora, aspetterei un’altra notte! In tutti gli altri casi vorrei che un taxi mi portasse all’aeroporto.

    Eppure, un buon affare tra i due avversari nel mio cervello.

    Entro nel Bar Quin con un atteggiamento assolutamente pessimista. C’è una simpatica vecchia signora qui: Ascension. Con lei prendi la chiave dell’ostello, dice la guida del pellegrino.

    Una faccia con molte risate simpatiche mi irradia. Quindi questa è l’Ascensione. Immediatamente, Ascension ha trovato il mio interruttore di arresto per il mio rimuginare. La mia domanda, “se forse …” è superflua. Ascension prende semplicemente la chiave con l’etichetta di plastica gialla dal bancone e dice “venga venga!”

    Il mio ostello

    Venga, venga – che melodia nelle mie orecchie!

    Nonostante la sua vecchiaia, deve aspettarmi. Non è così veloce per me oggi. Come una piccola pensilina dell’autobus, l’ostello è diagonalmente opposto tra l’autostrada, l’ingresso dell’autostrada e la superstrada. Tuttavia, questo piccolo triangolo delle Bermuda è un piccolo cielo, dal quale ha persino la sua sorgente. Non succedeva niente sulla superstrada, né sull’autostrada, che da quaggiù non si vede nemmeno.

    Per quanto incredibile possa sembrare, l’ostello è circondato dal verde e completamente tranquillo. Follia.

    L’ascensione mi apre la porta con occhi splendenti. Oggi sono l’unico ospite. Sto nell’accogliente anticamera con occhi increduli e ancora non capisco la mia felicità.

    Ascension prima mi regala asciugamani freschi e profumati, poi mi mostra i letti. Ho una libera scelta. Mi posso divertire qui!

    Dopo alcune brevi istruzioni sul bagno, mi ha mostrato rapidamente il grazioso giardino all’ombra di enormi alberi. Questa è casa mia adesso! Prima di partire, mi invita a cena a casa sua. Dovrei accettarlo? Sì, naturalmente.

    Dopo una lunga doccia calda, finalmente mi sento un po ‘più fresca. Così ho deciso di immergere il mio piede sinistro nell’acqua fresca della sorgente dietro il ponticello di legno. E va davvero bene. Sento i miei piedi freddi e mi addormento per un po ‘.

    Poi torno al “mio” ostello.

    Perché le persone vanno in pellegrinaggio

    Nella lounge sfoglio poi i libri di pellegrinaggio, completamente rilassato e in pace. Finora mi sono trattenuto qui. Finora non ho lasciato tracce nei libri di pellegrinaggio e non ho letto nulla in essi.

    Adesso ho molto tempo e posso leggere quello che scrivono i pellegrini. Molto è molto personale. Mi rendo conto che molti dei miei compagni non sono semplicemente partiti per il Camino de Santiago in quel modo.

    I motivi che hanno portato una persona a questo punto sono ora in diversi libri annuali spessi.

    BURNOUT: Molti erano completamente bruciati

    Puoi leggere molto sui problemi e sulla ricerca di Dio o te stesso e molti qui descrivono sintomi che corrispondono esattamente a una depressione. Per altri è l’ultima via. Gli ultimi giorni sono rimasti dopo una terribile diagnosi. Ma hanno deciso di non fare la chemio e vogliono essere liberi per l’ultima volta nella loro vita.

    Burnout, crisi di mezza età, divorzio e numerosi altri motivi hanno segnato una svolta nella vita di questi tanti pellegrini, che ancora una volta dà loro speranza. Oppure dà loro qualcosa da portare con sé. Cambia direzione. Fornisce una pausa o un rilascio. Molti riconoscono qui cosa hanno fatto di sbagliato o dove non vogliono più tornare.

    Sperimenta il cambiamento di cuore

    Perfetti sconosciuti sul “transito” scrivono qualcosa su un cambiamento di cuore che hanno vissuto o che hanno appena sperimentato. E scrivono ancora di più. Scrivi persino di aver trovato il senso della vita. O di aver trovato pace e serenità.

    In generale, ho la sensazione che tutte le righe abbiano un significato più profondo e siano scritte in modo molto sensibile. Niente qui è come se fosse noto da una superficiale lettera commerciale. Al lavoro, i membri del consiglio di amministrazione delle aziende a volte mi scrivono lettere di Natale in bianco e nero dalla stampante laser. Il colore sarebbe troppo costoso. E anche la firma viene scansionata. Può essere Quindi in futuro è meglio non chiedere più lettere di Natale che mostrare disprezzo scritto o almeno completa disattenzione.

    I libri dei pellegrini raccontano la vita

    Qui, tuttavia, ogni riga, anche ogni parola, è profonda. Naturalmente ci sono anche solo comizi felici come “ce l’ho fatta”. Ma questa è anche un’intuizione personale molto preziosa. Gli insegnanti dovrebbero lasciare che i nostri figli scrivano 20 volte tanto per cambiare “Sono così bravo!”

    Quindi il senso della vita si rivela in un libro di pellegrinaggio? Non del tutto vero, perché ogni vita propria ha il suo significato. E il senso (o l’assurdità) di qualcun altro non aiuta molto.

    Tuttavia, sono molto commosso da ciò che è scritto nei libri. E mi dà forza. C’è anche qualcosa da leggere sulle persone con disabilità e ci sono destini delineati che Dio sa sono molto peggio del mio piede sinistro.

    A nessuno importa arrendersi. Si tratta di trovare la propria strada. Poi, soprattutto quando inizia a farsi difficile!

    È diventato chiaro a molti qui cosa vogliono e dove andare. Il percorso ha dato loro nuovo coraggio e nuova forza.

    Connessioni nel tempo e nello spazio

    Sono affascinato dagli ingressi dei pellegrini che a un certo punto, come me, sono già stati qui proprio a questo punto oggi.

    E poi ho scoperto un ingresso di un anno da una certa Ingrid. Sono elettrizzato. Quella era la mia Ingrid? So che ha già percorso il sentiero. Ma esiste una tale coincidenza? Potrebbe essere? Doveva essere così!

    All’improvviso devo pensare alla strana frase che Ingrid mi ha detto durante il viaggio: “Quando siamo arrivati ​​a Santiago de Compostela, qui non ci può essere successo niente!” Come una viaggiatrice del tempo, si è proiettata velocemente nel futuro, per guardare al passato dalla prospettiva del futuro, per dirmi nel mio presente “che tutto è andato bene!”

    E ora lei era improvvisamente qui nel passato e ha scritto una frase come se fosse apposta per me! Nel caso dovessi tornare qui in futuro. Mi congela un po ‘!

    Ingrid penserà a me adesso se penso a lei così intensamente? L’ho persa perché ho continuato a camminare? O è stata la volontà di Dio che l’ho incontrata dove avevo bisogno di lei per dare alla mia vita una nuova svolta.

    Sono fermamente convinto di aver appena trovato la “mia” Ingrid qui. E quello che dice è così profondo e appropriato per me che divento molto strano.

    Come se sapesse che potrebbe insegnarmi un’altra lezione se l’avesse fatta prima del mio tempo. Già pazzo!

    E ora sto scrivendo per la prima volta in un libro di pellegrini. Non quello del 2010, ma il vecchio libro del pellegrino. Nel caso in cui lo fosse davvero. E nel caso fosse tornata qui a cercare la sua scheda.

    Poi, dopo una fantastica cena a casa all’Ascension, cado in un sonno profondo. È “sulla terra come in cielo”.

     

    • Giorno 11:30 km, pianeggiante (300 metri di dislivello), via Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro .. Perché vai in pellegrinaggio
    • È tutto da parte mia! Capitolo San Giacomo e alternative
    • Mi trincerisco. Capitolo San Giacomo sulla costa
    • La via di fuga verso casa è bloccata. Camino
    • Il ponte proibito. Camino de la Costa
    • L’accordo con me stesso: Camino del Norte e Camino de la Costa
    • Il mio ostello. Capitolo Sentiero costiero / Cammino di Santiago
    • BURNOUT: Molti erano completamente bruciati. Capitolo BURNOUT
    • Sperimenta il cambiamento di cuore. Camino de Santiago
    • I libri dei pellegrini raccontano la vita. Dal libro BURNOUT Jakobsweg di Christian Seebauer
    • Connessioni nel tempo e nello spazio. Contributo dal libro BURNOUT Jakobsweg di Christian Seebauer Foto sul Camino de la Costa / Jakobsweg sulla costa

    Puoi leggere questo capitolo del libro sul Camino qui gratuitamente:

    https://www.kuestenweg.de/santander-polanco/

    Kuestenweg espanol excerpt:

    Santander – Polanco

    Día 11:30 km, llano (300 metros de altitud), vía Penacastillo, Mompía, Boo de Piélageos, Mogro.

    La mañana que viene no es redención. Yo soy uno de los primeros. El dolor me despertó. Mi pie late con fuerza con cada pulso.

    Cuando la anfitriona me confronta muy tranquilamente sobre el final de mi viaje, me enojo. Realmente enojado. No, continúa. “Nunca, solo empeorará”, responde. ¡No y nunca más, seguiré aquí! Estoy tan ruidoso en este momento que estoy seguro de que todos se han despertado.

    Y en este enfado, me marcho inmediatamente. Sin desayuno y sin aseo. Qué bonito poder hacer mis necesidades al aire libre, aunque me toque la bocina un piloto español (yo también lo habría hecho).

    Hoy, de todos los tiempos, son más de 47 kilómetros hasta Santillana del Mar. No sé nada de un lugar llamado Polanco. Una etapa completamente utópica. El padre del albergue nos mostró ayer la ubicación en Google Earth. Sería más corto como el cuervo. La ruta directa a menudo está bloqueada, por ejemplo, a través del Río Saya y una gran planta química en Requejada. Eso me quita cualquier impulso psicológico. Hoy, de todos los días, la etapa más larga. ¿Cómo funciona?

    Los palos a los que aferrarse serían buenos ahora.

    Después de 13 kilómetros insoportablemente largos, mi “nube de lluvia” está en pleno apogeo. Entonces ella no se ha rendido todavía. Las conexiones nerviosas para el pesimismo y la depresión todavía existen. Y están trabajando en mi contra ahora mismo.

    ¡Eso es todo de mi lado!

    Mi “nube de lluvia” toma una decisión implacablemente difícil: está aquí. Con total brutalidad me muestra el final repentino y abrupto. De hecho, ya se ha preparado en detalle para la entrega de las malas noticias. Aquí en Mompía se supone que debo subir al tren, que actualmente estoy cojeando. Y luego debería tener la amabilidad de volar a casa desde Santander. El sol golpea mi cara y expulsa lo último de mi fuerza de voluntad fuera de mi cuerpo. Sí, eso fue todo de mi lado.

    Humillado, pero de alguna manera también aliviado de que el dolor finalmente haya terminado, saco mi teléfono celular de emergencia. Lamentablemente, marco el número de mi esposa. Me senté en una barandilla. Tono de marcación, emite cinco pitidos. Entonces ella despega.

    Le digo con miedo que hoy volvería a casa. Al mismo tiempo, como un pecador, espero comprensión y absolución. Solo Conny podría haberme liberado de esta pesada carga. Pero ella me interrumpe con dureza: “¡Detente, ese es solo tu problema!” No podía y, sobre todo, no quería hablarme ahora. Ella está en medio de una reunión. Y luego cuelga. Sí, en realidad simplemente cuelga. Ella nunca hizo eso antes.

    Como en una mala película, ahora se repiten varias escenas en mi cabeza. Aparece el padre del albergue con su texto “¡Fuera, fin, finiiiito!”. Y martilla “hazlo, vuela a casa, sí, huye. Como siempre “. Luego escucho “Tu problema” de nuevo y el siguiente pitido de la llamada que ha finalizado. Una y otra vez. Mis hormonas me están robando los sentidos en este momento.

    Hay una ira increíble que está aumentando en mí en este momento.

    Mi programa original me domina y me lleva a la barandilla. Unos metros hacia adelante, luego hacia atrás nuevamente. Luego, enfadado, golpeé la barandilla con la mano en plena ira. Me retorcí de dolor. Por supuesto, el acero es mucho más duro que mi mano.

    Tuvo que ser que en ese momento, de todos los tiempos, Jean-Louis llegó feliz con otro peregrino. Ha encontrado un compañero de excursión francés.

    Con la cara contraída por el dolor le digo “c’est fini”, se acabó. Me abraza muy brevemente. Sin más impulso, Jean-Louis se despide con un “aurevoir mon ami” extremadamente breve. Ahora ya no entiendo nada. ¿Se ha aliado telepáticamente con mi esposa?

    Se ha ido de nuevo y estoy cayendo en un estado de depresión inmóvil. De repente todo es injusto, injusto y despectivo.

    Primero me alejo cojeando del ferrocarril. Yo escapo. Escapar significa alejarse de la escena, buscar la paz y lamer las heridas.

    Me atrinchero

    Luego me atrinchero en las instalaciones de un bar terriblemente descuidado, aquí comienza el programa de la Edad de Piedra “muerto”.

    Si pudiera mirarme a mí mismo desde arriba así ahora, diría “el tipo ha terminado”. Acurrucados juntos, mi cabeza inclinada entre mis manos, no me veo muy diferente de los otros invitados.

    Se quedan por aquí completamente borrachos por la mañana. Uno de ellos me provoca a gritos con: “Hey Peregrino”. Pero como actualmente estoy en el modo “puntos de muerte”, el programa de ataque (gracias a Dios) no funciona.

    Juego con mi teléfono y tomo otra decisión. Ahora estoy llamando a mi suegro para al menos arrebatarme el entendimiento por la interrupción de mi viaje. Eso definitivamente funcionará. Siempre es comprensivo.

    Como si todos hubieran conspirado en mi contra, inesperadamente me llama extremadamente estúpido cuando se entera de mi regreso a casa planeado. “No puedes hacerle eso a los niños ya Conny ahora. Creían en ti con tanta firmeza ”. Bip. Colgar. No puedo creerlo. Fue un golpe directo contra la amígdala, mi grano de almendra de la edad de piedra en el cerebro.

    La ruta de escape a casa está bloqueada

    Lo único que queda es la dirección hacia adelante. Controlado por el piloto automático. Inundado de adrenalina, noradrenalina, dopamina y qué más sé sobre qué sustancias mensajeras. Paso a paso. Metro a metro. Ahora he vuelto a la barandilla. Le escupo desdeñosamente y luego sigo adelante. Después de dos kilómetros vuelvo a dar la vuelta. Ahora mi “nube de lluvia” ha vuelto a tomar el control. Retrocedo cojeando tres cuartos de hora hasta el bar feo, aquí estoy, frente a la entrada. Pero yo tampoco quiero entrar.

    Llamo a Conny de nuevo porque ya no funciona. Y una vez más, mi esposa está haciendo exactamente lo correcto, agregando más leña al fuego.

    Nunca hubiera pensado que la ira pudiera ser un ímpetu tan poderoso e incluso parecería ahogar mi dolor con esta fuerza.

    “Dios te ama” – imagen

    Con los puños cerrados, empiezo a correr de nuevo, hacia adelante. Ya conozco la ruta.

    Izquierda, derecha, izquierda – empresa. ¡Mantén la vista recta! Una vieja canción de la Bundeswehr ahora incluso resuena en mi cerebro. Siempre teníamos que cantar eso en nuestras excursiones por la montaña cuando estábamos cerca del agotamiento. “Cuando la piedra Ge-gel se ilumina en rojo. Y en la mañana brilla el sol, tra la la ”. Todavía odio esa canción profundamente hoy. En aquel entonces se ha convertido en sinónimo de agotamiento total, dolor e impotencia. Si no hubiera sabido ahora que no llevaba un rifle en mi hombro, en realidad habría sentido el golpe de metal contra el hueso con cada paso.

    Aunque odio esta maldita canción, la canto en voz baja y muevo los pies. Ya no noto nada de lo que me rodea, pero estoy pensando en el cruce de Geigelstein. Delante de mí un cabo jadeando exhausto, detrás de mí un cabo que acaba de caer de nuevo. Como si fuera ayer, puedo recordar cada curva, cada pendiente y cada paso. Incluso si mi memoria me juega una mala pasada. Sé que tengo que aguantar ahora. Mentalmente ausente, voy lo mejor que puedo.

    Una española de unos cuarenta años me grita desde lejos: “No, te equivocas aquí”. Ella saluda con ambos brazos y señala un camino de tierra que realmente termina a 500 metros de mí. En lugar de caminar de regreso, tomo la ruta directa a través de la maleza hasta la cintura. Una y otra vez me llama y me saluda con la mano. Ella ciertamente no entiende por qué me estoy haciendo esto y por qué no quiero marchar rápidamente.

    Sí, padre Ernesto: he aceptado ayuda. Y sí, soy terco. ¡Lo haré a mi manera!

    Mi móvil está apagado. Ya no quiero hablar con nadie.

    El puente prohibido

    Completamente ausente, me acerco al “puente prohibido”. Esto es lo que llaman el estrecho puente ferroviario aquí, que es la única conexión significativa con la otra orilla del río Pas a lo largo y ancho. Prohibido, pero descrito en la guía de viaje, sin responsabilidad alguna.

    Sí, haz algo prohibido. OKAY. Pero mis niveles hormonales ya son lo suficientemente altos hoy que en realidad no necesito este puente prohibido. Lo acepto de todos modos.

    Así que puse mis oídos en los rieles, como en una película del oeste. No se preocupe, definitivamente no quiero suicidarme y lo verifiqué de antemano. Pero quiero escuchar para ver si se acerca un tren. Me quemo la oreja izquierda con los rieles calientes. Eso encaja hoy.

    Entonces lo arriesgué. En la dinámica de grupo junto con otros peregrinos ahora me habría sentido mejor. Pero no hay nadie ahí. Realmente nadie.

    Cruzar el puente es un poco inquietante. Me imagino un ICE que podría pasar a mi lado a una distancia mínima. Apenas hay distancia a las vías, grava gruesa de ferrocarril y mal agarre. Y entonces llega el tren. Gracias a Dios solo cuando ya haya pasado el viaducto. Tampoco es un ICE, sino un tren regional cómodamente lento. El conductor del tren me mira a los ojos. Probablemente quería golpearme. ¡Estoy seguro de que estará “feliz” si alguna vez pone sus manos sobre uno de esos locos peregrinos!

    Mientras el camino de grava corre a lo largo de las tuberías de Solvay, que han sido calentadas por el sol, siento el calor radiante de las tuberías. Mi canción de la Bundeswehr me sigue ganando. No mires atrás. Sigue caminando. No te sientes. Adelante, adelante. La ruta ahora es casi completamente recta y desciende ligeramente. El cielo está completamente libre de nubes, ligeramente brumoso y celeste. Es absolutamente caluroso y sin viento. Debo haber bebido muy poco hoy.

    El trato conmigo mismo

    El organizador del recorrido habla de un pequeño albergue de peregrinos en Polanco. Hasta entonces, está a unos ocho kilómetros de aquí. Actualmente de tres a cuatro horas en mi paso cojeando. Sin embargo, el albergue solo tiene un “máximo” de seis camas. Por lo tanto, las perspectivas de alojamiento allí son extremadamente escasas. Aun así, Polanco se convierte en un verdadero objetivo. Tengo muchas ganas de llegar a este lugar.

    Y hago un acuerdo conmigo mismo: si realmente llego a Polanco y honestamente consigo un lugar para quedarme allí, entonces, pero solo entonces, ¡esperaría otra noche! En todos los demás casos, haría que un taxi me llevara al aeropuerto.

    Aún así, un buen trato entre los dos oponentes en mi cerebro.

    Entro al Bar Quin con una actitud completamente pesimista. Hay una linda anciana aquí: Ascension. Con ella conseguirías la llave del albergue, dice en la guía del peregrino.

    Un rostro con muchas líneas de risa comprensiva me sonríe. Entonces esto es Ascensión. Inmediatamente, Ascension encontró mi interruptor de parada para mi cavilación. Mi pregunta, “si tal vez …” es superflua. Ascension simplemente toma la llave con la etiqueta de plástico amarilla del mostrador y dice “¡venga venga!”

    Mi propio albergue

    Venga, venga – ¡qué melodía en mis oídos!

    A pesar de su vejez, tiene que esperarme. No es tan rápido para mí hoy. Como una pequeña parada de autobús, el albergue está diagonalmente opuesto entre la autopista, la entrada de la autopista y la autopista. Sin embargo, este pequeño triángulo de las Bermudas es un cielo pequeño, del que incluso tiene su propio manantial. No pasaba nada en la autopista, ni en la autobahn, que ni siquiera se puede ver desde aquí.

    Por increíble que parezca, el albergue está rodeado de vegetación y es completamente tranquilo. Locura.

    Ascension me abre la puerta con ojos brillantes. Hoy soy el único invitado. Me quedo en la acogedora antesala con ojos incrédulos y todavía no entiendo mi felicidad.

    Ascension primero me da toallas frescas y fragantes, luego me muestra las camas. Tengo libertad de elección. ¡Puedo divertirme aquí!

    Después de unas breves instrucciones sobre el baño, rápidamente me mostró el bonito jardín delantero a la sombra de enormes árboles. ¡Esta es mi propia casa ahora! Antes de irse, me invita a cenar a su casa. ¿Debo aceptar eso? Sí, por supuesto.

    Después de una larga ducha tibia, finalmente me siento un poco más fresca. Así que me dispuse a sumergir mi pie izquierdo en el agua fresca del manantial detrás del pequeño puente de madera. Y eso es realmente bueno. Siento mis pies fríos y me quedo dormido un rato.

    Luego vuelvo a “mi” albergue.

    Por qué la gente va en peregrinación

    En el salón hojeo los libros de peregrinaje, completamente relajado y en paz. Hasta ahora me he retenido aquí. Hasta ahora no he dejado rastros en los libros de peregrinaciones y no he leído nada en ellos.

    Ahora tengo mucho tiempo y puedo leer lo que escriben allí los peregrinos. Gran parte es muy personal. Me doy cuenta de que muchos de mis compañeros no se lanzaron así al Camino de Santiago.

    Los motivos que llevaron a una persona a este punto se encuentran ahora en varios libros anuales gruesos.

    BURNOUT: Muchos estaban completamente quemados.

    Puedes leer mucho sobre los problemas y la búsqueda de Dios o de ti mismo, y muchos aquí describen síntomas que coinciden exactamente con una depresión. Para otros es la última forma. Los últimos días quedan tras un terrible diagnóstico. Pero se han opuesto a la quimioterapia y quieren ser libres por última vez en sus vidas.

    El agotamiento, la crisis de la mediana edad, el divorcio y muchos otros motivos marcaron un punto de inflexión en la vida de estos numerosos peregrinos que, una vez más, les da esperanza a todos. O les da algo para que se lo lleven. Cambia de dirección. Proporciona un descanso o liberación. Muchos reconocen aquí lo que hicieron mal o donde ya no quieren volver.

    Experimenta el cambio de corazón

    Completos desconocidos en el “tránsito” escriben algo sobre un cambio de opinión que han experimentado o que acaban de experimentar. Y escriben aún más. Incluso escribe que ha encontrado el sentido de la vida. O haber encontrado paz y serenidad.

    En general, tengo la sensación de que todas las líneas tienen un significado más profundo y están escritas con mucha sensibilidad. Nada aquí es como se sabe por una carta comercial superficial. En el trabajo, los miembros de la junta directiva de las empresas a veces me escriben cartas de Navidad en blanco y negro desde la impresora láser. El color sería demasiado caro. E incluso se escanea la firma. Puede ser Entonces, en el futuro, es mejor no pedir más cartas navideñas que mostrar indiferencia escrita o al menos total descuido.

    Los libros de peregrinos hablan de la vida

    Aquí, sin embargo, cada línea, incluso cada palabra, es profunda. Por supuesto, también hay manifestaciones felices como “Lo hice”. Pero eso también es una visión personal muy valiosa. ¿Deberían los maestros dejar que nuestros niños escriban 20 veces para variar “Soy tan bueno!”

    Entonces, ¿el significado de la vida se revela en un libro de peregrinaje? No es del todo cierto, porque cada vida en sí misma tiene su propio significado. Y el sentido (o la tontería) de otra persona realmente no ayuda.

    Aún así, estoy muy conmovido por lo que está escrito en los libros. Y me da fuerzas. También hay algo que leer sobre las personas con discapacidades y se describen destinos que Dios sabe que son mucho peores que mi pie izquierdo.

    A nadie le importa darse por vencido. Se trata de encontrar tu propio camino. Entonces, ¡especialmente cuando empieza a ponerse difícil!

    A muchos les ha quedado claro lo que quieren y adónde ir. El camino les dio nuevo coraje y nueva fuerza.

    Conexiones a través del tiempo y el espacio

    Me fascinan las entradas de los peregrinos que, como yo, ya han estado aquí a estas alturas en algún momento.

    Y luego descubrí una entrada de un año de cierta Ingrid. Estoy electrizado. ¿Esa era mi Ingrid? Sé que ella ha hecho el camino antes. Pero, ¿existe tal coincidencia? ¿Podría ser? ¡Tenía que ser así!

    De repente tengo que pensar en la extraña frase que Ingrid me dijo en el camino: “¡Cuando hayamos llegado a Santiago de Compostela, aquí no nos puede haber pasado nada!” Como una viajera en el tiempo, se dirigió rápidamente hacia el futuro, para mirar el pasado desde la perspectiva del futuro, para decirme en mi presente “¡que todo salió bien!”

    ¡Y ahora ella estaba repentinamente aquí en el pasado y escribió una oración como si fuera especialmente para mí! En caso de que venga por aquí en el futuro. ¡Me estoy congelando un poco!

    ¿Ingrid pensará en mí ahora si pienso en ella tan intensamente? ¿La perdí porque seguí caminando? ¿O fue la voluntad de Dios que la conociera donde la necesitaba para darle un nuevo giro a mi vida?

    Estoy firmemente convencido de que acabo de encontrar a “mi” Ingrid aquí. Y lo que dice es tan profundo y apropiado para mí que me resulta muy extraño.

    Como si supiera que podría darme otra lección si lo hacía antes de mi tiempo. ¡Loca!

    Y ahora estoy escribiendo en un libro de peregrinaciones por primera vez. No el de 2010, sino el viejo libro de peregrinos. Por si acaso realmente lo fue. Y por si acaso regresara aquí buscando su propia lista.

    Luego, después de una cena fantástica en casa en Ascension, me quedo dormido. Es “en la tierra como en el cielo”.

     

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    • BURNOUT: Muchos estaban completamente quemados. Capítulo BURNOUT
    • Experimente el cambio de corazón. Camino de Santiago
    • Los libros de peregrinos hablan de la vida. Del libro BURNOUT Jakobsweg de Christian Seebauer
    • Conexiones a través del tiempo y el espacio. Del libro BURNOUT Jakobsweg de Christian Seebauer Fotos en el Camino de la Costa / Jakobsweg en la costa Contribución

    Puede leer este capítulo del libro sobre Jakobswegetappe aquí de forma gratuita:

    https://www.kuestenweg.de/santander-polanco/