3 ZUMAIA – DEBA

Camino de la Costa: ZUMAIA – DEBA | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 3: ZUMAIA – DEBA
Tag 3: 13 km, die es in sich haben, ca. 650 Höhenmeter, über Itziar.

 

Zumaia 805 – Itzíar (Deva) 795 – Deba 792

Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012.

Oil Painting “Zumaia” St. James Trail, Christian Seebauer: “Am Morgen bietet sich dem Pilger noch einmal ein sensationeller Ausblick auf die kleine Hafenstadt Zumaia, bevor es weitergeht. Wind, Regen und kühle Meeresluft peitschen einem alle Gedanken aus dem Kopf und machen Dich frei für Tausend neue Eindrücke, die Dir am Weg begegnen. Man kann nichts mitnehmen, ausser ein paar Skizzen. Trotzdem prägen sich die Stimmungen mit jedem Schritt tief ein. Als Fotograf hätte ich wohl Hunderte von Bildern geschossen. So bleibt mir nur, den Pinsel in die Hand zu nehmen und mit groben Strichen den wilden Charakter und die Ursprünglichkeit der Küstenlinien aus mir heraus zu lassen…”

 


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Der Erlebnisbericht: Jakobsweg an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeZUMAIA – DEBA

 

Hier muss es Gott schwindlig werden!

Er ist alles windschief. So etwas Schräges habe ich noch nicht gesehen.

Und es ist so feuchtkalt, dass man jeden Atemhauch sehen kann. Kein weiterer Besucher ist zugegen. Außer vielleicht Gott. Der Wiederhall im eisigen und menschenleeren Kirchenschiff ist gespenstisch. Ingrid und ich gehen respektvoll auf Abstand. Ich nehme meinen Rucksack ab und knie mich in der hintersten Reihe mit gefalteten Händen hin. Ist Gott in dieser klammen Umgebung nun bei mir? Auch Ingrid hat sich nun niedergekniet, ganz vorne links. Es heißt ja, „wenn zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter euch“. Zwei sind wir, aber wo ist Gott? Kann ich ihn hier sehen? Wird er sich hier irgendwie offenbaren? Vorerst bleibt es bei meinem zaghaften zweiten Kirchenbesuch am Jakobsweg und ich bin Gott nicht wirklich böse, dass er nicht Hallo gesagt hat. Vielleicht hat er mich einfach ganz still beobachtet und kommt dann, wenn ich ihn wirklich brauche.

Direkt vor der Basilika grillt ein baskischer Koch fangfrischen Fisch am offenen Feuer vor den Türen seines Restaurants. Der stolze Preis würde jedoch den selbst auferlegten Rahmen meines Pilgerdaseins sprengen. Und so bleibt es beim Zusehen ohne Antasten, beim Reden und beim Riechen. Mehr ist nicht drin. Für Ingrid und mich gibt es wenig später ein Stück feucht gewordenes Weißbrot mit Salami. Das allerdings passt jetzt zum Pilgerdasein und schmeckt einfach fantastisch.

Das Wechselwetter setzt sich noch fort bis nach Zumaia. Schon von weitem bäumt sich eine schlicht überwältigende Klippenkulisse vor mir auf. So stelle ich mir wieder Cornwall vor, dass ich leider nur aus Rosamunde-Pilcher-Filmen kenne und zu denen ich mich soeben geoutet habe.

Ein landschaftlicher Höhepunkt ist das, was nun vor mir liegt. Leider im wahrsten Sinne des Wortes „Höhe“. Ganz da oben auf den Hügeln muss die Herberge Santa Klara liegen. Der Name gefällt mir.

Was mache ich eigentlich hier? Bin ich wirklich weg von zu Hause? Habe ich nun alles hinter mir gelassen? Ich weiß es nicht mehr. Mit jedem Schritt werde ich müder und verliere den Bezug zu allem, was mich bisher umgeben hat. Nicht dass ich meine Reise schon jetzt in Frage stellen würde. Aber beim Hinterhergehen überfällt mich nun eine richtig schwermütige Stimmung. Es geht nun nicht mehr darum, irgendwelche Briefe in der Arbeit zu schreiben und deren Folgen zu bedenken. Es geht irgendwie um Nichts. Ich gehe einfach vor mich hin.

Schritt für Schritt fallen mir Wörter ein wie „alleine, unwichtig, unbeholfen, sinnlos, klein und winzig“.

Trotzdem ist da etwas in mir, was mich antreibt. Auch wenn es den Sinn noch gar nicht erkennt. Vielleicht braucht dieser innere Antrieb auch gar keinen Sinn. Er funktioniert einfach!

Oh Gott, wie weit ist es noch? Im Reiseführer, den ich im Gehen aufblättere, ist ein sommerliches Strandfoto von dieser Gegend abgebildet. Doch mir ist kalt. Alles ist grau in grau. Endlich sehe ich hinter einer Kurve Zumaia. Und nein, bis dahin ist es noch eine Ewigkeit.

Entmutigt stapfe ich dann im Schlepptau von Ingrid doch noch in Zumaia ein. Ohne Rast und ohne einen Blick für das Schöne ziehen wir durch Zumaia hindurch. Zur Herberge ist es noch eine kleine Bergtour.

Jetzt, wo ich so müde und so erschöpft bin, sind Zweihundert Höhenmeter eine echte Hürde. Ich kämpfe bereits mit ersten Anzeichen von Krämpfen. Jede Steinmauer und jeden Zaunpfahl nutze ich wie ein alter Mann, um mich aufzustützen. Ingrid ist längst mit ihren großen Schritten dahin. Trotzdem:

Der Gipfel kommt näher.

Und nun ist mein Hirn nun so leer, dass ich wie ein Automat dahin wanke. Nicht elegant, nicht ergonomisch. Sondern bemitleidenswert.

Hätte mich nicht ein Einheimischer darauf Aufmerksam gemacht, dass ich an der Herberge schon vorbei gelaufen bin, hätte ich nicht geglaubt, was ich da sehe: Santa Klara liegt direkt vor meinen Augen! Am höchsten Punkt. Ein Punkt, so schön, dass man auch ohne weiteres Schloss Neuschwanstein darauf hätte erbauen können!

Völlig ausgelaugt halte ich mich an einem Zaunpfahl fest und starre benommen auf das, was da vor mir liegt.

Die Wolken haben der Sonne ein paar Löcher frei gemacht, wo sie in sichtbaren Lichtstrahlen einzelne Punkte am Ozean erhellt. So eine eigenartige Mischung aus blauem und gelbem Licht habe ich noch nie erlebt.

Es scheint keine Zwischenfarbe zu geben. All das, was sich gerade vor meinen Augen abspielt, scheint mein Inneres wieder zu spiegeln. Es ist eine seltsame Mischung aus Zerrissenheit und einkehrender Ruhe. Eine Mischung aus „Gelb und Blau“.

Die Häuser unter mir sind klein geworden. Der Blick nach „draußen“ auf das offene Meer ist unruhig aber schier unendlich. Wie im Zeitraffer ziehen die Wolken umher und schaffen jede Sekunde eine neue Atmosphäre. Nichts davon kann ich festhalten. Es ist der Augenblick, den ich gebannt in seinem Lauf verfolge.

Ich lasse den Fotoapparat in meiner Tasche. Das, was ich hier gerade erlebe, werde ich nie im Leben auf einem Foto festhalten oder gar zurückholen können. Er macht mich melancholisch, dieser Augenblick, dem ich mit meinen bisherigen Verhaltensweisen nun überhaupt nicht gewachsen bin. …

Jakobsweg an der Küste: ZUMAIA - DEBA, Foto 2

Regennasser Jakobsweg von Santa Klara (Zumaia) Richting Santiago de Compostela

Oft ist der Jakobsweg ein wunderschöner Feldweg, so wie hier.

 


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Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

Jakobsweg an der Küste: ZUMAIA - DEBA, Foto 2

Die wunderschöne Pfarrkirche de Santa María in Deba am Jakobsweg an der Küste

Die Kirche Santa María ist einer der majestätischten in ganz Gipuzkoa. Sie befindet sich im Herzen der historischen Altstadt von Deba, wurde zu einem nationalen Denkmal erklärt und ist eine der Perlen der sogenannten baskischen Gotik. Ihre Dimensionen und reichlichen Verzierungen lassen Sie ohne weiteres mit einer Kathedrale vergleichen. Sie hat einen sog. Grundriss de salon, drei Kirchenschiffe gleicher Höhe, einen farbigen Säulengang feinsetr Ausarbeitung, einen Kreuzgang (einen der ältesten im gesamten Territorium) und einige, an die Strebebogen angebaute Kapellen.” Quelle/ Mehr dazu: https://tourismus.euskadi.eus/de/kulturgut/pfarrkirche-de-santa-maria/aa30-12375/de/

Der Besuch einer Kirche gehört am Jakobsweg für viele dazu. Aber es ist jedem seine eigene Entscheidung, ob und wann er sich dem Glauben öffnet.

Skizze: Fuchsien am Jakobsweg

Aquarell: Eine Fuchsien-Rabatte auf dem Weg nach Deba an einem alten Steinhaus direkt am Jakobsweg

Der Jakobsweg verläuft oft hoch oberhalb der Küste. Hier ein Ausflug an den Strand von Deba.

Am Jakobsweg von Zumaia nach Deba

Am Jakobsweg von Zumaia nach Deba kurz nach dem Regen:. Überquerung einer Landstraße, im Hintergrund verschmilzt der Himmel mit dem Atlantik

Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung
direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90

Jakobsweg an der Küste: ZUMAIA - DEBA, Foto 4

Orange, Käse, Brot und Salami: Was braucht man am Jakobsweg, um glücklich zu sein?

Unterwegs auf dem Jakobsweg:
Das Essen am Jabobsweg ist traumhaft. Auch wenn es manchmal “nur” Salami und Weißbrot ist.


Christian Seebauer am Jakobsweg

Ich freue mich, wenn Du mein Buch direkt bei mir bestellen möchtest! Gerne mit persönlicher handschriftlicher Widmung. Handsigniert. Optimal als Geschenk.

Jakobsweg an der Küste
Christian Seebauer: BURNOUT | Jakobsweg an der Küste 19,90 € Bewertung f�r das Buch




Christian Seebauer: Israel Trail mit Herz. Details ->
Buch zum Israel National Trail, Christian Seebauer, SCM
Israel Trail mit Herz Bewertung 5 Sterne19,95 €
Shvil Israel, Vorteilshaekchen Versandkostenfrei [D]
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Was andere sagen ->

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Jakobsweg Poster DIN A2 gefaltet. 4,90€. Erlös 100% an gemeinnützige Umwelt- oder Pilgergesellschaft


Die 1. Woche am Jakobsweg (Camino de la Costa)

1 IRUN – SAN SEBASTIÁN

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3 ZUMAIA – DEBA

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4 DEBA – MARKINA-XEMEIN

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8 POBEÑA – LIENDO

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Textauszug Israel-Trail.com 3 ZUMAIA – DEBA Camino de la Costa: ZUMAIA - DEBA | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 3: ZUMAIA - DEBA Tag 3: 13 km, die es in sich haben, ca. 650 Höhenmeter, über Itziar. Zumaia 805 - Itzíar (Deva) 795 - Deba 792 Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012. Größere Kartenansicht Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeZUMAIA - DEBA Hier muss es Gott schwindlig werden! Er ist alles windschief. So etwas Schräges habe ich noch nicht gesehen. Und es ist so feuchtkalt, dass man jeden Atemhauch sehen kann. Kein weiterer Besucher ist zugegen. Außer vielleicht Gott. Der Wiederhall im eisigen und menschenleeren Kirchenschiff ist gespenstisch. Ingrid und ich gehen respektvoll auf Abstand. Ich nehme meinen Rucksack ab und knie mich in der hintersten Reihe mit gefalteten Händen hin. Ist Gott in dieser klammen Umgebung nun bei mir? Auch Ingrid hat sich nun niedergekniet, ganz vorne links. Es heißt ja, „wenn zwei oder drei in deinem Namen versammelt sind, dann bin ich mitten unter euch“. Zwei sind wir, aber wo ist Gott? Kann ich ihn hier sehen? Wird er sich hier irgendwie offenbaren? Vorerst bleibt es bei meinem zaghaften zweiten Kirchenbesuch am Jakobsweg und ich bin Gott nicht wirklich böse, dass er nicht Hallo gesagt hat. Vielleicht hat er mich einfach ganz still beobachtet und kommt dann, wenn ich ihn wirklich brauche. Direkt vor der Basilika grillt ein baskischer Koch fangfrischen Fisch am offenen Feuer vor den Türen seines Restaurants. Der stolze Preis würde jedoch den selbst auferlegten Rahmen meines Pilgerdaseins sprengen. Und so bleibt es beim Zusehen ohne Antasten, beim Reden und beim Riechen. Mehr ist nicht drin. Für Ingrid und mich gibt es wenig später ein Stück feucht gewordenes Weißbrot mit Salami. Das allerdings passt jetzt zum Pilgerdasein und schmeckt einfach fantastisch. Das Wechselwetter setzt sich noch fort bis nach Zumaia. Schon von weitem bäumt sich eine schlicht überwältigende Klippenkulisse vor mir auf. So stelle ich mir wieder Cornwall vor, dass ich leider nur aus Rosamunde-Pilcher-Filmen kenne und zu denen ich mich soeben geoutet habe. Ein landschaftlicher Höhepunkt ist das, was nun vor mir liegt. Leider im wahrsten Sinne des Wortes „Höhe“. Ganz da oben auf den Hügeln muss die Herberge Santa Klara liegen. Der Name gefällt mir. Was mache ich eigentlich hier? Bin ich wirklich weg von zu Hause? Habe ich nun alles hinter mir gelassen? Ich weiß es nicht mehr. Mit jedem Schritt werde ich müder und verliere den Bezug zu allem, was mich bisher umgeben hat. Nicht dass ich meine Reise schon jetzt in Frage stellen würde. Aber beim Hinterhergehen überfällt mich nun eine richtig schwermütige Stimmung. Es geht nun nicht mehr darum, irgendwelche Briefe in der Arbeit zu schreiben und deren Folgen zu bedenken. Es geht irgendwie um Nichts. Ich gehe einfach vor mich hin. Schritt für Schritt fallen mir Wörter ein wie „alleine, unwichtig, unbeholfen, sinnlos, klein und winzig“. Trotzdem ist da etwas in mir, was mich antreibt. Auch wenn es den Sinn noch gar nicht erkennt. Vielleicht braucht dieser innere Antrieb auch gar keinen Sinn. Er funktioniert einfach! Oh Gott, wie weit ist es noch? Im Reiseführer, den ich im Gehen aufblättere, ist ein sommerliches Strandfoto von dieser Gegend abgebildet. Doch mir ist kalt. Alles ist grau in grau. Endlich sehe ich hinter einer Kurve Zumaia. Und nein, bis dahin ist es noch eine Ewigkeit. Entmutigt stapfe ich dann im Schlepptau von Ingrid doch noch in Zumaia ein. Ohne Rast und ohne einen Blick für das Schöne ziehen wir durch Zumaia hindurch. Zur Herberge ist es noch eine kleine Bergtour. Jetzt, wo ich so müde und so erschöpft bin, sind Zweihundert Höhenmeter eine echte Hürde. Ich kämpfe bereits mit ersten Anzeichen von Krämpfen. Jede Steinmauer und jeden Zaunpfahl nutze ich wie ein alter Mann, um mich aufzustützen. Ingrid ist längst mit ihren großen Schritten dahin. Trotzdem: Der Gipfel kommt näher. Und nun ist mein Hirn nun so leer, dass ich wie ein Automat dahin wanke. Nicht elegant, nicht ergonomisch. Sondern bemitleidenswert. Hätte mich nicht ein Einheimischer darauf Aufmerksam gemacht, dass ich an der Herberge schon vorbei gelaufen bin, hätte ich nicht geglaubt, was ich da sehe: Santa Klara liegt direkt vor meinen Augen! Am höchsten Punkt. Ein Punkt, so schön, dass man auch ohne weiteres Schloss Neuschwanstein darauf hätte erbauen können! Völlig ausgelaugt halte ich mich an einem Zaunpfahl fest und starre benommen auf das, was da vor mir liegt. Die Wolken haben der Sonne ein paar Löcher frei gemacht, wo sie in sichtbaren Lichtstrahlen einzelne Punkte am Ozean erhellt. So eine eigenartige Mischung aus blauem und gelbem Licht habe ich noch nie erlebt. Es scheint keine Zwischenfarbe zu geben. All das, was sich gerade vor meinen Augen abspielt, scheint mein Inneres wieder zu spiegeln. Es ist eine seltsame Mischung aus Zerrissenheit und einkehrender Ruhe. Eine Mischung aus „Gelb und Blau“. Die Häuser unter mir sind klein geworden. Der Blick nach „draußen“ auf das offene Meer ist unruhig aber schier unendlich. Wie im Zeitraffer ziehen die Wolken umher und schaffen jede Sekunde eine neue Atmosphäre. Nichts davon kann ich festhalten. Es ist der Augenblick, den ich gebannt in seinem Lauf verfolge. Ich lasse den Fotoapparat in meiner Tasche. Das, was ich hier gerade erlebe, werde ich nie im Leben auf einem Foto festhalten oder gar zurückholen können. Er macht mich melancholisch, dieser Augenblick, dem ich mit meinen bisherigen Verhaltensweisen nun überhaupt nicht gewachsen bin. ... Oft ist der Jakobsweg ein wunderschöner Feldweg, so wie hier. Größere Kartenansicht Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! Die Urvariante des Jakobsweges - der Küstenweg - ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön! Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst! Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm. Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter. Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten. Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht. ISBN-13: 979-8618384704 Seit 2020 Independently published BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat Jakobsweg an der Küste 303 Seiten unbebildert "Die Kirche Santa María ist einer der majestätischten in ganz Gipuzkoa. Sie befindet sich im Herzen der historischen Altstadt von Deba, wurde zu einem nationalen Denkmal erklärt und ist eine der Perlen der sogenannten baskischen Gotik. Ihre Dimensionen und reichlichen Verzierungen lassen Sie ohne weiteres mit einer Kathedrale vergleichen. Sie hat einen sog. Grundriss de salon, drei Kirchenschiffe gleicher Höhe, einen farbigen Säulengang feinsetr Ausarbeitung, einen Kreuzgang (einen der ältesten im gesamten Territorium) und einige, an die Strebebogen angebaute Kapellen." Quelle/ Mehr dazu: https://tourismus.euskadi.eus/de/kulturgut/pfarrkirche-de-santa-maria/aa30-12375/de/ Der Besuch einer Kirche gehört am Jakobsweg für viele dazu. Aber es ist jedem seine eigene Entscheidung, ob und wann er sich dem Glauben öffnet. Der Jakobsweg verläuft oft hoch oberhalb der Küste. Hier ein Ausflug an den Strand von Deba. Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90 Unterwegs auf dem Jakobsweg: Das Essen am Jabobsweg ist traumhaft. Auch wenn es manchmal "nur" Salami und Weißbrot ist. Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Post H1 Headlines 3 ZUMAIA – DEBA Array ( [0] => Camino de la Costa: ZUMAIA - DEBA | Jakobsweg, Küstenweg [1] => Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeZUMAIA - DEBA [2] => Oft ist der Jakobsweg ein wunderschöner Feldweg, so wie hier. [3] => Der Besuch einer Kirche gehört am Jakobsweg für viele dazu. Aber es ist jedem seine eigene Entscheidung, ob und wann er sich dem Glauben öffnet. [4] => Der Jakobsweg verläuft oft hoch oberhalb der Küste. Hier ein Ausflug an den Strand von Deba. ) H2 Headlines zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Beitrag Array ( [0] => Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! ) Keywords zu diesem Jakobsweg-Beitrag:

Israel-Trail, 1. Woche, Jakobsweg. Camino de la Costa

Kuestenweg/ Jakobsweg an der Kueste/ Camino de la Costa Textauszug: Tag 3: 13 km, die es in sich haben, ca. 650 Höhenmeter, über Itziar. Das Erwachen am dritten Tag ist entmutigend und zermürbend. Schon in der Nacht hat es ohne Unterlass an mein Fenster geprasselt. Das hat dazu geführt, dass ich von Magellan und einem untergehenden Piratenschiff auf hoher See geträumt habe. Im tristen Morgengrauen schüttet es jetzt noch immer wie aus Kübeln. Aus den verstopften Fallrohren der Dachrinnen spritzt das Wasser mit dem Druck der vollen Wassersäule waagrecht heraus. Die Sicht ist gleich Null. Das Meer unter mir ist verschwunden. Ich kann es beim Fortissimo der aufschlagenden Regentropfen nicht einmal mehr hören. Die Pfützen haben sich über Nacht zu knöcheltiefen Tümpeln ausgedehnt. Und nun stehe ich gleich vor der ersten unangenehmen Herausforderung des Tages: Ich muss zehn Meter hinüber zum Haupthaus laufen. Dort gibt es Frühstück. Zehn Meter im vollen Wasserfall! Geschafft. Nun erst einmal ausgiebig Frühstücken, ausnahmsweise. Ich hoffe, dass sich der Wolkenguss wieder etwas legen wird. So kann es ja nicht lange bleiben. Oder doch? Bis halb zehn hat der Regenschauer nichts an seiner Stärke verloren. Die anderen wollen abwarten. Und das, obwohl sie alle professionelle Regenausrüstung, dichte Trekkingschuhe und ein Cape für den Rucksack haben. Mein Poncho hingegen besteht nur noch aus blauen Fetzen, an denen der Werbeaufdruck sich aber hartnäckig gehalten hat. Meine grau-orange farbenen Turnschuhe haben zwar einen Trekking Look, sind aber nichts anderes, als sich vollsaugende Fußbandagen. Ebenso unsinnig sind meine weißen Turnschuhe, die ich als Ersatz mitgenommen habe. Erst recht meine glatten, abgelatschten, nach gemachten Birkenstock. Die Sandalen lasse ich hier stehen. Sollen sie doch in Zumaia bleiben. Weil ich mit meiner Ausrüstung gerade am Fußboden sitze, nehme Sie in die Hand und stelle sie einem Pilger vor die Füße. Es beginnt, lustig zu werden. Er lehnt ab. Vielleicht wird sich ein anderer Pilger noch darüber freuen. Man weiß ja nie. Jetzt beginnt meine Fantasie, überzuschäumen. Aus einem meiner beiden blauen Müllsäcke fertigte ich mir eine Art Pariser für meinen Rucksack. „Seht her, wie ich das mache!“ Ich möchte den Regen natürlich „überleben“ und fühle mich jetzt wie mitten in der Survivalserie mit Bear Grylls: Ausgesetzt in der Wildnis „Wenn ihr die nächsten Tage überleben wollt...“, sage ich reißerisch, „dann müsst ihr euch was einfallen lassen! Seht genau hin, wie ich das mache!“ Mit der Nagelschere schneide ich vor den anderen in die Mülltüten vier Golfball große Löcher hinein, wo ich dann Tragegurte meines Backpacks hindurch fädele. „Ich nehme sie noch mal kurz raus und mach dass nochmal, damit es alle sehen können. Ihr wollt doch überleben, oder?“ Mit einer Semmel in der Hand, die mir als Mikrofon dient, erkläre ich meinem verdutzten aber doch recht erheiterten Publikum nun auf Englisch die soeben erfundene Survivaltechnik. „Yeah that’s it! Let’s take a look at this!“ Erst will ich die Löcher mit Leukoplast abdichten und erkläre das meinem erheiterten Publikum. „Oh Yeah, without any holes you will stay dry and alive!“ Dann fällt mir Gott sei Dank ein, dass mein Survival-Patent so schon beim ersten Griff in den Rucksack zerreißen würde. Hin und wieder werde ich ja was aus meinem Rucksack brauchen. Ich darf das nicht zukleben. „Oh no, You can not seal the holes“. Die anderen beginnen zu kichern und fragen „Bear Grills“, wo es denn heute noch hingehen soll? Ich antworte in meine Semmel „Oh, I will show you everything to survive the next 12 km“. Ja! Heute bin ich es, den es als ersten in den Regen zieht. Endlich ist es einmal umgekehrt! „Yeah – Such a great feeling outside° !“ Ingrid folgt mir etwas befremdet und die anderen scheinen „Bear Grylls“ nicht wirklich zu trauen. Wie zwei übermütige Kinder kommen wir uns vor. Ganz so, als ob wir gemeinsam die ultimative Mutprobe machen. Und wir müssen natürlich weiter lachen, weil uns das Wasser von oben sofort kräftig durchspült. Unten herum sieht es nicht viel besser aus. Alles eine Frage der Zeit, bis es nass eingeht. Bei den ersten Schritten versuche ich noch, wenigstens den allergrößten Pfützen auszuweichen. Nach wenigen Minuten kommt aber schon der vorhersehbare und eklige Moment, in dem das Wasser von allen Seiten in meine Schuhe eindringt. Es lebe das Belüftungssystem! Es ist also so weit. Ingrid bricht fast ab vor lauter Lachen. Ihr Moment der eigenen Vollflutung kommt nur wenige Sekunden später. Wenige Meter vor ihr springe ich absichtlich mit einem lauten „bon Caminooooo“ in eine tiefe, superdreckige Megapfütze. Das Gewicht meines Rucksacks verleiht mir beim Eintauchen noch zusätzliche Einschlagskraft. Die Oberflächenspannung der Pfütze weicht explosionsartig den Gravitationskräften meiner Schuhgröße 47 und hinterlässt einen Krater. Am Poncho von Ingrid haben die Einschläge der Fangopackung eine wahre Eruptionslandschaft hinterlassen. Oje, wird sie mir jetzt böse sein? Schließlich ist Ingrid eine ehrwürdige Dame und kein junger Depp, der hier bei mir gerade durchkommt. Aber Ingrid muss ebenfalls lachen. Sie lässt ihren Poncho, wie er ist und wischt sich nur die Dreckspritzer aus ihrem Gesicht. Gerade noch einmal gut gegangen! Im Laufe der nächsten halben Stunde denke ich: Es gibt nur ein nass, kein nässer. (Obwohl ich mir da später nicht so sicher bin). Für das erste ist eine recht erheiterte Wanderstimmung hergestellt und wir sind voll im Element. Im wahrsten Sinne des Wortes. Ans Kreuz genagelt Nass bis auf die Haut und vor uns hingackernd entdeckt Ingrid den absolut krassen Oberhammer: Eine original baskische Vogelscheuche. Hier haben sie einen echten Raben gekreuzigt. Das zerzauste Federkleid ist schauderhaft an eine senkrechte und eine waagerechte Dachlatte genagelt. Spiel mir das Lied vom Tod hätte nicht grausamer sein können. Nach einem ersten abgewürgten Lachen überkommt uns beide ein schauderhaftes Gefühl. Land und Leute sind hier einfach anders. So ist es. So gruselig das Ganze auch ist, wir schütteln unsere Köpfe, sehen uns an und müssen schon wieder lachen. Es hilft nichts. Es folgt eine längere Strecke, auf der wir beide einfach nur fröhlich sind. Fast alles bringt uns zu lachen. Ingrid ist die beste Lauflehrerin, die mir je begegnet ist. Selbst dem starken Regen ringt sie noch tapfer eine positive Seite ab. Sie meint, dass nun viele Pilger aufgeben und abbrechen werden. Das wiederum wird uns dauerhaft leere Herbergen und Abgeschiedenheit bescheren. So kann man es auch sehen. Nichts, wirklich nichts auf der Welt kann Ingrid ihren Glauben an das Gute nehmen. Weil ich im Regen nichts sehen kann und weil Ingrid diesen Weg schon einmal gegangen ist, erzählt sie eben einfach, was ich jetzt alles sehen würde, wenn es schön wäre. Es sei einer der schönsten Abschnitte. Der Ozean sei hier besonders prächtig. Und die Wiesen besonders grün. Ständig höre ich Ermutigendes, Verheißungsvolles und Zauberhaftes. Ingrid scheint diese „Regenwolke“ einfach nicht zu kennen, die mir immer wieder ungebeten dazwischen funkt. Aus den bayrischen Alpen kenne ich die wackeligen Holzkonstruktionen, die zum Überqueren eines Stacheldrahtzaunes zwischen zwei Weiden dienen. Hier ist ein solcher Übergang in baskischer Vollendung. Man hätte für eine Weide auch Stacheldraht nehmen können. Aber nein: Es musste rasiermesserscharfer Natodraht sein. Krass. Der Antritt befindet sich natürlich auf einer „Insel“ mitten im tiefsten Schlamm. Auf der Oberfläche schwimmt gelblich braun schimmernd das, was Kühe eben so von sich geben. Kuestenweg english excerpt: Day 3: 13 km, which is tough, approx. 650 meters in altitude, via Itziar. The third day awakening is disheartening and grueling. Already in the night my window was pounding non-stop. This led me to dream of Magellan and a sinking pirate ship on the high seas. In the dreary gray of dawn, it is still pouring down like buckets. From the clogged downpipes of the gutters, the water sprays horizontally with the pressure of the full water column. The view is zero. The sea below has disappeared. I can't even hear it anymore during the fortissimo of the impacting raindrops. The puddles have expanded into ankle-deep pools overnight. And now I'm about to face the first unpleasant challenge of the day: I have to walk ten meters over to the main building. There is breakfast there. Ten meters in the full waterfall! Done. Now, first of all, have an extensive breakfast, for once. I hope that the cloud pour will subside again. It can't stay like this for long. Or is it? The rain shower has not lost any of its strength by half past nine. The others want to wait. Even though they all have professional rain gear, waterproof trekking shoes and a cape for their backpack. My poncho, on the other hand, consists only of blue scraps, but the advertising print has stuck to them. My gray-orange colored sneakers have a trekking look, but they are nothing more than soaking foot bandages.