17 LA ISLA - VILLAVICIOSA (Camino de la Costa)

La Isla – Villaviciosa

BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat. Kapitel La Isla – Villaviciosa

Tag 17: Nur 22 km, ca. 600 Höhenmeter, über Villascusa, Colunga, Sebrayo.

 

Über „Villascusa“ nach „Villaviciosa“, auf Deutsch: Über das „Dorf der Entschuldigung“ in das „bösartige Dorf“. Ohne Rücksicht auf etwaige Übersetzungen beginnt bei Nieselwetter ein herrlicher und kühler Wandertag.

Ein Pflaster für Jean-Louis

Gleich zu Beginn muss Jean-Louis seine Füße mit Pflaster versorgen. Eine der vier „edlen Wahrheiten“ des Buddhismus sei die Erkenntnis, dass das Leben von Leiden geprägt sei. Er nennt diese Wahrheit „Dukkha“ und grinst milde, während er seine wunden Zehen abklebt.

Der Reiseführer spricht heute von einem problematischen Waldstück, was des Öfteren überschwemmt wäre. Aber solche Hürden nehmen wir heute mit Links. Durch Wald und Wiesen geht es vorbei an einer Kapelle nach der anderen. In dem Minidörfchen Priesca, was so wie Priester klingt machen wir einen kulturellen Halt. Es liest sich spannend, in Haus Nummer 2 den Schlüssel für eine präromanische kleine Kirche zu holen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Eine alte behinderte Frau begleitet uns sichtlich erfreut mit dem Schlüssel zur Kirche. Ihr Arm zitterte hilflos umher. Das Einfädeln des Schlüssels in das Schlüsselloch nimmt einige Zeit in Anspruch. Zeit, die wir uns gerne nehmen. In der kleinen Kirche erzählt sie uns mit leuchtenden Augen alles über die alten Gemälde und die fast abgeschlossenen Renovierungsarbeiten. Sie freue sich, dass endlich einmal wieder Pilger ihre Kirche besuchen!

17 LA ISLA - VILLAVICIOSA (Camino de la Costa)

Wasserblasen versorgen, Pflaster drauf

Beten und meditieren

Jean-Louis meditiert ein wenig, während ich zu meinem Gott bete. Es ist kein Vaterunser und kein richtiges Gebet. Ich rede einfach im Stillen so, wie es mir gerade einfällt. Und ich bin mir sicher, dass er mir gerade zuhört. Nach all den Strapazen der letzten Wochen fällt es mir nun leichter, mich auf mich selbst und auf ein Gespräch mit Gott einzulassen. Es ist nichts Komisches mehr daran, einfach zu reden und zu glauben. Ob er nun da draußen ist, oder neben mir, oder ein Teil von mir, ist mir egal. Irgendwie versuche ich nicht mehr darüber nachzudenken, wer oder was Gott ist. Oder wie er aussieht. Ich kann Kirche das erste Mal in meinem Leben als etwas sehr spirituelles wahrnehmen. Hier steht kein mittelmäßiger Pfarrer vorne, der irgendetwas predigt, gegen das ich mich sträube. Hier ist nur eins: Unheimliche Stille, ein wenig Beklommenheit vor der alten behinderten Frau, die uns nun zum Beten respektvoll in Ruhe lässt.

Ich nehme die Kirche nicht mehr als „Bildergallerie“ mit schrecklich naiven Gemälden wahr, sondern vielmehr als einen Ort, wo jeder sein eigenes Gottesbild mit sich bringt. Gott ist für mich nicht mehr so, wie er auf den alten Ölschinken dargestellt wird. Ich lasse von dieser Vorstellung los, dass Maler mir ein Gottesbild aufzwängen wollen. Gott kann hier für mich so sein, wie ich ihn mir wünsche, ohne dass er ein bestimmtes Aussehen haben muss. Vielmehr lasse ich den Gedanken zu, dass er – also ein anderer meine Gedanken lesen darf und wenn er will, mir dabei hilft, Erlösung und Frieden zu finden. So wie zuvor Ingrid, nimmt auch Jean-Louis ganz links vorne Platz. Ich bin heute wieder in der letzten Bank. Ich höre auf, zu denken und:

17 LA ISLA - VILLAVICIOSA (Camino de la Costa)

Priesca

Ich höre der Stille zu, die mich jetzt umgibt.

Die innere Ruhe, die sich in mir eingestellt hat, vermittelt mir ein Gefühl der Meditation, auch wenn ich es nicht bewusst mache. Ich nehme mir einfach die Zeit und lasse alles auf mich einwirken. Die völlige Abwesenheit von Hektik erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit. Langsam scheine ich zu verstehen, dass man nicht immerzu denken muss, damit sich etwas erfüllt. Platte Firmenslogans wie „Nur wer ein Ziel hat, kann auch eins erreichen“, scheinen mir nun absurd. Vielleicht sind Ziele und vor allem nicht erreichte Ziele sogar ein absoluter Irrweg! Ich sitze hier und habe überhaupt kein Ziel. Kein Zeitplan drängt mich zu irgendetwas. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, warum ich jetzt einfach hier sitze und der Stille lausche.

Es scheint eine ganze Weile in der Kirche vergangen zu sein, denn Jean-Louis bricht wieder auf und ich folge ihm.

Jetzt gibt es frisches Wasser aus dem Dorfbrunnen. Ausnahmsweise einmal ungechlort. Jean-Louis hat seinen gesamten Proviant in der Herberge vergessen. Eine Spende also an die nächsten Pilger.

Der Gedanke an gefüllte Weinblätter bringt mich auf eine Idee. Die Breiten Blätter des Wegerichs wuchern überall am Rand des Pfades. Die Indianer nannten ihn aus diesem Grunde den Fußabdruck des weißen Mannes. In diese leicht bitteren Blätter rolle ich Thunfisch und Brotkrümel an Stelle von Reis. Und so gibt es jetzt gefüllte Wegerichblätter.

Aus seinem Leben erfahren

Obwohl die gestrige und heutige Etappe kurz sind, sind Jean-Louis und ich heute recht erschöpft. Aber es gefällt uns, auch einmal müde vor uns hinzulaufen.

Und so kommt es, dass Jean-Louis mir aus seinem Leben erzählt. Obwohl ich ihn nun doch recht gut kenne, weiß ich über „den“ Jean-Louis in Frankreich gar nichts. Und er auch nicht über mich.

Jean-Louis war Polizist. Und er musste in seinem Job offenbar die ganz schlimmen Dinge sehen. Kindesmissbrauch, geschlagene Ehefrauen und Tötung aus niedrigsten Beweggründen. Drei Tage vor seiner Pensionierung konnte er nicht mehr. Auch nicht mehr die drei Tage abwarten. Seinem Chef muss er gesagt haben: „Ich gehe jetzt. Ihr könnt mich holen und verhaften. Aber ich gehe jetzt!“

Niemand hat ihn aufgehalten. Ein Abschiedsfest gab es nicht mehr, denn er war ja schon weg auf dem Jakobsweg. Jean-Louis meint, dieser Weg sei wie eine große Machine à Lavage – Waschmaschine – für das Gehirn. Alles werde immer und immer wieder durch eine große Trommel geschleudert. So lange, bis sich dann alles ganz langsam sortiert. Die Machine à Lavage begleite ihn jeden Tag. Und all das unverdaute, all die schrecklichen Bilder kämen immer und immer wieder.

Tränen schießen aus seinen Augen. Ein einfacher Flic sei er gewesen. Und immer habe er an das Gute geglaubt. Aber die Brutalität dieser Welt habe er nie wirklich ertragen. Er habe den Glauben an viele Gesetze verloren. Und manch einen habe er laufen lassen, wenn er ein armer Hund war.

Kilometer für Kilometer erzählt mir Jean-Louis, welche „Steine“ er mit sich herumschleppt. Auch er war ausgebrannt und auf der Suche nach seinem inneren Frieden.

Ist der Jakobsweg eine Heilstrecke für Burnout-Patienten? Fast scheint es so!

Nachdem Jean-Louis sein Berufsleben abgeschlossen hatte, wollte er sich als Herbergsvater engagieren, um den Menschen etwas zu geben.

17 LA ISLA - VILLAVICIOSA (Camino de la Costa)

Pilger und Kirche, 17 LA ISLA – VILLAVICIOSA (Camino de la Costa)

Die Waschmaschine im Gehirn

„Et toi – und du?“, fragt er mich, hält dabei an und legt mir eine Hand auf die Schulter. Und ich, naja und ich? Es ist schon merkwürdig mit mir. All die Sorgen, die ich als solche hier in meiner „Waschmaschine“ erwartet hätte, die sind gar nicht da. In meiner Trommel sind plötzlich ganz andere Sachen. Dinge, an die ich nie gedacht hätte. Zumindest hätte ich nie angenommen, dass sie mich belasten würden. Jetzt noch.

Dass uns unser Bauunternehmer fast in den Ruin getrieben hat, das war gar nicht mehr da. Jahrelang Ängste um Haus und Familie. Er sitzt zwar mittlerweile im Gefängnis, aber davon kann ich nicht abbeißen. So hart ich diese Zeit einstufte, so wenig ist sie auf diesem Jakobsweg präsent. Genauso stelle ich fest, dass mein Beruf und alles damit Verbundene nicht ein einziges Mal in meiner Waschtrommel aufgetaucht ist. Habe ich dann überhaupt den richtigen Beruf gehabt?

Aber etwas anderes, etwas ganz Unerwartetes liegt in meiner Waschtrommel. Die Geburtsstunden meiner zweiten Tochter. Doch warum? Das ist alles schon so lange her und alles ist doch gut gegangen. Sie ist kerngesund. Warum war also ausgerechnet das gegenwärtig?

Jean-Louis fragt mich:

„Ja deine Tochter, was ist mit ihr?“

Sie kam mit einem Kaiserschnitt zur Welt und ich hielt sie in meinen Armen. Dann aber wurde sie blau, bekam keine Luft. Ich schrie nach der Schwester, die mich sorglos verlassen hatte. Sie kam und meinte nur „passt schon“. Erst als ich wie um mein eigenes Leben schrie, kamen sie alle gerannt. Schläuche, Kabel und das ganze Programm. Als meine Frau von der Narkose aufwachte und niemanden in ihren Armen hatte, kam nackte Panik auf. Nach einer meiner schlimmsten Stunden im Leben kamen drei Ärzte und zwei Krankenschwestern. Sie meinten „hier können wir nichts mehr tun“.

Der Nottransport brachte Kind, Schläuche und Kabel in die Notaufnahme einer spezialisierten Kinderklinik. Ich fuhr mit. Conny riss sich dann ihre eigenen Schläuche heraus und fuhr mit einem Taxi hinterher.

17 LA ISLA - VILLAVICIOSA (Camino de la Costa)

In der Kirche San Salvador de Priesca

Zwei Tage und zwei Nächte nacktes Bangen.

Eine Krankenschwester meinte irgendwann zu mir „das ist nur ein Infekt, wir kriegen das hin.“

Doch dann kam der nächste Schlag. Der Chefarzt bereitete uns darauf vor, dass unsere Tochter behindert sei. Man müsse jetzt sofort zwei Operationen, so wie bei einem Gehirntumor machen.

Das lehnten wir erst einmal ab. Aber auch eine zweite Arztmeinung kam zu dem gleichen Schluss. Am dritten Tag war ich erstmals zu Hause, neben mir eine Flasche Rotwein. Und ich tat etwas, was ich noch nie zuvor getan hatte: Ich ging in ein Internetforum und suchte nach dem Begriff „Präaurikuläre Fistel“. Schließlich tippte ich das ganze Drama in ein HNO-Forum ein. Dann, gegen viertel nach Zwei in der Früh kam eine Antwort. Ein HNO-Spezialist schrieb kurz und knapp: „Finger weg. Ja nicht operieren. Fistel kein Problem. Melde mich morgen“. Gegen Vier in der Früh kam dann noch eine Antwort eines HNO-Professors aus Hamburg: „Ich gebe meinem Kollegen recht, keine Sorgen machen, bloß nicht unter das Messer. Sind Sie Privatpatient??????“

Der erste Arzt meldete sich nach einem kurzen Schlaf um Punkt acht noch einmal im Forum. Er war in Augsburg, nur einen Steinwurf von mir weg. Und er erklärte mir, dass es sich bei einer Präaurikuläre Fistel um zwei kleine Löchlein an den Ohren handele, die normalerweise vor der Geburt zuwachsen. Es gäbe allerdings unzählige Menschen, bei denen die Löchlein eben bleiben und die damit nie Probleme hätten. Im Notfall könne man ja in zehn Jahren die Löchlein immer noch zu machen. Aber erst einmal abwarten und keine Sorgen machen. Auch er fragte mich nun, ob ich privat versichert sei?“ Ja, das war ich.

Der Infekt besserte sich zusehends und schon bald konnten wir mit unserer Tochter heimfahren. Auf eigenes Risiko, meinte der Chefarzt. Er wollte unbedingt operieren. Gleich in der ersten Woche fuhren wir dann zu unserem „Internet-Date“, dem HNO-Arzt in Augsburg. Er meinte gleich im Wartezimmer: „Da ist doch alles gesund, super!“

Viele ältere Patienten kämen zu ihm, wegen allen möglichen Sachen. Und wenn er sie dann auf Löchlein in den Ohren anspreche, dann seien die oft ganz verwundert: „Löchlein? Aja stimmt. Ist mir noch nie aufgefallen.“

All das hatte ich gerade Jean-Louis auf Französisch erzählt. Richtig – auf Französisch. Sprache ist Einfühlungsvermögen, dann geht alles. Ob unsere Lehrkräfte das in der Schule auch schon verstanden haben?

Jean-Louis umarmte mich erst einmal. Jetzt liefen uns gleich beiden die Tränen herunter. „Machine à Lavage, c’est bon“. Ja, die Waschmaschine, das war sie. Niemals hätte ich je gedacht, dass dieses Ereignis mich noch heute so belasten würde. Ist doch alles gut gegangen. Und ich denke auch nicht mehr daran. Dachte ich jedenfalls.

Jean-Louis bückte sich und versetzte gerade mal wieder eine kleine Schnecke von der Straße ins Grüne. Ein Buddhist eben. Und irgendwie auch beeindruckend. Jean-Louis verriet mir ein Geheimnis. Er sagte, so, wie die Gedanken kommen, so gehen sie wieder. Zumindest wollen sie das. Du musst sie jetzt auch loslassen. Lege etwas hier in die Wiese. Und dann gehen wir weiter.

Die Gedanken in Frieden loslassen…

… das habe ich ausgerechnet von einem Buddhisten am Jakobsweg gelernt.

Aja: Villaviciosa, das bösartige Dorf war wunderschön!


    Christian Seebauer am Jakobsweg

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    Textauszug BURNOUT: Eine Wanderung auf schamlem Grat. Jakobsweg an der Kste La Isla – Villaviciosa BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat. Kapitel La Isla - Villaviciosa Tag 17: Nur 22 km, ca. 600 Höhenmeter, über Villascusa, Colunga, Sebrayo. Über „Villascusa“ nach „Villaviciosa“, auf Deutsch: Über das „Dorf der Entschuldigung“ in das „bösartige Dorf“. Ohne Rücksicht auf etwaige Übersetzungen beginnt bei Nieselwetter ein herrlicher und kühler Wandertag. Ein Pflaster für Jean-Louis Gleich zu Beginn muss Jean-Louis seine Füße mit Pflaster versorgen. Eine der vier „edlen Wahrheiten“ des Buddhismus sei die Erkenntnis, dass das Leben von Leiden geprägt sei. Er nennt diese Wahrheit „Dukkha“ und grinst milde, während er seine wunden Zehen abklebt. Der Reiseführer spricht heute von einem problematischen Waldstück, was des Öfteren überschwemmt wäre. Aber solche Hürden nehmen wir heute mit Links. Durch Wald und Wiesen geht es vorbei an einer Kapelle nach der anderen. In dem Minidörfchen Priesca, was so wie Priester klingt machen wir einen kulturellen Halt. Es liest sich spannend, in Haus Nummer 2 den Schlüssel für eine präromanische kleine Kirche zu holen und auf Entdeckungsreise zu gehen. Eine alte behinderte Frau begleitet uns sichtlich erfreut mit dem Schlüssel zur Kirche. Ihr Arm zitterte hilflos umher. Das Einfädeln des Schlüssels in das Schlüsselloch nimmt einige Zeit in Anspruch. Zeit, die wir uns gerne nehmen. In der kleinen Kirche erzählt sie uns mit leuchtenden Augen alles über die alten Gemälde und die fast abgeschlossenen Renovierungsarbeiten. Sie freue sich, dass endlich einmal wieder Pilger ihre Kirche besuchen! Beten und meditieren Jean-Louis meditiert ein wenig, während ich zu meinem Gott bete. Es ist kein Vaterunser und kein richtiges Gebet. Ich rede einfach im Stillen so, wie es mir gerade einfällt. Und ich bin mir sicher, dass er mir gerade zuhört. Nach all den Strapazen der letzten Wochen fällt es mir nun leichter, mich auf mich selbst und auf ein Gespräch mit Gott einzulassen. Es ist nichts Komisches mehr daran, einfach zu reden und zu glauben. Ob er nun da draußen ist, oder neben mir, oder ein Teil von mir, ist mir egal. Irgendwie versuche ich nicht mehr darüber nachzudenken, wer oder was Gott ist. Oder wie er aussieht. Ich kann Kirche das erste Mal in meinem Leben als etwas sehr spirituelles wahrnehmen. Hier steht kein mittelmäßiger Pfarrer vorne, der irgendetwas predigt, gegen das ich mich sträube. Hier ist nur eins: Unheimliche Stille, ein wenig Beklommenheit vor der alten behinderten Frau, die uns nun zum Beten respektvoll in Ruhe lässt. Ich nehme die Kirche nicht mehr als „Bildergallerie“ mit schrecklich naiven Gemälden wahr, sondern vielmehr als einen Ort, wo jeder sein eigenes Gottesbild mit sich bringt. Gott ist für mich nicht mehr so, wie er auf den alten Ölschinken dargestellt wird. Ich lasse von dieser Vorstellung los, dass Maler mir ein Gottesbild aufzwängen wollen. Gott kann hier für mich so sein, wie ich ihn mir wünsche, ohne dass er ein bestimmtes Aussehen haben muss. Vielmehr lasse ich den Gedanken zu, dass er – also ein anderer meine Gedanken lesen darf und wenn er will, mir dabei hilft, Erlösung und Frieden zu finden. So wie zuvor Ingrid, nimmt auch Jean-Louis ganz links vorne Platz. Ich bin heute wieder in der letzten Bank. Ich höre auf, zu denken und: Ich höre der Stille zu, die mich jetzt umgibt. Die innere Ruhe, die sich in mir eingestellt hat, vermittelt mir ein Gefühl der Meditation, auch wenn ich es nicht bewusst mache. Ich nehme mir einfach die Zeit und lasse alles auf mich einwirken. Die völlige Abwesenheit von Hektik erfüllt mich mit tiefer Zufriedenheit. Langsam scheine ich zu verstehen, dass man nicht immerzu denken muss, damit sich etwas erfüllt. Platte Firmenslogans wie „Nur wer ein Ziel hat, kann auch eins erreichen“, scheinen mir nun absurd. Vielleicht sind Ziele und vor allem nicht erreichte Ziele sogar ein absoluter Irrweg! Ich sitze hier und habe überhaupt kein Ziel. Kein Zeitplan drängt mich zu irgendetwas. Ich muss mir keine Gedanken darüber machen, warum ich jetzt einfach hier sitze und der Stille lausche. Es scheint eine ganze Weile in der Kirche vergangen zu sein, denn Jean-Louis bricht wieder auf und ich folge ihm. Jetzt gibt es frisches Wasser aus dem Dorfbrunnen. Ausnahmsweise einmal ungechlort. Jean-Louis hat seinen gesamten Proviant in der Herberge vergessen. Eine Spende also an die nächsten Pilger. Der Gedanke an gefüllte Weinblätter bringt mich auf eine Idee. Die Breiten Blätter des Wegerichs wuchern überall am Rand des Pfades. Die Indianer nannten ihn aus diesem Grunde den Fußabdruck des weißen Mannes. In diese leicht bitteren Blätter rolle ich Thunfisch und Brotkrümel an Stelle von Reis. Und so gibt es jetzt gefüllte Wegerichblätter. Aus seinem Leben erfahren Obwohl die gestrige und heutige Etappe kurz sind, sind Jean-Louis und ich heute recht erschöpft. Aber es gefällt uns, auch einmal müde vor uns hinzulaufen. Und so kommt es, dass Jean-Louis mir aus seinem Leben erzählt. Obwohl ich ihn nun doch recht gut kenne, weiß ich über „den“ Jean-Louis in Frankreich gar nichts. Und er auch nicht über mich. Jean-Louis war Polizist. Und er musste in seinem Job offenbar die ganz schlimmen Dinge sehen. Kindesmissbrauch, geschlagene Ehefrauen und Tötung aus niedrigsten Beweggründen. Drei Tage vor seiner Pensionierung konnte er nicht mehr. Auch nicht mehr die drei Tage abwarten. Seinem Chef muss er gesagt haben: „Ich gehe jetzt. Ihr könnt mich holen und verhaften. Aber ich gehe jetzt!“ Niemand hat ihn aufgehalten. Ein Abschiedsfest gab es nicht mehr, denn er war ja schon weg auf dem Jakobsweg. Jean-Louis meint, dieser Weg sei wie eine große Machine à Lavage – Waschmaschine - für das Gehirn. Alles werde immer und immer wieder durch eine große Trommel geschleudert. So lange, bis sich dann alles ganz langsam sortiert. Die Machine à Lavage begleite ihn jeden Tag. Und all das unverdaute, all die schrecklichen Bilder kämen immer und immer wieder. Tränen schießen aus seinen Augen. Ein einfacher Flic sei er gewesen. Und immer habe er an das Gute geglaubt. Aber die Brutalität dieser Welt habe er nie wirklich ertragen. Er habe den Glauben an viele Gesetze verloren. Und manch einen habe er laufen lassen, wenn er ein armer Hund war. Kilometer für Kilometer erzählt mir Jean-Louis, welche „Steine“ er mit sich herumschleppt. Auch er war ausgebrannt und auf der Suche nach seinem inneren Frieden. Ist der Jakobsweg eine Heilstrecke für Burnout-Patienten? Fast scheint es so! Nachdem Jean-Louis sein Berufsleben abgeschlossen hatte, wollte er sich als Herbergsvater engagieren, um den Menschen etwas zu geben. Die Waschmaschine im Gehirn „Et toi – und du?“, fragt er mich, hält dabei an und legt mir eine Hand auf die Schulter. Und ich, naja und ich? Es ist schon merkwürdig mit mir. All die Sorgen, die ich als solche hier in meiner „Waschmaschine“ erwartet hätte, die sind gar nicht da. In meiner Trommel sind plötzlich ganz andere Sachen. Dinge, an die ich nie gedacht hätte. Zumindest hätte ich nie angenommen, dass sie mich belasten würden. Jetzt noch. Dass uns unser Bauunternehmer fast in den Ruin getrieben hat, das war gar nicht mehr da. Jahrelang Ängste um Haus und Familie. Er sitzt zwar mittlerweile im Gefängnis, aber davon kann ich nicht abbeißen. So hart ich diese Zeit einstufte, so wenig ist sie auf diesem Jakobsweg präsent. Genauso stelle ich fest, dass mein Beruf und alles damit Verbundene nicht ein einziges Mal in meiner Waschtrommel aufgetaucht ist. Habe ich dann überhaupt den richtigen Beruf gehabt? Aber etwas anderes, etwas ganz Unerwartetes liegt in meiner Waschtrommel. Die Geburtsstunden meiner zweiten Tochter. Doch warum? Das ist alles schon so lange her und alles ist doch gut gegangen. Sie ist kerngesund. Warum war also ausgerechnet das gegenwärtig? Jean-Louis fragt mich: „Ja deine Tochter, was ist mit ihr?“ Sie kam mit einem Kaiserschnitt zur Welt und ich hielt sie in meinen Armen. Dann aber wurde sie blau, bekam keine Luft. Ich schrie nach der Schwester, die mich sorglos verlassen hatte. Sie kam und meinte nur „passt schon“. Erst als ich wie um mein eigenes Leben schrie, kamen sie alle gerannt. Schläuche, Kabel und das ganze Programm. Als meine Frau von der Narkose aufwachte und niemanden in ihren Armen hatte, kam nackte Panik auf. Nach einer meiner schlimmsten Stunden im Leben kamen drei Ärzte und zwei Krankenschwestern. Sie meinten „hier können wir nichts mehr tun“. Der Nottransport brachte Kind, Schläuche und Kabel in die Notaufnahme einer spezialisierten Kinderklinik. Ich fuhr mit. Conny riss sich dann ihre eigenen Schläuche heraus und fuhr mit einem Taxi hinterher. Zwei Tage und zwei Nächte nacktes Bangen. Eine Krankenschwester meinte irgendwann zu mir „das ist nur ein Infekt, wir kriegen das hin.“ Doch dann kam der nächste Schlag. Der Chefarzt bereitete uns darauf vor, dass unsere Tochter behindert sei. Man müsse jetzt sofort zwei Operationen, so wie bei einem Gehirntumor machen. Das lehnten wir erst einmal ab. Aber auch eine zweite Arztmeinung kam zu dem gleichen Schluss. Am dritten Tag war ich erstmals zu Hause, neben mir eine Flasche Rotwein. Und ich tat etwas, was ich noch nie zuvor getan hatte: Ich ging in ein Internetforum und suchte nach dem Begriff „Präaurikuläre Fistel“. Schließlich tippte ich das ganze Drama in ein HNO-Forum ein. Dann, gegen viertel nach Zwei in der Früh kam eine Antwort. Ein HNO-Spezialist schrieb kurz und knapp: „Finger weg. Ja nicht operieren. Fistel kein Problem. Melde mich morgen“. Gegen Vier in der Früh kam dann noch eine Antwort eines HNO-Professors aus Hamburg: „Ich gebe meinem Kollegen recht, keine Sorgen machen, bloß nicht unter das Messer. Sind Sie Privatpatient??????“ Der erste Arzt meldete sich nach einem kurzen Schlaf um Punkt acht noch einmal im Forum. Er war in Augsburg, nur einen Steinwurf von mir weg. Und er erklärte mir, dass es sich bei einer Präaurikuläre Fistel um zwei kleine Löchlein an den Ohren handele, die normalerweise vor der Geburt zuwachsen. Es gäbe allerdings unzählige Menschen, bei denen die Löchlein eben bleiben und die damit nie Probleme hätten. Im Notfall könne man ja in zehn Jahren die Löchlein immer noch zu machen. Aber erst einmal abwarten und keine Sorgen machen. Auch er fragte mich nun, ob ich privat versichert sei?“ Ja, das war ich. Der Infekt besserte sich zusehends und schon bald konnten wir mit unserer Tochter heimfahren. Auf eigenes Risiko, meinte der Chefarzt. Er wollte unbedingt operieren. Gleich in der ersten Woche fuhren wir dann zu unserem „Internet-Date“, dem HNO-Arzt in Augsburg. Er meinte gleich im Wartezimmer: „Da ist doch alles gesund, super!“ Viele ältere Patienten kämen zu ihm, wegen allen möglichen Sachen. Und wenn er sie dann auf Löchlein in den Ohren anspreche, dann seien die oft ganz verwundert: „Löchlein? Aja stimmt. Ist mir noch nie aufgefallen.“ All das hatte ich gerade Jean-Louis auf Französisch erzählt. Richtig – auf Französisch. Sprache ist Einfühlungsvermögen, dann geht alles. Ob unsere Lehrkräfte das in der Schule auch schon verstanden haben? Jean-Louis umarmte mich erst einmal. Jetzt liefen uns gleich beiden die Tränen herunter. „Machine à Lavage, c’est bon“. Ja, die Waschmaschine, das war sie. Niemals hätte ich je gedacht, dass dieses Ereignis mich noch heute so belasten würde. Ist doch alles gut gegangen. Und ich denke auch nicht mehr daran. Dachte ich jedenfalls. Jean-Louis bückte sich und versetzte gerade mal wieder eine kleine Schnecke von der Straße ins Grüne. Ein Buddhist eben. Und irgendwie auch beeindruckend. Jean-Louis verriet mir ein Geheimnis. Er sagte, so, wie die Gedanken kommen, so gehen sie wieder. Zumindest wollen sie das. Du musst sie jetzt auch loslassen. Lege etwas hier in die Wiese. Und dann gehen wir weiter. Die Gedanken in Frieden loslassen... ... das habe ich ausgerechnet von einem Buddhisten am Jakobsweg gelernt. Aja: Villaviciosa, das bösartige Dorf war wunderschön!Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kste H1 Inhaltsverzeichnis La Isla – Villaviciosa Array ( ) Inhalt H2 zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Küste, Küstenweg Array ( ) Jakobsweg an der Küste, Burnout, Inhaltsverzeichnis H3 Array ( ) 1313Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten)
    • (Kapitel Pilgerbuch)
    • Tag 18: 32 km, ca. 1.200 Höhenmeter, über Peón (Kapitel Pilgerbuch)
    • „CS“ für Camino de Santiago. (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
    • Wunderbare Menschen (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
    1414
    • . Kapitel Jakobswege und Alternativen
    • Tag 18: 32 km, ca. 1.200 Höhenmeter, über Peón. Kapitel Jakobsweg an der Küste
    • „CS“ für Camino de Santiago.. Kapitel Pilgerbuch
    • Wunderbare Menschen. Camino del Norte und Camino de la Costa
    Fotos zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Beitrag Keywords zu diesem Jakobsweg-Beitrag:

    Camino de la Costa, Camino del Norte

    Kuestenweg/ Jakobsweg an der Kueste/ Camino de la Costa Textauszug:

    Zwei Bergtouren nach Gijón

    Tag 18: 32 km, ca. 1.200 Höhenmeter, über Peón

    Hier ist sie: Die Etappe, von der ich schon zwei Tage Muffensausen habe. Nach Gijón, sprich „Chichon“, sind es nicht nur 32 Kilometer. Es sind auch viele Höhenmeter.

    Gleich in der ersten Morgendämmerung brechen wir auf. Es hat nur etwa 10 Grad und ist feucht, nebelig. Dafür optimal zum Gehen. Gleich hinter Villaviciosa geht es steil bergauf. Soll ich mich vor dem Nieselregen schützen oder ist es besser ohne Regenjacke? Unter dem Gehen ziehe ich meine Regenjacke aus, den Rucksack habe ich vor mir in der Hand. Im T-Shirt ist es nun wesentlich angenehmer zu wandern. Ich spüre den kühlen Nebel, der meine Arme benetzt. Noch geht es bergauf. Aber ebenso überraschend wird es jetzt flacher.

    Mitten im leichten Nieselregen kommen wir durch einen dichten Eukalyptuswald. In der Feuchtigkeit verströmt er seinen Duft. Bei Sichtweiten um die 50 Meter komme ich mir vor wie in einem römischen Dampfbad. Auf dem asphaltierten Sträßchen fallen mir immer wieder die vielen schillernden Ölflecken auf. Sie stammen aber nicht von einer defekten Ölwanne, sondern aus den Eukalyptus-Samen, die ihr ätherisches Öl verströmen. Während Villaviciosa noch fast auf dem Meeresspiegel liegt, sind wir oben auf etwa 400 Höhenmetern. In Peón sind wir dann wieder auf 80 Metern.

    Die einzige Verpflegungsmöglichkeit soll laut französischem Reiseführer in dem Dörfchen Peón sein, welches im Nebel unter uns auftaucht. Ich spüre bergab nun meine Knie und freue mich auf eine Pause.

    Doch vor der Bar stehen wir beide vor verschlossenen Türen. Der Vorgarten ist noch verwüstet von den sintflutartigen Regenfällen der Vortage. Zwischen zwei Plastikstühlen ist ein tiefer Graben unterspült.

    Beide essen wir einen Apfel und beginnen zu frieren. Also gehen wir weiter. Es geht gleich wieder steil auf 280 Höhenmeter hinauf.

     

    Die kühlen Temperaturen sind zum Laufen ideal. Bergauf markiert uns wieder ein gelber Pfeil den Weg. Darunter stehen die Buchstaben:

    „CS“ für Camino de Santiago.

    Das erste Mal fällt mir auf, dass CS auch meine Initialen sind, es ist also mein eigener Weg!

    Hin und wieder wird es bergauf etwas abenteuerlich, da oft ganze Wegstücke weggespült sind. Dann geht es durch Gestrüpp und Brennnesseln, bis wir wieder auf den Weg kommen.

    Am Gipfel „Nummer zwei“ – in Curbiello können wir dann weit weg Gijón im Dunst sehen. Und genau hier ist eine kleine Bar. Auf die fette und eklige Salami hätte ich verzichten sollen. Denn bei den ersten Schritten bergab rebelliert nun mein Magen. Die Übelkeit raubt mir komplett alle Kräfte. Nach quälenden zwei Kilometern habe ich wohl den Punkt für die Entscheidung erreicht. Soll ich das Essen „zurückholen“? Soll ich danach für die Hygiene meine Wasservorräte opfern.

    Meine Reflexe nehmen mir zumindest die erste Entscheidung dann recht schnell ab. Danach breche ich schlagartig völlig entkräftet zusammen. Noch etwa zehn Kilometer sind es nach Gijón. Doch an Laufen ist irgendwie nicht mehr zu denken. Erneut muss ich mich übergeben und ich werde den Geschmack der ekelhaften Salami nicht mehr los. Jean-Louis hat nach einem Kilometer auf mich gewartet. Er meint, ich sei kreidebleich.

    Im Schneckentempo geht es durch die ersten Vororte von Gijón. Und meine Übelkeit wird sogar noch schlimmer.

    Bis zur Universität am Rande von Gijón schaffe ich es gerade noch. War es die Salami, oder hat es mich ernsthaft erwischt? Ich kann nicht mehr und muss mich immer wieder übergeben, obwohl mein Magen schon längst entleert ist.

    Jean-Louis hält einen Bus an, der uns nun die eineinhalb Kilometer in das Zentrum befördert. Die wären zu Fuß heute definitiv nicht mehr gegangen. Natürlich stellt sich mir die Frage, ob ich hier in der Stadt als Pilger für fünf Minuten den Bus benutzen darf. Bisher habe ich alles mit eigenen Füßen erlaufen. Doch ich habe es bis Gijón geschafft und nun geht es nicht anders. Ab in die Herberge, ab in das Bett!

    Nachdem wir auch hier fast die einzigen Pilger sind, haben Jean-Louis und ich ein Zimmer allein. Er geht noch einkaufen, während ich mich mit der Toilette anfreunden muss. Diese befindet sich nicht im Zimmer, sondern im Flur. Und so hört mich wohl auch die Herbergsmutter.

    Schließlich kommt sie mit einem selbstgemachten Kräuterschnaps, nach dem es mich kräftig schüttelt. Sie lacht und meint, ich solle mich jetzt ein wenig hinlegen. Tatsächlich hat die Herbergsmutter recht gehabt.

    Wunderbare Menschen

    Überhaupt ist die Herbergsmutter eine Seele von Mensch. Sie vermietet, unterstützt von der Stadt für Pilger und nebenbei auch für andere Gäste. Während ich im Bett liege, kommt sie vorbeischauen, ob es mir schon besser geht. Und tatsächlich hat ihr Hausrezept meinen Magen wieder aufgeräumt. Gott sei Dank!

    Behutsam nimmt sie all meine Sachen, samt Rucksack mit zum Waschen. Kostenlos!

    Von Gijón sehe ich heute nicht mehr sehr viel. Ich kaufe mir am Abend noch ein neues T-Shirt und werfe das alte T-Shirt gleich in die Mülltonne. Ein paar Straßenzüge wage ich mich noch in die Hafengegend und notiere in mein Tagebuch: Hier wäre es schön!

    Am nächsten Morgen ging es mir nicht nur viel besser. Ich hatte endlich wieder einen wohlriechenden Rucksack auf meinen Schultern.



    (c) Christian Seebauer