18 VILLAVICIOSA – GIJON

Camino de la Costa: VILLAVICIOSA – GIJON | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 18: VILLAVICIOSA – GIJON
Tag 18: 32 km, ca. 1.200 Höhenmeter, über Peón

 

Amandi (Villaviciosa) 390 – Ambás (Villaviciosa) 384 – Arbazal (Villaviciosa) 381 – La Campa (Sariego) 380 – Sariego/Sariegu 375 – Pola de Siero/La Pola (Siero) 367 – El Berrón (Siero) 363 – Colloto (Oviedo) 355 – Oviedo/Uviéu 350

Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012.

 


Größere Kartenansicht

Der Erlebnisbericht: Jakobsweg an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeVILLAVICIOSA – GIJON

‘Beten und meditieren

Jean-Louis meditiert ein wenig, während ich zu meinem Gott bete. Es ist kein Vaterunser und kein richtiges Gebet. Ich rede einfach im Stillen so, wie es mir gerade einfällt. Und ich bin mir sicher, dass er mir gerade zuhört. Nach all den Strapazen der letzten Wochen fällt es mir nun leichter, mich auf mich selbst und auf ein Gespräch mit Gott einzulassen. Es ist nichts Komisches mehr daran, einfach zu reden und zu glauben. Ob er nun da draußen ist, oder neben mir, oder ein Teil von mir, ist mir egal. Irgendwie versuche ich nicht mehr darüber nachzudenken, wer oder was Gott ist. Oder wie er aussieht. Ich kann Kirche das erste Mal in meinem Leben als etwas sehr spirituelles wahrnehmen. Hier steht kein mittelmäßiger Pfarrer vorne, der irgendetwas predigt, gegen das ich mich sträube. Hier ist nur eins: Unheimliche Stille, ein wenig Beklommenheit vor der alten behinderten Frau, die uns nun zum Beten respektvoll in Ruhe lässt. …’

Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten.

Jakobsweg an der Küste: VILLAVICIOSA - GIJON, Foto 2

Kulisse

Der Jakobsweg führt mich durch Eukalyptuswälder.

Hier ist sie: Die Etappe, von der ich schon zwei Tage Muffensausen habe. Nach Gijón, sprich „Chichon“, sind es nicht nur 32 Kilometer. Es sind auch viele Höhenmeter.

Gleich in der ersten Morgendämmerung brechen wir auf. Es hat nur etwa 10 Grad und ist feucht, nebelig. Dafür optimal zum Gehen. Gleich hinter Villaviciosa geht es steil bergauf. Soll ich mich vor dem Nieselregen schützen oder ist es besser ohne Regenjacke? Unter dem Gehen ziehe ich meine Regenjacke aus, den Rucksack habe ich vor mir in der Hand. Im T-Shirt ist es nun wesentlich angenehmer zu wandern. Ich spüre den kühlen Nebel, der meine Arme benetzt. Noch geht es bergauf. Aber ebenso überraschend wird es jetzt flacher.

Mitten im leichten Nieselregen kommen wir durch einen dichten Eukalyptuswald. In der Feuchtigkeit verströmt er seinen Duft. Bei Sichtweiten um die 50 Meter komme ich mir vor wie in einem römischen Dampfbad. Auf dem asphaltierten Sträßchen fallen mir immer wieder die vielen schillernden Ölflecken auf. Sie stammen aber nicht von einer defekten Ölwanne, sondern aus den Eukalyptus-Samen, die ihr ätherisches Öl verströmen. Während Villaviciosa noch fast auf dem Meeresspiegel liegt, sind wir oben auf etwa 400 Höhenmetern. In Peón sind wir dann wieder auf 80 Metern.

Die einzige Verpflegungsmöglichkeit soll laut französischem Reiseführer in dem Dörfchen Peón sein, welches im Nebel unter uns auftaucht. Ich spüre bergab nun meine Knie und freue mich auf eine Pause.

Doch vor der Bar stehen wir beide vor verschlossenen Türen. Der Vorgarten ist noch verwüstet von den sintflutartigen Regenfällen der Vortage. Zwischen zwei Plastikstühlen ist ein tiefer Graben unterspült.

Beide essen wir einen Apfel und beginnen zu frieren. Also gehen wir weiter. Es geht gleich wieder steil auf 280 Höhenmeter hinauf.

Die kühlen Temperaturen sind zum Laufen ideal. Bergauf markiert uns wieder ein gelber Pfeil den Weg. Darunter stehen die Buchstaben:

„CS“ für Camino de Santiago.

Das erste Mal fällt mir auf, dass CS auch meine Initialen sind, es ist also mein eigener Weg!

Hin und wieder wird es bergauf etwas abenteuerlich, da oft ganze Wegstücke weggespült sind. Dann geht es durch Gestrüpp und Brennnesseln, bis wir wieder auf den Weg kommen.

Am Gipfel „Nummer zwei“ – in Curbiello können wir dann weit weg Gijón im Dunst sehen. Und genau hier ist eine kleine Bar. Auf die fette und eklige Salami hätte ich verzichten sollen. Denn bei den ersten Schritten bergab rebelliert nun mein Magen. Die Übelkeit raubt mir komplett alle Kräfte. Nach quälenden zwei Kilometern habe ich wohl den Punkt für die Entscheidung erreicht. Soll ich das Essen „zurückholen“? Soll ich danach für die Hygiene meine Wasservorräte opfern.

Meine Reflexe nehmen mir zumindest die erste Entscheidung dann recht schnell ab. Danach breche ich schlagartig völlig entkräftet zusammen. Noch etwa zehn Kilometer sind es nach Gijón. Doch an Laufen ist irgendwie nicht mehr zu denken. Erneut muss ich mich übergeben und ich werde den Geschmack der ekelhaften Salami nicht mehr los. Jean-Louis hat nach einem Kilometer auf mich gewartet. Er meint, ich sei kreidebleich.

Im Schneckentempo geht es durch die ersten Vororte von Gijón. Und meine Übelkeit wird sogar noch schlimmer.

Bis zur Universität am Rande von Gijón schaffe ich es gerade noch. War es die Salami, oder hat es mich ernsthaft erwischt? Ich kann nicht mehr und muss mich immer wieder übergeben, obwohl mein Magen schon längst entleert ist.

Jean-Louis hält einen Bus an, der uns nun die eineinhalb Kilometer in das Zentrum befördert. Die wären zu Fuß heute definitiv nicht mehr gegangen. Natürlich stellt sich mir die Frage, ob ich hier in der Stadt als Pilger für fünf Minuten den Bus benutzen darf. Bisher habe ich alles mit eigenen Füßen erlaufen. Doch ich habe es bis Gijón geschafft und nun geht es nicht anders. Ab in die Herberge, ab in das Bett!

Nachdem wir auch hier fast die einzigen Pilger sind, haben Jean-Louis und ich ein Zimmer allein. Er geht noch einkaufen, während ich mich mit der Toilette anfreunden muss. Diese befindet sich nicht im Zimmer, sondern im Flur. Und so hört mich wohl auch die Herbergsmutter.

Schließlich kommt sie mit einem selbstgemachten Kräuterschnaps, nach dem es mich kräftig schüttelt. Sie lacht und meint, ich solle mich jetzt ein wenig hinlegen. Tatsächlich hat die Herbergsmutter recht gehabt.

Wunderbare Menschen

Überhaupt ist die Herbergsmutter eine Seele von Mensch. Sie vermietet, unterstützt von der Stadt für Pilger und nebenbei auch für andere Gäste. Während ich im Bett liege, kommt sie vorbeischauen, ob es mir schon besser geht. Und tatsächlich hat ihr Hausrezept meinen Magen wieder aufgeräumt. Gott sei Dank!

Behutsam nimmt sie all meine Sachen, samt Rucksack mit zum Waschen. Kostenlos!

Von Gijón sehe ich heute nicht mehr sehr viel. Ich kaufe mir am Abend noch ein neues T-Shirt und werfe das alte T-Shirt gleich in die Mülltonne. Ein paar Straßenzüge wage ich mich noch in die Hafengegend und notiere in mein Tagebuch: Hier wäre es schön!

Am nächsten Morgen ging es mir nicht nur viel besser. Ich hatte endlich wieder einen wohlriechenden Rucksack auf meinen Schultern.

 


Größere Kartenansicht

Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

Jakobsweg an der Küste: VILLAVICIOSA - GIJON, Foto 2

Beschwerlicher Aufstieg in den Bergen am Jakobsweg

Höhenmeter und Schweiß gehören am Jakobsweg dazu.

Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach.

Jakobsweg an der Küste: VILLAVICIOSA - GIJON, Foto 3

Erschöpft. Glücklich. Am Jakobsweg

Ausgelaugt aber glücklich am Camino de la Costa.

Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung
direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90

Jakobsweg an der Küste: VILLAVICIOSA - GIJON, Foto 4

Kirche am Jakobsweg

Aufbruch zum Jakobsweg im Dunklen

Aufbruch zum Jakobsweg im Dunklen

Aufbruch zum Jakobsweg im Dunklen

Aufbruch zum Jakobsweg im Dunklen

Aufbruch zum Jakobsweg im Dunklen

Blick vom Jakobsweg auf die neue Autobahn

Blick vom Jakobsweg auf die neue Autobahn

Kuriose Szene am Jakobsweg: Gartentisch versinkt im Erdloch

Kuriose Szene am Jakobsweg: Gartentisch versinkt im Erdloch

Kuriose Szene am Jakobsweg: Gartentisch versinkt im Erdloch

Kuriose Szene am Jakobsweg: Gartentisch versinkt im Erdloch

Uralter Baum und eine Jakobswegsymbol

Uralter Baum und eine Jakobswegsymbol

Pilger Jena-Louis folgt dem Jakobsweg an der Küste

Pilger Jean-Louis folgt dem Jakobsweg an der Küste

Unterwegs auf dem Jakobsweg:
Jakobsweg. Hauptstationen am Meer.


Christian Seebauer am Jakobsweg

Ich freue mich, wenn Du mein Buch direkt bei mir bestellen möchtest! Gerne mit persönlicher handschriftlicher Widmung. Handsigniert. Optimal als Geschenk.

Jakobsweg an der Küste
Christian Seebauer: BURNOUT | Jakobsweg an der Küste 19,90 € Bewertung f�r das Buch




Christian Seebauer: Israel Trail mit Herz. Details ->
Buch zum Israel National Trail, Christian Seebauer, SCM
Israel Trail mit Herz Bewertung 5 Sterne19,95 €
Shvil Israel, Vorteilshaekchen Versandkostenfrei [D]
Shvil Israel, Vorteilshaekchen Handsigniert
Shvil Israel, Vorteilshaekchen pers. Widmung

Was andere sagen ->


Die 3. Woche am Jakobsweg (Camino de la Costa)

Depressionen – ein beschissener Vorteil

Depressionen sind kein leichter Begleiter. Wie schafft man eigentlich einen Pilgerweg? Und wie bereitet man sich darauf vor? Wer unter ...
Weiterlesen …

16 RIBADASELLA – LA ISLA

Camino de la Costa: RIBADASELLA - LA ISLA | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 16: RIBADASELLA - LA ISLA Tag 16: 20 ...
Weiterlesen …

17 LA ISLA – VILLAVICIOSA

Camino de la Costa: LA ISLA - VILLAVICIOSA | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 17: LA ISLA - VILLAVICIOSA Tag 17: Nur ...
Weiterlesen …

18 VILLAVICIOSA – GIJON

Camino de la Costa: VILLAVICIOSA - GIJON | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 18: VILLAVICIOSA - GIJON Tag 18: 32 km, ca ...
Weiterlesen …

19 GIJON – AVILÉS

Camino de la Costa: GIJON - AVILÉS | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 19: GIJON - AVILÉS Tag 19: 26 Kilometer, wenige ...
Weiterlesen …

20 AVILÉS – SAN ESTEBAN DE PRAVIA

Camino de la Costa: AVILÉS - SAN ESTEBAN DE PRAVIA | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 20: AVILÉS - SAN ESTEBAN DE ...
Weiterlesen …

21 NACH SOTO DE LUIÑA

Camino de la Costa: NACH SOTO DE LUIÑA | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 21: NACH SOTO DE LUIÑA Tag 21: ca ...
Weiterlesen …

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Camino de la Costa: VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 22: VON SOTO DE LUIÑA NACH ...
Weiterlesen …

15 LLANES – RIBADESELLA

Camino de la Costa: LLANES - RIBADESELLA | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 15: LLANES - RIBADESELLA Tag 15: 30 Kilometer, 550 ...
Weiterlesen …
Textauszug Israel-Trail.com 18 VILLAVICIOSA – GIJON Camino de la Costa: VILLAVICIOSA - GIJON | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 18: VILLAVICIOSA - GIJON Tag 18: 32 km, ca. 1.200 Höhenmeter, über Peón Amandi (Villaviciosa) 390 - Ambás (Villaviciosa) 384 - Arbazal (Villaviciosa) 381 - La Campa (Sariego) 380 - Sariego/Sariegu 375 - Pola de Siero/La Pola (Siero) 367 - El Berrón (Siero) 363 - Colloto (Oviedo) 355 - Oviedo/Uviéu 350 Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012. Größere Kartenansicht Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeVILLAVICIOSA - GIJON 'Beten und meditieren Jean-Louis meditiert ein wenig, während ich zu meinem Gott bete. Es ist kein Vaterunser und kein richtiges Gebet. Ich rede einfach im Stillen so, wie es mir gerade einfällt. Und ich bin mir sicher, dass er mir gerade zuhört. Nach all den Strapazen der letzten Wochen fällt es mir nun leichter, mich auf mich selbst und auf ein Gespräch mit Gott einzulassen. Es ist nichts Komisches mehr daran, einfach zu reden und zu glauben. Ob er nun da draußen ist, oder neben mir, oder ein Teil von mir, ist mir egal. Irgendwie versuche ich nicht mehr darüber nachzudenken, wer oder was Gott ist. Oder wie er aussieht. Ich kann Kirche das erste Mal in meinem Leben als etwas sehr spirituelles wahrnehmen. Hier steht kein mittelmäßiger Pfarrer vorne, der irgendetwas predigt, gegen das ich mich sträube. Hier ist nur eins: Unheimliche Stille, ein wenig Beklommenheit vor der alten behinderten Frau, die uns nun zum Beten respektvoll in Ruhe lässt. ...' Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten. Der Jakobsweg führt mich durch Eukalyptuswälder. Hier ist sie: Die Etappe, von der ich schon zwei Tage Muffensausen habe. Nach Gijón, sprich „Chichon“, sind es nicht nur 32 Kilometer. Es sind auch viele Höhenmeter. Gleich in der ersten Morgendämmerung brechen wir auf. Es hat nur etwa 10 Grad und ist feucht, nebelig. Dafür optimal zum Gehen. Gleich hinter Villaviciosa geht es steil bergauf. Soll ich mich vor dem Nieselregen schützen oder ist es besser ohne Regenjacke? Unter dem Gehen ziehe ich meine Regenjacke aus, den Rucksack habe ich vor mir in der Hand. Im T-Shirt ist es nun wesentlich angenehmer zu wandern. Ich spüre den kühlen Nebel, der meine Arme benetzt. Noch geht es bergauf. Aber ebenso überraschend wird es jetzt flacher. Mitten im leichten Nieselregen kommen wir durch einen dichten Eukalyptuswald. In der Feuchtigkeit verströmt er seinen Duft. Bei Sichtweiten um die 50 Meter komme ich mir vor wie in einem römischen Dampfbad. Auf dem asphaltierten Sträßchen fallen mir immer wieder die vielen schillernden Ölflecken auf. Sie stammen aber nicht von einer defekten Ölwanne, sondern aus den Eukalyptus-Samen, die ihr ätherisches Öl verströmen. Während Villaviciosa noch fast auf dem Meeresspiegel liegt, sind wir oben auf etwa 400 Höhenmetern. In Peón sind wir dann wieder auf 80 Metern. Die einzige Verpflegungsmöglichkeit soll laut französischem Reiseführer in dem Dörfchen Peón sein, welches im Nebel unter uns auftaucht. Ich spüre bergab nun meine Knie und freue mich auf eine Pause. Doch vor der Bar stehen wir beide vor verschlossenen Türen. Der Vorgarten ist noch verwüstet von den sintflutartigen Regenfällen der Vortage. Zwischen zwei Plastikstühlen ist ein tiefer Graben unterspült. Beide essen wir einen Apfel und beginnen zu frieren. Also gehen wir weiter. Es geht gleich wieder steil auf 280 Höhenmeter hinauf. Die kühlen Temperaturen sind zum Laufen ideal. Bergauf markiert uns wieder ein gelber Pfeil den Weg. Darunter stehen die Buchstaben: „CS“ für Camino de Santiago. Das erste Mal fällt mir auf, dass CS auch meine Initialen sind, es ist also mein eigener Weg! Hin und wieder wird es bergauf etwas abenteuerlich, da oft ganze Wegstücke weggespült sind. Dann geht es durch Gestrüpp und Brennnesseln, bis wir wieder auf den Weg kommen. Am Gipfel „Nummer zwei“ – in Curbiello können wir dann weit weg Gijón im Dunst sehen. Und genau hier ist eine kleine Bar. Auf die fette und eklige Salami hätte ich verzichten sollen. Denn bei den ersten Schritten bergab rebelliert nun mein Magen. Die Übelkeit raubt mir komplett alle Kräfte. Nach quälenden zwei Kilometern habe ich wohl den Punkt für die Entscheidung erreicht. Soll ich das Essen „zurückholen“? Soll ich danach für die Hygiene meine Wasservorräte opfern. Meine Reflexe nehmen mir zumindest die erste Entscheidung dann recht schnell ab. Danach breche ich schlagartig völlig entkräftet zusammen. Noch etwa zehn Kilometer sind es nach Gijón. Doch an Laufen ist irgendwie nicht mehr zu denken. Erneut muss ich mich übergeben und ich werde den Geschmack der ekelhaften Salami nicht mehr los. Jean-Louis hat nach einem Kilometer auf mich gewartet. Er meint, ich sei kreidebleich. Im Schneckentempo geht es durch die ersten Vororte von Gijón. Und meine Übelkeit wird sogar noch schlimmer. Bis zur Universität am Rande von Gijón schaffe ich es gerade noch. War es die Salami, oder hat es mich ernsthaft erwischt? Ich kann nicht mehr und muss mich immer wieder übergeben, obwohl mein Magen schon längst entleert ist. Jean-Louis hält einen Bus an, der uns nun die eineinhalb Kilometer in das Zentrum befördert. Die wären zu Fuß heute definitiv nicht mehr gegangen. Natürlich stellt sich mir die Frage, ob ich hier in der Stadt als Pilger für fünf Minuten den Bus benutzen darf. Bisher habe ich alles mit eigenen Füßen erlaufen. Doch ich habe es bis Gijón geschafft und nun geht es nicht anders. Ab in die Herberge, ab in das Bett! Nachdem wir auch hier fast die einzigen Pilger sind, haben Jean-Louis und ich ein Zimmer allein. Er geht noch einkaufen, während ich mich mit der Toilette anfreunden muss. Diese befindet sich nicht im Zimmer, sondern im Flur. Und so hört mich wohl auch die Herbergsmutter. Schließlich kommt sie mit einem selbstgemachten Kräuterschnaps, nach dem es mich kräftig schüttelt. Sie lacht und meint, ich solle mich jetzt ein wenig hinlegen. Tatsächlich hat die Herbergsmutter recht gehabt. Wunderbare Menschen Überhaupt ist die Herbergsmutter eine Seele von Mensch. Sie vermietet, unterstützt von der Stadt für Pilger und nebenbei auch für andere Gäste. Während ich im Bett liege, kommt sie vorbeischauen, ob es mir schon besser geht. Und tatsächlich hat ihr Hausrezept meinen Magen wieder aufgeräumt. Gott sei Dank! Behutsam nimmt sie all meine Sachen, samt Rucksack mit zum Waschen. Kostenlos! Von Gijón sehe ich heute nicht mehr sehr viel. Ich kaufe mir am Abend noch ein neues T-Shirt und werfe das alte T-Shirt gleich in die Mülltonne. Ein paar Straßenzüge wage ich mich noch in die Hafengegend und notiere in mein Tagebuch: Hier wäre es schön! Am nächsten Morgen ging es mir nicht nur viel besser. Ich hatte endlich wieder einen wohlriechenden Rucksack auf meinen Schultern. Größere Kartenansicht Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! Die Urvariante des Jakobsweges - der Küstenweg - ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön! Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst! Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm. Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter. Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten. Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht. ISBN-13: 979-8618384704 Seit 2020 Independently published BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat Jakobsweg an der Küste 303 Seiten unbebildert Höhenmeter und Schweiß gehören am Jakobsweg dazu. Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach. Ausgelaugt aber glücklich am Camino de la Costa. Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90 Unterwegs auf dem Jakobsweg: Jakobsweg. Hauptstationen am Meer. Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Post H1 Headlines 18 VILLAVICIOSA – GIJON Array ( [0] => Camino de la Costa: VILLAVICIOSA - GIJON | Jakobsweg, Küstenweg [1] => Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeVILLAVICIOSA - GIJON [2] => Der Jakobsweg führt mich durch Eukalyptuswälder. [3] => Höhenmeter und Schweiß gehören am Jakobsweg dazu. [4] => Ausgelaugt aber glücklich am Camino de la Costa. ) H2 Headlines zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Beitrag Array ( [0] => Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! [1] => Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach. ) Keywords zu diesem Jakobsweg-Beitrag:

Israel-Trail