7 BILBAO – POBEÑA

Camino de la Costa: BILBAO – POBEÑA | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 7: BILBAO – POBEÑA
Tag 7: 27 km, ca. 300 Höhenmeter, über Getxo, Portugalete, La Arena.

Der Jakobsweg an der Küste (Camino de la Costa) ist der älteste erwähnte Jakobsweg und zentraler Bestandteil der Kultur Bilbaos.

Bilbao 706 – Castrejana (Bilbao) 699 – Barakaldo 690- Sestao 687 – Portugalete 684 – Playa La Arena (Ciérvana) 672 – Pobeña (Musques) 670 – Ontón (Agüera) 665 – Baltezana (Castro-Urdiales) 663 – Otañes (Castro-Urdiales) 657 – Santullán (Castro-Urdiales) 654 – Sámano (Castro-Urdiales) 652 – Castro-Urdiales 648 – Allendelagua (Castro-Urdiales) 644 – Cerdigo (Castro-Urdiales) 641

Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012.

 


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Der Erlebnisbericht: Jakobsweg an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeBILBAO – POBEÑA

‘Loslassen ist ein neuer Anfang.

Jetzt bin ich allein. Allein mit mir.
Immer wieder kommen Tränen hoch. Immer wieder spüre ich aber auch so etwas wie Befreiung. So als wenn eine große Last von mir abfällt. Damit meine ich nicht Ingrid, sondern mein Leben davor. Das Wechselbad der Gefühle vollzieht sich rasend schnell. Mit jedem neuen Schritt, den ich vor den anderen setze, betrete ich eine neue Welt hinein in mich selbst.

Ich habe endlich wieder das längst verloren gegangene Gefühl, dass ich in meiner eigenen Gegenwart angekommen bin. Auch wenn es schmerzlich ist.< …’

Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten.

Jakobsweg an der Küste: BILBAO - POBEÑA, Foto 2

Pilger Christian am Jakobsweg in Bilbao

Der Jakobsweg in Bilbao Richtung Portugalete.

Weiter nach Bilbo…

Eine seltsame Mischung der Leere und Neugierde begleitet mich auf die Bergkuppe vor Bilbao. Ich bin jetzt völlig ausgelaugt. Und es fehlt mir an Trinkwasser. Nur eine Reserve-Apfelhälfte habe ich noch bei mir.

Oben an einem Sendemast angekommen, tut sich ein fantastischer Rundblick auf Bilbao auf. Auch die Sonne kommt nun heraus. „Bilbo“, wie die Basken Ihre Stadt liebevoll nennen, liegt unter mir. Von hier oben aus ist es ein langer, schmaler Schlauch. Bilbo schlängelt sich dicht entlang des Flusses Nervión, der im Vorort Portugalete in den Golf von Biskaya mündet.

Eingezwängt wird Bilbo mir gegenüber von den Bergketten um den Ganekogorta (998m). Auf meiner Linken durch den Mugarra Peak (936m), und den Anboto (1331m). Dazwischen verläuft der Paso del Diablo „Pass des Teufels“.

Bilbo ist neben Malta eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas. Wenn gleich die Grenzen von hier oben sehr überschaubar sind.

Bergab bietet sich mir ein Blick wie aus dem Cockpit eines landenden Flugzeuges. Weil mein „Fahrwerk“ beim steilen Bergab schmerzt, wünschte ich mir so etwas wie bremsende Landeklappen.

In Sandalen unterwegs

Schließlich bin ich noch immer in meinen Sandalen unterwegs. Auf der steilen Asphaltpiste schmieren meine Zehen oft nach vorne ab und berühren den Boden. Das tut weh.

Doch jetzt lenkt mich ein großartiger Picknick Platz ab. Das Grün erstreckt sich gleich über mehrere Treppen. Eine Großfamilie ist beim Grillen. Der Duft von gegrilltem Fleisch erfüllt schon von weitem die Luft. Mir ist aber nur nach Trinken zu Mute. Soll ich die Familie danach fragen? Ganz bestimmt würden sie mir etwas abgegeben. Doch nach Gesellschaft ist mir im Augenblick nicht.

Gut, dass ich einen Brunnen vorfinde. So bleibt mir die Bettelei erspart. Ich kann endlich ausgiebig trinken und meine Tränen aus dem Gesicht waschen.

Im langsamen Landeanflug tauche ich blitzartig ein in das quirlige Leben. Bergab spiele ich wie ein Kind Flugzeug und breite meine Arme aus. Wenn mich jetzt jemand sehen würde.

Der fröhliche Vorort mit spielenden Kindern und auf Parkbänken sitzenden Alten muntert mich richtig auf. Aus den gelben Pfeilen des Jakobsweges sind schon seit geraumer Zeit stabile hölzerne Schilder geworden. Diese werden nun abermals abgelöst. Im Bodenbelag eingelassen glänzen jetzt dafür edle Jakobsfliesen. Leider gibt es diese nur sporadisch. Ohne Guide würden sich die Spuren des Caminos im bunten Treiben der Vororte schnell verlieren.

Die letzten Meter führt mich eine alte Steintreppe hinab zum Plaza de Unamuno, mitten in der Altstadt. Ein Juwel. Für einige Minuten setze ich mich nieder auf eine der alten Steinstufen. Schüchtern sehe von hier aus dem geselligen Durcheinander auf der Plaza zu. Es gefällt mir hier.

Dann fasse ich mir ein Herz und stürze mich hinein in den pulsierenden Markt. Nebenbei gibt es im Gehen ein Eis. Vanille, Banane und eine Kugel undefinierbares Grün. Und ich besorge mir für meine Kinder Postkarten und Briefmarken.

Vor mir repräsentiert die Santiago-Kathedrale längst vergangene Zeiten. Aber heute habe ich keine Lust auf Kirchenbesuche.

Wie zuvorkommend und höflich die Menschen in Bilbo sind, erfahre ich an einem Taxistand. Ich habe schon länger keine Wegweiser mehr gefunden. Natürlich bin ich längst nicht mehr da, wo ich nach meinem Guide sein sollte. Wo also bin ich und wie geht es von hier aus weiter?

Skizze vom Jakobsweg an der Küste

Träumen und beten erlaubt! Skizze vom Jakobsweg an der Küste

Ja, er zeigt mir den Weg!

Ein Taxifahrer mit hell grünem Hemd kommt lächelnd auf mich zu. In der Hand winkt er mit einem Stadtplan. Es wird im klar sein, dass ich nicht sein Fahrgast werde. Dennoch will er mir helfen. Geduldig markiert er mit einem blauen Kugelschreiber der spanischen Allianz die aktuelle Position. Gott sei Dank schenkt er mir nicht den Kugelschreiber, sondern den Stadtplan.

Recht ehrlich markiert er mir den kürzesten Weg. Mit einer ausschweifenden Kreisbewegung zeigt er dann grinsend, welchen Weg er mit einem betuchten Fahrgast wohl genommen hätte. Da muss ich lachen und klopfe ihm wie zum Dank auf seine linke Schulter. „Gracias por todo!“

Bilbo ist eine der Städte, an denen sich eine Kulturpause wahrhaftig rentieren würde. Angefangen vom Guggenheim-Museum über das Schifffahrtsmuseum und der ältesten Schwebefähre der Welt. Bis hin zu den Menschen, Festen und einem quirligen Nachtleben, soll es hier für jeden Geschmack etwas Passendes geben.

Die Jugendherberge liegt am anderen Ende der Stadt. Es handelt sich dabei um ein modernes Hochhaus, welches so ganz und gar nicht zum Jakobsweg passt.

Die Unterkunft im sechsten Stock hat aber auch etwas für sich. Der Ausblick ist vergleichbar mit dem einer noblen Penthousewohnung. Widererwarten sind die Zimmer klein, sauber und nicht überfüllt. Mein Zimmer teile ich mir nur noch mit einem portugiesischen Fernfahrer und einem Pilger: Dem Weihnachtsmann!

Jean-Louis, der weißbärtige Franzose sieht mich und empfängt mich einem überschwänglichen „Aaaah mon Amieeee, Bonjouuuur“.

 


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Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, das Buch

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste303 Seiten unbebildert
Jakobsweg an der Küste: BILBAO - POBEÑA, Foto 2

Sanddünen und Wind am Jakobsweg kurz nach Bilbao

Tag 7: 27 km, ca. 300 Höhenmeter, über Getxo, Portugalete, La Arena.

Genau genommen will ich allein gehen. Jean-Louis lässt mir aber gar keine Wahl. Er klebt sich förmlich an mich. Egal, ob ich langsamer werde. Er wird es auch. Und wenn ich schneller werde, wird er es ebenfalls. Er weicht mir nicht von meiner Seite. Wie ein Schatten.

So geht es gemächlich aus der Stadt hinaus, noch bevor sie richtig zum Leben erwacht. Nahtlos geht Bilbo über in die Küstenvorstädte Barakaldo, Sestao und Portugalete. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, nicht mehr zu den Autofahrern zu gehören. Alles ist wunderbar stressfrei und es geht stetig voran. Kein Stop and Go. Kein Zeitdruck. Einfach immer weiter mit dem eigenen Rhythmus. Immer entlang des Flusses Nervión. Seine breiten Ufer sind noch gezeichnet vom Hochwasser. Beim Zurückweichen hat die Flut einen niedergedrückten Saum hinterlassen. Doch schon wächst bereits das erste Gras durch den braunen Schlamm.

Ein kühler Wind bläst mir von der Seeseite entgegen. Und es wärmen mich gleich die ersten Sonnenstrahlen des Tages wohltuend. Sie wollen heute bestimmt die Oberhand im Wolkengetümmel bekommen. Das Durcheinander von Neubauten und alten Steinhäusern gefällt mir. So geht es eben auch. Kein Landratsamt scheint hier die Bürger mit irrwitzigen Bauvorschriften zu gängeln. Geparkt wird überall, wo Platz ist. Zur Not lässt man auch schon mal den Schlüssel stecken, damit andere den Wagen schnell umparken können. Verkehrsschilder gibt es nur wenige und viele Ampeln sind einfach abgeschaltet. Freundliche Handzeichen und Blickkontakt funktionieren ebenso gut in Bilbo. Das gilt auch für mich als Fußgänger.

Der Uferweg erstreckt sich jetzt schon eine ganze Weile 50 Meter oberhalb des Nervión hinaus zur Küste. Und der Nervión zeigt mir sein Bilbo von der schönsten Seite.

Die stählerne Schwebefähre unter der Puente de Vizcaya über den Nervión fasziniert mich. Sie hat was von einem alten James-Bond-Streifen. Doch alles Verkehrstechnische gehört in diesen Wochen in eine andere Welt. Nicht in meine.

Erst gegen Mittag entrinne ich langsam dem Ballungsraum. Die Stadtverwaltung muss es hier besonders gut gemeint haben. Sie hat eine aufgeblasene Radfahrer- und Fußgängerstraße zum Meer hinaus pflastern lassen. Die linke Hälfte für die Radfahrer ist rot. Und die Fußgänger laufen auf frisch geteertem Schwarz. Eine echte Tortur für meine Füße! Für diesen EU-konformen Belag sind meine Sandalen nun wirklich nicht ausgelegt. Eine riesige Bautafel dankt der Europäischen Union für die Fördermittel. Welch unsinnige Geldverschwendung. Was für ein Frevel!

Solche Tafeln habe ich schon mehrfach entdeckt. Das Besondere daran ist, dass die Geldsumme solch sinnloser Baumaßnahmen immer auf Mark und Pfennig – pardon, in Euro vermerkt ist. Wenn man so etwas einmal im deutschen Fernsehen zu Gesicht bekommen würde, dann würde den Leuten sicher der Kragen platzen.

Ob diese plumpe Subventionspralerei einen stolzen Basken dazu bringt, an der Wahlurne „Mister Europa“ zu wählen, sei dahin gestellt.

Jean-Louis fotografiert die EU-Tafel.

Er trabt etwa einen halben Kilometer hinter mir her.

Schaf und Pliger am Jakobsweg

Schäfchen und Pliger am Jakobsweg, Skizze/ Aquarell Christian Seebauer

Das entlaufene Schäfchen

Erst gegen Mittag ist er dann wieder bei mir. Von hier an gesellt sich ein weißes Schaf zu uns auf dem abfallenden Weg Richtung Küste. Es scheint Pilger zu mögen und läuft einfach mit. Beizeiten treibt Jean-Louis das Schaf zurück auf die Weide. Ich drücke den Stacheldraht zu Boden und das Schaf ist wieder da, wo es hingehört…

Kurz vor El Arenal läuft der Jakobsweg direkt auf den Strand zu.

Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach.

Jakobsweg an der Küste: BILBAO - POBEÑA, Foto 3

Christian sitzt vor der Pilgerherberge Albergue de Pobena

Erschöpft und glücklich vor der wunderschönen Pilgerherberge in Pobena.

Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung
direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90

Jakobsweg an der Küste: BILBAO - POBEÑA, Foto 4

Als Pilger bekommst Du immer etwas, wenn Du nur fragst! Oliven, Sardellen und ein Bier! Zeit, um Tagebuch zu schreiben!

Unterwegs auf dem Jakobsweg:
Fast immer gibt es ein preiswertes Pilgermenü… und einen Schutzengel, der Dich begleitet!

Schutzengel am Jakobsweg Camino de la Costa, Skizze von Christian Seebauer


Christian Seebauer am Jakobsweg

Ich freue mich, wenn Du mein Buch direkt bei mir bestellen möchtest! Gerne mit persönlicher handschriftlicher Widmung. Handsigniert. Optimal als Geschenk.

Jakobsweg an der Küste
Christian Seebauer: BURNOUT | Jakobsweg an der Küste 19,90 € Bewertung f�r das Buch




Christian Seebauer: Israel Trail mit Herz. Details ->
Buch zum Israel National Trail, Christian Seebauer, SCM
Israel Trail mit Herz Bewertung 5 Sterne19,95 €
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Was andere sagen ->


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Textauszug Israel-Trail.com 7 BILBAO – POBEÑA Camino de la Costa: BILBAO - POBEÑA | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 7: BILBAO - POBEÑA Tag 7: 27 km, ca. 300 Höhenmeter, über Getxo, Portugalete, La Arena. Der Jakobsweg an der Küste (Camino de la Costa) ist der älteste erwähnte Jakobsweg und zentraler Bestandteil der Kultur Bilbaos. Bilbao 706 - Castrejana (Bilbao) 699 - Barakaldo 690- Sestao 687 - Portugalete 684 - Playa La Arena (Ciérvana) 672 - Pobeña (Musques) 670 - Ontón (Agüera) 665 - Baltezana (Castro-Urdiales) 663 - Otañes (Castro-Urdiales) 657 - Santullán (Castro-Urdiales) 654 - Sámano (Castro-Urdiales) 652 - Castro-Urdiales 648 - Allendelagua (Castro-Urdiales) 644 - Cerdigo (Castro-Urdiales) 641 Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012. Größere Kartenansicht Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeBILBAO - POBEÑA 'Loslassen ist ein neuer Anfang. Jetzt bin ich allein. Allein mit mir. Immer wieder kommen Tränen hoch. Immer wieder spüre ich aber auch so etwas wie Befreiung. So als wenn eine große Last von mir abfällt. Damit meine ich nicht Ingrid, sondern mein Leben davor. Das Wechselbad der Gefühle vollzieht sich rasend schnell. Mit jedem neuen Schritt, den ich vor den anderen setze, betrete ich eine neue Welt hinein in mich selbst. Ich habe endlich wieder das längst verloren gegangene Gefühl, dass ich in meiner eigenen Gegenwart angekommen bin. Auch wenn es schmerzlich ist.< ...' Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten. Der Jakobsweg in Bilbao Richtung Portugalete. Weiter nach Bilbo... Eine seltsame Mischung der Leere und Neugierde begleitet mich auf die Bergkuppe vor Bilbao. Ich bin jetzt völlig ausgelaugt. Und es fehlt mir an Trinkwasser. Nur eine Reserve-Apfelhälfte habe ich noch bei mir. Oben an einem Sendemast angekommen, tut sich ein fantastischer Rundblick auf Bilbao auf. Auch die Sonne kommt nun heraus. „Bilbo“, wie die Basken Ihre Stadt liebevoll nennen, liegt unter mir. Von hier oben aus ist es ein langer, schmaler Schlauch. Bilbo schlängelt sich dicht entlang des Flusses Nervión, der im Vorort Portugalete in den Golf von Biskaya mündet. Eingezwängt wird Bilbo mir gegenüber von den Bergketten um den Ganekogorta (998m). Auf meiner Linken durch den Mugarra Peak (936m), und den Anboto (1331m). Dazwischen verläuft der Paso del Diablo „Pass des Teufels“. Bilbo ist neben Malta eines der am dichtesten besiedelten Gebiete Europas. Wenn gleich die Grenzen von hier oben sehr überschaubar sind. Bergab bietet sich mir ein Blick wie aus dem Cockpit eines landenden Flugzeuges. Weil mein „Fahrwerk“ beim steilen Bergab schmerzt, wünschte ich mir so etwas wie bremsende Landeklappen. In Sandalen unterwegs Schließlich bin ich noch immer in meinen Sandalen unterwegs. Auf der steilen Asphaltpiste schmieren meine Zehen oft nach vorne ab und berühren den Boden. Das tut weh. Doch jetzt lenkt mich ein großartiger Picknick Platz ab. Das Grün erstreckt sich gleich über mehrere Treppen. Eine Großfamilie ist beim Grillen. Der Duft von gegrilltem Fleisch erfüllt schon von weitem die Luft. Mir ist aber nur nach Trinken zu Mute. Soll ich die Familie danach fragen? Ganz bestimmt würden sie mir etwas abgegeben. Doch nach Gesellschaft ist mir im Augenblick nicht. Gut, dass ich einen Brunnen vorfinde. So bleibt mir die Bettelei erspart. Ich kann endlich ausgiebig trinken und meine Tränen aus dem Gesicht waschen. Im langsamen Landeanflug tauche ich blitzartig ein in das quirlige Leben. Bergab spiele ich wie ein Kind Flugzeug und breite meine Arme aus. Wenn mich jetzt jemand sehen würde. Der fröhliche Vorort mit spielenden Kindern und auf Parkbänken sitzenden Alten muntert mich richtig auf. Aus den gelben Pfeilen des Jakobsweges sind schon seit geraumer Zeit stabile hölzerne Schilder geworden. Diese werden nun abermals abgelöst. Im Bodenbelag eingelassen glänzen jetzt dafür edle Jakobsfliesen. Leider gibt es diese nur sporadisch. Ohne Guide würden sich die Spuren des Caminos im bunten Treiben der Vororte schnell verlieren. Die letzten Meter führt mich eine alte Steintreppe hinab zum Plaza de Unamuno, mitten in der Altstadt. Ein Juwel. Für einige Minuten setze ich mich nieder auf eine der alten Steinstufen. Schüchtern sehe von hier aus dem geselligen Durcheinander auf der Plaza zu. Es gefällt mir hier. Dann fasse ich mir ein Herz und stürze mich hinein in den pulsierenden Markt. Nebenbei gibt es im Gehen ein Eis. Vanille, Banane und eine Kugel undefinierbares Grün. Und ich besorge mir für meine Kinder Postkarten und Briefmarken. Vor mir repräsentiert die Santiago-Kathedrale längst vergangene Zeiten. Aber heute habe ich keine Lust auf Kirchenbesuche. Wie zuvorkommend und höflich die Menschen in Bilbo sind, erfahre ich an einem Taxistand. Ich habe schon länger keine Wegweiser mehr gefunden. Natürlich bin ich längst nicht mehr da, wo ich nach meinem Guide sein sollte. Wo also bin ich und wie geht es von hier aus weiter? Ja, er zeigt mir den Weg! Ein Taxifahrer mit hell grünem Hemd kommt lächelnd auf mich zu. In der Hand winkt er mit einem Stadtplan. Es wird im klar sein, dass ich nicht sein Fahrgast werde. Dennoch will er mir helfen. Geduldig markiert er mit einem blauen Kugelschreiber der spanischen Allianz die aktuelle Position. Gott sei Dank schenkt er mir nicht den Kugelschreiber, sondern den Stadtplan. Recht ehrlich markiert er mir den kürzesten Weg. Mit einer ausschweifenden Kreisbewegung zeigt er dann grinsend, welchen Weg er mit einem betuchten Fahrgast wohl genommen hätte. Da muss ich lachen und klopfe ihm wie zum Dank auf seine linke Schulter. „Gracias por todo!“ Bilbo ist eine der Städte, an denen sich eine Kulturpause wahrhaftig rentieren würde. Angefangen vom Guggenheim-Museum über das Schifffahrtsmuseum und der ältesten Schwebefähre der Welt. Bis hin zu den Menschen, Festen und einem quirligen Nachtleben, soll es hier für jeden Geschmack etwas Passendes geben. Die Jugendherberge liegt am anderen Ende der Stadt. Es handelt sich dabei um ein modernes Hochhaus, welches so ganz und gar nicht zum Jakobsweg passt. Die Unterkunft im sechsten Stock hat aber auch etwas für sich. Der Ausblick ist vergleichbar mit dem einer noblen Penthousewohnung. Widererwarten sind die Zimmer klein, sauber und nicht überfüllt. Mein Zimmer teile ich mir nur noch mit einem portugiesischen Fernfahrer und einem Pilger: Dem Weihnachtsmann! Jean-Louis, der weißbärtige Franzose sieht mich und empfängt mich einem überschwänglichen „Aaaah mon Amieeee, Bonjouuuur“. Größere Kartenansicht Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht. ISBN-13: 979-8618384704 Seit 2020 Independently published BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat Jakobsweg an der Küste303 Seiten unbebildert Tag 7: 27 km, ca. 300 Höhenmeter, über Getxo, Portugalete, La Arena. Genau genommen will ich allein gehen. Jean-Louis lässt mir aber gar keine Wahl. Er klebt sich förmlich an mich. Egal, ob ich langsamer werde. Er wird es auch. Und wenn ich schneller werde, wird er es ebenfalls. Er weicht mir nicht von meiner Seite. Wie ein Schatten. So geht es gemächlich aus der Stadt hinaus, noch bevor sie richtig zum Leben erwacht. Nahtlos geht Bilbo über in die Küstenvorstädte Barakaldo, Sestao und Portugalete. Es ist ein merkwürdiges Gefühl, nicht mehr zu den Autofahrern zu gehören. Alles ist wunderbar stressfrei und es geht stetig voran. Kein Stop and Go. Kein Zeitdruck. Einfach immer weiter mit dem eigenen Rhythmus. Immer entlang des Flusses Nervión. Seine breiten Ufer sind noch gezeichnet vom Hochwasser. Beim Zurückweichen hat die Flut einen niedergedrückten Saum hinterlassen. Doch schon wächst bereits das erste Gras durch den braunen Schlamm. Ein kühler Wind bläst mir von der Seeseite entgegen. Und es wärmen mich gleich die ersten Sonnenstrahlen des Tages wohltuend. Sie wollen heute bestimmt die Oberhand im Wolkengetümmel bekommen. Das Durcheinander von Neubauten und alten Steinhäusern gefällt mir. So geht es eben auch. Kein Landratsamt scheint hier die Bürger mit irrwitzigen Bauvorschriften zu gängeln. Geparkt wird überall, wo Platz ist. Zur Not lässt man auch schon mal den Schlüssel stecken, damit andere den Wagen schnell umparken können. Verkehrsschilder gibt es nur wenige und viele Ampeln sind einfach abgeschaltet. Freundliche Handzeichen und Blickkontakt funktionieren ebenso gut in Bilbo. Das gilt auch für mich als Fußgänger. Der Uferweg erstreckt sich jetzt schon eine ganze Weile 50 Meter oberhalb des Nervión hinaus zur Küste. Und der Nervión zeigt mir sein Bilbo von der schönsten Seite. Die stählerne Schwebefähre unter der Puente de Vizcaya über den Nervión fasziniert mich. Sie hat was von einem alten James-Bond-Streifen. Doch alles Verkehrstechnische gehört in diesen Wochen in eine andere Welt. Nicht in meine. Erst gegen Mittag entrinne ich langsam dem Ballungsraum. Die Stadtverwaltung muss es hier besonders gut gemeint haben. Sie hat eine aufgeblasene Radfahrer- und Fußgängerstraße zum Meer hinaus pflastern lassen. Die linke Hälfte für die Radfahrer ist rot. Und die Fußgänger laufen auf frisch geteertem Schwarz. Eine echte Tortur für meine Füße! Für diesen EU-konformen Belag sind meine Sandalen nun wirklich nicht ausgelegt. Eine riesige Bautafel dankt der Europäischen Union für die Fördermittel. Welch unsinnige Geldverschwendung. Was für ein Frevel! Solche Tafeln habe ich schon mehrfach entdeckt. Das Besondere daran ist, dass die Geldsumme solch sinnloser Baumaßnahmen immer auf Mark und Pfennig – pardon, in Euro vermerkt ist. Wenn man so etwas einmal im deutschen Fernsehen zu Gesicht bekommen würde, dann würde den Leuten sicher der Kragen platzen. Ob diese plumpe Subventionspralerei einen stolzen Basken dazu bringt, an der Wahlurne „Mister Europa“ zu wählen, sei dahin gestellt. Jean-Louis fotografiert die EU-Tafel. Er trabt etwa einen halben Kilometer hinter mir her. Das entlaufene Schäfchen Erst gegen Mittag ist er dann wieder bei mir. Von hier an gesellt sich ein weißes Schaf zu uns auf dem abfallenden Weg Richtung Küste. Es scheint Pilger zu mögen und läuft einfach mit. Beizeiten treibt Jean-Louis das Schaf zurück auf die Weide. Ich drücke den Stacheldraht zu Boden und das Schaf ist wieder da, wo es hingehört... Kurz vor El Arenal läuft der Jakobsweg direkt auf den Strand zu. Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach. Erschöpft und glücklich vor der wunderschönen Pilgerherberge in Pobena. Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90 Unterwegs auf dem Jakobsweg: Fast immer gibt es ein preiswertes Pilgermenü... und einen Schutzengel, der Dich begleitet! Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Post H1 Headlines 7 BILBAO – POBEÑA Array ( [0] => Camino de la Costa: BILBAO - POBEÑA | Jakobsweg, Küstenweg [1] => Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. EtappeBILBAO - POBEÑA [2] => Der Jakobsweg in Bilbao Richtung Portugalete. [3] => Kurz vor El Arenal läuft der Jakobsweg direkt auf den Strand zu. 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