Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 4 DEBA – MARKINA-XEMEIN

4 DEBA – MARKINA-XEMEIN

Camino de la Costa: DEBA – MARKINA-XEMEIN | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN
Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Landkarte Küstenweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz

Landkarte Küstenweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 4 DEBA – MARKINA-XEMEIN

Ölgemälde Pilgerin im Regen: Schnelle Skizze am Jakobsweg an der Küste

 

Deba 792 – Olatz (Motrico) 784 – Larruskain (Marquina-Jeméin) 778 – Marquina-Jeméin/Markina-Xemein 769

Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012.
Jakobsweg an der Küste, Camino de la Costa, Banner

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Der Erlebnisbericht: Jakobsweg an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. Etappe DEBA – MARKINA-XEMEIN

Jeder hier hat seine Geschichte.

Ingrid bemerkt nichts von meinen Tränen und wir stapfen sehr still weiter. Dann bleibt sie stehen. Und sie bittet mich, kurz ihren Pilgerstab zu halten.

Ich zögere. Ihr Pilgerstab ist ihr so heilig, dass ihn bisher sicher noch nie irgendjemand berühren durfte. Als ich ihn ganz behutsam in die Hand nehme, fallen mir viele merkwürdige Sachen wieder ein. Wie sie mit ihrem Stock gesprochen hat. Wie sie ihn überall in Reichweite ganz liebevoll postiert hat. Wie sie sich an ihm festgehalten hat.

Ingrid holt ein Stück Wurst und eine Scheibe Brot heraus, bricht es und teilt es mit mir. Am liebsten würde ich davon laufen. Ich bin einfach noch nicht so weit.

Da ist immer noch, trotz all dem Regen, eine Fassade um mich herum. Ingrid zu Umarmen traue ich mich nicht. Lieber pflücke ich ihr ein paar nasse Huflattichblätter vom Wegesrand zum dazu essen. Aber in erster Linie kann ich damit ein bisschen von meinen Gefühlen ablenken und wieder Bear Grylls spielen.

Ich wäre auch gerne soweit wie Ingrid. Aber ich habe auch Angst vor diesem einen Augenblick, an dem meine Mauer fallen wird. Wird dieser Augenblick bei mir kommen? Und was wird dann sein?

Genau aus diesem Grund bin ich vielleicht hier am Jakobsweg. Aber will ich Gott wirklich schon begegnen?

Blumen und Regen am Jakobsweg.

Blumen und Regen am Jakobsweg. Was immer Du suchst, könntest Du irgendwann hier finden! Christian Seebauer ist Künstler und Webdesigner und gestaltet, was er sieht und fühlt.

Bin ich schon soweit?

Die kleine Brotzeit wird Gott sei Dank nicht zum letzten Abendmahl, sondern gestaltet sich dann recht schnell als äußerst heitere Pause. Mittendrin im nirgendwo.

Und so ist es ganz gut, dass ich die Stunde der Wahrheit erst einmal in weite Ferne verschieben kann. Lieber setze ich mich hier zur Ablenkung intensiv mit meiner Umgebung auseinander.

„Ich muss nämlich mal schnell“. Das ist heute echt ein kleines Problem. Meine Hände sind tatsächlich so eisig und blau angelaufen, dass ich „ihn“ nicht mehr richtig anfassen kann. „Er“ wiederum hat sich soweit zurückgezogen, dass es nicht einfacher wird. Kurzum, es endet wie es enden musste: Auf meinen Oberschenkeln. Wie zu vernehmen war, ist es Ingrid wohl nicht viel besser gegangen.

Irgendwo hier durchschreiten wir gerade die Provinzgrenze zwischen Gipuzkoa und der Biskaya. Das einzige, was jetzt im Reiseführer noch beschrieben ist, ist ein gewisser Bauernhof Arnoate.

Und er, wenn er es denn ist, ist wirklich schön. Ein uraltes Steingemäuer und viele Blumen, die schon nach wenigen Schritten wieder hinter der Regenwand verschwinden. Aber ein Eindruck, der bleibt.

Ich bin schon gespannt, auf das, was mich heute Abend erwarten wird:

Eine Nacht im Kloster / Skizze vom Jakobsweg

Eine Nacht im Kloster: Du kannst Dir diese Skizze ansehen und Deinen eigenen Traum träumen, denn es wird DEIN eigener Weg! / Skizze vom Kloster am Jakobsweg mit Preussischblau und Krapplack, Christian Seebauer

Meine erste Nacht im Kloster

„Convento de los Padres Carmelitas“. Das hört sich vielversprechend an!

Nass und überglücklich stehen wir schließlich vor dem majestätischen Klostergebäude. Wir klopfen an die wuchtige Holztür. Ein Klosterdiener, der Doméstico, öffnet uns betulich die schwere Pforte. Er scheint das Wort Stress nicht zu kennen. Als erstes sieht er uns beiden in die Augen. Ungewöhnlich lange, wie ich finde. Und er verzieht dabei keine Miene.

Erst Sekunden später lächelt er und bittet uns höflich herein. Wie von selbst trete ich langsamen Schrittes ein. Durch das Portal hindurch erreichen wir unter seiner gastfreundschaftlichen Führung den Klostergang mit Blick auf den anmutigen Innengarten. Freilich müssen wir uns zuvor unsere Schuhe ausziehen. Es steht sogar Zeitungspapier zum Ausstopfen bereit, was ich aber für meine Sandalen witzigerweise nicht brauchte. Auch der Doméstico muss grinsen, als er meine Schuhe sieht. Er sagt lächelnd „Opus Dei“, das Werk Gottes!

Nun, so sehen meine Schuhe zwar nicht aus, aber ich lasse es mal so stehen.

Geruhsam folgen wir dem Doméstico in das Schlafgemach für Pilger. Groß, geräumig und sauber. Es gibt auch richtig tolle Duschräume für Pilger. Alles neu hergerichtet und einwandfrei. Ich bin gerade der einzige männliche Pilger im Duschraum. Warmes Wasser. Herrlich!

Unter der Dusche höre ich eine Pilgerin singen, die sich sicher gerade allein glaubt. Die Räume sind nicht vollkommen abgetrennt.

Auch sie hat es bis hierher geschafft und ist fröhlich, wie ich höre!

Nachdem ich kein Handtuch am Jakobsweg habe, warte ich wieder geduldig darauf, dass ich trocken werde. Die singende Pilgerin ist echt große Klasse und viel besser als das, was man oft so von DSDS her kennt. Wer sie gewesen ist, habe ich jedoch nicht heraus gefunden.

Im Klostergang hat der Doméstico zwei Wäscheständer aufgestellt, an denen ich meine nassen Klamotten aufhänge. Wäscheklammern habe ich zu Hause vergessen.

Im Schlafsaal kann ich mir mein Bett noch aussuchen. Es ist Platz für etwa dreißig Pilger. So viele werden es heute ganz sicher nicht.

Danach lädt uns der Doméstico zu einer Tasse heißen Tee ein. Ein paar Pilger kommen noch an. Aber viele sind es nicht.

Mein erstes Pilgermenü

Ingrid und ich brechen um Sechs noch einmal auf. Der Doméstico hat uns ein kleines Speiselokal empfohlen, welches ein hervorragendes Pilgermenü haben soll. Was es mit dem Pilgermenü auf sich hat, habe ich bisher noch nicht selbst erfahren. Ich weiß lediglich, dass man hier und da als Pilger sehr preiswert essen kann.

Es geht aber um etwas ganz anderes. Um Gastgeber, die mich so annehmen, wie ich bin. Und ich bin wahrlich nicht gut gekleidet. Trotz Dusche sind die Klamotten muffig und zerknittert. Nie im Leben würde ich so zu Hause irgendwo hingehen, sonst würden sie mir noch einen alten Hähnchenknochen nachwerfen.

Aber hier habe ich nichts bei mir, womit ich den Gastleuten wenigstens ein Mindestmaß an Respekt zollen kann. Außer mich selbst und ein bedachtsames Verhalten. Ein sehr ungewohntes und ungutes Gefühl.

Weil es kalt ist, habe ich zwei kurze Hosen an. Darüber noch die feuchte Regenhose, die ich schon unter Tags anhatte. Obenherum zwei T-Shirt übereinander und dem Anschein wegen ein kurzärmeliges hellblau gestreiftes Baumwollhemd. Darüber: Poncho.

So mache ich mich mit Ingrid also auf zum Restaurant.

Beim Öffnen der Türe fühle ich mich sehr unwohl. Das Restaurant ist edel, urgemütlich und ich weiß nicht, ob das als Pilger wirklich so geht. Einfach hinsetzen so wie in Deutschland geht auch nicht. Verschämt stehe ich in der Tür, Ingrid hinter mir. Noch mehr schäme ich mich, als durch die offene Tür ein Windstoß fährt und gleich einen mit weißen Tischdecken vorbereiteten Tisch abdeckt. Wie sagen? Wohin mit dem nassen Zeug? Nur mein Hunger hält mich davon ab, jetzt das Weite zu suchen. Ingrid ist da schon unbefangener. Als die Kellnerin, nein – es ist ganz sicher die Besitzerin kommt, fällt mir Gott sei Dank „ona arratsaldean“

ein. Erinnert mich an „wa alaikum salām“ und bedeutet auf Baskisch „Guten Abend“.

Ob ich es richtig ausgesprochen habe, weiß ich nicht, aber sie lächelt mich sehr freundlich an.

Jedenfalls hat sie nicht das geringste Problem mit unserem Pilgeroutfit. Ausgesprochen herzlich begleitet sie uns zu einem der wirklich schönen Tische des Restaurants.

Es ist ein Restaurant der Gattung, in dem man sonst die Kreditkarte im Lederumschlag zur noblen Begleichung der Rechnung abgibt. Und trotzdem nimmt sie uns so wie wir sind.

Das geht mir unter die Haut.

Vornehm zieht sie mir den Stuhl ein wenig zur Seite. Ich hätte das bei Ingrid auch gerne getan, doch sie nimmt die lederne Bank an der Wandseite.

Gedeckt sind drei Hauptbestecke. Zur Wahl stehen Rotwein- oder Weißweingläser, ein Fisch- und ein Fleischmesser und für die Nachspeise ein Silberlöffel oder eine Silbergabel.

Vornehm fragt mich die Chefin, welchen Wein wir gerne hätten und zündet die weinrote Kerze am Tisch an. Jeder von uns könne aber auch eine eigene Flasche haben. Ingrid entscheidet sich für Rotwein. Der wird aber nicht einfach nur gebracht, er wird vor unseren Augen geköpft und ich darf am Korken riechen. Es ist ein richtig guter Tropfen Rioja!

Die Weißweingläser werden dezent abgetragen.

Kurz danach kommt sie, und bringt uns ein Amuse-Gueule, einen Gruß aus der Küche. Selbst gebackenes Brot mit Schmalz und Paprika.

Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde.

Während sechs weitere Pilger eintreten, wird uns die Vorspeise serviert: Hausgemachte Fischsuppe vom Allerfeinsten. Dazu frisches Weißbrot. Lächelnd steht die Chefin nun bei mir und meint: Der Weißwein wäre auch nicht schlecht gewesen. In der Hand hält sie ein kleines Gläschen zum Probieren, dass sie mir einfach vor die Nase stellt.

Nach dem ersten Gang gibt es wahlweise Fisch oder Fleisch. Die Chefin erzählt lebhaft, um was es sich jeweils handelt, aber leider verstehe ich nicht mehr als „Fisch oder Fleisch“.

Beide entscheiden wir uns für den Fisch. Aber das Fleisch am Nachbartisch sieht sehr lecker aus. Die Beilagen gibt es in mehreren Schüsseln, die über alle Tische verteilt werden.

Bei der Nachspeise dürfen wir schon wieder wählen. Mir gefällt „Vanilla esnea“ – auf Spanisch „pudín de vainilla“ und das versteht wirklich jeder!

Und dann kommt die Rechnung für Ingrid und für mich: Zusammen 12 Euro! Nachdem für die Chefin völlig klar ist, dass ich bezahle, mache ich das auch. Gerne!

Der Wein beschert mir abermals eine sehr entspannte Nachtruhe. Ich denke aber noch lange nach. Mit meiner Stirnlampe leuchte ich gerade auf den Reisführer, der vor mir auf dem Kopfkissen liegt. Und ich höre einen Pilger leise das Vaterunser auf Spanisch murmeln, während ein paar andere Pilger schon vor sich hin schnarchen:

Padre Nuestro que estás en los cielos

santificado sea tu nombre

venga a nosotros tu reino

hágase tu voluntad

así en la tierra como en el cielo

el pan nuestro de cada día dánosle hoy

y perdónanos nuestras ofensas

así como nosotros perdonamos a quienes nos ofenden

no nos dejes caer en tentación

y líbranos del mal

por que tuyo es el reino

el poder y la gloria

por los siglos de los siglos

amén.

In das Amen stimme ich im Stillen mit ein, mache meine Stirnlampe aus und finde für diese Nacht in den Gemäuern des Klosters meinen Frieden.

Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat

ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten.

Jakobsweg an der Küste: DEBA - MARKINA-XEMEIN, Foto 2

Pilgerin Ingrid läuft im Regen hinab ins Dorf/ Jakobsweg/ Skizze

Aufbruch von der Pilgerherberge in Deba.

 

Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

 

 

Pilger vor dem Regen am Jakobsweg

Jakobsweg-Pilgerin Ingrid vor dem großen Regen am Jakobsweg/ Skizze

Nasse Schuhe? Kein Problem!

Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach.

Möchtest Du mitmachen?

Vielleicht hast Du eigene Geschichten, Fotos und Erfahrungen zum Jakobsweg und möchtest anderen damit helfen. Dann schreibe doch hier und mach mit! info@kuestenweg.de oder 08139/ 99 45 38

 

Wald, Nebel, Regen: Jakobsweg an der Küste

Wald, Nebel, Regen: Jakobsweg an der Küste/ Skizze

Auch Regen gehört zum Jakobsweg. Und er macht ihn umso schöner.

Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung
direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90

Jakobsweg an der Küste: DEBA - MARKINA-XEMEIN, Foto 4

Unterwegs auf dem Jakobsweg:
Regen hat mir am Jakobsweg nichts ausgemacht. Er reinigt die Seele.

Was mir am Herzen lag:

Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Die Wettergefahren-Fruehwarnung.de schrieb am 17 Juni 2010 über das Tief Eliane: „Nur wenige Tage nachdem starke Regenfälle in Spanien zwei Menschen das Leben gekostet haben, kamen in Folge der schwersten Regenfälle seit mehr als 180 Jahren in Südfrankreich mindestens 25 Menschen ums Leben. Innerhalb von nur 24 Stunden fielen bis zu 350 mm Niederschlag… in Asturias 169 mm und weiter östlich in Gijón 140 mm…“ [6]

Ja, mit Eliane bin ich mitten drin!

Grenzerfahrung mit Eliane

In mein Tagebuch habe ich später geschrieben:

„Grenzerfahrung, Atlantiktief, strömender Regen extrem, wahnsinnig kalt, Sturm, Bergpfade steil und reißende Wildbäche. Gehe im Schlamm, knöcheltief Wasser, Passagen mit knietiefem Schlick. Alles nass, Hände dicke Klumpen, höllisch aufgeschwollen, blau, steif.“

Doch erst einmal muss es heute losgehen. Und meine Stimmung ist gar nicht so schlecht. Vielleicht liegt das auch ein wenig daran, dass ich mich vor lauter Schadenfreude fast verbiege, weil die beiden Neuseeländer heute so hilflos aussehen. Trotzdem schnorren sie sich schon wieder ein Frühstück zusammen. Am Geld scheint das allerdings nicht zu liegen, wenn man sich die teure Ausrüstung mal so ansieht.

Ingrid behält damit Recht, dass heute fast alle Pilger desillusioniert abbrechen oder zumindest mit der Eisenbahn weiter ziehen. Auch Bill.

Nur noch eine Hand voll Pilger entscheidet sich heute für diese Etappe. Darunter Jean-Louis, ein weißbärtiger Franzose, der von sich selbst sagt, er sieht mittlerweile aus wie „Père Noël“ – der Weihnachtsmann.

Unmittelbar vor der Herbergstüre ist der steile Asphaltweg überflutet und eine braune Brühe rauscht zu Tale.

Die guten Mächte sind stärker

Ich selbst finde langsam Gefallen an der Extremsituation. Bei mir setzt genau die gegenteilige Wirkung ein, als bei den anderen. Endlich ist eine natürliche Gewalt stark genug, um mir auch noch meine letzten störenden Gedanken aus den Hirnwindungen zu prügeln!

Meine „Regenwolke“ hat dem nichts mehr entgegen zu setzen. Sie scheint sich zu denken: Wenn der jetzt zum Wandern geht, dann sind diese Mächte stärker als ich. Kleinlaut gibt sie hier ihren Widerstand auf. Für immer?

Auch Ingrid scheint die Veränderung, die bei mir gerade vonstattengeht, zu gefallen. Die an die Herbergstüre unter das kleine Vordach gedrängten Pilger können nicht recht glauben, dass wir uns mit einem lauten „Juhu“ in das Unwetter stürzen.

Heute bin ich nicht Bear Grylls. Heute bin ich ICH!

Der Regen ist mein Freund. Es hätte ja auch furchtbar schwül und heiß sein können. Besser so. Ingrid und ich pfeifen die Warnungen des amerikanischen Reiseführers in den Wind und lassen Deba-Deba-Du singend hinter uns.

Glory Holes

Meine Sandalen, in denen ich der Rutschfestigkeit wegen Sportsocken und Leukoplast trage, sind jetzt der ultimative Survival-Pack! So wie das Wasser kommt, sprudelt es auch gut hörbar sofort wieder hinaus. Ich kann also stets die direkte Linie nehmen. Ohne Rücksicht auf herabfließende Sturzbäche und „Glory Holes“.

So hat Bill die Schlammlöcher genannt. Bei den alten amerikanischen Goldschürfen sind mit „Glory Holes“ die tiefen schlammigen Becken unterhalb eines Wasserfalls gemeint, in denen sich das Gold über Jahrhunderte ansammeln konnte. Gold ist 18-mal so schwer wie Wasser.

So gesehen sind meine Füße auch Gold. Denn ganz sicher sind sie heute 18-mal so schwer wie Wasser!

Jedes Schlammloch – sorry, „Glory Hole“ – erheitert mich aufs Neue. Auch wenn ich hier kein Gold finden werde. Ich bin gerade dabei, mich selbst zu finden. Viel besser!

Mein eigener Reiseführer verspricht für diese sehr gebirgige Etappe viele sensationelle Aussichtspunkte. Ingrid und ich zeigen jedes Mal in den Regenvorhang hinein und sagen laut „und hier, meine Damen und Herren sehen sie…“

Natürlich sehen wir nichts. Aber so unmittelbar eins bin ich mit dem nassen Element auch noch nie gewesen. Sieht man einmal von den ersten neun Monaten meines Lebens ab! Wenn man das Nass sein erst einmal akzeptiert hat, macht es auch Spaß. Und mit dem Tempo können wir heute sogar wunderbar unsere Innentemperatur steuern. Nur stehen bleiben geht nicht. Wir würden in unseren durchnässten Klamotten sofort die garstige Außentemperatur von 4° Celsius zu spüren bekommen.

Trotz all dem Regen bleibt die Natur nicht unbemerkt. Dichte Mischwälder, mitten in Spanien. Kleine Trampelpfade, wie in den Alpen. Und Blumen über Blumen, die selbst im dichtesten Grau noch in den allerschönsten Farben leuchten. Bergauf, bergab geht es heute mit einem starken Antrieb dahin.

Nichts hätte schöner sein können, als auf dem durchnässten, samtweichen Untergrund zu gehen.

Ein Schritt bequemer, als der andere.

Hier kann man keine Knieschmerzen bekommen.

In meinem Tagebuch steht: „Kein bewohntes Gebiet. Wenn ich bei diesen Temperaturen allein wäre und irgendwo abrutschen würde, dann wäre das der sichere Tod durch Unterkühlung. Finden würde mich hier so schnell keiner…“

Allerdings denke ich nicht im Geringsten an eine Gefahr. Meine Welt besteht augenblicklich aus Ingrid und mir, eingehüllt in eine graue, undurchsichtige Regenwand, aus purer Lebensfreude.

Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“.

Die Umgebung wird kleiner, das Bewusstseinsfeld dafür umso größer. Und das ist eine sehr ermutigende Beobachtung. Ich kann nun das erste Mal ein wenig in mich gehen. Die Mischung aus einer von Reizen reduzierten Welt und einem euphorischen Erschöpfungszustand ist eine einzigartige Grenzerfahrung für mich. Zwar bin ich aus den Bergen meiner Heimat schon einiges gewohnt. Auch bei der Bundeswehr war ich in einer 12 köpfigen Gebirgseinheit, die bei jedem Wind und Wetter in den Bergen unterwegs war. Tränen und Erschöpfung kenne ich. Aber diese Euphorie und die Heiterkeit, die sich nun einstellen sind mir in der geballten Ladung so schon lange nicht mehr unter gekommen.

Im Normalfall besteht die Welt eher aus Reizüberflutung und seelischer Leere. Jetzt ist es genau umgekehrt.

Ich bin Gott dankbar

Ich bin Gott wirklich dankbar für diese herrliche Erfahrung der inneren „Reinigung“ und ich hoffe, dass es noch weitergeht mit solchen Erfahrungen am Jakobsweg. Noch weiter an die eigenen Grenzen. „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden“.

Ja, ich bin gerade wieder dabei, ganz bewusst über das Vaterunser nachzudenken. Wie im Himmel, so in meiner Seele: Das würde ich mir wünschen.

Auch Ingrid scheint das große Reinemachen aus dem Himmel heute gut zu tun. Auch sie ist völlig ausgebrannt gewesen, bevor sie den Jakobsweg begonnen hat. Bis zur letzten Minute hat sie ihre alte Mutter gepflegt und sich selbst dabei aufgeopfert. Sie hat vom Jakobsweg geträumt, aber sich all die Zeit selbst verloren. Sie hat sich immer gesagt: Wenn es so weit ist, dann lieber Gott, dann gehe ich los.

Ingrid ist mir schon zwei Millionen Schritte voraus, ich höre ihr einfach zu. Jetzt im Regen scheint plötzlich ihre Mauer in sich zusammen gefallen zu sein. Sie erzählt nicht vom Beruf oder vom Jakobsweg. Sie erzählt von sich selbst. Und ich habe fast das Gefühl, sie erzählt es auch zum ersten Mal sich selbst.

 

Fotos von der Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen

Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

Kloster am Jakobsweg

Kloster am Jakobsweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4

Kloster am Jakobsweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4

Kloster am Jakobsweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4

Kloster am Jakobsweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4

Kloster am Jakobsweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Regencape am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN

Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Reiseführer Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Atlantik Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Kanal Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Landschaft Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Pilgerverpflegung Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Herberge, Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

Mehr dazu? Gerne!

Ich selbst bin gegen Bezahlschranken im Internet, finde aber, dass gute und echte Informationen auch etwas wert sind. Du darfst gerne dieses Kapitel lesen, auch ohne Dir mein Buch zu kaufen, denn es geht um Begeisterung, Emotionen und ganz einfach auch Hilfe für die Entscheidung zu Deinem Jakobsweg. Hier kannst Du das Kapitel 4 kostenfrei lesen ->

Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste,Fotos additiv auf der Webseite (nicht enthalten)

  • Grenzerfahrung mit Eliane (Jakobswegbuch)
  • Die guten Mächte sind stärker (Camino del Norte und Camino de la Costa)
  • Glory Holes (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
  • Ein Schritt bequemer, als der andere. (Kapitel BURNOUT)
  • Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“. (Warum man pilgert)
  • Ich bin Gott dankbar (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
  • Bin ich schon soweit? (Camino de la Costa)
  • Mein erstes Pilgermenü (Kapitel Pilgerbuch)
  • Das geht mir unter die Haut. (Warum man pilgert)
  • Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde. (Kapitel Pilgerbuch)
  • >Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste (Kapitel Jakobsweg an der Küste)
  • >Fotos von der Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen (Kapitel BURNOUT)
  • >Mehr vom Jakobsweg? Gerne! (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg)

Kapitel 4 kostenfrei lesen und der Redaktion gerne eine Tasse Kaffe spenden ->

 


    Christian Seebauer am Jakobsweg

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    Jakobsweg an der Küste
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    Die 1. Woche am Jakobsweg (Camino de la Costa)

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    Camino de la Costa: POBEÑA - LIENDO | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 8: POBEÑA - LIENDO Tag 8: 40 km, 1.000 ...
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    Textauszug BURNOUT: Eine Wanderung auf schamlem Grat. Jakobsweg an der Kste 4 DEBA – MARKINA-XEMEIN Camino de la Costa: DEBA - MARKINA-XEMEIN | Jakobsweg, Küstenweg Etappe 4: DEBA - MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren. Deba 792 - Olatz (Motrico) 784 - Larruskain (Marquina-Jeméin) 778 - Marquina-Jeméin/Markina-Xemein 769 Wie weit ist es von hier aus noch nach Santiago de Compostela? Die Kilometer werden rückwärts gezählt. Santiago de Compostela markiert Kilometer Null. Entfernungsangaben Quelle: Wikipedia 2012. Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. Etappe DEBA - MARKINA-XEMEIN Jeder hier hat seine Geschichte. Ingrid bemerkt nichts von meinen Tränen und wir stapfen sehr still weiter. Dann bleibt sie stehen. Und sie bittet mich, kurz ihren Pilgerstab zu halten. Ich zögere. Ihr Pilgerstab ist ihr so heilig, dass ihn bisher sicher noch nie irgendjemand berühren durfte. Als ich ihn ganz behutsam in die Hand nehme, fallen mir viele merkwürdige Sachen wieder ein. Wie sie mit ihrem Stock gesprochen hat. Wie sie ihn überall in Reichweite ganz liebevoll postiert hat. Wie sie sich an ihm festgehalten hat. Ingrid holt ein Stück Wurst und eine Scheibe Brot heraus, bricht es und teilt es mit mir. Am liebsten würde ich davon laufen. Ich bin einfach noch nicht so weit. Da ist immer noch, trotz all dem Regen, eine Fassade um mich herum. Ingrid zu Umarmen traue ich mich nicht. Lieber pflücke ich ihr ein paar nasse Huflattichblätter vom Wegesrand zum dazu essen. Aber in erster Linie kann ich damit ein bisschen von meinen Gefühlen ablenken und wieder Bear Grylls spielen. Ich wäre auch gerne soweit wie Ingrid. Aber ich habe auch Angst vor diesem einen Augenblick, an dem meine Mauer fallen wird. Wird dieser Augenblick bei mir kommen? Und was wird dann sein? Genau aus diesem Grund bin ich vielleicht hier am Jakobsweg. Aber will ich Gott wirklich schon begegnen? Bin ich schon soweit? Die kleine Brotzeit wird Gott sei Dank nicht zum letzten Abendmahl, sondern gestaltet sich dann recht schnell als äußerst heitere Pause. Mittendrin im nirgendwo. Und so ist es ganz gut, dass ich die Stunde der Wahrheit erst einmal in weite Ferne verschieben kann. Lieber setze ich mich hier zur Ablenkung intensiv mit meiner Umgebung auseinander. „Ich muss nämlich mal schnell“. Das ist heute echt ein kleines Problem. Meine Hände sind tatsächlich so eisig und blau angelaufen, dass ich „ihn“ nicht mehr richtig anfassen kann. „Er“ wiederum hat sich soweit zurückgezogen, dass es nicht einfacher wird. Kurzum, es endet wie es enden musste: Auf meinen Oberschenkeln. Wie zu vernehmen war, ist es Ingrid wohl nicht viel besser gegangen. Irgendwo hier durchschreiten wir gerade die Provinzgrenze zwischen Gipuzkoa und der Biskaya. Das einzige, was jetzt im Reiseführer noch beschrieben ist, ist ein gewisser Bauernhof Arnoate. Und er, wenn er es denn ist, ist wirklich schön. Ein uraltes Steingemäuer und viele Blumen, die schon nach wenigen Schritten wieder hinter der Regenwand verschwinden. Aber ein Eindruck, der bleibt. Ich bin schon gespannt, auf das, was mich heute Abend erwarten wird: Meine erste Nacht im Kloster „Convento de los Padres Carmelitas“. Das hört sich vielversprechend an! Nass und überglücklich stehen wir schließlich vor dem majestätischen Klostergebäude. Wir klopfen an die wuchtige Holztür. Ein Klosterdiener, der Doméstico, öffnet uns betulich die schwere Pforte. Er scheint das Wort Stress nicht zu kennen. Als erstes sieht er uns beiden in die Augen. Ungewöhnlich lange, wie ich finde. Und er verzieht dabei keine Miene. Erst Sekunden später lächelt er und bittet uns höflich herein. Wie von selbst trete ich langsamen Schrittes ein. Durch das Portal hindurch erreichen wir unter seiner gastfreundschaftlichen Führung den Klostergang mit Blick auf den anmutigen Innengarten. Freilich müssen wir uns zuvor unsere Schuhe ausziehen. Es steht sogar Zeitungspapier zum Ausstopfen bereit, was ich aber für meine Sandalen witzigerweise nicht brauchte. Auch der Doméstico muss grinsen, als er meine Schuhe sieht. Er sagt lächelnd „Opus Dei“, das Werk Gottes! Nun, so sehen meine Schuhe zwar nicht aus, aber ich lasse es mal so stehen. Geruhsam folgen wir dem Doméstico in das Schlafgemach für Pilger. Groß, geräumig und sauber. Es gibt auch richtig tolle Duschräume für Pilger. Alles neu hergerichtet und einwandfrei. Ich bin gerade der einzige männliche Pilger im Duschraum. Warmes Wasser. Herrlich! Unter der Dusche höre ich eine Pilgerin singen, die sich sicher gerade allein glaubt. Die Räume sind nicht vollkommen abgetrennt. Auch sie hat es bis hierher geschafft und ist fröhlich, wie ich höre! Nachdem ich kein Handtuch am Jakobsweg habe, warte ich wieder geduldig darauf, dass ich trocken werde. Die singende Pilgerin ist echt große Klasse und viel besser als das, was man oft so von DSDS her kennt. Wer sie gewesen ist, habe ich jedoch nicht heraus gefunden. Im Klostergang hat der Doméstico zwei Wäscheständer aufgestellt, an denen ich meine nassen Klamotten aufhänge. Wäscheklammern habe ich zu Hause vergessen. Im Schlafsaal kann ich mir mein Bett noch aussuchen. Es ist Platz für etwa dreißig Pilger. So viele werden es heute ganz sicher nicht. Danach lädt uns der Doméstico zu einer Tasse heißen Tee ein. Ein paar Pilger kommen noch an. Aber viele sind es nicht. Mein erstes Pilgermenü Ingrid und ich brechen um Sechs noch einmal auf. Der Doméstico hat uns ein kleines Speiselokal empfohlen, welches ein hervorragendes Pilgermenü haben soll. Was es mit dem Pilgermenü auf sich hat, habe ich bisher noch nicht selbst erfahren. Ich weiß lediglich, dass man hier und da als Pilger sehr preiswert essen kann. Es geht aber um etwas ganz anderes. Um Gastgeber, die mich so annehmen, wie ich bin. Und ich bin wahrlich nicht gut gekleidet. Trotz Dusche sind die Klamotten muffig und zerknittert. Nie im Leben würde ich so zu Hause irgendwo hingehen, sonst würden sie mir noch einen alten Hähnchenknochen nachwerfen. Aber hier habe ich nichts bei mir, womit ich den Gastleuten wenigstens ein Mindestmaß an Respekt zollen kann. Außer mich selbst und ein bedachtsames Verhalten. Ein sehr ungewohntes und ungutes Gefühl. Weil es kalt ist, habe ich zwei kurze Hosen an. Darüber noch die feuchte Regenhose, die ich schon unter Tags anhatte. Obenherum zwei T-Shirt übereinander und dem Anschein wegen ein kurzärmeliges hellblau gestreiftes Baumwollhemd. Darüber: Poncho. So mache ich mich mit Ingrid also auf zum Restaurant. Beim Öffnen der Türe fühle ich mich sehr unwohl. Das Restaurant ist edel, urgemütlich und ich weiß nicht, ob das als Pilger wirklich so geht. Einfach hinsetzen so wie in Deutschland geht auch nicht. Verschämt stehe ich in der Tür, Ingrid hinter mir. Noch mehr schäme ich mich, als durch die offene Tür ein Windstoß fährt und gleich einen mit weißen Tischdecken vorbereiteten Tisch abdeckt. Wie sagen? Wohin mit dem nassen Zeug? Nur mein Hunger hält mich davon ab, jetzt das Weite zu suchen. Ingrid ist da schon unbefangener. Als die Kellnerin, nein – es ist ganz sicher die Besitzerin kommt, fällt mir Gott sei Dank „ona arratsaldean“ ein. Erinnert mich an „wa alaikum salām“ und bedeutet auf Baskisch „Guten Abend“. Ob ich es richtig ausgesprochen habe, weiß ich nicht, aber sie lächelt mich sehr freundlich an. Jedenfalls hat sie nicht das geringste Problem mit unserem Pilgeroutfit. Ausgesprochen herzlich begleitet sie uns zu einem der wirklich schönen Tische des Restaurants. Es ist ein Restaurant der Gattung, in dem man sonst die Kreditkarte im Lederumschlag zur noblen Begleichung der Rechnung abgibt. Und trotzdem nimmt sie uns so wie wir sind. Das geht mir unter die Haut. Vornehm zieht sie mir den Stuhl ein wenig zur Seite. Ich hätte das bei Ingrid auch gerne getan, doch sie nimmt die lederne Bank an der Wandseite. Gedeckt sind drei Hauptbestecke. Zur Wahl stehen Rotwein- oder Weißweingläser, ein Fisch- und ein Fleischmesser und für die Nachspeise ein Silberlöffel oder eine Silbergabel. Vornehm fragt mich die Chefin, welchen Wein wir gerne hätten und zündet die weinrote Kerze am Tisch an. Jeder von uns könne aber auch eine eigene Flasche haben. Ingrid entscheidet sich für Rotwein. Der wird aber nicht einfach nur gebracht, er wird vor unseren Augen geköpft und ich darf am Korken riechen. Es ist ein richtig guter Tropfen Rioja! Die Weißweingläser werden dezent abgetragen. Kurz danach kommt sie, und bringt uns ein Amuse-Gueule, einen Gruß aus der Küche. Selbst gebackenes Brot mit Schmalz und Paprika. Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde. Während sechs weitere Pilger eintreten, wird uns die Vorspeise serviert: Hausgemachte Fischsuppe vom Allerfeinsten. Dazu frisches Weißbrot. Lächelnd steht die Chefin nun bei mir und meint: Der Weißwein wäre auch nicht schlecht gewesen. In der Hand hält sie ein kleines Gläschen zum Probieren, dass sie mir einfach vor die Nase stellt. Nach dem ersten Gang gibt es wahlweise Fisch oder Fleisch. Die Chefin erzählt lebhaft, um was es sich jeweils handelt, aber leider verstehe ich nicht mehr als „Fisch oder Fleisch“. Beide entscheiden wir uns für den Fisch. Aber das Fleisch am Nachbartisch sieht sehr lecker aus. Die Beilagen gibt es in mehreren Schüsseln, die über alle Tische verteilt werden. Bei der Nachspeise dürfen wir schon wieder wählen. Mir gefällt „Vanilla esnea“ – auf Spanisch „pudín de vainilla“ und das versteht wirklich jeder! Und dann kommt die Rechnung für Ingrid und für mich: Zusammen 12 Euro! Nachdem für die Chefin völlig klar ist, dass ich bezahle, mache ich das auch. Gerne! Der Wein beschert mir abermals eine sehr entspannte Nachtruhe. Ich denke aber noch lange nach. Mit meiner Stirnlampe leuchte ich gerade auf den Reisführer, der vor mir auf dem Kopfkissen liegt. Und ich höre einen Pilger leise das Vaterunser auf Spanisch murmeln, während ein paar andere Pilger schon vor sich hin schnarchen: Padre Nuestro que estás en los cielos santificado sea tu nombre venga a nosotros tu reino hágase tu voluntad así en la tierra como en el cielo el pan nuestro de cada día dánosle hoy y perdónanos nuestras ofensas así como nosotros perdonamos a quienes nos ofenden no nos dejes caer en tentación y líbranos del mal por que tuyo es el reino el poder y la gloria por los siglos de los siglos amén. In das Amen stimme ich im Stillen mit ein, mache meine Stirnlampe aus und finde für diese Nacht in den Gemäuern des Klosters meinen Frieden. Ausschnitt aus dem Buch JAKOBSWEG an der Küste | BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat ISBN-13: 979-8618384704, Hinweis: Fotos sind nicht im Buch enthalten. Aufbruch von der Pilgerherberge in Deba. Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! Die Urvariante des Jakobsweges - der Küstenweg - ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön! Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst! Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm. Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter. Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten. Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht. ISBN-13: 979-8618384704 Seit 2020 Independently published BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat Jakobsweg an der Küste 303 Seiten unbebildert Nasse Schuhe? Kein Problem! Motto: Traue Dich. Der Jakobsweg wartet auf Dich. Tue es einfach. Möchtest Du mitmachen? Vielleicht hast Du eigene Geschichten, Fotos und Erfahrungen zum Jakobsweg und möchtest anderen damit helfen. Dann schreibe doch hier und mach mit! info@kuestenweg.de oder 08139/ 99 45 38 Auch Regen gehört zum Jakobsweg. Und er macht ihn umso schöner. Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90 Unterwegs auf dem Jakobsweg: Regen hat mir am Jakobsweg nichts ausgemacht. Er reinigt die Seele. Was mir am Herzen lag: Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren. Die Wettergefahren-Fruehwarnung.de schrieb am 17 Juni 2010 über das Tief Eliane: „Nur wenige Tage nachdem starke Regenfälle in Spanien zwei Menschen das Leben gekostet haben, kamen in Folge der schwersten Regenfälle seit mehr als 180 Jahren in Südfrankreich mindestens 25 Menschen ums Leben. Innerhalb von nur 24 Stunden fielen bis zu 350 mm Niederschlag... in Asturias 169 mm und weiter östlich in Gijón 140 mm...“ [6] Ja, mit Eliane bin ich mitten drin! Grenzerfahrung mit Eliane In mein Tagebuch habe ich später geschrieben: „Grenzerfahrung, Atlantiktief, strömender Regen extrem, wahnsinnig kalt, Sturm, Bergpfade steil und reißende Wildbäche. Gehe im Schlamm, knöcheltief Wasser, Passagen mit knietiefem Schlick. Alles nass, Hände dicke Klumpen, höllisch aufgeschwollen, blau, steif.“ Doch erst einmal muss es heute losgehen. Und meine Stimmung ist gar nicht so schlecht. Vielleicht liegt das auch ein wenig daran, dass ich mich vor lauter Schadenfreude fast verbiege, weil die beiden Neuseeländer heute so hilflos aussehen. Trotzdem schnorren sie sich schon wieder ein Frühstück zusammen. Am Geld scheint das allerdings nicht zu liegen, wenn man sich die teure Ausrüstung mal so ansieht. Ingrid behält damit Recht, dass heute fast alle Pilger desillusioniert abbrechen oder zumindest mit der Eisenbahn weiter ziehen. Auch Bill. Nur noch eine Hand voll Pilger entscheidet sich heute für diese Etappe. Darunter Jean-Louis, ein weißbärtiger Franzose, der von sich selbst sagt, er sieht mittlerweile aus wie „Père Noël“ – der Weihnachtsmann. Unmittelbar vor der Herbergstüre ist der steile Asphaltweg überflutet und eine braune Brühe rauscht zu Tale. Die guten Mächte sind stärker Ich selbst finde langsam Gefallen an der Extremsituation. Bei mir setzt genau die gegenteilige Wirkung ein, als bei den anderen. Endlich ist eine natürliche Gewalt stark genug, um mir auch noch meine letzten störenden Gedanken aus den Hirnwindungen zu prügeln! Meine „Regenwolke“ hat dem nichts mehr entgegen zu setzen. Sie scheint sich zu denken: Wenn der jetzt zum Wandern geht, dann sind diese Mächte stärker als ich. Kleinlaut gibt sie hier ihren Widerstand auf. Für immer? Auch Ingrid scheint die Veränderung, die bei mir gerade vonstattengeht, zu gefallen. Die an die Herbergstüre unter das kleine Vordach gedrängten Pilger können nicht recht glauben, dass wir uns mit einem lauten „Juhu“ in das Unwetter stürzen. Heute bin ich nicht Bear Grylls. Heute bin ich ICH! Der Regen ist mein Freund. Es hätte ja auch furchtbar schwül und heiß sein können. Besser so. Ingrid und ich pfeifen die Warnungen des amerikanischen Reiseführers in den Wind und lassen Deba-Deba-Du singend hinter uns. Glory Holes Meine Sandalen, in denen ich der Rutschfestigkeit wegen Sportsocken und Leukoplast trage, sind jetzt der ultimative Survival-Pack! So wie das Wasser kommt, sprudelt es auch gut hörbar sofort wieder hinaus. Ich kann also stets die direkte Linie nehmen. Ohne Rücksicht auf herabfließende Sturzbäche und „Glory Holes“. So hat Bill die Schlammlöcher genannt. Bei den alten amerikanischen Goldschürfen sind mit „Glory Holes“ die tiefen schlammigen Becken unterhalb eines Wasserfalls gemeint, in denen sich das Gold über Jahrhunderte ansammeln konnte. Gold ist 18-mal so schwer wie Wasser. So gesehen sind meine Füße auch Gold. Denn ganz sicher sind sie heute 18-mal so schwer wie Wasser! Jedes Schlammloch – sorry, „Glory Hole“ - erheitert mich aufs Neue. Auch wenn ich hier kein Gold finden werde. Ich bin gerade dabei, mich selbst zu finden. Viel besser! Mein eigener Reiseführer verspricht für diese sehr gebirgige Etappe viele sensationelle Aussichtspunkte. Ingrid und ich zeigen jedes Mal in den Regenvorhang hinein und sagen laut „und hier, meine Damen und Herren sehen sie...“ Natürlich sehen wir nichts. Aber so unmittelbar eins bin ich mit dem nassen Element auch noch nie gewesen. Sieht man einmal von den ersten neun Monaten meines Lebens ab! Wenn man das Nass sein erst einmal akzeptiert hat, macht es auch Spaß. Und mit dem Tempo können wir heute sogar wunderbar unsere Innentemperatur steuern. Nur stehen bleiben geht nicht. Wir würden in unseren durchnässten Klamotten sofort die garstige Außentemperatur von 4° Celsius zu spüren bekommen. Trotz all dem Regen bleibt die Natur nicht unbemerkt. Dichte Mischwälder, mitten in Spanien. Kleine Trampelpfade, wie in den Alpen. Und Blumen über Blumen, die selbst im dichtesten Grau noch in den allerschönsten Farben leuchten. Bergauf, bergab geht es heute mit einem starken Antrieb dahin. Nichts hätte schöner sein können, als auf dem durchnässten, samtweichen Untergrund zu gehen. Ein Schritt bequemer, als der andere. Hier kann man keine Knieschmerzen bekommen. In meinem Tagebuch steht: „Kein bewohntes Gebiet. Wenn ich bei diesen Temperaturen allein wäre und irgendwo abrutschen würde, dann wäre das der sichere Tod durch Unterkühlung. Finden würde mich hier so schnell keiner...“ Allerdings denke ich nicht im Geringsten an eine Gefahr. Meine Welt besteht augenblicklich aus Ingrid und mir, eingehüllt in eine graue, undurchsichtige Regenwand, aus purer Lebensfreude. Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“. Die Umgebung wird kleiner, das Bewusstseinsfeld dafür umso größer. Und das ist eine sehr ermutigende Beobachtung. Ich kann nun das erste Mal ein wenig in mich gehen. Die Mischung aus einer von Reizen reduzierten Welt und einem euphorischen Erschöpfungszustand ist eine einzigartige Grenzerfahrung für mich. Zwar bin ich aus den Bergen meiner Heimat schon einiges gewohnt. Auch bei der Bundeswehr war ich in einer 12 köpfigen Gebirgseinheit, die bei jedem Wind und Wetter in den Bergen unterwegs war. Tränen und Erschöpfung kenne ich. Aber diese Euphorie und die Heiterkeit, die sich nun einstellen sind mir in der geballten Ladung so schon lange nicht mehr unter gekommen. Im Normalfall besteht die Welt eher aus Reizüberflutung und seelischer Leere. Jetzt ist es genau umgekehrt. Ich bin Gott dankbar Ich bin Gott wirklich dankbar für diese herrliche Erfahrung der inneren „Reinigung“ und ich hoffe, dass es noch weitergeht mit solchen Erfahrungen am Jakobsweg. Noch weiter an die eigenen Grenzen. „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden“. Ja, ich bin gerade wieder dabei, ganz bewusst über das Vaterunser nachzudenken. Wie im Himmel, so in meiner Seele: Das würde ich mir wünschen. Auch Ingrid scheint das große Reinemachen aus dem Himmel heute gut zu tun. Auch sie ist völlig ausgebrannt gewesen, bevor sie den Jakobsweg begonnen hat. Bis zur letzten Minute hat sie ihre alte Mutter gepflegt und sich selbst dabei aufgeopfert. Sie hat vom Jakobsweg geträumt, aber sich all die Zeit selbst verloren. Sie hat sich immer gesagt: Wenn es so weit ist, dann lieber Gott, dann gehe ich los. Ingrid ist mir schon zwei Millionen Schritte voraus, ich höre ihr einfach zu. Jetzt im Regen scheint plötzlich ihre Mauer in sich zusammen gefallen zu sein. Sie erzählt nicht vom Beruf oder vom Jakobsweg. Sie erzählt von sich selbst. Und ich habe fast das Gefühl, sie erzählt es auch zum ersten Mal sich selbst. Fotos von der Etappe 4: DEBA - MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen Mehr dazu? Gerne! Ich selbst bin gegen Bezahlschranken im Internet, finde aber, dass gute und echte Informationen auch etwas wert sind. Du darfst gerne dieses Kapitel lesen, auch ohne Dir mein Buch zu kaufen, denn es geht um Begeisterung, Emotionen und ganz einfach auch Hilfe für die Entscheidung zu Deinem Jakobsweg. Hier kannst Du das Kapitel 4 kostenfrei lesen -> Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste,Fotos additiv auf der Webseite (nicht enthalten) Grenzerfahrung mit Eliane (Jakobswegbuch) Die guten Mächte sind stärker (Camino del Norte und Camino de la Costa) Glory Holes (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste) Ein Schritt bequemer, als der andere. (Kapitel BURNOUT) Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“. (Warum man pilgert) Ich bin Gott dankbar (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste) Bin ich schon soweit? (Camino de la Costa) Mein erstes Pilgermenü (Kapitel Pilgerbuch) Das geht mir unter die Haut. (Warum man pilgert) Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde. (Kapitel Pilgerbuch) >Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste (Kapitel Jakobsweg an der Küste) >Fotos von der Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen (Kapitel BURNOUT) >Mehr vom Jakobsweg? Gerne! (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg) Kapitel 4 kostenfrei lesen und der Redaktion gerne eine Tasse Kaffe spenden -> Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kste H1 Inhaltsverzeichnis 4 DEBA – MARKINA-XEMEIN Array ( [0] => Camino de la Costa: DEBA - MARKINA-XEMEIN | Jakobsweg, Küstenweg [1] => Leseprobe aus dem Buch Jakobsweg an der Küste | Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet. Etappe DEBA - MARKINA-XEMEIN [2] => Aufbruch von der Pilgerherberge in Deba. [3] => Nasse Schuhe? Kein Problem! [4] => Möchtest Du mitmachen? [5] => Auch Regen gehört zum Jakobsweg. Und er macht ihn umso schöner. ) Inhalt H2 zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Küste, Küstenweg Array ( [0] => Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet! 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    • Grenzerfahrung mit Eliane (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
    • Die guten Mächte sind stärker (Camino)
    • Glory Holes (Kapitel Jakobsweg an der Küste)
    • Ein Schritt bequemer, als der andere. (Jakobswegbuch)
    • Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“. (Camino del Norte und Camino de la Costa)
    • Ich bin Gott dankbar (Kapitel Pilgerbuch)
    • Bin ich schon soweit? (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)
    • Mein erstes Pilgermenü (Camino del Norte und Camino de la Costa)
    • Das geht mir unter die Haut. (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg)
    • Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde. (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
    • >Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
    • >Fotos von der Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen (Pilgern am Küstenweg)
    • >Mehr vom Jakobsweg? Gerne! (Kapitel Jakobswege und Alternativen)
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    • Grenzerfahrung mit Eliane. Kapitel Jakobswege und Alternativen
    • Die guten Mächte sind stärker. Camino de la Costa
    • Glory Holes. Kapitel BURNOUT
    • Ein Schritt bequemer, als der andere.. Kapitel Jakobswege und Alternativen
    • Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“.. Camino de la Costa
    • Ich bin Gott dankbar. Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste
    • Bin ich schon soweit?. Camino del Norte und Camino de la Costa
    • Mein erstes Pilgermenü. Warum man pilgert
    • Das geht mir unter die Haut.. Pilgern am Küstenweg
    • Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde.. Kapitel BURNOUT
    • >Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste. Camino del Norte und Camino de la Costa
    • >Fotos von der Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen. Kapitel Küstenweg / Jakobsweg
    • >Mehr vom Jakobsweg? Gerne!. Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer
    Fotos zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Beitrag Keywords zu diesem Jakobsweg-Beitrag:

    Camino de la Costa, Camino del Norte, 1. Woche, Jakobsweg. Camino de la Costa

    Kuestenweg/ Jakobsweg an der Kueste/ Camino de la Costa Textauszug:

    Deba – Markina-Xemein

    Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

    Die Wettergefahren-Fruehwarnung.de schrieb am 17 Juni 2010 über das Tief Eliane: „Nur wenige Tage nachdem starke Regenfälle in Spanien zwei Menschen das Leben gekostet haben, kamen in Folge der schwersten Regenfälle seit mehr als 180 Jahren in Südfrankreich mindestens 25 Menschen ums Leben. Innerhalb von nur 24 Stunden fielen bis zu 350 mm Niederschlag… in Asturias 169 mm und weiter östlich in Gijón 140 mm…“ [6]

    Ja, mit Eliane bin ich mitten drin!

    Grenzerfahrung mit Eliane

    In mein Tagebuch habe ich später geschrieben:

    „Grenzerfahrung, Atlantiktief, strömender Regen extrem, wahnsinnig kalt, Sturm, Bergpfade steil und reißende Wildbäche. Gehe im Schlamm, knöcheltief Wasser, Passagen mit knietiefem Schlick. Alles nass, Hände dicke Klumpen, höllisch aufgeschwollen, blau, steif.“

    Doch erst einmal muss es heute losgehen. Und meine Stimmung ist gar nicht so schlecht. Vielleicht liegt das auch ein wenig daran, dass ich mich vor lauter Schadenfreude fast verbiege, weil die beiden Neuseeländer heute so hilflos aussehen. Trotzdem schnorren sie sich schon wieder ein Frühstück zusammen. Am Geld scheint das allerdings nicht zu liegen, wenn man sich die teure Ausrüstung mal so ansieht.

    Ingrid behält damit Recht, dass heute fast alle Pilger desillusioniert abbrechen oder zumindest mit der Eisenbahn weiter ziehen. Auch Bill.

    Nur noch eine Hand voll Pilger entscheidet sich heute für diese Etappe. Darunter Jean-Louis, ein weißbärtiger Franzose, der von sich selbst sagt, er sieht mittlerweile aus wie „Père Noël“ – der Weihnachtsmann.

    Unmittelbar vor der Herbergstüre ist der steile Asphaltweg überflutet und eine braune Brühe rauscht zu Tale.

    Die guten Mächte sind stärker

    Ich selbst finde langsam Gefallen an der Extremsituation. Bei mir setzt genau die gegenteilige Wirkung ein, als bei den anderen. Endlich ist eine natürliche Gewalt stark genug, um mir auch noch meine letzten störenden Gedanken aus den Hirnwindungen zu prügeln!

    Meine „Regenwolke“ hat dem nichts mehr entgegen zu setzen. Sie scheint sich zu denken: Wenn der jetzt zum Wandern geht, dann sind diese Mächte stärker als ich. Kleinlaut gibt sie hier ihren Widerstand auf. Für immer?

    Auch Ingrid scheint die Veränderung, die bei mir gerade vonstattengeht, zu gefallen. Die an die Herbergstüre unter das kleine Vordach gedrängten Pilger können nicht recht glauben, dass wir uns mit einem lauten „Juhu“ in das Unwetter stürzen.

    Heute bin ich nicht Bear Grylls. Heute bin ich ICH!

    Der Regen ist mein Freund. Es hätte ja auch furchtbar schwül und heiß sein können. Besser so. Ingrid und ich pfeifen die Warnungen des amerikanischen Reiseführers in den Wind und lassen Deba-Deba-Du singend hinter uns.

    Glory Holes

    Meine Sandalen, in denen ich der Rutschfestigkeit wegen Sportsocken und Leukoplast trage, sind jetzt der ultimative Survival-Pack! So wie das Wasser kommt, sprudelt es auch gut hörbar sofort wieder hinaus. Ich kann also stets die direkte Linie nehmen. Ohne Rücksicht auf herabfließende Sturzbäche und „Glory Holes“.

    So hat Bill die Schlammlöcher genannt. Bei den alten amerikanischen Goldschürfen sind mit „Glory Holes“ die tiefen schlammigen Becken unterhalb eines Wasserfalls gemeint, in denen sich das Gold über Jahrhunderte ansammeln konnte. Gold ist 18-mal so schwer wie Wasser.

    So gesehen sind meine Füße auch Gold. Denn ganz sicher sind sie heute 18-mal so schwer wie Wasser!

    Jedes Schlammloch – sorry, „Glory Hole“ – erheitert mich aufs Neue. Auch wenn ich hier kein Gold finden werde. Ich bin gerade dabei, mich selbst zu finden. Viel besser!

    Mein eigener Reiseführer verspricht für diese sehr gebirgige Etappe viele sensationelle Aussichtspunkte. Ingrid und ich zeigen jedes Mal in den Regenvorhang hinein und sagen laut „und hier, meine Damen und Herren sehen sie…“

    Natürlich sehen wir nichts. Aber so unmittelbar eins bin ich mit dem nassen Element auch noch nie gewesen. Sieht man einmal von den ersten neun Monaten meines Lebens ab! Wenn man das Nass sein erst einmal akzeptiert hat, macht es auch Spaß. Und mit dem Tempo können wir heute sogar wunderbar unsere Innentemperatur steuern. Nur stehen bleiben geht nicht. Wir würden in unseren durchnässten Klamotten sofort die garstige Außentemperatur von 4° Celsius zu spüren bekommen.

    Trotz all dem Regen bleibt die Natur nicht unbemerkt. Dichte Mischwälder, mitten in Spanien. Kleine Trampelpfade, wie in den Alpen. Und Blumen über Blumen, die selbst im dichtesten Grau noch in den allerschönsten Farben leuchten. Bergauf, bergab geht es heute mit einem starken Antrieb dahin.

    Nichts hätte schöner sein können, als auf dem durchnässten, samtweichen Untergrund zu gehen.

    Ein Schritt bequemer, als der andere.

    Hier kann man keine Knieschmerzen bekommen.

    In meinem Tagebuch steht: „Kein bewohntes Gebiet. Wenn ich bei diesen Temperaturen allein wäre und irgendwo abrutschen würde, dann wäre das der sichere Tod durch Unterkühlung. Finden würde mich hier so schnell keiner…“

    Allerdings denke ich nicht im Geringsten an eine Gefahr. Meine Welt besteht augenblicklich aus Ingrid und mir, eingehüllt in eine graue, undurchsichtige Regenwand, aus purer Lebensfreude.

    Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“.

    Die Umgebung wird kleiner, das Bewusstseinsfeld dafür umso größer. Und das ist eine sehr ermutigende Beobachtung. Ich kann nun das erste Mal ein wenig in mich gehen. Die Mischung aus einer von Reizen reduzierten Welt und einem euphorischen Erschöpfungszustand ist eine einzigartige Grenzerfahrung für mich. Zwar bin ich aus den Bergen meiner Heimat schon einiges gewohnt. Auch bei der Bundeswehr war ich in einer 12 köpfigen Gebirgseinheit, die bei jedem Wind und Wetter in den Bergen unterwegs war. Tränen und Erschöpfung kenne ich. Aber diese Euphorie und die Heiterkeit, die sich nun einstellen sind mir in der geballten Ladung so schon lange nicht mehr unter gekommen.

    Im Normalfall besteht die Welt eher aus Reizüberflutung und seelischer Leere. Jetzt ist es genau umgekehrt.

    Ich bin Gott dankbar

    Ich bin Gott wirklich dankbar für diese herrliche Erfahrung der inneren „Reinigung“ und ich hoffe, dass es noch weitergeht mit solchen Erfahrungen am Jakobsweg. Noch weiter an die eigenen Grenzen. „Dein Reich komme, Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden“.

    Ja, ich bin gerade wieder dabei, ganz bewusst über das Vaterunser nachzudenken. Wie im Himmel, so in meiner Seele: Das würde ich mir wünschen.

    Auch Ingrid scheint das große Reinemachen aus dem Himmel heute gut zu tun. Auch sie ist völlig ausgebrannt gewesen, bevor sie den Jakobsweg begonnen hat. Bis zur letzten Minute hat sie ihre alte Mutter gepflegt und sich selbst dabei aufgeopfert. Sie hat vom Jakobsweg geträumt, aber sich all die Zeit selbst verloren. Sie hat sich immer gesagt: Wenn es so weit ist, dann lieber Gott, dann gehe ich los.

    Ingrid ist mir schon zwei Millionen Schritte voraus, ich höre ihr einfach zu. Jetzt im Regen scheint plötzlich ihre Mauer in sich zusammen gefallen zu sein. Sie erzählt nicht vom Beruf oder vom Jakobsweg. Sie erzählt von sich selbst. Und ich habe fast das Gefühl, sie erzählt es auch zum ersten Mal sich selbst.

    Welch unglaubliche Last muss in all den Jahren auf ihr gelegen haben. Und welch unglaublichen Lebenswillen hat sie noch immer. Zum ersten Mal kommt auch bei Ingrid ein bisschen „Kindheit“ durch.

    Als sie dann von den letzten Stunden ihrer Mutter erzählt, verhallen ihre Worte im lauten Prasseln des Regens. Ich muss schlucken. Es schnürt mir die Kehle zu. Ich bleibe einen kleinen Moment stehen und halte meine beiden Handflächen nach oben in den Regen, bevor sie sich zur Faust ballen und ich in Tränen ausbreche.

    Jeder hier hat seine Geschichte.

    Ingrid bemerkt nichts von meinen Tränen und wir stapfen sehr still weiter. Dann bleibt sie stehen. Und sie bittet mich, kurz ihren Pilgerstab zu halten.

    Ich zögere. Ihr Pilgerstab ist ihr so heilig, dass ihn bisher sicher noch nie irgendjemand berühren durfte. Als ich ihn ganz behutsam in die Hand nehme, fallen mir viele merkwürdige Sachen wieder ein. Wie sie mit ihrem Stock gesprochen hat. Wie sie ihn überall in Reichweite ganz liebevoll postiert hat. Wie sie sich an ihm festgehalten hat.

    Ingrid holt ein Stück Wurst und eine Scheibe Brot heraus, bricht es und teilt es mit mir. Am liebsten würde ich davon laufen. Ich bin einfach noch nicht so weit.

    Da ist immer noch, trotz all dem Regen, eine Fassade um mich herum. Ingrid zu Umarmen traue ich mich nicht. Lieber pflücke ich ihr ein paar nasse Huflattichblätter vom Wegesrand zum dazu essen. Aber in erster Linie kann ich damit ein bisschen von meinen Gefühlen ablenken und wieder Bear Grylls spielen.

    Ich wäre auch gerne soweit wie Ingrid. Aber ich habe auch Angst vor diesem einen Augenblick, an dem meine Mauer fallen wird. Wird dieser Augenblick bei mir kommen? Und was wird dann sein?

    Genau aus diesem Grund bin ich vielleicht hier am Jakobsweg. Aber will ich Gott wirklich schon begegnen?

     

    Bin ich schon soweit?

    Die kleine Brotzeit wird Gott sei Dank nicht zum letzten Abendmahl, sondern gestaltet sich dann recht schnell als äußerst heitere Pause. Mittendrin im nirgendwo.

    Und so ist es ganz gut, dass ich die Stunde der Wahrheit erst einmal in weite Ferne verschieben kann. Lieber setze ich mich hier zur Ablenkung intensiv mit meiner Umgebung auseinander.

    „Ich muss nämlich mal schnell“. Das ist heute echt ein kleines Problem. Meine Hände sind tatsächlich so eisig und blau angelaufen, dass ich „ihn“ nicht mehr richtig anfassen kann. „Er“ wiederum hat sich soweit zurückgezogen, dass es nicht einfacher wird. Kurzum, es endet wie es enden musste: Auf meinen Oberschenkeln. Wie zu vernehmen war, ist es Ingrid wohl nicht viel besser gegangen.

    Irgendwo hier durchschreiten wir gerade die Provinzgrenze zwischen Gipuzkoa und der Biskaya. Das einzige, was jetzt im Reiseführer noch beschrieben ist, ist ein gewisser Bauernhof Arnoate.

    Und er, wenn er es denn ist, ist wirklich schön. Ein uraltes Steingemäuer und viele Blumen, die schon nach wenigen Schritten wieder hinter der Regenwand verschwinden. Aber ein Eindruck, der bleibt.

    Ich bin schon gespannt, auf das, was mich heute Abend erwarten wird:

    Meine erste Nacht im Kloster

    „Convento de los Padres Carmelitas“. Das hört sich vielversprechend an!

    Nass und überglücklich stehen wir schließlich vor dem majestätischen Klostergebäude. Wir klopfen an die wuchtige Holztür. Ein Klosterdiener, der Doméstico, öffnet uns betulich die schwere Pforte. Er scheint das Wort Stress nicht zu kennen. Als erstes sieht er uns beiden in die Augen. Ungewöhnlich lange, wie ich finde. Und er verzieht dabei keine Miene.

    Erst Sekunden später lächelt er und bittet uns höflich herein. Wie von selbst trete ich langsamen Schrittes ein. Durch das Portal hindurch erreichen wir unter seiner gastfreundschaftlichen Führung den Klostergang mit Blick auf den anmutigen Innengarten. Freilich müssen wir uns zuvor unsere Schuhe ausziehen. Es steht sogar Zeitungspapier zum Ausstopfen bereit, was ich aber für meine Sandalen witzigerweise nicht brauchte. Auch der Doméstico muss grinsen, als er meine Schuhe sieht. Er sagt lächelnd „Opus Dei“, das Werk Gottes!

    Nun, so sehen meine Schuhe zwar nicht aus, aber ich lasse es mal so stehen.

    Geruhsam folgen wir dem Doméstico in das Schlafgemach für Pilger. Groß, geräumig und sauber. Es gibt auch richtig tolle Duschräume für Pilger. Alles neu hergerichtet und einwandfrei. Ich bin gerade der einzige männliche Pilger im Duschraum. Warmes Wasser. Herrlich!

    Unter der Dusche höre ich eine Pilgerin singen, die sich sicher gerade allein glaubt. Die Räume sind nicht vollkommen abgetrennt.

    Auch sie hat es bis hierher geschafft und ist fröhlich, wie ich höre!

    Nachdem ich kein Handtuch am Jakobsweg habe, warte ich wieder geduldig darauf, dass ich trocken werde. Die singende Pilgerin ist echt große Klasse und viel besser als das, was man oft so von DSDS her kennt. Wer sie gewesen ist, habe ich jedoch nicht heraus gefunden.

    Im Klostergang hat der Doméstico zwei Wäscheständer aufgestellt, an denen ich meine nassen Klamotten aufhänge. Wäscheklammern habe ich zu Hause vergessen.

    Im Schlafsaal kann ich mir mein Bett noch aussuchen. Es ist Platz für etwa dreißig Pilger. So viele werden es heute ganz sicher nicht.

    Danach lädt uns der Doméstico zu einer Tasse heißen Tee ein. Ein paar Pilger kommen noch an. Aber viele sind es nicht.

     

    Mein erstes Pilgermenü

    Ingrid und ich brechen um Sechs noch einmal auf. Der Doméstico hat uns ein kleines Speiselokal empfohlen, welches ein hervorragendes Pilgermenü haben soll. Was es mit dem Pilgermenü auf sich hat, habe ich bisher noch nicht selbst erfahren. Ich weiß lediglich, dass man hier und da als Pilger sehr preiswert essen kann.

    Es geht aber um etwas ganz anderes. Um Gastgeber, die mich so annehmen, wie ich bin. Und ich bin wahrlich nicht gut gekleidet. Trotz Dusche sind die Klamotten muffig und zerknittert. Nie im Leben würde ich so zu Hause irgendwo hingehen, sonst würden sie mir noch einen alten Hähnchenknochen nachwerfen.

    Aber hier habe ich nichts bei mir, womit ich den Gastleuten wenigstens ein Mindestmaß an Respekt zollen kann. Außer mich selbst und ein bedachtsames Verhalten. Ein sehr ungewohntes und ungutes Gefühl.

    Weil es kalt ist, habe ich zwei kurze Hosen an. Darüber noch die feuchte Regenhose, die ich schon unter Tags anhatte. Obenherum zwei T-Shirt übereinander und dem Anschein wegen ein kurzärmeliges hellblau gestreiftes Baumwollhemd. Darüber: Poncho.

    So mache ich mich mit Ingrid also auf zum Restaurant.

    Beim Öffnen der Türe fühle ich mich sehr unwohl. Das Restaurant ist edel, urgemütlich und ich weiß nicht, ob das als Pilger wirklich so geht. Einfach hinsetzen so wie in Deutschland geht auch nicht. Verschämt stehe ich in der Tür, Ingrid hinter mir. Noch mehr schäme ich mich, als durch die offene Tür ein Windstoß fährt und gleich einen mit weißen Tischdecken vorbereiteten Tisch abdeckt. Wie sagen? Wohin mit dem nassen Zeug? Nur mein Hunger hält mich davon ab, jetzt das Weite zu suchen. Ingrid ist da schon unbefangener. Als die Kellnerin, nein – es ist ganz sicher die Besitzerin kommt, fällt mir Gott sei Dank „ona arratsaldean“

    ein. Erinnert mich an „wa alaikum salām“ und bedeutet auf Baskisch „Guten Abend“.

    Ob ich es richtig ausgesprochen habe, weiß ich nicht, aber sie lächelt mich sehr freundlich an.

    Jedenfalls hat sie nicht das geringste Problem mit unserem Pilgeroutfit. Ausgesprochen herzlich begleitet sie uns zu einem der wirklich schönen Tische des Restaurants.

    Es ist ein Restaurant der Gattung, in dem man sonst die Kreditkarte im Lederumschlag zur noblen Begleichung der Rechnung abgibt. Und trotzdem nimmt sie uns so wie wir sind.

    Das geht mir unter die Haut.

    Vornehm zieht sie mir den Stuhl ein wenig zur Seite. Ich hätte das bei Ingrid auch gerne getan, doch sie nimmt die lederne Bank an der Wandseite.

    Gedeckt sind drei Hauptbestecke. Zur Wahl stehen Rotwein- oder Weißweingläser, ein Fisch- und ein Fleischmesser und für die Nachspeise ein Silberlöffel oder eine Silbergabel.

    Vornehm fragt mich die Chefin, welchen Wein wir gerne hätten und zündet die weinrote Kerze am Tisch an. Jeder von uns könne aber auch eine eigene Flasche haben. Ingrid entscheidet sich für Rotwein. Der wird aber nicht einfach nur gebracht, er wird vor unseren Augen geköpft und ich darf am Korken riechen. Es ist ein richtig guter Tropfen Rioja!

    Die Weißweingläser werden dezent abgetragen.

    Kurz danach kommt sie, und bringt uns ein Amuse-Gueule, einen Gruß aus der Küche. Selbst gebackenes Brot mit Schmalz und Paprika.

    Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde.

    Während sechs weitere Pilger eintreten, wird uns die Vorspeise serviert: Hausgemachte Fischsuppe vom Allerfeinsten. Dazu frisches Weißbrot. Lächelnd steht die Chefin nun bei mir und meint: Der Weißwein wäre auch nicht schlecht gewesen. In der Hand hält sie ein kleines Gläschen zum Probieren, dass sie mir einfach vor die Nase stellt.

    Nach dem ersten Gang gibt es wahlweise Fisch oder Fleisch. Die Chefin erzählt lebhaft, um was es sich jeweils handelt, aber leider verstehe ich nicht mehr als „Fisch oder Fleisch“.

    Beide entscheiden wir uns für den Fisch. Aber das Fleisch am Nachbartisch sieht sehr lecker aus. Die Beilagen gibt es in mehreren Schüsseln, die über alle Tische verteilt werden.

    Bei der Nachspeise dürfen wir schon wieder wählen. Mir gefällt „Vanilla esnea“ – auf Spanisch „pudín de vainilla“ und das versteht wirklich jeder!

    Und dann kommt die Rechnung für Ingrid und für mich: Zusammen 12 Euro! Nachdem für die Chefin völlig klar ist, dass ich bezahle, mache ich das auch. Gerne!

    Der Wein beschert mir abermals eine sehr entspannte Nachtruhe. Ich denke aber noch lange nach. Mit meiner Stirnlampe leuchte ich gerade auf den Reisführer, der vor mir auf dem Kopfkissen liegt. Und ich höre einen Pilger leise das Vaterunser auf Spanisch murmeln, während ein paar andere Pilger schon vor sich hin schnarchen:

    Padre Nuestro que estás en los cielos

    santificado sea tu nombre

    venga a nosotros tu reino

    hágase tu voluntad

    así en la tierra como en el cielo

    el pan nuestro de cada día dánosle hoy

    y perdónanos nuestras ofensas

    así como nosotros perdonamos a quienes nos ofenden

    no nos dejes caer en tentación

    y líbranos del mal

    por que tuyo es el reino

    el poder y la gloria

    por los siglos de los siglos

    amén.

    In das Amen stimme ich im Stillen mit ein, mache meine Stirnlampe aus und finde für diese Nacht in den Gemäuern des Klosters meinen Frieden.

     

    Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste

    Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste

    • Grenzerfahrung mit Eliane (Pilgerbuch)
    • Die guten Mächte sind stärker (Küstenweg / Jakobsweg)
    • Glory Holes (Jakobswege)
    • Ein Schritt bequemer, als der andere. (Camino del Norte)
    • Heute fallen mir ganz andere Worte ein, als gestern: „großartig, spüren, erleben, durchatmen, Kraft“. (BURNOUT)
    • Ich bin Gott dankbar (Depressionen und Hilfe Jakobsweg)
    • Bin ich schon soweit? (Pilgern am Küstenweg)
    • Mein erstes Pilgermenü (Jakobsweg an der Küste)
    • Das geht mir unter die Haut. (Jakobswege)
    • Die Zeit vergeht gemächlich. Ich genieße jede Sekunde. (Camino)

    Fotos von der Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen

    • Fotos von der Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Jakobsweg an der Küste mit Regen
    • Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.
    • Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.
    • Kloster am Jakobsweg
    • Kloster am Jakobsweg Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN Tag 4
    • Regencape am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN
    • Reiseführer Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN
    • Atlantik Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN
    • Kanal Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN
    • Landschaft Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN
    • Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN
    • Pilgerverpflegung Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN
    • Herberge, Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

    Mehr vom Jakobsweg? Gerne!

    Ich selbst bin gegen Bezahlschranken im Internet, finde aber, dass gute und echte Informationen auch etwas wert sind. Du darfst gerne dieses Kapitel lesen, auch ohne Dir mein Buch zu kaufen, denn es geht um Begeisterung, Emotionen und ganz einfach auch Hilfe für die Entscheidung zu Deinem Jakobsweg. Hier kannst Du das Kapitel 4 kostenfrei lesen ->



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg english excerpt:

    Day 4: 24 km, approx. 950 meters in altitude, via Mutriko, Olatz. The heaviest rainfall in 180 years.

    The Wettergefahren-Fruehwarnung.de wrote on June 17, 2010 about the low Eliane: “Only a few days after heavy rains in Spain killed two people, at least 25 people died as a result of the heaviest rains for more than 180 years in southern France . Within just 24 hours, up to 350 mm of precipitation fell … in Asturias 169 mm and further east in Gijón 140 mm … “[6]

    Yes, with Eliane I’m right in the middle!

    Borderline experience with Eliane

    I later wrote in my diary:

    “Borderline experience, Atlantic depths, pouring rain extremely, incredibly cold, storm, steep mountain paths and raging torrents. Walk in mud, ankle-deep water, passages with knee-deep silt. Everything wet, hands thick lumps, swollen as hell, blue, stiff. ”

    But first things have to start today. And my mood isn’t all that bad. Maybe that’s a little bit because I almost bend over with glee because the two New Zealanders look so helpless today. Nevertheless, they are already making breakfast again. If you look at the expensive equipment, it doesn’t seem to be due to the money.

    Ingrid is right that today almost all pilgrims break off disaffected or at least move on by train. Bill too.

    Only a handful of pilgrims decide today for this stage. Among them Jean-Louis, a white-bearded Frenchman who says of himself that he now looks like “ Père Noël ” – Santa Claus.

    Immediately in front of the hostel door, the steep asphalt path is flooded and a brown broth rushes to the valley.

    The good forces are stronger

    I’m slowly starting to enjoy the extreme situation. For me, it has exactly the opposite effect than for the others. Finally a natural force is strong enough to knock my last disturbing thoughts out of the convolutions of my brain!

    My “rain cloud” has nothing to counter this. She seems to be thinking: If he goes hiking now, these forces are stronger than me. She gives up her resistance here meekly. Forever?

    Ingrid also seems to like the change that is taking place for me. The pilgrims crowded to the hostel door under the small canopy cannot quite believe that we are throwing ourselves into the storm with a loud “yay”.

    I’m not Bear Grylls today. Today I am ME!

    The rain is my friend. It could have been awfully humid and hot. Better this way. Ingrid and I whistle the warnings of the American travel guide to the wind and leave Deba-Deba-Du behind us singing.

    Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

    Regen am Jakobsweg, Etappe 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Tag 4: 24 km, ca. 950 Höhenmeter, über Mutriko, Olatz. Die schwersten Regenfälle seit 180 Jahren.

    Glory Holes

    My sandals, in which I wear sports socks and Leukoplast because of their slip resistance, are now the ultimate survival pack! Just as the water comes, it gushes out again immediately and audibly. So I can always take the direct line. Regardless of falling torrents and “glory holes”.

    That’s what Bill called the mud holes. In the old American gold prospecting, “glory holes” refer to the deep, muddy basins below a waterfall, in which the gold could accumulate over centuries. Gold is 18 times as heavy as water.

    In that way my feet are also gold. Because today they are certainly 18 times as heavy as water!

    Every mud hole – sorry, “Glory Hole” – amuses me anew. Even if I won’t find any gold here. I am just about to find myself. Much better!

    My own travel guide promises many sensational vantage points for this very mountainous stage. Every time Ingrid and I point into the rain curtain and say out loud “and here, ladies and gentlemen see you …”

    Of course we don’t see anything. But I’ve never been so directly at one with the wet element. Except for the first nine months of my life! Once you’ve accepted being wet, it’s also fun. And today we can even wonderfully control our internal temperature with the speed. You can’t just stand still. We would immediately feel the nasty outside temperature of 4 ° Celsius in our soaked clothes.

    Despite all the rain, nature does not go unnoticed. Dense mixed forests in the middle of Spain. Small trails, like in the Alps. And flowers upon flowers that shine in the most beautiful colors even in the thickest gray. Uphill and downhill are today with a strong drive.

    Nothing could have been nicer than walking on the soaked, velvety surface.

    One step more comfortable than the other.

    You can’t get knee pain here.

    In my diary it says: “Not an inhabited area. If I were alone in these temperatures and slipped somewhere, it would be certain death from hypothermia. Nobody would find me here so quickly … ”

    However, I don’t think in the slightest of danger. My world currently consists of Ingrid and me, wrapped in a gray, opaque wall of rain, out of pure joy of life.

    Today I can think of completely different words than yesterday: “great, feel, experience, breathe deeply, strength”.

    The environment becomes smaller, the field of consciousness for it all the larger. And that is a very encouraging observation. For the first time I can now go into myself a little. The mixture of a world reduced by stimuli and a euphoric state of exhaustion is a unique borderline experience for me. I’m used to a lot from the mountains of my homeland. I was also in the Bundeswehr in a 12-person mountain unit that was out and about in the mountains in all weathers. I know tears and exhaustion. But this euphoria and the cheerfulness that set in now have not come under my feet in the concentrated load for a long time.

    Normally the world consists of overstimulation and emotional emptiness. Now it’s the other way around.

    I am thankful to God

    I am really grateful to God for this wonderful experience of inner “purification” and I hope that such experiences on the Camino de Santiago will continue. Even further to your own limits. “Your kingdom come, your will be done, on earth as it is in heaven”.

    Yes, I am just now again consciously thinking about the Our Father. As in heaven, so in my soul: I would wish that.

    Ingrid also seems to be doing the great cleansing out of heaven today. She too was completely burned out before starting the Camino de Santiago. Until the last minute she cared for her old mother, sacrificing herself in the process. She dreamed of the Camino de Santiago, but lost all the time to herself. She always said to herself: When the time comes, God, I’ll go.

    Ingrid is already two million steps ahead of me, I just listen to her. Now, in the rain, suddenly her wall seems to have collapsed. She doesn’t talk about her job or the Camino de Santiago. She talks about herself. And I almost have the feeling that she is also telling it to herself for the first time.

    What an unbelievable burden must have rested on her over the years. And what an incredible will to live she still has. For the first time, a bit of “childhood” comes through with Ingrid.

    When she talks about the last hours of her mother, her words fade away in the loud patter of the rain. I have to swallow. It tightens my throat. I stop for a moment and hold both of my palms up in the rain before they clench and I burst into tears.

    Everyone here has their story.

    Ingrid doesn’t notice my tears and we trudge on very quietly. Then she stops. And she asks me to briefly hold her pilgrim’s staff.

    I hesitate. Her pilgrim staff is so sacred to her that no one has been allowed to touch it before. When I pick it up very carefully, a lot of strange things come back to me. How she talked to her stick. How she put it very lovingly everywhere within reach. How she held onto him.

    Ingrid takes out a piece of sausage and a slice of bread, breaks it and shares it with me. I would love to run away. I’m just not ready yet.

    Despite all the rain, there is still a facade around me. I don’t dare to hug Ingrid. I’d rather pick a few wet coltsfoot leaves from the roadside for her to eat with. But first and foremost, I can use it to distract me a bit from my feelings and play Bear Grylls again.

    I would also like to be as far as Ingrid. But I’m also afraid of this one moment when my wall will fall. Will this moment come for me? And what will happen then?

    Perhaps that is precisely why I am here on the Camino de Santiago. But do I really want to meet God?

     

    Am i ready yet?

    Thankfully, the small snack does not become the Last Supper, but rather quickly turns out to be an extremely cheerful break. In the middle of nowhere.

    And so it is very good that I can postpone the moment of truth a long way off. I prefer to deal intensively with my surroundings here as a distraction.

    “Because I have to go fast.” That’s really a little problem today. My hands are actually so icy and blue that I can no longer touch “him” properly. “He”, in turn, has withdrawn so much that it doesn’t get any easier. In short, it ends as it had to end: on my thighs. As I could hear, Ingrid was probably not doing much better.

    Somewhere here we are crossing the provincial border between Gipuzkoa and the Biscay. The only thing that is still described in the travel guide is a certain Arnoate farm.

    And he, if it is him, is really beautiful. An ancient stone wall and many flowers that disappear behind the rain wall after just a few steps. But an impression that lasts.

    I’m excited about what will await me tonight:

    My first night in the monastery

    “Convento de los Padres Carmelitas”. That sounds promising!

    Finally, wet and overjoyed, we stand in front of the majestic monastery building. We knock on the massive wooden door. A monastery servant, the Doméstico, carefully opens the heavy gate for us. He doesn’t seem to know the word stress. The first thing he does is look us both in the eye. Unusually long, in my opinion. And he doesn’t change a face.

    Only seconds later does he smile and politely invite us in. As if by myself I step in slowly. Through the portal, under his hospitable guidance, we reach the cloister corridor with a view of the graceful inner garden. Of course we have to take off our shoes first. There is even newspaper available for stuffing, which, funnily enough, I didn’t need for my sandals. The Doméstico also has to grin when he sees my shoes. He says with a smile “Opus Dei”, the work of God!

    Well, my shoes don’t look like that, but I’ll leave it that way.

    We leisurely follow the Doméstico into the pilgrims’ bedroom. Big, spacious and clean. There are also really great shower rooms for pilgrims. Everything newly prepared and flawless. I’m the only male pilgrim in the shower room right now. Warm water. Lovely!

    In the shower I hear a pilgrim singing who certainly thinks she is alone. The rooms are not completely separated.

    She also made it this far and is happy, I hear!

    After I don’t have a towel on the Way of St. James, I’m again waiting patiently for me to dry out. The singing pilgrim is really great and much better than what you often know from DSDS. But I haven’t found out who she was.

    In the cloister corridor, the Doméstico has set up two clothes horse on which I hang up my wet clothes. I forgot clothespins at home.

    I can still choose my bed in the dormitory. There is room for about thirty pilgrims. There will certainly not be that many today.

    Then the Doméstico invites us to a cup of hot tea. A few pilgrims are still arriving. But many are not.

     

    My first pilgrim menu

    Ingrid and I leave again at six. The Doméstico recommended a small eatery that should have an excellent pilgrim menu. I have not yet found out what the pilgrim menu is all about. All I know is that pilgrims can eat very cheaply here and there.

    But it’s about something completely different. About hosts who accept me for who I am. And I really am not well dressed. Despite the shower, the clothes are musty and wrinkled. I would never go anywhere at home like this in my life, otherwise they would throw an old chicken bone at me.

    But here I have nothing with me with which I can show the host people at least a minimum of respect. Except myself and careful behavior. A very unfamiliar and uncomfortable feeling.

    Because it’s cold, I’m wearing two shorts. On top of that, the wet rain pants that I had on during the day. Two T-shirts on top of each other and a short-sleeved light blue striped cotton shirt for the sake of appearance. Above: poncho.

    So I go to the restaurant with Ingrid.

    When I open the door I feel very uncomfortable. The restaurant is classy, ​​very cozy and I don’t know whether it really works like that as a pilgrim. Just sitting down like in Germany doesn’t work either. I stand in the door ashamed, Ingrid behind me. I am even more ashamed when a gust of wind drives through the open door and immediately covers a table prepared with white tablecloths. How to say What to do with the wet stuff? Only my hunger keeps me from running away now. Ingrid is more at ease there. When the waitress, no – the owner is certain to come, thank God I fell “ona arratsaldean”

    one. Reminds me of “wa alaikum salām” and means “good evening” in Basque.

    I don’t know if I pronounced it correctly, but she smiles very friendly at me.

    In any case, she doesn’t have the slightest problem with our pilgrim outfit. She accompanies us very warmly to one of the really nice tables in the restaurant.

    It is a restaurant of the kind in which you usually hand in the credit card in a leather envelope to settle the bill in a noble way. And yet she takes us for who we are.

    That gets under my skin.

    Elegantly she pulls the chair to one side for me. I would have liked to have done that with Ingrid, too, but she takes the leather bench on the wall.

    Three main cutlery are set. You can choose from red wine or white wine glasses, a fish knife and a meat knife, and a silver spoon or a silver fork for dessert.

    The boss asks me elegantly which wine we would like and lights the wine-red candle at the table. But each of us could also have our own bottle. Ingrid opts for red wine. But it is not just brought in, it is beheaded before our eyes and I can smell the cork. It’s a really good drop of Rioja!

    The white wine glasses are discreetly worn away.

    Shortly afterwards she comes and brings us an amuse-gueule, a greeting from the kitchen. Homemade bread with lard and paprika.

    Time passes leisurely. I enjoy every second.

    While six more pilgrims enter, we are served the starter: the finest homemade fish soup. With fresh white bread. The boss is now with me smiling and says: The white wine wouldn’t have been bad either. In her hand she holds a small glass to try that she simply puts in front of my nose.

    After the first course there is either fish or meat. The boss tells vividly what it is about, but unfortunately I don’t understand it anymore as “fish or meat”.

    We both choose the fish. But the meat on the next table looks very tasty. The side dishes are in several bowls that are distributed over all tables.

    We can already choose again for dessert. I like “Vanilla esnea” – in Spanish “pudín de vainilla” and everyone understands that!

    And then comes the bill for Ingrid and for me: A total of 12 euros! After it is completely clear to the boss that I will pay, I will do the same. With pleasure!

    The wine gives me another very relaxed night’s sleep. But I still think about it for a long time. I am shining my headlamp on the travel guide lying on the pillow in front of me. And I hear one pilgrim softly mumble the Our Father in Spanish while a few other pilgrims are snoring to themselves:

    Padre Nuestro que estás en los cielos

    santificado sea tu nombre

    venga a nosotros tu reino

    hágase do voluntad

    Asi en la tierra como en el cielo

    el pan nuestro de cada día dánosle hoy

    y perdónanos nuestras ofensas

    así como nosotros perdonamos a quienes nos ofenden

    no nos dejes caer en tentación

    y líbranos del mal

    por que tuyo es el reino

    el poder y la gloria

    por los siglos de los siglos

    Amen.

    I silently join in the amen, turn off my headlamp and find my peace for the night in the walls of the monastery.

     

    Content from the book BURNOUT: A journey on a fine line, Way of St. James on the coast

    Content from the book BURNOUT: A journey on a fine line, Way of St. James on the coast

    • Borderline experience with Eliane (pilgrim book)
    • The good forces are stronger (Coastal Path / Camino de Santiago)
    • Glory Holes (Way of St. James)
    • One step more comfortable than the other. (Camino del Norte)
    • Today I can think of completely different words than yesterday: “great, feel, experience, breathe deeply, strength”. (BURNOUT)
    • I am grateful to God (depression and help St. James Way)
    • Am i ready yet? (Pilgrimage on the coastal path)
    • My first pilgrim menu (Camino de Santiago on the coast)
    • That gets under my skin. (Way of St. James)
    • Time passes leisurely. I enjoy every second. (Camino)

    Photos from stage 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Way of St. James on the coast with rain

    • Photos from stage 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Way of St. James on the coast with rain
    • Stage 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Day 4: 24 km, approx. 950 meters in altitude, via Mutriko, Olatz. The heaviest rainfall in 180 years.
    • Rain on the Way of St. James, Stage 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Day 4: 24 km, approx. 950 meters in altitude, via Mutriko, Olatz. The heaviest rainfall in 180 years.
    • Monastery on the Way of St. James
    • Monastery on the Way of St. James Stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN Day 4
    • Rain cape on the Way of St. James, stage 4: DEBA MARKINA-XEMEIN
    • Travel guide stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Atlantic Stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Canal stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Landscape Stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Food for pilgrims Stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Hostel, Stage 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN

    More from the Camino de Santiago? With pleasure!

    I myself am against payment barriers on the Internet, but I think that good and genuine information is also worth something. You are welcome to read this chapter without buying my book, because it is about enthusiasm, emotions and, quite simply, help in deciding on your Camino de Santiago. Here you can read Chapter 4 for free ->



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg france excerpt:

    Deba – Markina-Xemein

    Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

    Herberge, Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

    Jour 4: 24 km, environ 950 mètres d’altitude, via Mutriko, Olatz. Les précipitations les plus importantes en 180 ans.

    Le Wettergefahren-Fruehwarnung.de a écrit le 17 juin 2010 à propos de la basse Eliane: «Quelques jours seulement après que de fortes pluies en Espagne ont tué deux personnes, au moins 25 personnes sont mortes dans le sud de la France à la suite des pluies les plus abondantes depuis plus de 180 ans. . En seulement 24 heures, jusqu’à 350 mm de précipitations sont tombés … dans les Asturies 169 mm et plus à l’est à Gijón 140 mm … “[6]

    Oui, avec Eliane je suis en plein milieu!

    Expérience limite avec Eliane

    J’ai écrit plus tard dans mon journal:

    «Expérience limite, profondeurs de l’Atlantique, pluie torrentielle extrêmement, incroyablement froide, tempête, sentiers de montagne escarpés et torrents déchaînés. Marchez dans la boue, l’eau jusqu’aux chevilles, les passages avec du limon jusqu’aux genoux. Tout est mouillé, les mains épaisses, gonflées comme l’enfer, bleues, raides. ”

    Mais les premières choses doivent commencer aujourd’hui. Et mon humeur n’est pas si mauvaise que ça. C’est peut-être un peu parce que je me penche presque de joie parce que les deux Néo-Zélandais ont l’air si impuissants aujourd’hui. Néanmoins, ils préparent déjà le petit-déjeuner. Si vous regardez l’équipement coûteux, cela ne semble pas être dû à l’argent.

    Ingrid a raison de dire qu’aujourd’hui presque tous les pèlerins se détachent mécontents ou du moins partent en train. Bill aussi.

    Seule une poignée de pèlerins décident aujourd’hui pour cette étape. Parmi eux Jean-Louis, un Français à la barbe blanche qui dit de lui qu’il ressemble maintenant au « Père Noël » – le Père Noël.

    Immédiatement devant la porte de l’auberge, le chemin asphalté escarpé est inondé et un bouillon brun se précipite dans la vallée.

    Les bonnes forces sont plus fortes

    Je commence lentement à apprécier la situation extrême. Pour moi, cela a exactement l’effet contraire que pour les autres. Enfin une force naturelle est assez forte pour faire sortir mes dernières pensées dérangeantes des circonvolutions de mon cerveau!

    Mon “nuage de pluie” n’a rien pour contrer cela. Elle semble penser: s’il part en randonnée maintenant, ces forces sont plus fortes que moi. Elle abandonne sa résistance ici avec douceur. Pour toujours?

    Ingrid semble également aimer le changement qui s’opère pour moi. Les pèlerins entassés à la porte de l’auberge sous la petite verrière ne peuvent pas vraiment croire que nous nous jetons dans la tempête avec un «yay» bruyant.

    Je ne suis pas Bear Grylls aujourd’hui. Aujourd’hui, je suis MOI!

    La pluie est mon amie. Cela aurait pu être terriblement humide et chaud. C’est mieux ainsi. Ingrid et moi sifflons les avertissements du guide de voyage américain au vent et laissons Deba-Deba-Du derrière nous en train de chanter.

    Trous de gloire

    Mes sandales, dans lesquelles je porte des chaussettes de sport et Leukoplast en raison de leur résistance au glissement, sont désormais le pack de survie ultime! Tout comme l’eau arrive, elle jaillit à nouveau immédiatement et de manière audible. Je peux donc toujours prendre la ligne directe. Indépendamment des torrents tombants et des «trous de gloire».

    C’est ce que Bill a appelé les trous de boue. Dans l’ancienne prospection aurifère américaine, les «trous de gloire» désignent les bassins profonds et boueux sous une cascade dans lesquels l’or pourrait s’accumuler au fil des siècles. L’or est 18 fois plus lourd que l’eau.

    De cette façon, mes pieds sont également en or. Parce qu’aujourd’hui, ils sont certainement 18 fois plus lourds que l’eau!

    Chaque trou de boue – désolé, “Glory Hole” – m’amuse à nouveau. Même si je ne trouve pas d’or ici. Je suis sur le point de me retrouver. Bien mieux!

    Mon propre guide de voyage promet de nombreux points de vue sensationnels pour cette étape très montagneuse. Chaque fois qu’Ingrid et moi montrons le rideau de pluie et disons à voix haute “et ici, mesdames et messieurs vous voient …”

    Bien sûr, nous ne voyons rien. Mais je n’ai jamais été aussi directement d’accord avec l’élément humide. Sauf les neuf premiers mois de ma vie! Une fois que vous avez accepté d’être mouillé, c’est aussi amusant. Et aujourd’hui, nous pouvons même merveilleusement contrôler notre température interne avec la vitesse. Vous ne pouvez pas rester immobile. Nous ressentions immédiatement la mauvaise température extérieure de 4 ° Celsius dans nos vêtements trempés.

    Malgré toute la pluie, la nature ne passe pas inaperçue. Forêts mixtes denses au milieu de l’Espagne. Petits sentiers, comme dans les Alpes. Et des fleurs sur des fleurs qui brillent dans les plus belles couleurs même dans le gris le plus épais. La montée et la descente sont aujourd’hui avec une forte motivation.

    Rien n’aurait pu être plus agréable que de marcher sur la surface trempée et veloutée.

    Un pas plus confortable que l’autre.

    Vous ne pouvez pas avoir de douleur au genou ici.

    Dans mon journal, il est dit: «Ce n’est pas une zone habitée. Si j’étais seul dans ces températures et que je glissais quelque part, ce serait une mort certaine par hypothermie. Personne ne me trouverait ici si vite … ”

    Cependant, je ne pense pas au moindre danger. Mon monde est actuellement composé d’Ingrid et moi, enveloppés dans un mur de pluie gris et opaque, par pure joie de vivre.

    Aujourd’hui, je peux penser à des mots complètement différents de ceux d’hier: «grand, sentir, expérimenter, respirer profondément, force».

    L’environnement devient plus petit, le champ de conscience pour lui d’autant plus grand. Et c’est une observation très encourageante. Pour la première fois, je peux maintenant entrer un peu en moi. Le mélange d’un monde réduit par les stimuli et d’un état d’épuisement euphorique est une expérience limite unique pour moi. Je suis habitué à beaucoup de choses des montagnes de mon pays natal. J’étais également dans la Bundeswehr dans une unité de montagne de 12 personnes qui se promenait dans les montagnes par tous les temps. Je connais les larmes et l’épuisement. Mais cette euphorie et la gaieté qui s’installe maintenant ne sont pas passées sous mes pieds dans la charge concentrée depuis longtemps.

    Normalement, le monde se compose de surstimulation et de vide émotionnel. Maintenant, c’est l’inverse.

    Je suis reconnaissant à Dieu

    Je suis vraiment reconnaissant à Dieu pour cette merveilleuse expérience de «purification» intérieure et j’espère que de telles expériences sur le Camino de Santiago se poursuivront. Encore plus loin de vos propres limites. “Que ton règne vienne, que ta volonté soit faite, sur la terre comme au ciel”.

    Oui, je pense à nouveau consciemment au Notre Père. Comme au ciel, donc dans mon âme: je le souhaiterais.

    Ingrid semble également faire la grande purification du ciel aujourd’hui. Elle aussi était complètement épuisée avant de commencer le Camino de Santiago. Jusqu’à la dernière minute, elle s’est occupée de sa vieille mère, se sacrifiant dans le processus. Elle rêvait du Camino de Santiago, mais perdait tout le temps pour elle-même. Elle se disait toujours: quand le moment viendra, mon Dieu, j’irai.

    Ingrid a déjà deux millions de pas d’avance sur moi, je ne fais que l’écouter. Maintenant, sous la pluie, soudain son mur semble s’être effondré. Elle ne parle ni de son travail ni du Camino de Santiago. Elle parle d’elle-même et j’ai presque l’impression qu’elle se le dit aussi pour la première fois.

    Quel fardeau incroyable a dû reposer sur elle au fil des ans. Et quelle incroyable volonté de vivre elle a encore. Pour la première fois, un peu «d’enfance» passe avec Ingrid.

    Quand elle parle des dernières heures de sa mère, ses mots s’estompent dans le bruit bruyant de la pluie. Je dois avaler. Cela me serre la gorge. Je m’arrête un instant et je tiens mes deux paumes sous la pluie avant qu’elles ne se serrent et que j’éclate en sanglots.

    Chacun ici a son histoire.

    Ingrid ne remarque pas mes larmes et nous avançons très tranquillement. Puis elle s’arrête. Et elle me demande de tenir brièvement son bâton de pèlerin.

    J’hésite. Son bâton de pèlerin lui est si sacré que personne n’a été autorisé à le toucher auparavant. Quand je le prends soigneusement, je me souviens de beaucoup de choses étranges. Comment elle a parlé à son bâton. Comment elle l’a mis partout avec beaucoup d’amour à portée de main. Comment elle s’est accrochée à lui.

    Ingrid sort un morceau de saucisse et une tranche de pain, le brise et le partage avec moi. J’adorerais m’enfuir. Je ne suis pas encore prêt.

    Malgré toute la pluie, il y a encore une façade autour de moi. Je n’ose pas embrasser Ingrid. Je préfère choisir quelques feuilles de tussilage mouillées sur le bord de la route pour qu’elle puisse manger avec. Mais avant tout, je peux l’utiliser pour me distraire un peu de mes sentiments et jouer à nouveau à Bear Grylls.

    J’aimerais aussi être aussi loin qu’Ingrid. Mais j’ai aussi peur de ce moment où mon mur tombera. Ce moment viendra-t-il pour moi? Et qu’arrivera-t-il alors?

    C’est peut-être précisément pourquoi je suis ici sur le Camino de Santiago. Mais est-ce que je veux vraiment rencontrer Dieu?

     

    Suis-je encore prêt?

    Heureusement, la petite collation ne devient pas le dernier souper, mais se révèle assez rapidement être une pause extrêmement joyeuse. Au milieu de nulle part.

    Et c’est donc très bien que je puisse repousser de loin le moment de vérité pour le moment. Je préfère traiter intensivement mon environnement ici comme une distraction.

    “Parce que je dois aller vite.” C’est vraiment un petit problème aujourd’hui. Mes mains sont en fait si glacées et bleues que je ne peux plus le toucher correctement. «Lui», à son tour, s’est tellement retiré que cela ne devient pas plus facile. Bref, ça se termine comme il fallait que ça se termine: sur mes cuisses. Comme j’ai pu l’entendre, Ingrid ne faisait probablement pas beaucoup mieux.

    Quelque part ici, nous traversons la frontière provinciale entre le Gipuzkoa et la Biscaye. La seule chose qui est encore décrite dans le guide de voyage est une certaine ferme arnoate.

    Et lui, si c’est lui, est vraiment beau. Un ancien mur de pierre et de nombreuses fleurs qui disparaissent derrière le mur de pluie après quelques pas. Mais une impression qui dure.

    Je suis enthousiasmé par ce qui m’attend ce soir:

    Ma première nuit au monastère

    “Convento de los Padres Carmelitas”. Cela semble prometteur!

    Enfin, mouillés et ravis, nous nous tenons devant le majestueux bâtiment du monastère. Nous frappons à la porte massive en bois. Un domestique du monastère, le Doméstico, nous ouvre avec précaution la lourde porte. Il ne semble pas connaître le mot stress. La première chose qu’il fait est de nous regarder tous les deux dans les yeux. Exceptionnellement long, à mon avis. Et il ne change pas de visage.

    Quelques secondes plus tard, il sourit et nous invite poliment à entrer. Comme si par moi-même j’interviens lentement. Par le portail, sous sa direction hospitalière, nous atteignons le couloir du cloître avec vue sur le gracieux jardin intérieur. Bien sûr, nous devons d’abord enlever nos chaussures. Il y a même du journal disponible pour la farce, ce dont, curieusement, je n’avais pas besoin pour mes sandales. Le Doméstico doit aussi sourire quand il voit mes chaussures. Il dit avec un sourire «Opus Dei», l’œuvre de Dieu!

    Eh bien, mes chaussures ne ressemblent pas à ça, mais je vais laisser ça comme ça.

    Nous suivons tranquillement le Doméstico dans la chambre des pèlerins. Grand, spacieux et propre. Il y a aussi de très bonnes salles de douche pour les pèlerins. Tout nouvellement préparé et impeccable. Je suis le seul pèlerin masculin dans la salle de douche en ce moment. Eau chaude. Charmant!

    Sous la douche, j’entends chanter un pèlerin qui pense certainement être seule. Les chambres ne sont pas complètement séparées.

    Elle est aussi arrivée jusqu’ici et elle est heureuse, j’entends!

    Après que je n’ai pas de serviette sur le Camino de Santiago, j’attends à nouveau patiemment que je me sèche. Le pèlerin qui chante est vraiment génial et bien meilleur que ce que vous savez souvent de DSDS. Mais je n’ai pas découvert qui elle était.

    Dans le couloir du cloître, le Doméstico a installé deux étendoirs sur lesquels j’accroche mes vêtements mouillés. J’ai oublié les pinces à linge à la maison.

    Je peux toujours choisir mon lit dans le dortoir. Il y a de la place pour une trentaine de pèlerins. Il n’y en aura certainement pas autant aujourd’hui.

    Ensuite, le Doméstico nous invite à prendre une tasse de thé chaud. Quelques pèlerins arrivent encore. Mais beaucoup ne le sont pas.

     

    Mon premier menu pèlerin

    Ingrid et moi repartons à six heures. Le Doméstico a recommandé un petit restaurant qui devrait avoir un excellent menu pèlerin. Je n’ai pas encore découvert en quoi consiste le menu pèlerin. Tout ce que je sais, c’est que les pèlerins peuvent manger à bas prix ici et là.

    Mais il s’agit de quelque chose de complètement différent. À propos des hôtes qui m’acceptent pour qui je suis. Et je ne suis vraiment pas bien habillé. Malgré la douche, les vêtements sont moisis et froissés. Je n’irais jamais nulle part à la maison comme ça de ma vie, sinon ils me jetteraient un vieil os de poulet.

    Mais ici, je n’ai rien avec moi avec lequel je puisse montrer aux hôtes au moins un minimum de respect. Sauf moi et un comportement prudent. Une sensation très peu familière et inconfortable.

    Parce qu’il fait froid, je porte deux shorts. En plus de cela, le pantalon de pluie mouillé que je portais pendant la journée. Deux t-shirts l’un sur l’autre et une chemise à manches courtes en coton rayé bleu clair pour l’apparence. Ci-dessus: poncho.

    Alors je vais au restaurant avec Ingrid.

    Quand j’ouvre la porte, je me sens très mal à l’aise. Le restaurant est noble, très cosy et je ne sais pas si ça marche vraiment comme ça en pèlerin. S’asseoir comme en Allemagne n’est pas possible non plus. Je me tiens gêné à la porte, Ingrid derrière moi. J’ai encore plus honte quand une rafale de vent traverse la porte ouverte et recouvre aussitôt une table qui a été préparée avec des nappes blanches. Comment dire Que faire avec les trucs humides? Seule ma faim m’empêche de m’enfuir maintenant. Ingrid y est plus à l’aise. Quand la serveuse, non – le propriétaire est certain de venir, Dieu merci je suis tombé “ona arratsaldean”

    un. Cela me rappelle «wa alaikum salām» et signifie «bonsoir» en basque.

    Je ne sais pas si je l’ai prononcé correctement, mais elle me sourit très amicalement.

    En tout cas, elle n’a pas le moindre problème avec notre tenue de pèlerin. Elle nous accompagne très chaleureusement à l’une des très belles tables du restaurant.

    C’est un restaurant du genre dans lequel vous remettez habituellement la carte de crédit dans une enveloppe en cuir pour régler la facture de manière noble. Et pourtant, elle nous prend pour qui nous sommes.

    Cela me touche la peau.

    Élégamment, elle tire la chaise d’un côté pour moi. J’aurais aimé faire ça avec Ingrid aussi, mais elle prend le banc de cuir sur le mur.

    Trois couverts principaux sont installés. Vous pouvez choisir entre des verres à vin rouge ou à vin blanc, un couteau à poisson et un couteau à viande, et une cuillère en argent ou une fourchette en argent pour le dessert.

    Le patron me demande avec élégance quel vin on aimerait et allume la bougie rouge vin à table. Mais chacun de nous pourrait aussi avoir sa propre bouteille. Ingrid opte pour le vin rouge. Mais ce n’est pas seulement apporté, il est décapité sous nos yeux et je peux sentir le bouchon. C’est une très bonne goutte de Rioja!

    Les verres à vin blanc sont discrètement usés.

    Peu de temps après, elle vient nous apporter un amusement-gueule, une salutation de la cuisine. Pain maison au saindoux et au paprika.

    Le temps passe tranquillement. J’apprécie chaque seconde.

    Alors que six autres pèlerins entrent, on nous sert l’entrée: la meilleure soupe de poisson maison. Avec du pain blanc frais. Le patron est maintenant avec moi souriant et dit: Le vin blanc n’aurait pas été mauvais non plus. Dans sa main, elle tient un petit verre pour essayer qu’elle met simplement devant mon nez.

    Après le premier plat, il y a du poisson ou de la viande. Le patron raconte clairement de quoi il s’agit, mais malheureusement je ne le comprends plus comme «poisson ou viande».

    Nous choisissons tous les deux le poisson. Mais la viande sur la table voisine a l’air très savoureuse. Les accompagnements sont dans plusieurs bols répartis sur toutes les tables.

    On peut déjà choisir à nouveau pour le dessert. J’aime «Vanilla esnea» – en espagnol «pudín de vainilla» et tout le monde le comprend!

    Et puis vient l’addition d’Ingrid et de moi: un total de 12 euros! Une fois que le patron aura clairement compris que je paierai, je ferai de même. Avec plaisir!

    Le vin me donne une autre nuit de sommeil très détendue. Mais j’y pense encore longtemps. Je fais briller ma lampe frontale sur le guide de voyage posé sur l’oreiller devant moi. Et j’entends un pèlerin marmonner doucement le Notre Père en espagnol tandis que quelques autres pèlerins ronflent pour eux-mêmes:

    Padre Nuestro que estás en los cielos

    santificado mer tu nombre

    venga a nosotros tu reino

    hágase do voluntad

    Asi en la tierra como en el cielo

    el pan nuestro de cada día dánosle hoy

    y perdónanos nuestras ofensas

    así como nosotros perdonamos a quienes nos ofenden

    no nos dejes caer en tentación

    y líbranos del mal

    por que tuyo es el reino

    el poder y la gloria

    par los siglos de los siglos

    Amen.

    Je me joins silencieusement à l’amen, éteins ma lampe frontale et trouve ma paix pour la nuit dans les murs du monastère.

     

    Contenu du livre BURNOUT: Un voyage sur une ligne fine, Chemin de Saint-Jacques sur la côte

    Contenu du livre BURNOUT: Un voyage sur une ligne fine, Chemin de Saint-Jacques sur la côte

    • Expérience limite avec Eliane (livre de pèlerin)
    • Les bonnes forces sont plus fortes (Chemin côtier / Camino de Santiago)
    • Glory Holes (Chemin de Saint-Jacques)
    • Un pas plus confortable que l’autre. (Camino del Norte)
    • Aujourd’hui, je peux penser à des mots complètement différents de ceux d’hier: «grand, sentir, expérimenter, respirer profondément, force». (BURNOUT)
    • Je suis reconnaissant à Dieu (dépression et aide St. James)
    • Suis-je encore prêt? (Pèlerins sur le sentier côtier)
    • Mon premier menu de pèlerinage (Camino de Santiago sur la côte)
    • Cela me touche la peau. (Chemin de Saint-Jacques)
    • Le temps passe tranquillement. J’apprécie chaque seconde. (Camino)

    Photos de l’étape 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Chemin de Saint-Jacques sur la côte avec pluie

    • Photos de l’étape 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Chemin de Saint-Jacques sur la côte avec pluie
    • Etape 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Jour 4: 24 km, environ 950 mètres d’altitude, via Mutriko, Olatz. Les précipitations les plus importantes en 180 ans.
    • Pluie sur le Chemin de Saint-Jacques, étape 4: DEBA MARKINA-XEMEIN Jour 4: 24 km, environ 950 mètres d’altitude, via Mutriko, Olatz. Les précipitations les plus importantes en 180 ans.
    • Monastère sur le chemin de Saint-Jacques
    • Monastère sur le chemin de Saint-Jacques Étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN Jour 4
    • Cape de pluie sur le chemin de Saint-Jacques, étape 4: DEBA MARKINA-XEMEIN
    • Guide de voyage étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Atlantique Étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Canal étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Paysage Étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Nourriture pour les pèlerins Étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Auberge, Étape 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN

    Plus sur le Camino de Santiago? Avec plaisir!

    Je suis moi-même contre les barrières de paiement sur Internet, mais je pense qu’une bonne et authentique information vaut aussi quelque chose. Vous êtes invités à lire ce chapitre sans acheter mon livre, car il s’agit d’enthousiasme, d’émotions et, tout simplement, d’aide pour décider de votre chemin de Saint-Jacques. Ici, vous pouvez lire le chapitre 4 gratuitement ->



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg italiano excerpt:

    Deba – Markina-Xemein

    Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

    Atlantik Etappe 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN

    4 ° giorno: 24 km, circa 950 metri di dislivello, via Mutriko, Olatz. Le precipitazioni più intense in 180 anni.

    Il Wettergefahren-Fruehwarnung.de ha scritto il 17 giugno 2010 sulla bassa Eliane: “Solo pochi giorni dopo che le forti piogge in Spagna hanno ucciso due persone, almeno 25 persone sono morte a causa delle piogge più pesanti per più di 180 anni nel sud della Francia . In sole 24 ore caddero fino a 350 mm di precipitazione … nelle Asturie 169 mm e più a est a Gijón 140 mm … “[6]

    Sì, con Eliane sono proprio nel mezzo!

    Esperienza borderline con Eliane

    Successivamente ho scritto nel mio diario:

    “Esperienza borderline, profondità dell’Atlantico, pioggia battente estremamente, incredibilmente freddo, tempesta, ripidi sentieri di montagna e torrenti impetuosi. Cammina nel fango, acqua profonda fino alla caviglia, passaggi con limo profondo fino al ginocchio. Tutto bagnato, mani grosse, gonfie da morire, blu, rigide. ”

    Ma le prime cose devono iniziare oggi. E il mio umore non è poi così male. Forse è un po ‘perché quasi mi chino dalla gioia perché i due neozelandesi sembrano così impotenti oggi. Tuttavia, stanno già facendo di nuovo la colazione. Se guardi l’attrezzatura costosa, non sembra essere dovuto ai soldi.

    Ha ragione Ingrid che oggi quasi tutti i pellegrini si staccano disamorati o almeno si spostano in treno. Anche Bill.

    Solo una manciata di pellegrini decide oggi per questa tappa. Tra loro Jean-Louis, un francese dalla barba bianca che dice di sé che ora assomiglia a ” Père Noël ” – Babbo Natale.

    Immediatamente davanti alla porta dell’ostello, il ripido sentiero asfaltato viene allagato e un brodo marrone precipita a valle.

    Le buone forze sono più forti

    Sto iniziando lentamente ad apprezzare la situazione estrema. Per me ha esattamente l’effetto opposto rispetto agli altri. Finalmente una forza naturale è abbastanza forte da far uscire i miei ultimi pensieri inquietanti dalle circonvoluzioni del mio cervello!

    La mia “nuvola di pioggia” non ha nulla per contrastare questo. Sembra che stia pensando: se va a fare escursioni adesso, queste forze sono più forti di me. Abbandona la sua resistenza qui docilmente. Per sempre?

    Anche Ingrid sembra apprezzare il cambiamento che sta avvenendo per me. I pellegrini accalcati sotto la piccola tettoia davanti alla porta dell’ostello non riescono a credere che ci stiamo buttando nella tempesta con un forte “yay”.

    Oggi non sono Bear Grylls. Oggi sono IO!

    La pioggia è mia amica. Potrebbe essere stato terribilmente umido e caldo. Meglio così. Io e Ingrid fischiamo al vento gli avvertimenti della guida turistica americana e lasciamo Deba-Deba-Du dietro di noi a cantare.

    Glory Holes

    I miei sandali, in cui indosso calzini sportivi e Leukoplast per via della loro resistenza allo scivolamento, sono ora l’ultimo pacchetto di sopravvivenza! Non appena l’acqua esce, sgorga di nuovo immediatamente e in modo udibile. Quindi posso sempre prendere la linea diretta. Indipendentemente dalla caduta di torrenti e “buchi della gloria”.

    Questo è ciò che Bill chiamava i buchi di fango. Nella vecchia ricerca d’oro americana, “Glory Holes” si riferisce ai bacini profondi e fangosi sotto una cascata in cui l’oro potrebbe accumularsi nel corso dei secoli. L’oro è 18 volte più pesante dell’acqua.

    In questo modo anche i miei piedi sono d’oro. Perché oggi sono certamente 18 volte più pesanti dell’acqua!

    Ogni buca di fango – mi dispiace, “Glory Hole” – mi diverte di nuovo. Anche se qui non troverò oro. Sto per ritrovare me stesso. Molto meglio!

    La mia guida di viaggio promette molti punti panoramici sensazionali per questa tappa molto montuosa. Ogni volta che Ingrid e io indichiamo la cortina di pioggia e diciamo ad alta voce “e qui, signore e signori ci vediamo …”

    Ovviamente non vediamo niente. Ma non sono mai stato così diretto con l’elemento bagnato. Tranne i primi nove mesi della mia vita! Una volta che hai accettato di essere bagnato, è anche divertente. E oggi possiamo persino controllare meravigliosamente la nostra temperatura interna con la velocità. Non puoi semplicemente stare fermo. Sentivamo immediatamente la sgradevole temperatura esterna di 4 ° Celsius nei nostri vestiti bagnati.

    Nonostante tutta la pioggia, la natura non passa inosservata. Fitte foreste miste al centro della Spagna. Piccoli sentieri, come nelle Alpi. E fiori su fiori che brillano nei colori più belli anche nel grigio più denso. Salita e discesa sono oggi con una forte spinta.

    Niente avrebbe potuto essere più bello che camminare sulla superficie fradicia e vellutata.

    Un passo più comodo dell’altro.

    Non puoi avere dolore al ginocchio qui.

    Nel mio diario c’è scritto: “Non è una zona abitata. Se fossi solo a queste temperature e scivolassi da qualche parte, sarebbe la morte certa per ipotermia. Nessuno mi troverebbe qui così velocemente … ”

    Tuttavia, non penso al minimo pericolo. Il mio mondo attualmente è composto da me e Ingrid, avvolte in un muro di pioggia grigio e opaco, per pura gioia di vivere.

    Oggi mi vengono in mente parole completamente diverse da ieri: “grande, senti, sperimenta, respira profondamente, forza”.

    L’ambiente diventa più piccolo, il campo della coscienza diventa più grande. E questa è un’osservazione molto incoraggiante. Per la prima volta posso ora entrare un po ‘dentro me stesso. La miscela di un mondo ridotto dagli stimoli e di uno stato di euforia di esaurimento è per me un’esperienza borderline unica. Sono abituato molto dalle montagne della mia terra natale. Ero anche nella Bundeswehr in un’unità di montagna di 12 persone che era in giro per le montagne con qualsiasi tempo. Conosco lacrime e stanchezza. Ma questa euforia e l’allegria che si sono manifestate ora non sono più passate sotto i miei piedi nel carico concentrato per molto tempo.

    Normalmente il mondo è costituito da sovrastimolazione e vuoto emotivo. Adesso è il contrario.

    Sono grato a Dio

    Sono veramente grato a Dio per questa meravigliosa esperienza di “purificazione” interiore e spero che tali esperienze sul Camino de Santiago continuino. Anche oltre i tuoi limiti. “Venga il tuo regno, sia fatta la tua volontà, come in cielo così in terra”.

    Sì, solo ora sto pensando di nuovo coscientemente al Padre Nostro. Come in paradiso, così nella mia anima: lo vorrei.

    Anche Ingrid sembra stia facendo la grande purificazione dal cielo oggi. Anche lei era completamente bruciata prima di iniziare il Camino de Santiago. Si è presa cura della sua vecchia madre fino all’ultimo minuto, sacrificando se stessa nel processo. Sognava il Camino de Santiago, ma perdeva tutto il tempo per se stessa. Diceva sempre a se stessa: quando verrà il momento, Dio, andrò.

    Ingrid è già due milioni di passi avanti a me, la ascolto e basta. Ora, sotto la pioggia, improvvisamente il suo muro sembra essere crollato. Non parla del lavoro o del Cammino di Santiago. Parla di sé e ho quasi la sensazione che lo dica anche a se stessa per la prima volta.

    Che fardello incredibile deve essere stato su di lei nel corso degli anni. E che incredibile voglia di vivere ha ancora. Per la prima volta con Ingrid arriva un po ‘di “infanzia”.

    Quando parla delle ultime ore di sua madre, le sue parole svaniscono nel fragore della pioggia. Devo deglutire. Mi stringe la gola. Mi fermo un attimo e tengo entrambi i palmi sollevati sotto la pioggia prima che si chiudano e scoppi in lacrime.

    Ognuno qui ha la sua storia.

    Ingrid non si accorge delle mie lacrime e arranchiamo tranquillamente. Poi si ferma. E mi chiede di trattenere brevemente il suo bastone da pellegrino.

    Esito. Il bastone del suo pellegrino è così sacro per lei che a nessuno è stato permesso di toccarlo prima. Quando lo raccolgo con attenzione, ricordo un sacco di cose strane. Come ha parlato al suo bastone. Come l’ha messa amorevolmente ovunque a portata di mano. Come lo ha tenuto stretto.

    Ingrid tira fuori un pezzo di salsiccia e una fetta di pane, lo rompe e lo condivide con me. Mi piacerebbe scappare. Non sono ancora pronto.

    Nonostante tutta la pioggia, c’è ancora una facciata intorno a me. Non oso abbracciare Ingrid. Preferisco prendere un paio di foglie di farfara bagnate dal ciglio della strada per farle mangiare. Ma prima di tutto, posso usarlo per distrarmi un po ‘dai miei sentimenti e interpretare di nuovo Bear Grylls.

    Vorrei anche arrivare fino a Ingrid. Ma ho anche paura di questo momento in cui il mio muro cadrà. Questo momento verrà da me? E allora cosa succederà?

    Forse è proprio per questo che sono qui sul Camino de Santiago. Ma voglio davvero incontrare Dio?

     

    Sono già pronto?

    Per fortuna, il piccolo spuntino non diventa l’Ultima Cena, ma piuttosto rapidamente si rivela una pausa estremamente allegra. In mezzo al nulla.

    E quindi è molto positivo che io possa rimandare il momento della verità molto lontano per ora. Preferisco occuparmi intensamente di ciò che mi circonda qui come una distrazione.

    “Perché devo andare veloce.” Questo è davvero un piccolo problema oggi. Le mie mani sono davvero così gelide e blu che non posso più toccare “lui” correttamente. “Lui”, a sua volta, si è ritirato così tanto che non diventa più facile. Insomma, finisce come doveva finire: sulle mie cosce. Come ho potuto sentire, probabilmente Ingrid non stava molto meglio.

    Da qualche parte qui stiamo attraversando il confine provinciale tra Gipuzkoa e Biscaglia. L’unica cosa che è ancora descritta nella guida turistica è un certo agriturismo di Arnoate.

    E lui, se è lui, è davvero bello. Un antico muro di pietra e tanti fiori che scompaiono dietro il muro della pioggia dopo pochi passi. Ma un’impressione che dura.

    Sono entusiasta di quello che mi aspetterà stasera:

    La mia prima notte nel monastero

    “Convento de los Padres Carmelitas”. Sembra promettente!

    Bagnati e felicissimi, finalmente ci troviamo di fronte al maestoso edificio del monastero. Bussiamo alla massiccia porta di legno. Un servitore del monastero, il Doméstico, ci apre con cautela il pesante cancello. Sembra che non conosca la parola stress. La prima cosa che fa è guardarci entrambi negli occhi. Insolitamente lungo, secondo me. E non cambia volto.

    Solo pochi secondi dopo sorride e ci invita educatamente a entrare. Come se da solo entro lentamente. Attraverso il portale, sotto la sua ospitale guida, si giunge al corridoio del chiostro con vista sul grazioso giardino interno. Ovviamente prima dobbiamo toglierci le scarpe. C’è anche un giornale disponibile per l’imbottitura, che, stranamente, non mi serviva per i miei sandali. Anche il Doméstico deve sorridere quando vede le mie scarpe. Dice con un sorriso “Opus Dei”, opera di Dio!

    Beh, le mie scarpe non sembrano così, ma la lascerò così.

    Seguiamo tranquillamente il Doméstico nella camera da letto dei pellegrini. Grande, spaziosa e pulita. Ci sono anche bagni con doccia davvero fantastici per i pellegrini. Tutto preparato di recente e impeccabile. In questo momento sono l’unico pellegrino maschio nella doccia. Acqua calda. Bello!

    Sotto la doccia sento cantare una pellegrina che sicuramente pensa di essere sola. Le stanze non sono completamente separate.

    Anche lei è arrivata così lontano ed è felice, ho sentito!

    Dopo che non ho un asciugamano sul Camino de Santiago, aspetto di nuovo pazientemente che mi asciughi. Il pellegrino che canta è davvero fantastico e molto meglio di quello che sai spesso da DSDS. Ma non ho scoperto chi fosse.

    Nel corridoio del chiostro, il Doméstico ha allestito due stendibiancheria su cui appendo i miei panni bagnati. Ho dimenticato le mollette a casa.

    Posso ancora scegliere il mio letto in dormitorio. C’è posto per una trentina di pellegrini. Certamente non ce ne saranno così tanti oggi.

    Poi il Doméstico ci invita a una tazza di tè caldo. Alcuni pellegrini stanno ancora arrivando. Ma molti non lo sono.

     

    Il mio primo menu da pellegrino

    Ingrid e io ripartiamo alle sei. Il Doméstico ha consigliato un piccolo ristorante che dovrebbe avere un eccellente menu per i pellegrini. Non ho ancora scoperto di cosa tratta il menu del pellegrino. Tutto quello che so è che i pellegrini possono mangiare a buon mercato qua e là.

    Ma si tratta di qualcosa di completamente diverso. A proposito di host che mi accettano per quello che sono. E non sono davvero ben vestito. Nonostante la doccia, i vestiti sono ammuffiti e spiegazzati. Non andrei mai da nessuna parte a casa in questo modo, altrimenti mi lanciano un vecchio osso di pollo.

    Ma qui non ho niente con me con cui posso mostrare alle persone ospitanti almeno un minimo di rispetto. Tranne me stesso e un comportamento attento. Una sensazione molto insolita e scomoda.

    Perché fa freddo, indosso due pantaloncini. Inoltre, i pantaloni impermeabili bagnati che indossavo durante il giorno. Due magliette una sopra l’altra e una camicia di cotone a righe azzurro chiaro a maniche corte per motivi di apparenza. Sopra: poncho.

    Quindi vado al ristorante con Ingrid.

    Quando apro la porta, mi sento molto a disagio. Il ristorante è di classe, molto accogliente e non so se funziona davvero così come pellegrino. Anche solo sedersi come in Germania non funziona. Sono imbarazzato sulla porta, Ingrid dietro di me. Mi vergogno ancora di più quando una folata di vento soffia dalla porta aperta e copre subito un tavolo che è stato preparato con tovaglie bianche. Come dire Cosa fare con la roba bagnata? Solo la mia fame mi impedisce di scappare ora. Ingrid è più a suo agio lì. Quando la cameriera, no – il proprietario è certo di venire, grazie a Dio sono caduto “ona arratsaldean”

    uno. Mi ricorda “wa alaikum salām” e significa “buonasera” in basco.

    Non so se l’ho pronunciato correttamente, ma mi sorride molto amichevole.

    In ogni caso, non ha il minimo problema con il nostro vestito da pellegrina. Ci accompagna molto calorosamente a uno dei tavoli veramente carini del ristorante.

    È un ristorante del genere in cui solitamente si consegna la carta di credito in una busta di pelle per saldare il conto in modo nobile. Eppure ci prende per quello che siamo.

    Questo mi entra nella pelle.

    Lei sposta la sedia da parte per me con eleganza. Mi sarebbe piaciuto farlo anche con Ingrid, ma lei prende la panca di pelle sul muro.

    Sono impostate tre posate principali. Puoi scegliere tra bicchieri da vino rosso o vino bianco, un coltello da pesce e un coltello da carne e un cucchiaio d’argento o una forchetta d’argento per dessert.

    Il capo mi chiede elegantemente quale vino vorremmo e accende la candela rosso vino a tavola. Ma ognuno di noi potrebbe anche avere la propria bottiglia. Ingrid opta per il vino rosso. Ma non è solo portato dentro, viene decapitato davanti ai nostri occhi e sento l’odore del tappo. È davvero una bella goccia di Rioja!

    I bicchieri da vino bianco sono discretamente consumati.

    Poco dopo arriva e ci porta un simpatico, un saluto dalla cucina. Pane casereccio con strutto e paprika.

    Il tempo passa tranquillamente. Mi godo ogni secondo.

    Mentre entrano altri sei pellegrini, ci viene servito l’antipasto: la migliore zuppa di pesce fatta in casa. Con pane bianco fresco. Il capo ora sorride con me e dice: Neanche il vino bianco sarebbe stato male. In mano tiene un bicchierino per provare che mi mette semplicemente davanti al naso.

    Dopo il primo piatto c’è il pesce o la carne. Il capo racconta chiaramente di cosa si tratta, ma purtroppo non lo capisco più come “pesce o carne”.

    Scegliamo entrambi il pesce. Ma la carne sul tavolo accanto sembra molto gustosa. I contorni sono in diverse ciotole che sono distribuite su tutti i tavoli.

    Possiamo già scegliere di nuovo per il dessert. Mi piace “Vanilla esnea” – in spagnolo “pudín de vainilla” e tutti lo capiscono!

    E poi arriva il conto per Ingrid e per me: 12 euro in totale! Dopo che sarà completamente chiaro al capo che pagherò, farò lo stesso. Con piacere!

    Il vino mi regala un’altra notte di sonno molto rilassata. Ma ci penso ancora a lungo. Accendo la mia lampada frontale sulla guida di viaggio che giace sul cuscino davanti a me. E sento un pellegrino mormorare sommessamente il Padre Nostro in spagnolo mentre alcuni altri pellegrini russano tra loro:

    Padre Nuestro que estás en los cielos

    santificado sea tu nombre

    venga a nosotros tu reino

    hágase do voluntad

    Asi en la tierra como en el cielo

    el pan nuestro de cada día dánosle hoy

    y perdónanos nuestras ofensas

    así como nosotros perdonamos a quienes nos ofenden

    no nos dejes caer en tentación

    y líbranos del mal

    por que tuyo es el reino

    el poder y la gloria

    por los siglos de los siglos

    Amen.

    Mi unisco silenziosamente all’amen, spengo la lampada frontale e trovo la mia pace per la notte tra le mura del monastero.

     

    Contenuto dal libro BURNOUT: A journey on a fine line, Way of St. James on the coast

    Contenuto dal libro BURNOUT: A journey on a fine line, Way of St. James on the coast

    • Esperienza borderline con Eliane (libro del pellegrino)
    • Le forze buone sono più forti (Sentiero costiero / Camino de Santiago)
    • Glory Holes (Cammino di Santiago)
    • Un passo più comodo dell’altro. (Camino del Norte)
    • Oggi mi vengono in mente parole completamente diverse da ieri: “grande, senti, sperimenta, respira profondamente, forza”. (BRUCIATO)
    • Sono grato a Dio (depressione e aiuto a St. James Way)
    • Sono già pronto? (Pellegrinaggio sul sentiero costiero)
    • Il mio primo menu di pellegrinaggio (Camino de Santiago sulla costa)
    • Questo mi entra nella pelle. (Cammino di Santiago)
    • Il tempo passa tranquillamente. Mi godo ogni secondo. (Camino)

    Foto dalla tappa 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Cammino di Santiago sulla costa con pioggia

    • Foto dalla tappa 4: DEBA – MARKINA-XEMEIN, Cammino di Santiago sulla costa con pioggia
    • Tappa 4: DEBA MARKINA-XEMEIN 4 ° giorno: 24 km, circa 950 metri di dislivello, via Mutriko, Olatz. Le precipitazioni più intense in 180 anni.
    • Pioggia sul Cammino di Santiago, Tappa 4: DEBA MARKINA-XEMEIN 4 ° giorno: 24 km, circa 950 metri di dislivello, via Mutriko, Olatz. Le precipitazioni più intense in 180 anni.
    • Monastero sul Cammino di Santiago
    • Monastero sul Cammino di Santiago Tappa 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN Giorno 4
    • Mantello antipioggia sul Cammino di Santiago, Tappa 4: DEBA MARKINA-XEMEIN
    • Fase 4 della guida di viaggio: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Fase atlantica 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Fase 4 del canale: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Fase 4 del paesaggio: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Fase 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Cibo per i pellegrini Tappa 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN
    • Ostello, fase 4: DEBA ?? MARKINA-XEMEIN

    Altro dal Camino de Santiago? Con piacere!

    Io stesso sono contrario alle barriere di pagamento su Internet, ma penso che anche un’informazione buona e autentica valga qualcosa. Sei il benvenuto a leggere questo capitolo senza acquistare il mio libro, perché parla di entusiasmo, emozioni e, molto semplicemente, aiuto nella scelta del tuo Cammino di Santiago. Qui puoi leggere gratuitamente il Capitolo 4 ->

    Kuestenweg espanol excerpt:

    Día 4:24 km, aprox.950 metros de altitud, vía Mutriko, Olatz. La precipitación más fuerte en 180 años.

    El Wettergefahren-Fruehwarnung.de escribió el 17 de junio de 2010 sobre el bajo Eliane: “Pocos días después de que las fuertes lluvias en España mataran a dos personas, al menos 25 personas murieron como resultado de las lluvias más fuertes en más de 180 años en el sur de Francia. . En tan solo 24 horas cayeron hasta 350 mm de precipitación … en Asturias 169 mm y más al este en Gijón 140 mm … “[6]

    ¡Sí, con Eliane estoy justo en el medio!

    Experiencia límite con Eliane

    Más tarde escribí en mi diario:

    “Experiencia límite, profundidades atlánticas, lluvias torrenciales, increíblemente frías, tormentas, senderos empinados de montaña y torrentes furiosos. Camine en lodo, agua hasta los tobillos, pasajes con limo hasta las rodillas. Todo mojado, las manos gruesas, hinchadas como el infierno, azules, rígidas “.

    Pero lo primero tiene que empezar hoy. Y mi estado de ánimo no es tan malo. Tal vez eso sea un poco porque casi me inclino de alegría porque los dos neozelandeses parecen tan indefensos hoy. Sin embargo, ya están preparando el desayuno nuevamente. Si nos fijamos en el equipo caro, no parece deberse al dinero.

    Ingrid tiene razón en que hoy casi todos los peregrinos parten descontentos o al menos avanzan en tren. Bill también.

    Solo un puñado de peregrinos se decide hoy por esta etapa. Entre ellos, Jean-Louis, un francés de barba blanca que dice de sí mismo que ahora se parece al “ Père Noël ”: Santa Claus.

    Inmediatamente frente a la puerta del albergue, el empinado camino asfaltado se inunda y un caldo marrón se precipita hacia el valle.

    Las buenas fuerzas son mas fuertes

    Poco a poco estoy empezando a disfrutar de la situación extrema. Para mí, tiene exactamente el efecto contrario que para los demás. ¡Finalmente una fuerza natural es lo suficientemente fuerte como para sacar mis últimos pensamientos perturbadores de las circunvoluciones de mi cerebro!

    Mi “nube de lluvia” no tiene nada que contrarrestar esto. Parece estar pensando: si él va de excursión ahora, estas fuerzas son más fuertes que yo. Ella abandona su resistencia aquí dócilmente. ¿Siempre?

    A Ingrid también parece gustarle el cambio que se está produciendo para mí. Los peregrinos que se apiñan en la puerta del albergue bajo el pequeño toldo no pueden creer que nos estemos lanzando a la tormenta con un fuerte “yay”.

    Hoy no soy Bear Grylls. ¡Hoy soy YO!

    La lluvia es mi amiga. Pudo haber sido terriblemente húmedo y caluroso. Mejor de esta forma. Ingrid y yo silbamos las advertencias de la guía de viajes estadounidense al viento y dejamos a Deba-Deba-Du detrás de nosotros cantando.

    Agujeros de gloria

    Mis sandalias, en las que uso calcetines deportivos y Leukoplast debido a su resistencia al deslizamiento, ¡son ahora el paquete de supervivencia definitivo! Justo cuando sale el agua, vuelve a brotar inmediatamente y de forma audible. Entonces siempre puedo tomar la línea directa. Independientemente de la caída de torrentes y “agujeros de gloria”.

    Eso es lo que Bill llamó los agujeros de barro. En la antigua prospección de oro estadounidense, “Glory Holes” se refiere a las cuencas profundas y fangosas debajo de una cascada en las que el oro podría acumularse durante siglos. El oro es 18 veces más pesado que el agua.

    De esta forma, mis pies también son de oro. ¡Porque hoy definitivamente pesan 18 veces más que el agua!

    Cada agujero de barro, lo siento, “Glory Hole”, me divierte de nuevo. Incluso si no encuentro oro aquí. Estoy a punto de encontrarme a mí mismo. ¡Mucho mejor!

    Mi propia guía de viaje promete muchos puntos estratégicos sensacionales para esta etapa tan montañosa. Cada vez que Ingrid y yo señalamos hacia la cortina de lluvia y decimos en voz alta “y aquí, damas y caballeros nos vemos …”

    Por supuesto que no vemos nada. Pero nunca he estado tan directamente en contacto con el elemento húmedo. ¡Excepto los primeros nueve meses de mi vida! Una vez que hayas aceptado estar mojado, también es divertido. Y hoy incluso podemos controlar maravillosamente nuestra temperatura interna con la velocidad. No puedes quedarte quieto. Inmediatamente sentiríamos la desagradable temperatura exterior de 4 ° Celsius en nuestra ropa empapada.

    A pesar de toda la lluvia, la naturaleza no pasa desapercibida. Bosques densos mixtos en el centro de España. Pequeños senderos, como en los Alpes. Y flores sobre flores que brillan en los colores más hermosos incluso en el gris más espeso. La subida y la bajada están hoy con un fuerte impulso.

    Nada podría haber sido más agradable que caminar sobre la superficie aterciopelada y empapada.

    Un paso más cómodo que el otro.

    Aquí no puedes tener dolor de rodilla.

    En mi diario dice: “No es una zona habitada. Si estuviera solo en estas temperaturas y resbalara en algún lugar, sería una muerte segura por hipotermia. Nadie me encontraría aquí tan rápido … ”

    Sin embargo, no pienso en el más mínimo peligro. Mi mundo actualmente consiste en Ingrid y yo, envueltos en una pared gris y opaca de lluvia, por pura alegría de vivir.

    Hoy puedo pensar en palabras completamente diferentes a las de ayer: “genial, sentir, experimentar, respirar hondo, fuerza”.

    El entorno se vuelve más pequeño, el campo de conciencia para él es aún más grande. Y esa es una observación muy alentadora. Por primera vez ahora puedo profundizar un poco en mí mismo. La mezcla de un mundo reducido por estímulos y un estado eufórico de agotamiento es una experiencia límite única para mí. Estoy acostumbrado a mucho de las montañas de mi tierra natal. También estaba en la Bundeswehr en una unidad de montaña de 12 personas que estaba en las montañas en todos los tiempos. Conozco las lágrimas y el cansancio. Pero esta euforia y la alegría que se instaló ahora no han caído bajo mis pies en la carga concentrada durante mucho tiempo.

    Normalmente, el mundo se compone de sobreestimulación y vacío emocional. Ahora es al revés.

    Estoy agradecido con dios

    Estoy muy agradecido a Dios por esta maravillosa experiencia de “purificación” interior y espero que estas experiencias en el Camino de Santiago continúen. Incluso más allá de sus propios límites. “Venga tu reino, hágase tu voluntad, en la tierra como en el cielo”.

    Sí, estoy de nuevo pensando conscientemente en el Padre Nuestro. Como en el cielo, así en mi alma: me gustaría eso.

    Ingrid también parece estar haciendo la gran limpieza del cielo hoy. Ella también estaba completamente agotada antes de iniciar el Camino de Santiago. Hasta el último minuto se preocupó de su anciana madre, sacrificándose en el proceso. Soñaba con el Camino de Santiago, pero perdió todo el tiempo para sí misma. Ella siempre se decía a sí misma: Cuando llegue el momento, Dios, iré.

    Ingrid ya está dos millones de pasos por delante de mí, solo la escucho. Ahora, bajo la lluvia, de repente su pared parece haberse derrumbado. No habla de su trabajo ni del Camino de Santiago. Habla de sí misma y casi tengo la sensación de que también se lo está contando a sí misma por primera vez.

    Qué carga tan increíble debe haber recaído sobre ella a lo largo de los años. Y qué increíble voluntad de vivir todavía tiene. Por primera vez, llega un poco de “infancia” a Ingrid.

    Cuando habla de las últimas horas de su madre, sus palabras se desvanecen en el fuerte golpeteo de la lluvia. Tengo que tragar. Aprieta mi garganta. Hago una pausa por un momento y levanto ambas palmas bajo la lluvia antes de que se aprieten y me eche a llorar.

    Todos aquí tienen su historia.

    Ingrid no se da cuenta de mis lágrimas y caminamos con dificultad en silencio. Entonces ella se detiene. Y me pide que sostenga brevemente su bastón de peregrino.

    No me atrevo. Su bastón de peregrino es tan sagrado para ella que a nadie se le ha permitido tocarlo antes. Cuando lo tomo con cuidado, recuerdo muchas cosas extrañas. Cómo le hablaba a su bastón. Cómo lo puso con mucho amor en todas partes a su alcance. Cómo se aferraba a él.

    Ingrid saca un trozo de salchicha y una rebanada de pan, lo rompe y lo comparte conmigo. Me encantaría huir. Todavía no estoy listo.

    A pesar de toda la lluvia, todavía hay una fachada a mi alrededor. No me atrevo a abrazar a Ingrid. Prefiero recoger algunas hojas de pata de gallo mojadas del borde de la carretera para que ella coma. Pero, ante todo, puedo usarlo para dejar de pensar en mis sentimientos y volver a interpretar a Bear Grylls.

    También me gustaría llegar hasta Ingrid. Pero también tengo miedo de este momento en el que mi muro caerá. ¿Llegará este momento para mí? ¿Y qué pasará entonces?

    Quizás por eso precisamente estoy aquí en el Camino de Santiago. ¿Pero realmente quiero encontrarme con Dios?

     

    ¿Estoy listo todavía?

    Afortunadamente, el pequeño refrigerio no se convierte en la Última Cena, sino que rápidamente se convierte en un descanso extremadamente alegre. En el medio de la nada.

    Y por eso es muy bueno que pueda posponer mucho el momento de la verdad por ahora. Prefiero ocuparme intensamente de lo que me rodea aquí como distracción.

    “Porque tengo que ir rápido”. Eso es realmente un pequeño problema hoy. En realidad, mis manos están tan heladas y azules que ya no puedo tocarlo correctamente. “Él”, a su vez, se ha retirado tanto que no se vuelve más fácil. En resumen, termina como tenía que terminar: en mis muslos. Como pude escuchar, Ingrid probablemente no estaba mucho mejor.

    En algún lugar aquí estamos cruzando la frontera provincial entre Gipuzkoa y el Cantábrico. Lo único que todavía se describe en la guía de viajes es una determinada granja de Arnoate.

    Y él, si es él, es realmente hermoso. Un antiguo muro de piedra y muchas flores que desaparecen detrás del muro de lluvia en solo unos pasos. Pero una impresión que perdura.

    Estoy emocionado por lo que me espera esta noche:

    Mi primera noche en el monasterio

    “Convento de los Padres Carmelitas”. ¡Eso suena prometedor!

    Mojados y llenos de alegría, finalmente nos paramos frente al majestuoso edificio del monasterio. Llamamos a la enorme puerta de madera. Un sirviente del monasterio, el Doméstico, nos abre con cuidado la pesada puerta. No parece conocer la palabra estrés. Lo primero que hace es mirarnos a los dos a los ojos. Inusualmente largo, en mi opinión. Y no cambia un rostro.

    Solo segundos después, sonríe y nos invita cortésmente a pasar. Como si estuviera solo, intervengo lentamente. A través del portal, bajo su hospitalaria guía, llegamos al pasillo del claustro con vista al gracioso jardín interior. Por supuesto que primero tenemos que quitarnos los zapatos. Incluso hay periódicos disponibles para rellenar, que, curiosamente, no necesitaba para mis sandalias. El Doméstico también tiene que sonreír cuando ve mis zapatos. Dice con una sonrisa “Opus Dei”, ¡obra de Dios!

    Bueno, mis zapatos no se ven así, pero lo dejaré así.

    Seguimos tranquilamente el Doméstico hasta el dormitorio de los peregrinos. Grande, espaciosa y limpia. También hay grandes duchas para los peregrinos. Todo recién preparado e impecable. Soy el único peregrino en la ducha en este momento. Agua tibia. ¡Encantador!

    En la ducha oigo cantar a una peregrina que sin duda piensa que está sola. Las habitaciones no están completamente separadas.

    Ella también llegó hasta aquí y está feliz, ¡escuché!

    Después de no tener toalla en el Camino de Santiago, vuelvo a esperar pacientemente a que me seque. El peregrino cantante es realmente genial y mucho mejor de lo que a menudo conoces de DSDS. Pero no he descubierto quién era ella.

    En el pasillo del claustro, el Doméstico ha instalado dos tendederos en los que cuelgo mi ropa mojada. Olvidé las pinzas para la ropa en casa.

    Todavía puedo elegir mi cama en el dormitorio. Hay lugar para una treintena de peregrinos. Ciertamente no habrá tantos hoy.

    Luego el Doméstico nos invita a una taza de té caliente. Todavía están llegando algunos peregrinos. Pero muchos no lo son.

     

    Mi primer menú de peregrino

    Ingrid y yo nos vamos de nuevo a las seis. El Doméstico recomendó un pequeño restaurante que debería tener un excelente menú de peregrinos. Todavía no he descubierto de qué se trata el menú del peregrino. Todo lo que sé es que los peregrinos pueden comer muy barato aquí y allá.

    Pero se trata de algo completamente diferente. Sobre los anfitriones que me aceptan por lo que soy. Y realmente no estoy bien vestido. A pesar de la ducha, la ropa está mohosa y arrugada. Nunca iría a ningún lugar en casa como este, de lo contrario me tirarían un hueso de pollo viejo.

    Pero aquí no tengo nada conmigo con lo que pueda mostrar a la gente anfitriona al menos un mínimo de respeto. Excepto yo mismo y el comportamiento cuidadoso. Una sensación muy desconocida e incómoda.

    Porque hace frío, llevo dos pantalones cortos. Además de eso, los pantalones de lluvia mojados que llevaba durante el día. Dos camisetas una encima de la otra y una camiseta de algodón a rayas azul claro de manga corta para la apariencia. Arriba: poncho.

    Así que voy al restaurante con Ingrid.

    Cuando abro la puerta me siento muy incómodo. El restaurante es elegante, muy acogedor y no sé si realmente funciona así como peregrino. Simplemente sentarse como en Alemania tampoco es posible. Me quedo en la puerta avergonzado, Ingrid detrás de mí. Me avergüenza aún más cuando una ráfaga de viento atraviesa la puerta abierta e inmediatamente cubre una mesa preparada con manteles blancos. Cómo decir ¿Qué hacer con la materia húmeda? Solo mi hambre me impide huir ahora. Ingrid está más a gusto ahí. Cuando la camarera, no, el dueño seguramente vendrá, gracias a Dios caí “ona arratsaldean”

    uno. Me recuerda a “wa alaikum salām” y significa “buenas noches” en vasco.

    No sé si lo pronuncié correctamente, pero ella me sonríe muy amistosamente.

    En cualquier caso, no tiene el menor problema con nuestro atuendo de peregrino. Nos acompaña muy calurosamente a una de las hermosas mesas del restaurante.

    Es un restaurante de esos en los que se suele entregar la tarjeta de crédito en un sobre de piel para saldar la cuenta de forma noble. Y sin embargo, nos toma por quienes somos.

    Eso se mete debajo de mi piel.

    Ella tira la silla a un lado para mí elegantemente. También me hubiera gustado haber hecho eso con Ingrid, pero ella toma el banco de cuero de la pared.

    Se colocan tres cubiertos principales. Puedes elegir entre copas de vino tinto o vino blanco, un cuchillo de pescado y un cuchillo de carne y una cuchara de plata o un tenedor de plata de postre.

    El jefe me pregunta elegantemente qué vino nos gustaría y enciende la vela rojo vino en la mesa. Pero cada uno de nosotros también podría tener su propia botella. Ingrid opta por el vino tinto. Pero no solo lo traen, lo decapitan frente a nuestros ojos y puedo oler el corcho. ¡Es una buena gota de Rioja!

    Las copas de vino blanco están discretamente desgastadas.

    Poco después viene y nos trae un amuse-gueule, un saludo desde la cocina. Pan casero con manteca de cerdo y pimentón.

    El tiempo pasa tranquilamente. Disfruto cada segundo.

    Mientras entran seis peregrinos más, nos sirven el entrante: la mejor sopa de pescado casera. Con pan blanco recién hecho. El jefe ahora está conmigo sonriendo y dice: El vino blanco tampoco habría estado mal. En su mano sostiene un pequeño vaso para probar que simplemente pone frente a mi nariz.

    Después del primer plato hay pescado o carne. El jefe cuenta vívidamente de qué se trata, pero lamentablemente ya no lo entiendo como “pescado o carne”.

    Ambos elegimos el pescado. Pero la carne de la mesa de al lado parece muy sabrosa. Las guarniciones están en varios cuencos que se distribuyen por todas las mesas.

    Ya podemos volver a elegir de postre. Me gusta “Vanilla esnea” – en español “pudín de vainilla” ¡y todo el mundo lo entiende!

    Y luego viene la factura para Ingrid y para mí: ¡Un total de 12 euros! Una vez que el jefe tenga completamente claro que pagaré, haré lo mismo. ¡Con placer!

    El vino me da otra noche de sueño muy relajado. Pero sigo pensando en ello durante mucho tiempo. Estoy iluminando con mi linterna la guía de viaje que está sobre la almohada frente a mí. Y escucho a un peregrino murmurar suavemente el Padre Nuestro en español mientras algunos otros peregrinos roncan para sí mismos:

    Padre Nuestro que estás en los cielos

    santificado sea tu nombre

    venga a nosotros tu reino

    hágase do voluntad

    Asi en la tierra como en el cielo

    el pan nuestro de cada día dánosle hoy

    y perdónanos nuestras ofensas

    así como nosotros perdonamos a quienes nos ofenden

    no nos dejes caer en tentación

    y líbranos del mal

    por que tuyo es el reino

    el poder y la gloria

    por los siglos de los siglos

    Amén.

    Silenciosamente me uno al amén, apago los faros y encuentro la paz de la noche en las paredes del monasterio.