Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 31 NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA

31 NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA

Camino del Norte: NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA

Etappe 31: NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA
Tag 31: 72 km über Arzúa, Santa Irene und den Monte do Gozo. Etwa 900 Höhenmeter.

 

Sobrado de los Monjes/Sobrado dos Monxes (Sobrado) 62 – Castro (Sobrado) 58 – Badelos (Sobrado) 56 – Corredoiras (Sobrado) 54 – Boimil (Boimorto) 53 – Boimorto 52 – Sendelle (Boimorto) 48 – Arzúa 40

 

Jakobsweg an der Küste: NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA, Foto 2

Nur noch ein kleines Stück

Mit Umwegen und Verlaufen bin ich heute 72 Kilometer zu Fuß unterwegs. Im Morgengrauen laufe ich mit Jean-Louis los. In die falsche Richtung. Die Pfeile haben wir noch immer anders herum im Kopf.

Und schläfrig geht es gleich mal vier Kilometer in die entgegengesetzte Richtung. Wir vermissen nicht einmal die Pfeile, wir sind in Gedanken versunken.

Wie soll ich es ihm sagen?

Ich möchte allein laufen und ich möchte allein in Santiago ankommen. Ich will ihn aber auch nicht verletzen. Nach so langer Zeit gemeinsamen Gehens einfach davon laufen? Wie kann ich ihm das nur beibringen.

Jean-Louis ist heute merkwürdig ruhig, fast ein wenig wehmütig. Als ich also anfange, sehr nachdenklich seinen Namen zu sagen, blickt er mich an. Noch bevor ich weiter sprechen kann, meint er, er müsse mir etwas sagen. Etwas Wichtiges. Er will jetzt ein wenig meditieren. Und er will sein Ziel allein erreichen. Wir könnten uns dann in Santiago noch ein letztes Mal treffen. Vielleicht.

Ich hätte nicht geglaubt, dass in Jean-Louis gerade genau das gleich vor sich geht. Beide sind wir nun sehr vertraut und viele Kilometer gemeinsam gegangen. Doch nach Santiago wollen wir allein.

Allein gehen, nachdenken, in sich kehren. Die Gefühle allein verarbeiten. Gehen ohne Zeitplan, ohne anderen. Sich wieder zu sehen, wenn man will. Oder sich jetzt wieder zu trennen, los zu lassen. Jetzt ist es wieder der eigene Weg.

Und ausgerechnet heute habe ich nach zehn Kilometern meine erste Wasserblase. Ich muss mehrere Male anhalten und die Blase verarzten. Und ich habe einige Male die Schuhe hin und hergewechselt.

Zur nächsten Herberge nach Arzúa sind es 22 Kilometer. Mit Irrweg und einem Umweg, fort von der Landstraße knapp 30 Kilometer. Diese Etappe ist für mich ganz normal.

Einfach gehen.

In Arzúa komme ich schon vor Mittag an und das erste Mal stehen nun vor den Türen einer Herberge etwa 50 Pilger an. Ich warte und bin irgendwie unzufrieden. Als dann Jean-Louis ankommt, sage ich nur kurz „au revoir“ und gehe einfach weiter.

Was wird als Nächstes kommen? Wo ist die nächste Herberge? Während ich meinen Reiseführer unter dem Gehen aufschlage, bemerke ich das erste Schild „Camino Francés“.

Kurz nach Arzúa mündet der Camino del Norte in den Camino Francès. Und schlagartig verändert sich meine Sicht auf den Jakobsweg. Jakobsweg-Kaffees, so etwas hat es bislang nicht gegeben. Oder Souveniershops, auch das war mir bislang fremd. Dafür ist der Weg nun breit und ich bin nicht mehr ständig allein. Gleich nach Arzúa habe ich einige Pilgergruppen überholt. Von der Sprache her ist hier nun plötzlich die ganze Welt vor mir. Pilger in Sonntagskleidung. Pilger, die in wenigen Minuten vor mir zusammen brechen werden. Und Fahrradpilger, die nun auf Fußgänger keine Rücksicht mehr nehmen. Es zählt das Gesetz des Stärkeren.

Dennoch: So überfüllt, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es nun auch wieder nicht. Ich bin mittlerweile gut trainiert und habe ein sehr hohes Tempo. Einer nach dem anderen ist also vor mir auf meinem Radar und wird überholt. Bis ich auch hieran wieder das Interesse verliere. Ich finde recht schnell meine innere Ruhe wieder. Und ich finde einen Rhythmus, der mich in Euphorie versetzt.

Der Kilometerstein bei Arzúa hat mir eben noch 32 Kilometer nach Santiago angezeigt. Jetzt laufe ich bei einem Stein mit 29,5 vorbei. Ein Katzensprung? Ich fühle mich nicht so, als hätte ich bereits über 30 Kilometer hinter mir. Santiago rückt in greifbare Nähe!

Wieder einen Pilger überholt, wieder ein Meilenstein. Ich bin überrascht, wie schön das letzte Stück Jakobsweg ist. Heute Vormittag musste ich noch fast alles auf Asphalt gehen. Nun ist der Weg herrlich mit weichem Waldboden bedeckt. Jeder Schritt ist eine Wohltat für meine Füße.

Die Natur beflügelt mich richtig.

Nun komme ich gerade an einem kleinen Jakobsweg-Kaffe vorbei, in dem außer mir nur ein einziger Gast sitzt. Diese Gelegenheit möchte ich nicht auslassen. Rucksack abnehmen, einen Toast essen und ein kleines Bier trinken. Danach gönne ich mir sogar den Luxus, mein T-Shirt und meine Socken zu wechseln.

Frisch und fröhlich geht es wieder auf den Trail. Im Ohr habe ich nun die Dancing Queen von ABBA. Ich beginne nun zu singen und tänzele unter dem Gehen. Mit Kopfhörer wäre das normal – ohne Kopfhörer schon ziemlich abgedreht. Jedenfalls habe ich singend und tanzend einen Pilger nach dem anderen überholt und hunderte von Bon Caminos gehört.

Kilometer für Kilometer geht es mir besser. Mein Schmerz wird vom Gehirn unterdrückt und Glückshormone durchfluten mich. Das Wetter ist traumhaft schön, angenehm warm und leicht windig. Optimal. Weiter und weiter.

46 Kilometer habe ich heute schon hinter mir. Mit Gepäck für 30 Tage auf dem Rücken. Und noch nie hat sich mein Rucksack so leicht angefühlt. Noch immer gehe ich im schnellen Takt der Dancing Queen. Mindestens fünf Liter Wasser habe ich schon getrunken. Doch die Schweißtropfen, die mir von der Stirn herunterlaufen sind richtig angenehm. Ich bin total eins mit meinem Körper. Das Gehen fühlt sich an, wie ein Schwebezustand. Völlig befreit, tick tack, tick tack. Ein Fuß vor den anderen. Immer noch singe ich die Dancing Queen. Und noch immer bewege ich mich im Rhythmus, tanze mit meinen Händen in der Luft, so als wenn ich in einer Diskothek wäre. Nur bin ich im Stillen. Ich bin angekommen in meiner eigenen Hall of Fame.

Das erste Mal seit langem laufen mir wieder Freudentränen über meine Wangen. Nun schreite ich also singend, weinend, tanzend an den Pilgern vorbei. Verrückt. Ich würde alles in der Welt geben, später hin- und wieder diesen Rhythmus, diesen Spirit zu spüren. Meine Gefühle fangen an, Achterbahn mit mir zu spielen.

Jesus Ölgemälde Als Pilger wusste ich, dass Gernika, welches am Jakobsweg liegt, durch die deutsche „Legion Condor“ zu „Übungszwecken“ grausam zerstört wurde. Fliegerbomben, Feuer, Schutt und Asche. So macht man sich als Pilger und als Künstler natürlich seine Gedanken. Doch mit wem ich auch spreche: Ich stoße nur auf Freundlichkeit, Offenheit und Gastfreundschaftlichkeit – nie auf die Vergangenheit. Und nie auf Verbitterung gegenüber Deutschen. Gemälde: 1580 Datum: 2011 Maße: 100 x 70 cm Christian Seebauer - Germany

Mein Jesus Ölgemälde

Der Jakobsweg wird nun langsam zu Ende gehen.

Und schon jetzt ahne ich, wie schmerzlich ich ihn vermissen werde. Jeder Kilometer ist nun ein Kilometer, der dem Ende entgegen geht. Santiago ist mein Ziel. Jetzt ist es mein Ende. Und so unlogisch der letzte Satz ist, so unlogisch sind auch meine Gefühle. Ein wildes Wechselbad zwischen kurzen Depressionen, Freudentränen. Meine Vergangenheit hat aufgehört, in dem Moment, wo ich losgegangen bin. Und die Zukunft liegt kurz vor mir. Die Gegenwart nehme ich mit all meinen Sinnen auf. Immer wieder bekomme ich unter dem Marschieren Gänsehaut.

Nur Santa Irene, die nächste Herberge unterbricht kurz meine Gefühlswelt. Singend komme ich schnellen Schrittes aus dem Wald heraus und finde mich in Mitten in einer Menschentraube vor der Herberge. Das sind gut und gerne 300 Pilger. Viele davon scheinen mit dem Flugzeug und Bus von Chile hierher angereist zu sein.

Keine Sekunde verschwendete ich damit, stehen zu bleiben.

Mein Rhythmus feuert mich an, weiter zu gehen. Ich habe keinen Plan mehr. Ich gehe nur noch. Die nächste Herberge ist dann auf dem Monte do Gozo. Richtig: Einem Berg. In etwa 19 Kilometern. …

Weiter!

(…)

 

Und nun?

 

Wie es im Leben weiter geht wird Dich womöglich überraschen, beruhigen, vielleicht auch erschrecken oder schockieren.

Ich möchte es Dir nicht verraten, denn es ist Dein ganz eigener Weg. Und es ist Deine Zukunft, die mit jedem Meter beschreitest. Und Deine Vergangenheit, die Du mit jedem Meter zurück lässt. Am Jakobsweg lebst Du endlich im Hier und Jetzt. Gehe ihn!

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    Christian Seebauer am Jakobsweg

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Nach so langer Zeit gemeinsamen Gehens einfach davon laufen? Wie kann ich ihm das nur beibringen. Jean-Louis ist heute merkwürdig ruhig, fast ein wenig wehmütig. Als ich also anfange, sehr nachdenklich seinen Namen zu sagen, blickt er mich an. Noch bevor ich weiter sprechen kann, meint er, er müsse mir etwas sagen. Etwas Wichtiges. Er will jetzt ein wenig meditieren. Und er will sein Ziel allein erreichen. Wir könnten uns dann in Santiago noch ein letztes Mal treffen. Vielleicht. Ich hätte nicht geglaubt, dass in Jean-Louis gerade genau das gleich vor sich geht. Beide sind wir nun sehr vertraut und viele Kilometer gemeinsam gegangen. Doch nach Santiago wollen wir allein. Allein gehen, nachdenken, in sich kehren. Die Gefühle allein verarbeiten. Gehen ohne Zeitplan, ohne anderen. Sich wieder zu sehen, wenn man will. Oder sich jetzt wieder zu trennen, los zu lassen. Jetzt ist es wieder der eigene Weg. Und ausgerechnet heute habe ich nach zehn Kilometern meine erste Wasserblase. Ich muss mehrere Male anhalten und die Blase verarzten. Und ich habe einige Male die Schuhe hin und hergewechselt. Zur nächsten Herberge nach Arzúa sind es 22 Kilometer. Mit Irrweg und einem Umweg, fort von der Landstraße knapp 30 Kilometer. Diese Etappe ist für mich ganz normal. Einfach gehen. In Arzúa komme ich schon vor Mittag an und das erste Mal stehen nun vor den Türen einer Herberge etwa 50 Pilger an. Ich warte und bin irgendwie unzufrieden. Als dann Jean-Louis ankommt, sage ich nur kurz „au revoir“ und gehe einfach weiter. Was wird als Nächstes kommen? Wo ist die nächste Herberge? Während ich meinen Reiseführer unter dem Gehen aufschlage, bemerke ich das erste Schild „Camino Francés“. Kurz nach Arzúa mündet der Camino del Norte in den Camino Francès. Und schlagartig verändert sich meine Sicht auf den Jakobsweg. Jakobsweg-Kaffees, so etwas hat es bislang nicht gegeben. Oder Souveniershops, auch das war mir bislang fremd. Dafür ist der Weg nun breit und ich bin nicht mehr ständig allein. Gleich nach Arzúa habe ich einige Pilgergruppen überholt. Von der Sprache her ist hier nun plötzlich die ganze Welt vor mir. Pilger in Sonntagskleidung. Pilger, die in wenigen Minuten vor mir zusammen brechen werden. Und Fahrradpilger, die nun auf Fußgänger keine Rücksicht mehr nehmen. Es zählt das Gesetz des Stärkeren. Dennoch: So überfüllt, wie ich es mir vorgestellt hatte, ist es nun auch wieder nicht. Ich bin mittlerweile gut trainiert und habe ein sehr hohes Tempo. Einer nach dem anderen ist also vor mir auf meinem Radar und wird überholt. Bis ich auch hieran wieder das Interesse verliere. Ich finde recht schnell meine innere Ruhe wieder. Und ich finde einen Rhythmus, der mich in Euphorie versetzt. Der Kilometerstein bei Arzúa hat mir eben noch 32 Kilometer nach Santiago angezeigt. Jetzt laufe ich bei einem Stein mit 29,5 vorbei. Ein Katzensprung? Ich fühle mich nicht so, als hätte ich bereits über 30 Kilometer hinter mir. Santiago rückt in greifbare Nähe! Wieder einen Pilger überholt, wieder ein Meilenstein. Ich bin überrascht, wie schön das letzte Stück Jakobsweg ist. Heute Vormittag musste ich noch fast alles auf Asphalt gehen. Nun ist der Weg herrlich mit weichem Waldboden bedeckt. Jeder Schritt ist eine Wohltat für meine Füße. Die Natur beflügelt mich richtig. Nun komme ich gerade an einem kleinen Jakobsweg-Kaffe vorbei, in dem außer mir nur ein einziger Gast sitzt. Diese Gelegenheit möchte ich nicht auslassen. Rucksack abnehmen, einen Toast essen und ein kleines Bier trinken. Danach gönne ich mir sogar den Luxus, mein T-Shirt und meine Socken zu wechseln. Frisch und fröhlich geht es wieder auf den Trail. Im Ohr habe ich nun die Dancing Queen von ABBA. Ich beginne nun zu singen und tänzele unter dem Gehen. Mit Kopfhörer wäre das normal - ohne Kopfhörer schon ziemlich abgedreht. Jedenfalls habe ich singend und tanzend einen Pilger nach dem anderen überholt und hunderte von Bon Caminos gehört. Kilometer für Kilometer geht es mir besser. Mein Schmerz wird vom Gehirn unterdrückt und Glückshormone durchfluten mich. Das Wetter ist traumhaft schön, angenehm warm und leicht windig. Optimal. Weiter und weiter. 46 Kilometer habe ich heute schon hinter mir. Mit Gepäck für 30 Tage auf dem Rücken. Und noch nie hat sich mein Rucksack so leicht angefühlt. Noch immer gehe ich im schnellen Takt der Dancing Queen. Mindestens fünf Liter Wasser habe ich schon getrunken. Doch die Schweißtropfen, die mir von der Stirn herunterlaufen sind richtig angenehm. Ich bin total eins mit meinem Körper. Das Gehen fühlt sich an, wie ein Schwebezustand. Völlig befreit, tick tack, tick tack. Ein Fuß vor den anderen. Immer noch singe ich die Dancing Queen. Und noch immer bewege ich mich im Rhythmus, tanze mit meinen Händen in der Luft, so als wenn ich in einer Diskothek wäre. Nur bin ich im Stillen. Ich bin angekommen in meiner eigenen Hall of Fame. Das erste Mal seit langem laufen mir wieder Freudentränen über meine Wangen. Nun schreite ich also singend, weinend, tanzend an den Pilgern vorbei. Verrückt. Ich würde alles in der Welt geben, später hin- und wieder diesen Rhythmus, diesen Spirit zu spüren. Meine Gefühle fangen an, Achterbahn mit mir zu spielen. Der Jakobsweg wird nun langsam zu Ende gehen. Und schon jetzt ahne ich, wie schmerzlich ich ihn vermissen werde. Jeder Kilometer ist nun ein Kilometer, der dem Ende entgegen geht. Santiago ist mein Ziel. Jetzt ist es mein Ende. Und so unlogisch der letzte Satz ist, so unlogisch sind auch meine Gefühle. Ein wildes Wechselbad zwischen kurzen Depressionen, Freudentränen. Meine Vergangenheit hat aufgehört, in dem Moment, wo ich losgegangen bin. Und die Zukunft liegt kurz vor mir. Die Gegenwart nehme ich mit all meinen Sinnen auf. Immer wieder bekomme ich unter dem Marschieren Gänsehaut. Nur Santa Irene, die nächste Herberge unterbricht kurz meine Gefühlswelt. Singend komme ich schnellen Schrittes aus dem Wald heraus und finde mich in Mitten in einer Menschentraube vor der Herberge. Das sind gut und gerne 300 Pilger. Viele davon scheinen mit dem Flugzeug und Bus von Chile hierher angereist zu sein. Keine Sekunde verschwendete ich damit, stehen zu bleiben. Mein Rhythmus feuert mich an, weiter zu gehen. Ich habe keinen Plan mehr. Ich gehe nur noch. Die nächste Herberge ist dann auf dem Monte do Gozo. Richtig: Einem Berg. In etwa 19 Kilometern. ... Weiter! (...) Und nun? Wie es im Leben weiter geht wird Dich womöglich überraschen, beruhigen, vielleicht auch erschrecken oder schockieren. Ich möchte es Dir nicht verraten, denn es ist Dein ganz eigener Weg. Und es ist Deine Zukunft, die mit jedem Meter beschreitest. Und Deine Vergangenheit, die Du mit jedem Meter zurück lässt. Am Jakobsweg lebst Du endlich im Hier und Jetzt. Gehe ihn! Du hast mich hier auf der Webseite ein gutes Stück weit begleitet und dafür danke ich Dir! Vielleicht möchtest Du ja das Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat, Der Jakobsweg an der Küste bei mir kaufen. Ich freue mich, Dir, oder falls es ein wunderschönes Geschenk sein soll - dem Empfänger eine ganz persönliche Widmung zu schreiben.         Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kste H1 Inhaltsverzeichnis 31 NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA Array ( [0] => Camino del Norte: NACH SANTIAGO DE COMPOSTELA ) Inhalt H2 zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Küste, Küstenweg Array ( ) Jakobsweg an der Küste, Burnout, Inhaltsverzeichnis H3 Array ( ) 1313Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten)
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    Fotos zum Camino de la Costa/ Jakobsweg an der Kueste Beitrag Keywords zu diesem Jakobsweg-Beitrag:

    Camino de la Costa, Camino del Norte

    Kuestenweg english excerpt:

    The Camino de Santiago to Santiago de Compostela

    Camino de Santiago Day 31: 72 km via Arzúa, Santa Irene and Monte do Gozo. About 900 meters in altitude.

    Today I am 72 kilometers on foot with detours and lost directions. At dawn I start running with Jean-Louis. In the wrong direction. We still have the arrows the other way around.

    And sleepily it goes four kilometers in the opposite direction. We don’t even miss the arrows, we are lost in thought.

    How am I supposed to tell him?

    I want to walk alone and I want to arrive in Santiago alone. But I don’t want to hurt him either. Just run away after walking together for so long? How can I teach him that.

    Jean-Louis is strangely calm today, almost a little wistful. So when I begin to say his name very thoughtfully, he looks at me. Before I can speak any more, he says he has to tell me something. Something important. He now wants to meditate a little. And he wants to achieve his goal alone. We could then meet one last time in Santiago. Perhaps.

    I wouldn’t have believed that exactly that was going to be happening in Jean-Louis. We are both very familiar now and have walked many kilometers together. But we want to go to Santiago alone.

    Walk alone, think, return to yourself. Process the feelings alone. Walking without a schedule, without others. To see each other again if you want to. Or to separate again now, to let go. Now it’s your own way again.

    And today of all days I have my first water bladder after ten kilometers. I have to stop several times and treat the bladder. And I switched shoes back and forth a few times.

    The next hostel in Arzúa is 22 kilometers away. With a wrong turn and a detour, away from the country road almost 30 kilometers. This stage is completely normal for me.

    Buen Camino. Easy going.

    I arrive in Arzúa before noon and for the first time there are about 50 pilgrims in front of the doors of a hostel. I’m waiting and I’m kind of dissatisfied. When Jean-Louis arrives, I just say “au revoir” for a moment and just keep walking.

    What’s next? Where is the nearest hostel? As I open my guide book while walking, I notice the first sign “Camino Francés”.

    Shortly after Arzúa, the Camino del Norte joins the Camino Francès. And suddenly my view of the Way of St. James changes. Jakobsweg coffees, nothing like this has ever existed. Or souvenir shops, that too was alien to me until now. The way is now wide and I am no longer alone all the time. Immediately after Arzúa I passed some groups of pilgrims. In terms of language, the whole world is suddenly here in front of me. Pilgrims in Sunday clothes. Pilgrims who will collapse before me in a few minutes. And bicycle pilgrims who no longer take pedestrians into consideration. The law of the fittest counts.

    Still, it’s not as crowded as I imagined it would be. I am now well trained and have a very fast pace. So one after the other is on my radar in front of me and is being overtaken. Until I lose interest in this too. I find my inner calm again very quickly. And I find a rhythm that makes me feel euphoric.

    The milestone at Arzúa just indicated 32 kilometers to Santiago. Now I’m walking past a stone with 29.5. A stone’s throw? I don’t feel like I’ve already covered 30 kilometers. Santiago is within reach!

    Another pilgrim passed, another milestone. I am surprised how beautiful the last stretch of the Camino de Santiago is. This morning I had to walk almost everything on asphalt. Now the path is wonderfully covered with soft forest floor. Every step is a relief for my feet.

    St. James Way: Nature really inspires me.

    Now I’m just passing a little Jakobsweg coffee shop in which there is only one guest besides me. I don’t want to miss this opportunity. Take off your backpack, have a toast and drink a small beer. After that, I even allow myself the luxury of changing my T-shirt and socks.

    It’s fresh and happy to hit the trail again. I now have the ABBA Dancing Queen in my ear. I now begin to sing and dance while walking. With headphones that would be normal – without headphones it would be pretty crazy. In any case, I passed one pilgrim after the other singing and dancing and heard hundreds of Bon Caminos.

    I feel better, kilometer by kilometer. My pain is suppressed by the brain and happiness hormones flood me. The weather is wonderful, pleasantly warm and slightly windy. Optimal. On and on.

    I have already covered 46 kilometers today. With luggage on your back for 30 days. And my backpack has never felt so light. I still go to the fast pace of the Dancing Queen. I’ve already drunk at least five liters of water. But the drops of sweat that run down my forehead are really pleasant. I am totally one with my body. Walking feels like a state of limbo. Completely liberated, tick tock, tick tock. One foot in front of the other. I still sing the Dancing Queen. And still I move to the rhythm, dance with my hands in the air, as if I were in a disco. I’m just in silence. I’ve arrived in my own Hall of Fame.

    For the first time in a long time, tears of joy run down my cheeks again. So now I walk past the pilgrims singing, crying, and dancing. Insane. I would give everything in the world, later to feel this rhythm, this spirit every now and then. My feelings start playing roller coaster with me.

    The Camino de Santiago will now slowly come to an end.

    And I can already sense how painfully I will miss him. Every kilometer is now a kilometer towards the end. Santiago is my goal. It’s my end now And as illogical as the last sentence is, my feelings are also illogical. A wild roller coaster between brief depressions and tears of joy. My past stopped the moment I started. And the future is just ahead of me. I perceive the present with all of my senses. I keep getting goose bumps while marching.

    Only Santa Irene, the next hostel briefly interrupts my emotional world. Singing, I walk quickly out of the forest and find myself in the middle of a crowd in front of the hostel. That’s a good 300 pilgrims. Many of them seem to have traveled here from Chile by plane and bus.

    I didn’t waste a second stopping.

    My rhythm encourages me to keep going. I don’t have a plan anymore. I just go now. The next hostel is then on Monte do Gozo. Right: a mountain. About 19 kilometers.

    Continue!

    It’s only early afternoon. On to the mountain. My travel guide tells me that it’s not that many meters of altitude. Here on this stage I’m alone again at this time. But I was already quite alone the previous ten kilometers. Apparently, shortly before Santiago on the main path, the stream of pilgrims only moves until noon. Later, nobody seems to be hiking here anymore. In front of the hostels one could also have sung “Waiting is the miller’s delight”.

    After some uphill in the meanwhile hot afternoon sun, I approach the airport area on forest paths. It’s just a little steeper up a gravel road and now it’s pretty hot. A lonely pilgrim walks a little slower in front of me on the ascent. I approach from behind.

    True encounters on the Camino de Santiago

    The last 100 meters creeps up on me, you know it. But I immediately reject it. I can’t really see him from behind. But as I walk past him I say out loud “Servus, what are you doing here?”

    Christian, the other pilgrim flinches. Someone spoke to him in an Austrian dialect. I flinch at the same moment. What was that now? Why did my brain greet someone here with “Servus”? I’ve never done that here before. Bon Camino is the watchword. And anyway, I have doubts whether I know him.

    Christian, the other one, answers me. He’s from Salzburg, which doesn’t surprise me. I just don’t know where I know him from. And he doesn’t know either. Salzburg is not too far away from where I was born. Christian thinks we can continue talking in Monte do Gozo. I wish him a Bon Camino and dash off.

    Once around the outside of the airport. A little far, but still in beautiful nature.

    In front of Monte do Gozo, of all places, I no longer discover any scallops. Am i lost? A nice Spaniard, who seems to be used to the sight of pilgrims, shows me that I am correct.

    I arrive at Monte do Gozo in the late afternoon. This place is said to have been a very special one in the Middle Ages. Earlier pilgrims stayed here again before they entered Santiago for a ceremony. From here you can look down on Santiago. So there it is!

    Although it is still part of spending the last night here today, that is out of the question for me. I don’t want to see any other pilgrims.

    So i go on At the end of the village is the historic washing station, where two streams flow into one another. I would rather wash myself in Santiago today!

    I photographed the place-name sign Santiago de Compostela as I passed. I didn’t stop at all. Now I find the scallops back in the ground. The eternally long road into the city seems short to me. At 19:50 I arrive in the center of Santiago after about 70 kilometers. Exhausted. Overjoyed.

    The cathedral is currently being closed. A maudlin policeman sees that I’m crying. He thinks the cathedral will be unlocked again tomorrow. But that’s not what caused my tears. I just couldn’t hold her back.

    There are no people where you normally have to wait a long time for the pilgrimage certificate. As the last and only one, I’m back outside after two minutes and hold my certificate in my hands.

    After another eight kilometers of walking back and forth through the city, I found a small hotel. Single room with shower.

    Alone in the room: a strange feeling

    I’ll go to church tomorrow. And in the next few days I will see many pilgrims again who have grown dear to my heart. Some will go on to Finisterra, the “end of the world”. For me, my journey is over here. I found myself.

    Late in the evening I wrote these lines in my booklet:

    Dear God, thank you for my dear wife, thank you for Selina and thank you for Stella. And thanks for the Camino that you gave me. Thank you for accompanying me and thank you for getting to know Ingrid, Jean-Louis and many other wonderful pilgrims with whom I was able to go a little way in my life. Please dear God now lead me home and help that the paths cross again with one or the other! Je suis arrivée, sono arrivato, Llegué, I finished it, I’ve arrived. Got to myself!



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg france excerpt:

    Le Camino de Santiago à Santiago de Compostela

    Camino de Santiago Jour 31: 72 km via Arzúa, Santa Irene et Monte do Gozo. Environ 900 mètres d’altitude.

    Aujourd’hui je suis à 72 kilomètres à pied avec des détours et des directions perdues. À l’aube, je commence à courir avec Jean-Louis. Dans la mauvaise direction. Nous avons toujours les flèches dans l’autre sens.

    Et endormi, il parcourt quatre kilomètres dans la direction opposée. Nous ne manquons même pas les flèches, nous sommes perdus dans nos pensées.

    Comment devrais-je lui dire?

    Je veux marcher seul et je veux arriver seul à Santiago. Mais je ne veux pas non plus lui faire de mal. S’enfuir juste après avoir marché si longtemps ensemble? Comment puis-je lui apprendre ça?

    Jean-Louis est étrangement calme aujourd’hui, presque un peu nostalgique. Alors, quand je commence à prononcer son nom avec beaucoup de réflexion, il me regarde. Avant que je puisse parler davantage, il dit qu’il doit me dire quelque chose. Quelque chose d’important. Il veut maintenant méditer un peu. Et il veut atteindre son objectif seul. Nous pourrions alors nous retrouver une dernière fois à Santiago. Peut-être.

    Je n’aurais pas cru que c’était exactement ce qui allait se passer à Jean-Louis. Nous sommes tous les deux très familiers maintenant et avons parcouru plusieurs kilomètres ensemble. Mais nous voulons aller seuls à Santiago.

    Marchez seul, réfléchissez, revenez à vous-même. Traitez les sentiments seuls. Marcher sans horaire, sans autres. Se revoir si tu veux. Ou se séparer à nouveau maintenant, lâcher prise. Maintenant, c’est à nouveau votre propre chemin.

    Et aujourd’hui de tous les jours, j’ai ma première vessie à eau après dix kilomètres. Je dois m’arrêter plusieurs fois et traiter la vessie. Et j’ai changé de chaussures plusieurs fois.

    La prochaine auberge à Arzúa est à 22 kilomètres. Avec un faux chemin et un détour, loin de la route de campagne à près de 30 kilomètres. Cette étape est tout à fait normale pour moi.

    Buen Camino. Facile à vivre.

    J’arrive à Arzúa avant midi et pour la première fois il y a environ 50 pèlerins devant les portes d’une auberge. J’attends et je suis un peu mécontent. Quand Jean-Louis arrive, je dis juste «au revoir» un instant et je continue à marcher.

    Et après? Où est l’auberge la plus proche? En ouvrant mon guide en marchant, je remarque le premier panneau “Camino Francés”.

    Peu de temps après Arzúa, le Camino del Norte rejoint le Camino Francès. Et soudain, ma vision du Chemin de Saint-Jacques change. Cafés Jakobsweg, rien de tel n’a jamais existé. Ou des boutiques de souvenirs, cela aussi m’était étranger jusqu’à présent. Le chemin est maintenant large et je ne suis plus seul tout le temps. Immédiatement après Arzúa, j’ai croisé quelques groupes de pèlerins. En termes de langage, le monde entier est soudainement ici devant moi. Pèlerins en tenue du dimanche. Des pèlerins qui s’écrouleront devant moi dans quelques minutes. Et les pèlerins à vélo qui ne prennent plus en compte les piétons. La loi du plus apte compte.

    Pourtant, ce n’est pas aussi bondé que je l’imaginais. Je suis maintenant bien entraîné et j’ai un rythme très rapide. Donc l’un après l’autre est sur mon radar devant moi et est dépassé. Jusqu’à ce que je perde tout intérêt pour ça aussi. Je retrouve très vite mon calme intérieur. Et je trouve un rythme qui me rend euphorique.

    Le jalon d’Arzúa vient d’indiquer 32 kilomètres jusqu’à Santiago. Maintenant, je passe devant une pierre avec 29,5. Un jet de pierre? Je n’ai pas l’impression d’avoir déjà parcouru 30 kilomètres. Santiago est à portée de main!

    Un autre pèlerin est passé, un autre jalon. Je suis surpris de la beauté du dernier tronçon du Camino de Santiago. Ce matin, j’ai dû presque tout marcher sur l’asphalte. Maintenant, le chemin est merveilleusement recouvert d’un sol forestier mou. Chaque pas est un soulagement pour mes pieds.

    St. James Way: La nature m’inspire vraiment.

    Maintenant, je passe juste devant un petit café Jakobsweg dans lequel il n’y a qu’un seul invité à part moi. Je ne veux pas rater cette opportunité. Enlevez votre sac à dos, portez un toast et buvez une petite bière. Après cela, je me permets même le luxe de changer mon tee-shirt et mes chaussettes.

    C’est frais et heureux de reprendre la piste. J’ai maintenant Dancing Queen d’ABBA dans mon oreille. Je commence maintenant à chanter et à danser en marchant. Avec un casque, ce serait normal – sans casque, ce serait assez fou. En tout cas, j’ai croisé un pèlerin après l’autre en chantant et en dansant et j’ai entendu des centaines de Bon Caminos.

    Je me sens mieux, kilomètre après kilomètre. Ma douleur est réprimée par le cerveau et les hormones du bonheur m’inondent. Le temps est magnifique, agréablement chaud et légèrement venteux. Optimal. Encore et encore.

    J’ai déjà parcouru 46 kilomètres aujourd’hui. Avec des bagages sur le dos pendant 30 jours. Et mon sac à dos n’a jamais été aussi léger. Je continue de suivre le rythme rapide de la Dancing Queen. J’ai déjà bu au moins cinq litres d’eau. Mais les gouttes de sueur qui coulent sur mon front sont vraiment agréables. Je suis totalement un avec mon corps. Marcher ressemble à un état de limbes. Complètement libéré, tick tock, tick tock. Un pied devant l’autre. Je chante toujours la Dancing Queen. Et je bouge toujours au rythme, je danse les mains en l’air, comme si j’étais dans une discothèque. Je suis juste en silence. Je suis arrivé dans mon propre Hall of Fame.

    Pour la première fois depuis longtemps, des larmes de joie coulaient à nouveau sur mes joues. Alors maintenant, je passe devant les pèlerins en chantant, en pleurant et en dansant. Insensé. Je donnerais tout au monde, plus tard pour ressentir ce rythme, cet esprit de temps en temps. Mes sentiments commencent à jouer aux montagnes russes avec moi.

    Le Camino de Santiago va maintenant s’achever lentement.

    Et je peux déjà sentir à quel point il me manquera douloureusement. Chaque kilomètre est maintenant un kilomètre vers la fin. Santiago est mon objectif. C’est ma fin maintenant Et aussi illogique que soit la dernière phrase, mes sentiments sont également illogiques. Des montagnes russes sauvages entre brèves dépressions et larmes de joie. Mon passé s’est arrêté au moment où j’ai commencé. Et le futur est juste devant moi. Je perçois le présent avec tous mes sens. Je continue à avoir la chair de poule en marchant.

    Seule Santa Irene, l’auberge voisine interrompt brièvement mon monde émotionnel. En chantant, je sors rapidement de la forêt et me retrouve au milieu d’une foule devant l’auberge. C’est un bon 300 pèlerins. Beaucoup d’entre eux semblent avoir voyagé ici depuis le Chili en avion et en bus.

    Je n’ai pas perdu une seconde à m’arrêter.

    Mon rythme m’encourage à continuer. Je n’ai plus de plan. Je pars maintenant. L’auberge suivante est alors sur Monte do Gozo. À droite: une montagne. Environ 19 kilomètres.

    Continuer!

    Ce n’est que le début de l’après-midi. En route pour la montagne. Mon guide de voyage me dit qu’il n’y a pas tant de mètres d’altitude. Ici, sur cette scène, je suis à nouveau seul en ce moment. Mais j’étais déjà assez seul les dix kilomètres précédents. Apparemment, peu avant Santiago sur le chemin principal, le flot de pèlerins ne se déplace que jusqu’à midi. Plus tard, personne ne semble plus faire de randonnée ici. Devant les auberges, on aurait pu aussi chanter «Attendre, c’est le plaisir du meunier».

    Après quelques montées sous le chaud soleil de l’après-midi, je m’approche de la zone de l’aéroport par des sentiers forestiers. C’est juste un peu plus raide sur une route de gravier et maintenant il fait assez chaud. Devant moi lors de l’ascension, un pèlerin solitaire marche un peu plus lentement. Je m’approche par derrière.

    Vraies rencontres sur le Camino de Santiago

    Les 100 derniers mètres m’attrapent, vous le savez, mais je le rejette immédiatement. Je ne peux pas vraiment le voir de derrière. Mais en passant devant lui, je lui dis à haute voix “Servus, qu’est-ce que tu fais ici?”

    Christian, l’autre pèlerin tressaille. Quelqu’un lui a parlé dans un dialecte autrichien. Je tressaille également au même moment. Qu’est-ce que c’était maintenant? Pourquoi mon cerveau a-t-il accueilli quelqu’un ici avec “Servus”? Je n’ai jamais fait ça ici auparavant. Bon Camino est le mot d’ordre. Et de toute façon, je doute que je le connaisse.

    Christian, l’autre, me répond. Il est de Salzbourg, ce qui ne me surprend pas. Je ne sais juste pas d’où je le connais. Et il ne sait pas non plus. Salzbourg n’est pas trop loin de l’endroit où je suis né. Christian pense que nous pouvons continuer à parler à Monte do Gozo. Je lui souhaite un Bon Camino et fonce.

    Une fois à l’extérieur de l’aéroport. Un peu loin, mais toujours dans une nature magnifique.

    Devant Monte do Gozo, de tous les lieux, je ne découvre plus de coquilles Saint-Jacques. Suis-je perdu? Un gentil Espagnol qui semble habitué à la vue des pèlerins me dit que j’ai raison.

    J’arrive à Monte do Gozo en fin d’après-midi. On dit que cet endroit était très spécial au Moyen Âge. Les pèlerins antérieurs restaient ici une nuit de plus avant d’entrer à Santiago. De là, vous pouvez regarder Santiago. Tiens voilà!

    Bien que cela fasse encore partie de la dernière nuit ici aujourd’hui, c’est hors de question pour moi. Je ne veux voir aucun autre pèlerin.

    Alors je continue Au bout du village se trouve la station de lavage historique, où deux ruisseaux se rejoignent. Je préfère me laver à Santiago aujourd’hui!

    J’ai photographié le nom de lieu de Saint-Jacques de Compostelle en passant. Je ne me suis pas arrêté du tout. Maintenant, je retrouve les pétoncles dans le sol. La route éternellement longue vers la ville me semble courte. A 19h50 j’arrive dans le centre de Santiago après environ 70 kilomètres. Épuisé. Fou de joie.

    La cathédrale est actuellement en cours de fermeture. Un policier maudlin voit que je pleure. Il pense que la cathédrale sera de nouveau déverrouillée demain. Mais ce n’est pas ce qui m’a fait pleurer. Je ne pouvais tout simplement pas la retenir.

    Il n’y a personne où vous devez normalement attendre longtemps pour le certificat de pèlerinage. En tant que dernier et unique, je suis de retour au bout de deux minutes et je tiens mon certificat entre mes mains.

    Après huit kilomètres supplémentaires de marche et de retour à travers la ville, j’ai trouvé un petit hôtel. Chambre simple avec douche.

    Seul dans la pièce: une sensation étrange

    J’irai à l’église demain. Et dans les prochains jours, je reverrai de nombreux pèlerins qui sont devenus chers à mon cœur. Certains iront à Finisterra, le “bout du monde”. Pour moi, mon voyage est par ici. Je me suis trouvé.

    Tard dans la soirée, j’ai écrit ces lignes dans mon livret:

    Cher Dieu, merci pour ma chère épouse, merci pour Selina et merci pour Stella. Et merci pour le Camino que vous m’avez offert. Merci de m’accompagner et merci d’avoir fait la connaissance d’Ingrid, de Jean-Louis et de nombreux autres merveilleux pèlerins avec qui j’ai pu faire un petit chemin dans ma vie. S’il te plaît, mon Dieu, ramène-moi maintenant à la maison et aide à ce que les chemins se croisent à nouveau avec l’un ou l’autre! Je suis arrivée, sono arrivato, Llegué, je l’ai fini, je suis arrivé. Je suis seul!



    (c) Christian Seebauer
    Kuestenweg italiano excerpt:

    Il Camino de Santiago a Santiago de Compostela

    Camino de Santiago 31 ° giorno: 72 km via Arzúa, Santa Irene e Monte do Gozo. Circa 900 metri di dislivello.

    Oggi sono 72 chilometri a piedi con deviazioni e direzioni perse. All’alba inizio a correre con Jean-Louis. Nella direzione sbagliata. Abbiamo ancora le frecce al contrario.

    E assonnato fa quattro chilometri in direzione opposta. Non ci mancano nemmeno le frecce, siamo persi nei pensieri.

    Come dovrei dirglielo?

    Voglio camminare da solo e voglio arrivare a Santiago da solo. Ma non voglio nemmeno ferirlo. Basta scappare dopo aver camminato insieme per così tanto tempo? Come posso insegnarglielo.

    Jean-Louis è stranamente calmo oggi, quasi un po ‘malinconico. Quindi, quando comincio a pronunciare il suo nome in modo molto pensieroso, mi guarda. Prima che possa parlare ancora, dice che deve dirmi qualcosa. Qualcosa di importante. Ora vuole meditare un po ‘. E vuole raggiungere il suo obiettivo da solo. Potremmo quindi incontrarci un’ultima volta a Santiago. Forse.

    Non avrei creduto che fosse esattamente quello che sarebbe successo a Jean-Louis. Ora siamo entrambi molto familiari e abbiamo camminato insieme per molti chilometri. Ma vogliamo andare a Santiago da soli.

    Cammina da solo, pensa, torna a te stesso. Elabora i sentimenti da solo. Camminare senza orari, senza altri. Per rivederci, se vuoi. O separarsi di nuovo adesso, lasciarsi andare. Ora è di nuovo a modo tuo.

    E oggi di tutti i giorni ho la mia prima sacca d’acqua dopo dieci chilometri. Devo fermarmi più volte e curare la vescica. E ho cambiato le scarpe avanti e indietro un paio di volte.

    Il prossimo ostello ad Arzúa è a 22 chilometri di distanza. Con una svolta sbagliata e una deviazione, lontano dalla strada di campagna quasi 30 chilometri. Questa fase è del tutto normale per me.

    Buen Camino. Affabile.

    Arrivo ad Arzúa prima di mezzogiorno e per la prima volta ci sono circa 50 pellegrini davanti alle porte di un ostello. Sto aspettando e sono un po ‘insoddisfatto. Quando arriva Jean-Louis, dico solo “au revoir” per un momento e continuo a camminare.

    Qual è il prossimo? Dov’è l’ostello più vicino? Quando apro la mia guida mentre cammino, noto il primo cartello “Camino Francés”.

    Poco dopo Arzúa, il Camino del Norte si unisce al Camino Francès. E improvvisamente la mia visione del Cammino di Santiago cambia. Caffè Jakobsweg, niente di simile è mai esistito. O negozi di souvenir, anche quello mi era estraneo fino ad ora. La strada ora è ampia e non sono più solo tutto il tempo. Subito dopo Arzúa ho superato alcuni gruppi di pellegrini. In termini di linguaggio, il mondo intero è improvvisamente qui davanti a me. Pellegrini in abiti domenicali. Pellegrini che tra pochi minuti crolleranno davanti a me. E i pellegrini in bicicletta che non prendono più in considerazione i pedoni. La legge del più adatto conta.

    Tuttavia, non è così affollato come immaginavo. Ora sono ben allenato e ho un ritmo molto veloce. Quindi uno dopo l’altro è sul mio radar davanti a me e viene sorpassato. Fino a quando non perderò interesse anche per questo. Ritrovo molto rapidamente la mia calma interiore. E trovo un ritmo che mi fa sentire euforico.

    La pietra miliare di Arzúa indicava appena 32 chilometri a Santiago. Ora sto passando davanti a una pietra con un 29.5. A due passi? Non mi sento come se avessi già percorso 30 chilometri. Santiago è a portata di mano!

    È passato un altro pellegrino, un’altra pietra miliare. Sono sorpreso di quanto sia bello l’ultimo tratto del Camino de Santiago. Questa mattina ho dovuto camminare quasi tutto su asfalto. Ora il sentiero è meravigliosamente ricoperto di soffice sottobosco. Ogni passo è un sollievo per i miei piedi.

    St. James Way: La natura mi ispira davvero.

    Ora sto passando davanti a un piccolo bar Jakobsweg in cui c’è solo un ospite oltre a me. Non voglio perdere questa opportunità. Togliti lo zaino, brinda e bevi una birra piccola. Dopodiché, mi concedo persino il lusso di cambiare maglietta e calzini.

    È fresco e felice di riprendere il cammino. Ora ho Dancing Queen degli ABBA nel mio orecchio. Adesso comincio a cantare e ballare mentre cammino. Con le cuffie sarebbe normale, senza cuffie sarebbe piuttosto folle. In ogni caso, ho passato un pellegrino dopo l’altro cantando e ballando e ho sentito centinaia di Bon Caminos.

    Mi sento meglio, chilometro dopo chilometro. Il mio dolore è soppresso dal cervello e gli ormoni della felicità mi inondano. Il tempo è meraviglioso, piacevolmente caldo e leggermente ventoso. Ottimale. Ancora e ancora.

    Oggi ho già percorso 46 chilometri. Con bagaglio in spalla per 30 giorni. E il mio zaino non è mai stato così leggero. Vado ancora al ritmo veloce della Regina danzante. Ho già bevuto almeno cinque litri d’acqua. Ma le gocce di sudore che mi colano sulla fronte sono davvero piacevoli. Sono totalmente tutt’uno con il mio corpo. Camminare sembra uno stato di limbo. Completamente liberato, tick tock, tick tock. Un piede davanti all’altro. Canto ancora la Regina danzante. E ancora mi muovo a ritmo, ballo con le mani in aria, come se fossi in una discoteca. Sono solo in silenzio. Sono arrivato nella mia Hall of Fame.

    Per la prima volta da molto tempo, lacrime di gioia scendono di nuovo sulle mie guance. Così ora passo accanto ai pellegrini cantando, piangendo e ballando. Pazzo. Darei tutto al mondo, più tardi per sentire questo ritmo, questo spirito ogni tanto. I miei sentimenti iniziano a giocare sulle montagne russe con me.

    Il Cammino di Santiago si concluderà ora lentamente.

    E posso già percepire quanto dolorosamente mi mancherà. Ogni chilometro ora è un chilometro verso la fine. Santiago è il mio obiettivo. Adesso è la mia fine E per quanto l’ultima frase sia illogica, anche i miei sentimenti sono illogici. Un ottovolante selvaggio tra brevi depressioni e lacrime di gioia. Il mio passato si è fermato nel momento in cui ho iniziato. E il futuro è proprio davanti a me. Percepisco il presente con tutti i miei sensi. Continuo a farmi venire la pelle d’oca durante la marcia.

    Solo Santa Irene, il prossimo ostello interrompe brevemente il mio mondo emotivo. Cantando, esco velocemente dalla foresta e mi ritrovo in mezzo alla folla davanti all’ostello. Sono ben 300 pellegrini. Molti di loro sembrano essere arrivati ​​qui dal Cile in aereo e in autobus.

    Non ho sprecato un secondo a fermarmi.

    Il mio ritmo mi incoraggia ad andare avanti. Non ho più un piano. Adesso me ne vado. Il prossimo ostello è quindi sul Monte do Gozo. A destra: una montagna. Circa 19 chilometri.

    Continua!

    È solo il primo pomeriggio. Verso la montagna. La mia guida di viaggio mi dice che non sono molti metri di altitudine. Qui su questo palco sono di nuovo solo in questo momento. Ma ero già abbastanza solo nei dieci chilometri precedenti. A quanto pare, poco prima di Santiago sul percorso principale, il flusso di pellegrini si sposta solo fino a mezzogiorno. Più tardi, nessuno sembra più fare escursioni qui. Di fronte agli ostelli si poteva anche cantare “L’attesa è la gioia del mugnaio”.

    Dopo qualche salita sotto il caldo sole pomeridiano, mi avvicino alla zona dell’aeroporto su sentieri forestali. È solo un po ‘più ripido su una strada sterrata e ora fa piuttosto caldo. Di fronte a me in salita, un pellegrino solitario sta marciando un po ‘più lentamente. Mi avvicino da dietro.

    Veri incontri sul Camino de Santiago

    Gli ultimi 100 metri si insinuano su di me, conosci quella sensazione, ma la rifiuto subito. Non riesco davvero a vederlo da dietro. Ma mentre gli passo accanto dico ad alta voce “Servus, cosa ci fai qui?”

    Christian, l’altro pellegrino sussulta. Qualcuno gli ha parlato in un dialetto austriaco. Sussulto nello stesso momento. Cos’era quello adesso? Perché il mio cervello ha salutato qualcuno qui con “Servus”? Non l’ho mai fatto qui prima. Bon Camino è la parola d’ordine. E comunque, ho dei dubbi se lo conosco.

    Christian, l’altro, mi risponde. È di Salisburgo, il che non mi sorprende. Non so da dove lo conosco. E nemmeno lui lo sa. Salisburgo non è troppo lontana da dove sono nato. Christian pensa che possiamo continuare a parlare a Monte do Gozo. Gli auguro un Bon Camino e scappo via.

    Una volta intorno all’esterno dell’aeroporto. Un po ‘lontano, ma ancora nella splendida natura.

    Di fronte al Monte do Gozo, tra tutti i posti, non scopro più capesante. Mi sono perso? Un simpatico spagnolo che sembra abituato alla vista dei pellegrini mi dice che ho ragione.

    Arrivo a Monte do Gozo nel tardo pomeriggio. Si dice che questo posto fosse molto speciale nel Medioevo. I primi pellegrini sono rimasti di nuovo qui prima di entrare a Santiago per una cerimonia. Da qui puoi guardare Santiago dall’alto. Quindi eccolo!

    Sebbene sia ancora una parte del passare l’ultima notte qui oggi, per me è fuori questione. Non voglio vedere altri pellegrini.

    Quindi vado avanti Alla fine del paese si trova lo storico lavatoio, dove confluiscono due ruscelli. Preferirei lavarmi oggi a Santiago!

    Ho fotografato l’insegna del toponimo Santiago de Compostela mentre passavo. Non mi sono fermato affatto. Ora trovo le capesante di nuovo nel terreno. La strada eternamente lunga che porta in città mi sembra breve. Alle 19:50 arrivo nel centro di Santiago dopo circa 70 chilometri. Esausto. Felicissimo.

    La cattedrale è attualmente in fase di chiusura. Un poliziotto sdolcinato vede che sto piangendo. Pensa che la cattedrale sarà di nuovo aperta domani. Ma non è questo che mi ha fatto scoppiare le lacrime. Non riuscivo proprio a trattenerla.

    Non ci sono persone dove normalmente devi aspettare a lungo per il certificato di pellegrinaggio. Essendo l’ultimo e unico, torno fuori dopo due minuti e tengo in mano il mio certificato.

    Dopo altri otto chilometri di cammino avanti e indietro per la città, ho trovato un piccolo hotel. Camera singola con doccia.

    Solo nella stanza: una strana sensazione

    Domani vado in chiesa. E nei prossimi giorni rivedrò tanti pellegrini che mi sono diventati cari. Alcuni andranno a Finisterra, la “fine del mondo”. Per me, il mio viaggio è finito qui. Ho trovato me stesso.

    A tarda sera ho scritto queste righe nel mio libretto:

    Buon Dio, grazie per la mia cara moglie, grazie per Selina e grazie per Stella. E grazie per il Camino che mi hai dato. Grazie per avermi accompagnato e grazie per aver conosciuto Ingrid, Jean-Louis e tanti altri meravigliosi pellegrini con i quali ho potuto fare un po ‘di strada nella mia vita. Per favore, caro Dio, ora conducimi a casa e aiuta che le strade si incrociano di nuovo con l’una o l’altra! Je suis arrivée, sono arrivato, Llegué, l’ho finito, sono arrivato. Got a me stesso!

    Kuestenweg espanol excerpt:

    El Camino de Santiago a Santiago de Compostela

    Camino de Santiago Día 31: 72 km por Arzúa, Santa Irene y Monte do Gozo. Cerca de 900 metros de altitud.

    Hoy estoy 72 kilómetros a pie con desvíos y direcciones perdidas. Al amanecer empiezo a correr con Jean-Louis. En la dirección equivocada. Todavía tenemos las flechas al revés.

    Y, adormilado, recorre cuatro kilómetros en sentido contrario. Ni siquiera perdemos las flechas, estamos perdidos en nuestros pensamientos.

    ¿Cómo debería decírselo?

    Quiero caminar solo y quiero llegar a Santiago solo. Pero tampoco quiero hacerle daño. ¿Simplemente huir después de caminar juntos durante tanto tiempo? ¿Cómo puedo enseñarle eso?

    Jean-Louis está hoy extrañamente tranquilo, casi un poco melancólico. Entonces, cuando comienzo a decir su nombre muy pensativamente, me mira. Antes de que pueda hablar más, dice que tiene que decirme algo. Algo importante. Ahora quiere meditar un poco. Y quiere lograr su objetivo solo. Entonces podríamos encontrarnos por última vez en Santiago. Quizás.

    No hubiera creído que eso era exactamente lo que iba a pasar en Jean-Louis. Ambos estamos muy familiarizados ahora y hemos caminado muchos kilómetros juntos. Pero queremos ir a Santiago solos.

    Camina solo, piensa, vuelve a ti mismo. Procese los sentimientos solo. Caminar sin horario, sin otros. Para volver a vernos si quieres. O separarse de nuevo ahora, dejar ir. Ahora es tu propio camino de nuevo.

    Y hoy de todos los días tengo mi primera vejiga de agua después de diez kilómetros. Tengo que detenerme varias veces y tratar la vejiga. Y cambié de zapatos varias veces.

    El próximo albergue de Arzúa se encuentra a 22 kilómetros. Con sentido equivocado y desvío, alejándose del camino rural casi 30 kilómetros. Esta etapa es completamente normal para mí.

    Buen Camino. De trato fácil.

    Llego a Arzúa antes del mediodía y por primera vez hay unos 50 peregrinos frente a las puertas de un albergue. Estoy esperando y estoy un poco insatisfecho. Cuando llega Jean-Louis, solo digo “au revoir” por un momento y sigo caminando.

    ¿Que sigue? ¿Dónde está el albergue más cercano? Cuando abro mi guía mientras camino, noto la primera señal “Camino Francés”.

    Poco después de Arzúa, el Camino del Norte se une al Camino Francès. Y de repente cambia mi visión del Camino de Santiago. Cafés Jakobsweg, nunca antes había existido nada como esto. O tiendas de souvenirs, eso también me era ajeno hasta ahora. El camino ahora es ancho y ya no estoy solo todo el tiempo. Inmediatamente después de Arzúa pasé por algunos grupos de peregrinos. En términos de lenguaje, el mundo entero está repentinamente frente a mí. Peregrinos vestidos de domingo. Peregrinos que se derrumbarán ante mí en unos minutos. Y peregrinos en bicicleta que ya no tienen en cuenta a los peatones. La ley del más apto cuenta.

    Aún así, no está tan lleno de gente como imaginé que estaría. Ahora estoy bien entrenado y tengo un ritmo muy rápido. Así que uno tras otro está en mi radar frente a mí y está siendo superado. Hasta que pierda el interés en esto también. Vuelvo a encontrar mi calma interior muy rápidamente. Y encuentro un ritmo que me hace sentir eufórico.

    El hito de Arzúa acaba de indicar 32 kilómetros hasta Santiago. Ahora paso por delante de una piedra con 29,5. ¿Tiro de piedra? No siento que ya haya recorrido 30 kilómetros. ¡Santiago está al alcance!

    Pasó otro peregrino, otro hito. Me sorprende lo bonita que es la última parte del Camino de Santiago. Esta mañana tuve que caminar casi todo sobre asfalto. Ahora el camino está maravillosamente cubierto con suave suelo de bosque. Cada paso es un alivio para mis pies.

    Camino de Santiago: La naturaleza realmente me inspira.

    Ahora estoy pasando por una pequeña cafetería de Jakobsweg en la que solo hay un invitado además de mí. No quiero perder esta oportunidad. Quítate la mochila, brinda y bebe una cerveza pequeña. Después de eso, incluso me permito el lujo de cambiarme la camiseta y los calcetines.

    Es fresco y feliz volver a la pista. Ahora tengo ABBA Dancing Queen en mi oído. Ahora empiezo a cantar y bailar mientras camino. Con auriculares eso sería normal, sin auriculares sería una locura. En cualquier caso, pasé un peregrino tras otro cantando y bailando y escuché a cientos de Bon Caminos.

    Me siento mejor kilómetro a kilómetro. Mi dolor es reprimido por el cerebro y las hormonas de la felicidad me inundan. El clima es maravilloso, agradablemente cálido y ligeramente ventoso. Óptimo. Incesantemente.

    Hoy ya he recorrido 46 kilómetros. Con equipaje a la espalda durante 30 días. Y mi mochila nunca se había sentido tan ligera. Todavía sigo el ritmo rápido de Dancing Queen. Ya he bebido al menos cinco litros de agua. Pero las gotas de sudor que me corren por la frente son realmente agradables. Soy totalmente uno con mi cuerpo. Caminar se siente como un estado de limbo. Totalmente liberado, tic tac, tic tac. Un pie en frente del otro. Todavía canto a Dancing Queen. Y todavía me muevo al ritmo, bailo con las manos en el aire, como si estuviera en una discoteca. Solo estoy en silencio. Llegué a mi propio Salón de la Fama.

    Por primera vez en mucho tiempo, lágrimas de alegría corren de nuevo por mis mejillas. Así que ahora paso junto a los peregrinos, cantando, llorando y bailando. Insano. Daría todo en el mundo, para luego sentir este ritmo, este espíritu de vez en cuando. Mis sentimientos empiezan a jugar a la montaña rusa conmigo.

    El Camino de Santiago llegará ahora lentamente a su fin.

    Y ya puedo sentir cuán dolorosamente lo extrañaré. Cada kilómetro es ahora un kilómetro hacia el final. Santiago es mi meta. Ahora es mi fin Y por ilógica que sea la última frase, mis sentimientos también lo son. Una montaña rusa salvaje entre breves depresiones y lágrimas de alegría. Mi pasado se detuvo en el momento en que comencé. Y el futuro está justo delante de mí. Percibo el presente con todos mis sentidos. Sigo poniendo la piel de gallina mientras marcho.

    Solo Santa Irene, el próximo albergue interrumpe brevemente mi mundo emocional. Cantando, salgo rápidamente del bosque y me encuentro en medio de una multitud frente al albergue. Son unos buenos 300 peregrinos. Muchos de ellos parecen haber viajado aquí desde Chile en avión y autobús.

    No perdí ni un segundo deteniéndome.

    Mi ritmo me anima a seguir adelante. Ya no tengo un plan. Solo me voy ahora. El siguiente albergue se encuentra en Monte do Gozo. Derecha: una montaña. Aproximadamente 19 kilómetros.

    ¡Seguir!

    Solo es temprano en la tarde. A la montaña. Mi guía de viaje me dice que no hay tantos metros de altitud. Aquí en este escenario estoy solo de nuevo en este momento. Pero ya estuve bastante solo los diez kilómetros anteriores. Al parecer, poco antes de Santiago en el camino principal, el torrente de peregrinos solo avanza hasta el mediodía. Más tarde, nadie parece caminar más aquí. Frente a los albergues también se podría haber cantado “Esperar es el deleite del molinero”.

    Después de un poco de subida bajo el cálido sol de la tarde, me acerco al aeropuerto por senderos forestales. Es un poco más empinado en un camino de grava y ahora hace bastante calor. Delante de mí en el ascenso, un peregrino solitario marcha un poco más despacio. Me acerco por detrás.

    Verdaderos encuentros en el Camino de Santiago

    Los últimos 100 metros se me acercan sigilosamente, lo sabes, pero lo rechazo inmediatamente. Realmente no puedo verlo desde atrás. Pero cuando paso junto a él, digo en voz alta “Servus, ¿qué estás haciendo aquí?”

    Christian, el otro peregrino se estremece. Alguien le habló en un dialecto austríaco. También me estremezco en el mismo momento. ¿Qué fue eso ahora? ¿Por qué mi cerebro saludó a alguien aquí con “Servus”? Nunca había hecho eso aquí antes. Bon Camino es la consigna. Y de todos modos, tengo dudas de si lo conozco.

    Christian, el otro, me responde. Es de Salzburgo, lo que no me sorprende. Simplemente no sé de dónde lo conozco. Y él tampoco lo sabe. Salzburgo no está muy lejos de mi lugar de nacimiento. Christian cree que podemos seguir hablando en Monte do Gozo. Le deseo un Bon Camino y me largue.

    Una vez alrededor del exterior del aeropuerto. Un poco lejos, pero aún en una hermosa naturaleza.

    Frente al Monte do Gozo, de todos los lugares, ya no descubro vieiras. Estoy perdido? Un buen español que parece acostumbrado a ver peregrinos me dice que tengo razón.

    Llego al Monte do Gozo a última hora de la tarde. Se dice que este lugar fue muy especial en la Edad Media. Los peregrinos anteriores se quedaron aquí nuevamente antes de ingresar a Santiago para una ceremonia. Desde aquí puedes mirar hacia abajo a Santiago. ¡Así que ahí está!

    Aunque todavía es parte de pasar la última noche aquí hoy, eso está fuera de discusión para mí. No quiero ver a ningún otro peregrino.

    Así que sigo Al final del pueblo se encuentra la histórica zona de lavado, donde dos arroyos fluyen entre sí. ¡Prefiero lavarme hoy en Santiago!

    Al pasar, fotografié el letrero con el nombre del lugar Santiago de Compostela. No me detuve en absoluto. Ahora encuentro las vieiras en el suelo. El camino eternamente largo hacia la ciudad me parece corto. A las 19:50 llego al centro de Santiago después de unos 70 kilómetros. Agotado. Lleno de alegría.

    La catedral está actualmente cerrada. Un policía sensiblero ve que estoy llorando. Cree que la catedral se volverá a abrir mañana. Pero eso no es lo que provocó mis lágrimas. Simplemente no pude detenerla.

    No hay personas en las que normalmente tengas que esperar mucho tiempo para obtener el certificado de peregrinación. Como el último y único, vuelvo a salir después de dos minutos y tengo mi certificado en mis manos.

    Después de otros ocho kilómetros de caminar de un lado a otro por la ciudad, encontré un pequeño hotel. Habitación individual con ducha.

    Solo en la habitación: una sensación extraña

    Iré a la iglesia mañana. Y en los próximos días volveré a ver a muchos peregrinos que se han vuelto queridos en mi corazón. Algunos seguirán hasta Finisterra, el “fin del mundo”. Para mí, mi viaje ha terminado aquí. Me encontré a mi mismo.

    A última hora de la noche escribí estas líneas en mi folleto:

    Querido Dios, gracias por mi querida esposa, gracias por Selina y gracias por Stella. Y gracias por el Camino que me diste. Gracias por acompañarme y gracias por conocer a Ingrid, Jean-Louis y muchos otros maravillosos peregrinos con los que pude recorrer un pequeño camino en mi vida. ¡Por favor querido Dios ahora llévame a casa y ayúdame a que los caminos se vuelvan a cruzar con uno u otro! Je suis arrivée, sono arrivato, Llegué, lo terminé, ya llegué. ¡Consiguió para mí!