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Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

 

Camino de la Costa: VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 22: VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO
Tag 22: ca. 24 km, 450 Höhenmeter. Über Novellana, Santa Marina und Tablizo.

 

– Soto de Luiña (Cudillero) 285 – Novellana (Cudillero) 278 – Castañeras (Cudillero) 276 – Santa Marina (Cudillero) 274 – Ballota (Cudillero) 272 – Tablizo (Valdés) 270 – El Ribón (Valdés) 268 – Friera (Valdés) 265 – Cadavedo (Valdés) 264

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Küstenweg Landkarte Ausschnitt Soto de Luina

 

 

 

Am Jakosbweg von Soto de Luiña nach Cadavedo

Tag 22: ca. 24 km, 450 Höhenmeter. Über Novellana, Santa Marina und Tablizo.

Viel gibt es heute nicht zu vermelden. Kaum Schlaf, ausgekühlt, rein in nasse Socken und feuchte Schuhe. Ein paar trockene Kekse teile ich mir mit Jean-Louis, der heute ausnahmsweise auch keine Lust auf ein Frühstück verspürt. Auch er ist klamm und es fröstelt ihn. Wir möchten also so schnell wie möglich los marschieren, damit uns warm wird.

Der Jakobsweg verläuft heute 24 Kilometer auf der alten Nationalstraße N632. Gut, immerhin gibt es hier so gut wie gar keinen Verkehr und man hat als Fußgänger die Straße komplett für sich. Man kann ganz ungeniert mitten auf der Straße gehen. Doch der harte Belag ist nichts für die Füße!

Noch immer begleitet uns das hartnäckige Tief Eliane. 2010 ist das Jahr des Regens. Und seit heute weiß ich auch: Es ist das Heilige Jahr! Das Heilige Jahr „Xacobeo“ ist immer dann, wenn der Festtag des Hl. Jakobus am 25. Juli auf einen Sonntag fällt. Im Heiligen Jahr sollen den Pilgern nach kirchlicher Lesart alle Sünden erlassen werden, wenn sie in der Kathedrale von Santiago de Compostela aus an den Sakramenten teilnehmen und wenigstens die letzten Hundert Kilometer zu Fuß, oder die letzten 200 Kilometer mit dem Fahrrad gepilgert sind. In der Kathedrale darf man dann durch die sog. Gnadenpforte schreiten, die nur alle heiligen Jahre geöffnet wird.

Wie konnte ich von all dem nichts gewusst haben? Bei mir war es einfach der Zufall und die schnelle Entscheidung, die mich zum Küstenweg gebracht hat.

Das Heilige Jahr war reiner Zufall!

Es wäre zu erwarten gewesen, dass in diesem Jahr der Jakobsweg völlig überlaufen ist. Genau das ist aber nicht der Fall. Vielleicht haben sogar einige Pessimisten den Weg gerade 2010 deshalb nicht gemacht. Gut so. Es lebe der Optimist und noch besser: Es lebe der, der gar keine Ahnung hat und sich einfach auf ein Abenteuer einlässt.

Die Gedanken um das Heilige Jahr haben mir heute ein wenig Ablenkung gebracht. Zum Weg selbst gibt es kaum etwas zu vermerken. Er führt wegen Überschwemmung ausschließlich über die Landstraße.

Selbst hier sind etliche Stellen unterspült und durch Bänder der Policía abgesichert. Zahlreiche Schilder sind unterspült und liegen am Boden. Bäume sind entwurzelt und liegen auf der Straße. Gut, dass ich erst jetzt hier vorbeikomme, wo mir kein Baum mehr auf den Kopf fallen kann. Hoffe ich zumindest!

Teer über Teer. Die gute Nachricht: Noch nie in meinem Leben hatte ich so gute und so bequeme Schuhe. Obwohl sie nass sind, habe ich keine einzige Blase.

Ich denke viel an den gestrigen Regentag in dieser sagenhaften Landschaft.

Dieser Tag hat mir richtig gut getan.

Heute stoße ich auf mehrere kleine Pilgergruppen, die mir allesamt noch recht unerfahren vorkommen.

Die Herberge in Cadavedo ist stinkend, schimmelig, aber zumindest trocken. Jean-Louis hat in dem verschimmelten Zimmer seinen Galgenhumor wieder gefunden. Heute geht es ihm viel besser, als gestern. Wir diskutieren darüber, in welcher Weise sich die Pilzsporen im Zimmer verteilen würden und welcher Schlafplatz im Stockbett der bessere wäre. Jean-Louis meint sogar, dass es gefährlich sei, direkt unter den Schimmelsporen zu schlafen.

Ich ignoriere die schwarz-grüne Schimmeldecke und nehme wie immer die obere Etage. Zum Spaß nehme ich meinen dampfenden Schuh, den ich mir gerade ausgezogen habe und binde ihn an das Bettgestell. Zu Jean-Louis sage ich lachend: Da traut sich jetzt keine Pilzspore mehr hin!

Als nächstes reparieren wir die Klospülung mit einfachen Mitteln. Danach suchen wir nach so etwas wie einer Generalsicherung, damit wir Licht haben. Die Sicherung war dann auch schnell gefunden, aber zu unserem Erstaunen drin. Trotzdem ging kein Licht. Oh wie gut, dass ich Elektrotechnik studiert habe. Wenn auch bis zum heutigen Tag dieses Studium meiner Ansicht nach komplett umsonst war, so habe ich doch wenigstens jetzt die Chance, zu zeigen, was ich kann!

Mit dem Spiraldraht einer Wäscheklammer habe ich dann die Kontakte überbrückt und es hat großen Spaß gemacht, als es in dem Sicherungskasten mal so richtig gefunkt hat! Ausschalten konnte man jetzt allerdings nichts mehr und mit den Fingern hinlangen durfte nun auch keiner mehr! Aber die unkonventionelle Elektroinstallation hat sich unter den nachkommenden Pilgern dann recht schnell herumgesprochen.

 

Jakobsweg an der Küste: VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO, Foto 2

Der Jakobsweg führte mitten durch die Natur. Und dann stehst Du plötzlich hier!

 

Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

Jakobsweg an der Küste: VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO, Foto 2

Hier überquert der Jakobsweg mal kurz die Strasse bevor es idyllisch am Jakobsweg weiter geht

 

Jakobsweg an der Küste: VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO, Foto 3

Schuhe auslüften. Füße pflegen!

 

Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten)

  • Der Jakobsweg an der Küste von Soto de Luiña nach Cadavedo (Kapitel BURNOUT)
  • (Camino de la Costa)
  • Tag 22 am Küstenweg: ca. 24 km, 450 Höhenmeter. Über Novellana, Santa Marina und Tablizo. (Pilgern am Küstenweg)
  • Jakobsweg: Das Heilige Jahr war reiner Zufall! (Pilgern am Küstenweg)
  • Pilgern: Dieser Tag hat mir richtig gut getan. (Jakobswegbuch)
  • Pilgern: Geburtstag ganz im Stillen (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg)

Ein paar Fotos von der Jakobswegetappe Etappe 22: VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO:

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Kurzes Stück Jakobsweg an der Landstraße, Ende von Soto de Luina

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Geburtstagsessen für einen Pilger

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Pilgerherberge Donativo/ Spende minimum 3Euro

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Etwas Schimmel in der Pilgerherberge, aber zum Schlafen vollkommen o.k.

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Cadavedo sagt Hallo

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Rast auf der Leitplanke

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Wie klein ein Pilger doch ist, gegen dies Brückenbauwerk

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Asphalt ist das Schlimmste für einen Pilger

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Leider noch geschlossen, also kein Kaffee am Morgen

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Begonien vor einem mintfarbenen Haus

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Albuerne begrüßt seine Pilger

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Pferde am Weg (Camino de la Costa)

22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa)

Ab hier wird es wieder grün: 22 VON SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO (Camino de la Costa) und ein schöner Meilenstein

 

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA

 

Camino de la Costa: VON CADAVEDO NACH PIÑERA | Jakobsweg, Küstenweg

Jakobsweg an der Küste:VON CADAVEDO NACH PIÑERA, Foto 1

Jakobsweg an der Küste:VON CADAVEDO NACH PIÑERA, Foto 2

Jakobsweg an der Küste: VON CADAVEDO NACH PIÑERA, Foto 3

Jakobsweg an der Küste: VON CADAVEDO NACH PIÑERA, Foto 4

Etappe 23: VON CADAVEDO NACH PIÑERA
Tag 23: 33 km, ca. 850 Höhenmeter. Über Canero, Almuña und Luarca.

 

Cadavedo (Valdés) 264 – Villademoros (Valdés) 263 – San Cristóbal (Valdés) 262 – Querúas (Valdés) 260 – Canero (Valdés) 258 – Barcia (Valdés) 251 – Villar (Valdés) 250 – Luarca (Valdés) 248 – Villuir (Valdés) 245 – Otur/Outur (Valdés) 242 – Piñera (Navia) 235

Unser Buschtelefon funkt!

Leider hat auch diese Etappe wieder ein längeres Stück Küstenstraße parat. Jean-Louis geht mehrere hundert Meter hinter mir. Doch wir haben ja einen interessanten Weg der Kommunikation gefunden. Mit seinem Pilgerstab klopft Jean-Louis auf die Leitplanke.

Obwohl ich ihn oft gar nicht mehr sehen kann, kann ich die Klopfzeichen doch gut vernehmen. Ich muss wieder lachen über seinen Einfallsreichtum und gebe immer wieder Klopfzeichen zurück.

Die Leitplanke wird zu unserem Buschtelefon: Ja ich kann Dich hören!

Tick, tack tack tack“ höre ich gerade. Und ich antworte mit „Tick, tack tack tack – tick tick“. So wie: Botschaft bestätigt!

Und dann fängt Jean-Louis plötzlich damit an, den Takt von bekannten Liedern zu klopfen. Ich muss lachen. Ich bin fasziniert. Denn sobald er aufhört, klopfe ich den Rest des Taktes weiter.

Jean-Louis klopft gerade:

Daa di di dit, daa di di dit.“

Richtig! Es ist „Hier kommt die Braut”, aus Richard Wagners Lohengrin, die auch in keinem amerikanischen Spielfilm fehlen darf, wenn geheiratet wird. Ich antworte ihm mit einem Steinklopfen:

„daa di di di daa, daa di di dit“

Für eine Sekunde ist es nun still. Aber jetzt kommt ein ganz schneller Trommelwirbel „ding ding ding ding ding“, will heißen:

Antwort von der Leitplanke

Bravo, richtig geraten!

Und nun möchte ich mal probieren, ob es das auch auf Französisch gibt:

Di di di di daa daa,

di di di di daa,

di di di di daa,

und prompt kommt die Antwort per Leitplanke:

di di di di daa daa,

di di di di daa daa!

Mit meinem Stein hämmere nun ich lauten Beifall auf die Leitplanke. Von Jean-Louis ist weit und breit keine Spur zu sehen. Aber er hört mich!

Die französische Version von „Alle meine Entchen“ heißt übrigens „Tous mes petits canards“, wie ich dann später erfahre.

Gut, ein paar Lieder habe ich nicht erkannt, aber es ist schon erstaunlich, dass wir beide viele Lieder erkannt haben und den Rhythmus weiter klopfen konnten.

Wir haben nun auch herausgefunden, dass sich die Leitplanke im unteren Bereich anders anhört, als im oberen Bereich.

So vergeht die Zeit mit immer neuen Liedern im Kopf. Sogar unseren Gehrhythmus haben wir auf diese Art ganz intuitiv synchronisiert. Schon eine tolle Sache, auf was man beim Gehen alles kommt!

Auf schönem Terrain

Ein Höhepunkt ist für mich der Abstieg nach Luarca. Natürlich ohne Leitplanke, denn wir sind wieder zusammen und auf schönem Terrain. Das kleine Fischerdörfchen mit gut 5.000 Einwohnern zwängt sich wieder in eine enge Bucht, die wie fast immer gleichzeitig auch die Mündung eines romantischen Flüsschens ist. Dieses Mal heißt der Wasserlauf Rio Negro.

Auf alten Steinstufen geht es die letzten 50 Höhenmeter wieder spektakulär bergab durch malerische Gassen. Unten angekommen überquere ich auf einer kleinen Brücke den Rio Negro. Dieses Dörfchen würde wirklich zum Verweilen einladen. Die Temperaturen sind gerade angenehm, vielleicht so um die 18 Grad und kräftige Sonnenstrahlen verzaubern den kleinen Ortskern mit einem wunderbaren Licht in ein Idyll.

Trotzdem gehe ich weiter. Allerdings nicht ohne diese Atmosphäre in mich einzusaugen und jeden Schritt zu genießen!

Gleich geht es wieder bergauf, umgeben von herrlicher Landschaft. Unterwegs möchte ich wieder eine Kirche besuchen, die sich mir quasi in den Weg stellt. Leider ist sie verschlossen. Dennoch ist der schattige Vorplatz so schön, dass ich ein wenig bleibe. Aus dem Brunnen sprudelt frisches Wasser. Es steht Trinkwasser darauf.

Beim Weitergehen sehe ich in weiter Ferne den Ozean. Unzählige Luftschichten haben sich als feine Streifen in verschiedenen Blautönen übereinander gelegt. Weil der Ozean selbst ebenfalls die verschiedenen Streifen abbildet kann man nicht mehr unterscheiden, was noch Luft und was schon Wasser ist.

Heute kommt mir der Weg sehr lang vor. Er ist über weite Strecken recht flach und man kann ebenso weit nach vorne sehen. Doch das, was man sieht, das dauert! Erst kurz vor dem Ziel geht es wieder ein wenig in die leicht hügelige Landschaft. Es wird abwechslungsreicher, steiniger und unterhaltsamer. Wenn man im Alleingang überhaupt von Unterhaltung sprechen kann. Doch, kann man! Und die Zeit vergeht wieder viel schneller für mich, wenn es Kurven und „Geheimnisse“ gibt.

Einschreiben muss man sich für die Herberge von Piñera ein paar Kilometer zuvor in einem kleinen Laden. Hier werde ich auf eine Tasse Kaffee eingeladen und lerne ein sehr nettes deutsch-spanisches Ehepaar kennen.

Beide wohnten früher in Deutschland. Sie war Flugbegleiterin und sie ist immer noch jung geblieben. Ihren Ruhestand verbringen sie nun hier in Spanien, in seiner früheren Heimat. Sie geben mir ihre Telefonnummern, nur für den Fall, dass ich oder einer der anderen Pilger mal Hilfe benötige.

Dann geht es weiter zur Herberge. Auch Piñera ist eine außerordentlich schöne Herberge. Sie befindet sich in einem alten Schulgebäude. Noch einmal gehe ich ein paar Kilometer zurück, um mir frische Lebensmittel zu besorgen.

Jakobsweg an der Küste: VON CADAVEDO NACH PIÑERA, Foto 2

Am Jakobsweg kann man fliegen!

Befreit und übermütig am Jakobsweg. Wenn Dir Dein Gepäck nichts mehr ausmacht, kannst Du fliegen!

 

Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

Jakobsweg an der Küste: VON CADAVEDO NACH PIÑERA, Foto 2

Pilger mit schwerem Gepäck und traumhafter Aussicht

Pilgern heißt oft staunen. Hier vor großartiger Kulisse.

Jakobsweg an der Küste: VON CADAVEDO NACH PIÑERA, Foto 4

Dieser Pilger hast seinen Hund Romeo als Begleiter dabei. Natürlich schläft er dann später drauusen im Freien, hat aber ein tolles Plätzchen bekommen!

  • Am Küstenweg von Cadavedo nach Piñera (Camino del Norte und Camino de la Costa)
  • (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)
  • Jakobsweg Tag 23: 33 km, ca. 850 Höhenmeter. Über Canero, Almuña und Luarca. (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)
  • (Pilgerbuch über den Jakobsweg an der Küste)
  • Mariette – eine attraktive Frau! (Kapitel Jakobswege und Alternativen)
  • Pilger und Leitplanken: Unser Buschtelefon funkt! (Jakobswegbuch)
  • Antwort von der Leitplanke (Camino de la Costa)
  • Jakobswegauf schönem Terrain (Camino)
  • Meine Tochter weint (Camino del Norte und Camino de la Costa)
  • Jakobsweg: Das Gehen selbst ist die große Pause. (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg)

Dieses Kapitel kanst Du kostefrei lesen ->

Fotos von der Etappe Camino de la Costa: VON CADAVEDO NACH PIÑERA

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

23 VON CADAVEDO NACH PIÑERA (Camino de la Costa)

 

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

24 VON PIÑERA NACH TAPIA

Camino de la Costa: VON PIÑERA NACH TAPIA | Jakobsweg, Küstenweg

Jakobsweg an der Küste:VON PIÑERA NACH TAPIA, Foto 1
Jakobsweg an der Küste:VON PIÑERA NACH TAPIA, Foto 2
Jakobsweg an der Küste: VON PIÑERA NACH TAPIA, Foto 3
Jakobsweg an der Küste: VON PIÑERA NACH TAPIA, Foto 4

Etappe 24: VON PIÑERA NACH TAPIA
Tag 24: 24 km und wenige Höhenmeter (250 hm). Über Navia, Torce, La Caridad.

 

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Wäsche aufhängen, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Piñera (Navia) 235 – Navia 230 – Jarrio (Coaña) 228 – Cartavio (Coaña) 224 – La Caridad/A Caridá (El Franco) 220 – El Franco 215 – Porcia (El Franco) 214 – Tol (Castropol) 207 – Barres (Castropol) 202 – Figueras (Castropol) 200 – Ribadeo 199 – Vilela (Ribadeo) 191

Jakobsweg: Wertloses Zeug – weg damit!

Eine Zeitlang laufe ich nun wieder allein. Und jetzt probiere ich mal meinen MP3-Player aus, auf den ich mir einen Spanischkurs geladen habe. Doch jetzt nach 24 Tagen Stille ist das ein Ding des Unmöglichen. Es ist mir schlichtweg unmöglich, einen Rhythmus zu halten und in den Ohren spanisch zu hören. Obwohl ich zu Hause gerne mit Musik im Ohr joggen gehe, werde ich hier schon nach kurzer Zeit richtig aggressiv. Weg damit.

Und eine wertvolle Erfahrung reicher! Das braucht es nicht am Jakobsweg. Ich lerne die verschiedenen Sprachen auch so. Ich muss nur hinhören und mitreden. Letzteres fällt mir leicht. Ersteres eher schwer.

Die letzten Kilometer zur Herberge in Tapia sind überwältigend. Schon eine ganze Weile gehe ich auf einem kleinen Sträßchen am Meer entlang. Und ich muss es nochmal sagen: In eineinhalb Stunden bin ich hier keinem einzigen Auto begegnet. So etwas gibt es bei uns zu Hause nicht.

Die letzten Stunden hat sich die Sonne energisch durchgesetzt. Es ist sogar noch richtig heiß geworden. Die Landschaft ist flach, grün und friedlich. Ich kann in alle Richtungen weit sehen. Am meisten fasziniert mich aber wieder der unglaublich schöne Blick auf den dunkelblauen Atlantik. Er ist vielleicht 500 Meter entfernt, aber ich kann die salzige Luft riechen.

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Klippen und Meer, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

 

Wiesen und Klippen sind am Jakobsweg wieder meine Begleiter.

Und ganz da vorne, noch vor den Toren des Dorfs liegt sie: Die traumhafte Herberge! Ganz allein steht sie auf einer Klippe mitten im Grün und direkt am Abgrund. Gut 20 Meter über dem Meer. Die Bucht gehört nur ihr ganz allein. Es ist alles wie in einem Märchen.

Ich werde langsamer. Die letzten Meter bis zur Haustüre möchte ich noch genießen. Durchatmen. Ich bin gerührt vor lauter Dankbarkeit. Jeden Tag darf ich solche Traumstätten betreten und wenn sie es einmal nicht sind, dann mache ich mir eben eine daraus!

Aber dieses Häuschen direkt an den Klippen schlägt wieder einmal alles, was ich in meinem Leben gesehen habe. Kurz vor der Herberge begrüßt mich eine steinerne Jakobssäule, hinter der eine stachelige Aloe emporwächst. Dahinter ist eine Klippe, die von der Landseite her mit dichtem Grün bewachsen ist, um dann abrupt in den Ozean abzustürzen. Der Fels ist hier rötlich braun. Dort, wo der Fels in den Ozean mündet, säumt ein weißes Band mit Gischt den Übergang. Auch etwas dahinter ragen noch ein paar geschichtete Felsen aus dem Wasser.

Doch dann beherrscht nur noch die Physik den Horizont. Der erste Zentimeter, den ich als Meeresband ansehe, dürfte einen guten Kilometer betragen. Vielleicht auch zwei. Der nächste Zentimeter oberhalb könnte schon zwanzig Kilometer haben. Und das hellblaue Band am Horizont dürfte ziemlich weit weg sein. Später in der Herberge berechnen wir mit Stift und Zettel sowie einem Handy als Taschenrechner, dass man von hier oben aus etwa 152 Kilometer weit sehen kann, bevor die Erdkrümmung ein Objekt verschluckt. Mit anwesend ist ein deutscher Mathelehrer, der mit einem uralten Fahrrad als Pilger unterwegs ist.

Direkt hinter der Herberge ist ein kleiner Holzzaun, der die Steilflanke zum Meer hin absichert. Durchaus berechtigt. Aber eben auch durchlässig und daher eher eine psychologische als eine physikalische Grenze.

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Agave und Meilenstein für den Jakobsweg in Tapia, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Küstenweg: Es riecht nach Seetang

Gut zehn Meter weiter führen ein paar steile Steinstufen die Klippen hinunter. Es ist gerade Ebbe. Die kleine menschenleere Bucht ist kieselig und riecht nach Seetang. Ich bin völlig allein hier und wate im seichten Wasser herum. Traumhaft. Dann lege ich mich auf einen flachen Felsen, ziehe mein T-Shirt aus und döse langsam ein. Ich träume schon wieder von einer Seefahrt. Irgendwie scheint es mich in meinem Unterbewusstsein magisch raus zu ziehen.

Im Halbschlaf höre ich dann ein paar fröhliche Stimmen. Es sind Bernhard, Mariette und Corinna.

Am Nachmittag sitzen wir alle gemeinsam in den letzten Sonnenstrahlen vor der Herberge am Boden und zaubern eine gemeinsame Brotzeit.

Jeder hat für sich ein wenig im Dörfchen eingekauft und heute wird geteilt. Mariette und Corinna haben richtig gutes Schwarzbrot gefunden. Und Bernhard, der Österreicher aus Salzburg, steuert Rotwein bei. Unser Mathe-Fahrradpilger aus San Esteban gesellt sich mit Obst und Tomaten dazu. Er ist den letzten Tagen mit dem Fahrrad nicht weiter gekommen als wir zu Fuß. Das konnte er kaum glauben und doch war es so.

Brote im Freien. Dazu Essiggurken, Zwiebeln, frischen Salat. Unter uns braust der Atlantik, der sich gerade einmal von seiner versöhnlichen Seite zeigt. Meine Zutaten zum Abendmahl sind Weißbrot, Thunfisch und drei große dunkelrote Pfirsiche. Und auch ich habe eine große Flasche Rotwein dabei. Dazu ein paar Kekse und Joghurt. Den tausche ich ein gegen einen spanischen Caramello-Pudding.

Auf der anderen Ortsseite von Tapia gibt es, so habe ich es beim Einkaufen gesehen, ein paar edle Ferienvillen für die Schönen und Reichen. Wer weiß, was so etwas kostet. Wir hingegen haben eine ganze (!) Bucht. Nur für uns. Und eine Herberge, die an keinem schöneren Platz der Welt hätte stehen können.

 

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Mein Gemälde von der Pilgerherberge in Tapia

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Mein Gemälde vom Jakobsweg an der Küste

Unser Abendessen reicht bis zum Sonnenuntergang.

Und dann sind plötzlich auch alle frisch gewaschenen Kleidungsstücke weg!

War eigentlich klar. Wir haben alle unsere Sachen gewaschen und ohne Befestigung über den Holzzaun gehängt. Der Wind hat dann sein Übriges getan und nun haben wir Flut!

Das meiste konnten wir retten. Ein paar Handtücher und das verwaschene Bob Marley T-Shirt von Bernhard schwimmen nun in den unendlichen Weiten des Atlantiks herum.

Bernhard nimmt es locker. Schließlich hat er sogar eine ewig schwere Lederjacke bis hierher mitgeschleppt. Nur für den Fall, dass er irgendwo in eine Disco gehen möchte. Jetzt lacht er darüber! Er lässt mich seinen Rucksack in die Hand nehmen und ich denke, er ist doppelt so schwer wie meiner.

Bernhard meint, er werde dem Nächstbesten am Weg seine Lederjacke schenken, wenn im Gegenzug ein kühles Bier drin ist.

Leider ist in der Herberge der Toaster in Schall und Rauch aufgegangen und es stinkt nun ein wenig nach Rauch und Plastik. Dennoch: Ein herrlicher Ort zum Einschlafen mit Wellenrauschen im Hintergrund.

 

Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

Die Pilgerherbegerge steht direkt auf einer Klippe mit eigenem Strand.

Jakobsweg an der Küste / Selbstfindung
direkt vom Autor, signiert, EUR 19,90

Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten)

  • Jakobsweg an der Küste von Piñera nach Tapia (Pilgern am Küstenweg)
  • Tag 24: 24 km und wenige Höhenmeter (250 hm). Über Navia, Torce, La Caridad. (Camino)
  • Jakosbweg: Eine spirituelle Dimension (Aus dem Buch BURNOUT Jakobsweg von Christian Seebauer)
  • Einsicht als Pilger: Im richtigen Leben ist es zu engstirnig! (Kapitel Jakobsweg an der Küste)
  • Bitte halte mich nicht für verrückt! Warum? (Warum man pilgert)
  • Vor was hast du Angst? (Kapitel BURNOUT)
  • Selbstmitleid ist die Verlängerung vergangenen Leids! (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
  • Jakobsweg: Wertloses Zeug – weg damit! (Warum man pilgert)
  • Wiesen und Klippen am Küstenweg sind wieder meine Begleiter. (Camino de la Costa)
  • Camino de la Costa: Es riecht nach Seetang (Kapitel aus dem Jakobswegbuch zum Burnout/ Küstenweg)
  • Unser Abendessen reicht bis zum Sonnenuntergang. (Kapitel Küstenweg / Jakobsweg)

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Fotos von der Jakobsweg-Etappe 24: VON PIÑERA NACH TAPIA

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Ölgemälde vom Jakobsweg an der Küste

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Ölgemälde von der Pilgerherberge in Tapia

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Camino de Santiago und Pilger an der Schnellstraße, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Camino de Santiago an der Schnellstraße, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Atlantik in Spanien, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Klippen und Meer, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Wunderbare Farben in der Abendsonne, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Sunset-Stimmung. 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Playa de Represes24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Bucht am Atlantik, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Wäsche aufhängen, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Bernhard mit Bob Marley TShirt beim Pilgern, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Pilger in de letzten Abendsonne vor der Pilgerherberge 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Mutter und Tochter am Jakobsweg, Wäschetrocknen 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Pilgerherberge von Tapia 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Impressionen in der Bucht der Pilgerherberge, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Sturm und Wellen peitschen 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Pilger in der Bucht von Tapie (ganz klein im Hintergrund) 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Ebbe und Atlantik, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Strand von Tapia, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Garten vor der Pilgerherberge in Tapia, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Küste bei Ebbe 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Christian Seebauer 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Treppe zum Atlantik, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Agave und Meilenstein für den Jakobsweg in Tapia, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Pilgerherberge Tapia, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Küstenlandschaft bei Tapia 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Küstenlandschaft 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Küstenlandschaft 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Schweres Gepäck am Jakobsweg, 24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Initialen CS – Camino de Santiago auf rotem Kreuz

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Christian Seebauer am Jakobsweg neben einem Kreuz mit den Initialen CS – Camino de Santiago oder auch der eigene Name

24: VON PIÑERA NACH TAPIA (Camino de la Costa)

Extrem: Pilger am Jakobsweg direkt neben knapp vorbeifahrenden LKWs – hier ein Holztransporter quasi am Jakobsweg

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

25 NACH GALICIEN (RIBADEO)

Camino de la Costa: NACH GALICIEN (RIBADEO) | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 25: NACH GALICIEN (RIBADEO)
Tag 25: Nur 21 km, flach (250 Höhenmeter).

 

Piñera (Navia) 235 – Navia 230 – Jarrio (Coaña) 228 – Cartavio (Coaña) 224 – La Caridad/A Caridá (El Franco) 220 – El Franco 215 – Porcia (El Franco) 214 – Tol (Castropol) 207 – Barres (Castropol) 202 – Figueras (Castropol) 200 – Ribadeo 199 – Vilela (Ribadeo) 191

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Landkarte Camino de la Costa, Ausschnitt Ribadeo

 

 

 

 

 

 

Küstenweg nach Ribadeo (Galicien)

Tag 25 am Küstenweg: Nur 21 km, flach (250 Höhenmeter)

Von den Pilgern höre ich immer Ribadeo mit „b“. Wenn man aber Habana als Havanna ausspricht, dann müsste man Ribadeo als Rivadeo aussprechen. Riva – die Küste. Leider auch die letzte Küste. Denn dann geht es am Camino del Norte durch das Landesinnere.

Mit etwas Wehmut breche ich heute Morgen mit JL auf. Ein fantastischer Sonnenaufgang zaubert uns ein Meer mit unglaublichen Farben. Der Ozean ist genauso orangerot wie der Himmel. Und das alles soll morgen zu Ende gehen? Ribadeo ist die letzte Stadt an der Küste. Danach geht es durch die Berge, weg vom Meer. Als wenn der Ozean mein Freund geworden wäre, sehe ich dauernd hinaus. Ich muss aufpassen, dass ich nicht stolpere. Alles ein letztes Mal genießen! Ist es wirklich schon so weit, dass ich mich von der geliebten Küste trennen muss?

Jakobsweg: In der Ruhe liegt die Kraft

Haha, ein Spruch, den ich für mich nun wahrhaftig nicht in Anspruch nehmen kann. Hundert Meter vor Jean-Louis und mir läuft ein altes Mütterchen am Stock. Im Zeitlupentempo bewegt sie sich fort. Wie ein ICE haben wir sie überholt, natürlich nicht ohne ein höfliches Hola.

Dann zweigt der Jakobsweg scharf rechts ab. Wieder hin zur Küste, von der wir uns in der letzten Stunde ein wenig entfernt haben. Schnurgerade, einsam und wunderschön. Nach einem guten Kilometer macht die Strecke dann eine Neunzig-Grad-Kehre nach links. Nun laufen wir ein längeres Stück parallel zur Küste.

Als jetzt der Weg eine weitere Neunzig-Grad-Kehre nach links macht, ahne ich Dummes. Nach einer guten halben Stunde sind wir plötzlich genau wieder hinter dem alten Mütterchen. Und nun sagt sie ganz laut und vernehmbar „Hola“. Die kleine Schadenfreude stand ihr ins Gesicht geschrieben und ich vergönne sie ihr. Wir müssen ebenfalls lachen. Hätte wir nur den deutschen Reiseführer gelesen. Er hat ganz präzise vor dieser sinnlosen Schleife gewarnt. Aber so sinnlos war sie gar nicht. Heute genieße ich noch einmal den Anblick des Meeres. Und sei es, auf merkwürdigen Umwegen!

Deshalb sagen wir auch für kurze Zeit dem Jakobsweg ade. Wir möchten beide den Umweg über den Küstenpfad GR E9 machen.

Jakobsweg an der Küste: Noch ein letztes Mal zurück ans Meer.

Noch einmal die Wellen sehen. Ein letztes Mal die Gischt spüren! Auch heute ist es mit 14 Grad recht kühl, aber sehr gut zum Laufen. Und all das im Juli.

Beide sind wir fasziniert vom Playa de la Paloma. Ein Traumstrand. An dessen Ende geht es leicht nach oben, wo wir schon um halb zehn eine kleine Bar erreichen. Wieder menschenleer.

Und heute bestellen Jean-Louis und ich uns ein kleines Bier. Der Besitzer hinter der Theke ist etwa in meinem Alter. Er möchte ein wenig erfahren über den Küstenweg. Auch er träumt davon, ihn eines Tages zu gehen. Er möchte unbedingt meinen Rucksack satteln und ausprobieren, wie man sich damit so fühlt.

Als er dann aber den großen Rucksack von Jean-Louis hebt, muss er schallend loslachen. Es hätte ihn glatt umgehauen. Wie immer ist diese kleine Bar im deutschen Reiseführer exakt aufgelistet. Im französischen Pendant nicht. Ich kann mir nicht verkneifen, anzumerken, dass für einen Deutschen das Bier einfach „lebensnotwendig“ sei und daher in einem Reiseführer diese wertvolle Information nicht fehlen darf. Hier ist mein kleiner Outdoor-Führer wirklich unschlagbar. Wir haben viel Spaß und der Besitzer lädt uns auf unser Bier von Herzen gerne ein.

Die relativ flachen 20 Kilometer erscheinen mir heute wie ein Spaziergang. Ich hänge total am Meer. Das hier wird mir abgehen. Sehr sogar.

Unterwegs im Schutt neben einem kleinen Bachlauf sehen wir dann „endlich“ den extrem giftigen gefleckten Schierling, den Conium maculatum. Jean-Louis hat mittlerweile schon so viel von mir gehört, dass er vor lauter Schreck gleich einen Satz vorwärts springt. So als wenn die Pflanze ihm mit einer Giftspritze hinterher laufen würde. Und weil Jean-Louis so erschrickt, reiße ich eine (völlig ungiftige Schafgarbe aus) und renne ihm mit Schafgarbe in der Hand nach.

Mehr Spaß hätte ich nicht haben können.

Die Vergeltung kommt natürlich prompt. Ribadeo, die erste Stadt in Galicien, erreicht man als Pilger über die 612 Meter lange Brücke Ponte dos Santos. Diese überspannt in Schwindel erregender Höhe die Flussmündung des Eo.

Jean-Louis weiß nur zu gut, dass ich im Gegensatz zu ihm nicht schwindelfrei bin. Er ist Gleitschirmflieger. Aber ich habe jetzt richtig Angst.

Ein schmaler Fußgängersteg führt da hinüber. Keinen Meter breit. Zur Autobahn hin abgetrennt durch einen gut zwei Meter hohen Zaun. Zu meiner Rechten hin, dort wo es schier unendlich nach unten geht, ist das Geländer nicht einmal auf Hüfthöhe. Und besonders vertrauensvoll ist es auch nicht angeschraubt.

Klar, da drüben ist das Ziel unserer heutigen Etappe: Ribadeo. Und ebenso klar: Die Autofahrer müssen sich den jähen Abgrund nicht ansehen. Auch sind sie in wenigen Sekunden da durch. Mein Herz beginnt zu rasen. Das Schlimme an der Situation ist, dass mit jedem Auto und erst recht mit jedem Lastwagen der Boden unter meinen Füßen zu wackeln beginnt.

Jean-Louis scheint seine Schadenfreude wahrlich zu genießen. Ausgerechnet jetzt beginnt er damit, laut sein Pilgerlied zu singen. Und mir schlottern die Knie. Die Überquerung der Brücke kostet mich allen Mut. Eine Sensation ist sie dort in dieser einzigartigen Lage trotzdem.

Wie bei einer Ballonfahrt ist links von mir der Hafen von Ribadeo. Rechts sind die Flussmündung und der Übergang in das Mar Cantabrico. Die Brücke selbst spannt sich von Klippe zu Klippe. Die Ufer sind unverbaut.

Eine irre Aussicht, die sich da auftut.

Bei mir allerdings nur in den Knien und mit festgekrallten Händen.

Ebenso spektakulär wie die Brücke selbst, ist auch die Herberge. Sie befindet sich direkt am Ende der Brücke. Scharf rechts. Das kleine Häuschen liegt etwa 100 Meter neben der Brücke. Oder besser gesagt, fast unter der Brücke und 20 Meter hoch über dem Eo. Von unten gesehen, spannt sich die Ponte dos Santos nun über fast über unsere Köpfe hinweg. Die unzähligen roten Stahlträger erinnern mich an die Golden Gate Bridge in San Francisco, obgleich die Ponte dos Santos komplett freitragend ist.

Nie im Leben werde ich mir je Hotels leisten können, die wie hier am Jakobsweg stets an den spektakulärsten Plätzen stehen. Aber hier ist ja auch kein Hotel.

Die Eintrittskarte für diese exklusive Lage ist mein Pilgerausweis.

Ein sympathischer Stadtmitarbeiter im roten T-Shirt kümmert sich schon bei der Ankunft liebevoll und perfekt um die Herberge. Alles ist tipptopp. Jeder Pilger wird persönlich mit Handschlag und Umarmung empfangen.

Und zwei neugierige Touristen werden ebenso freundlich abgewiesen. Auf Spanisch mit dem witzigen Kommentar „Heute nur für Stammgäste“. Gerade fühlen wir uns als VIP’s. Die anderen Brückengaffer schießen zwar Fotos von der Herberge und uns. Doch leider, leider haben sie zu unserer Traumresidenz keinen Zutritt.

Dabei hätte ich ihnen allen so gerne meinen Schlafplatz gezeigt. Direkt am Fenster, mit Blick hoch auf die Brücke, hinunter zum Eo, den Ozean und die gegenüberliegende Küste Asturiens.

Sogar eine eigene bestens ausgestattete Küche ist in der Herberge. So gibt es heute frischen Salat, Fisch und Nudeln, die ich für sechs Pilger frisch zubereite.

 

 

Selbstfindung. Auch für Nicht-Pilger geeignet!

Jakobsweg an der Kueste, Camino de la Costa, das Buch

Die Urvariante des Jakobsweges
– der Küstenweg – ist noch nahezu unbekannt. Dafür unvergleichlich schön!

Nach einem Burnout beginnt für den Autor im idyllischen Hafenstädchen Irun das Abenteuer seines Lebens. Die Reise zu sich selbst!

Es ist eine Reise auf schmalem Grat. 923 km liegen nun vor ihm.
Unberührte Natur und die traumhafte Atlantikküste werden über lange Strecken zum festen Begleiter.
Auf der Suche nach innerer Ruhe, Gelassenheit und dem eigenen „Ich“ entflieht der Autor in eine Welt, die ihn erdet. Und er findet Antworten.

Lange, bevor der berühmte Camino Francés im Landesinneren zum ersten Mal beschritten wurde, pilgerten die ersten „Suchenden“ hier am Atlantik entlang. Und sie wurden wahrlich nicht enttäuscht.

 

ISBN-13: 979-8618384704
Seit 2020 Independently published
BURNOUT: Eine Wanderung auf schmalem Grat
Jakobsweg an der Küste

303 Seiten unbebildert

Jakobsweg an der Küste: NACH GALICIEN (RIBADEO), Foto 2

Jakobsweg: Auf dieser Brücke gelangen Pilger nach Galicien

Fotos von der Jakobsweg-Etappe 25: NACH GALICIEN (RIBADEO)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Im Dunklen losegehen, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Jakobswegmuschel fotografieren. GR E9 Vegadeo

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Brücke nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Brücke nach 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Vor der Pilgerherberge Ribadeo

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Vor der Pilgerherberge Ribadeo

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Vor der Pilgerherberge Ribadeo 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Christian vor der Pilgerherberge Ribadeo

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Pilgerherberge Ribadeo

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Pilgerherberge Ribadeo

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Pilgerherberge Ribadeo 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Betten in der Herberge, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Herbergsvater und Christian, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Kochen in der Pilgerherberge, , Spaghetti 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Kochen in der Pilgerherberge,

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Kochen in der Pilgerherberge,

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Kochen in der Pilgerherberge, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Christian in Galicien, 5 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Comunidade de Galicia, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Pilgerherberge in Ribadeo, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Über die Brücke nach Ribadeo, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Über die Brücke nach Ribadeo, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Über die Brücke nach Ribadeo, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Trübes Wetter, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Christian pilgert am Atlantik, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Christian pilgert am Atlantik, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Letzte Bucht am Atlantik, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Landkarte Camino de la Costa, Ausschnitt Ribadeo

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Ausblick auf die letzte Bucht! 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Freiheit pur! Immer dem Horizont entgegen! 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

An dem Haus mit den Blumen geht es weiter! 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Wohin nun? 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Straßenverengung eingemauert!

25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Pilger Christian und Jean Louis, 25 Jakobsweg nach RIBADEO (Camino de la Costa)

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

26 RIBADEO – VILLANOVA DE LOURENZÁ

 

Camino de la Costa: RIBADEO – VILLANOVA DE LOURENZÁ | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 26: RIBADEO – VILLANOVA DE LOURENZÁ
Tag 26: Von Ribadeo nach Villanova de Lourenzá, ca. 28 km und ca. 600 Höhenmeter

Ribadeo 199 – Vilela (Ribadeo) 191 – San Martín Pequeño (Barreiros) 182 – San Martín Grande (Barreiros) 180 – Gondán (Barreiros) 177 – Lourenzá 169

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

Landkarte Camino de la Costa, Ausschnitt Ribadeo

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Camino del Norte – Unterwegs am Nordweg

Jakobsweg Tag 26: Von Ribadeo nach Villanova de Lourenzá, ca. 28 km und ca. 600 Höhenmeter

Noch vor Sonnenaufgang geht es heute los. Allerdings hätten wir die Sonne auch nicht gesehen, falls sie aufgegangen wäre. Es regnet in Strömen. Die Lichter der Brücke tauchen die Landschaft, die nun völlig im Nebel und Regen liegt in ein gespenstisches orange-violettes Licht.

Ribadeo schläft noch. Und das Meer ist nicht mehr zu sehen. Es ist einfach weg. Ohne eine letzte Verabschiedung verhüllt es sich in dichten Schwaden. Ab heute wird es bis nach Santiago de Compostela bergauf gehen. Von Meereshöhe auf 260 Meter über dem Meeresspiegel. Die Berge, die wir dabei durchqueren werden sind aber höher. Viel höher. Wir werden die nächsten Tage ständig zwischen 550 Höhenmeter und knapp Null unterwegs sein.

Nach den letzten Ausläufern von Ribadeo verschwinden wir in nebligen Feldern und Wäldern. Das starke Gewitter, welches gerade tobt, jagt mir Angst ein. Zwischen Blitz und Donner liegt oft keine Sekunde. Will heißen: 300 Meter links und rechts von uns schlägt es ein. Sehr ungut. Nach acht Kilometern, mitten im Wald, will sich Jean-Louis unter seinem Poncho eine andere Hose anziehen. Natürlich verliert er bei diesem recht unbeholfenen Akt sein Gleichgewicht. Es war auch vorhersehbar, bei den Verrenkungen, die er gerade machte. Nass, alles nass.

Ein paar Pilger laufen an uns vorbei, lachen über Jean-Louis und verschwinden ebenso schnell wieder in der Regenwand. Sie hatten das Ziel, Unterschlupf in einer Bar in Vilela zu suchen.

Hätten wir gewusst, dass diese Bar nur noch 500 Meter entfernt lag, hätte sich Jean-Louis das Prozedere sparen können. Ab ins Trockene. In der Bar ist gerade Stromausfall. Es gibt aber noch lauwarmen Kaffee und ein paar frische Hörnchen dazu.

Mariette und Corinna sind plötzlich auch hier. Ein Bild für Götter, eingewickelt in die durchsichtigen Plastikponchos. Innen genauso nass wie außen. Nach einer Stunde des Wartens, beginnen Jean-Louis und ich zu frieren, weil wir durchnässt sind. Ich packe meine Sandalen aus. Zeitgleich meint Jean-Louis „vamos!“ Mittlerweile haben sich in der Bar auch mehrere Fahrradpilger eingefunden. Jean-Louis und ich bezahlen, und sprinten mit einem kindischen „Juhuuuuu“ in das Regenspektakel.

Die anderen haben uns für verrückt erklärt. Aber so verrückt war das nicht. Es wird uns schnell wieder warm und wir haben riesigen Spaß. Wie oft im Leben hat man schon die Möglichkeit, Blödsinn zu machen? Mit Sandalen kann ich einfach in jede Pfütze reintreten. Und Jean-Louis macht es mir heute gleich.

Das fördert die Stimmung. Mitten im Regen laufen wir jetzt neben einer spanischen Schulklasse her. Der Lehrer hat sie für den Jakobsweg begeistert, der heute für sie in Ribadeo begann. Für Neustarter ein Horrorszenario!

Während die jungen Leute schon am Start des Weges am Ende ihrer mentalen Kräfte sind, haben Jean-Louis und ich allerbeste Laune. Die einen rauchen, die anderen haben tropfnasse Kopfhörer mit Musik im Ohr. Die ersten humpeln bereits. Die Rucksäcke der Jugendlichen sind durchwegs alle viel zu schwer. Und die Schuhe drücken sie schon auf den ersten Kilometern. Und alle laufen sie viel zu hastig.

Jakobsweg: Dieses Tempo werden sie nie durchhalten können!

Möchtest Du dieses Kapitel völlig kostenfrei zu Ende lesen, ohne das Jakobsweg von mir zu Kaufen? Gerne!

Meine Philosophie ist es, auch etwas geben zu dürfen. Du darfst gerne hier weiterlesen ->

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Brotzeit am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

 

Fotos von der Jakobsweg-Etappe 26: RIBADEO – VILLANOVA DE LOURENZÁ

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Im Dunklen losegehen, 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Mit dem Radgespann unterwegs als Pilger

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Mit dem Radgespann unterwegs als Pilger

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pigerinnen Essen am Camino Norte Albergue de Peregrinos Volanova, Concello de Lourenzá

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Camino Norte Albergue de Peregrinos Volanova, Concello de Lourenzá

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Camino Norte Albergue de Peregrinos Volanova, Concello de Lourenzá

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Camino Norte Albergue de Peregrinos Volanova, Concello de Lourenzá

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Camino Norte Albergue de Peregrinos Volanova, Concello de Lourenzá

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Schild Camino Norte

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Kirche 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Regen und Wolken 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Immer hinterher, 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Brotzeit am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Brotzeit am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Kühe im Nebel, Jakobsweg

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Nebel am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Nebel am Jakobsweg

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Nebel am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Starkregen am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Starkregen am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Starkregen am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Starkregen am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Starkregen am Jakobsweg

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Gewitter am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Gewitter am Jakobsweg

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Gewitter am Jakobsweg

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Gewitter am Jakobsweg 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Gewitter am Jakobsweg

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilgerinnen mit Regenmantel

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Pilger im Regen 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Nass, kalt, ausgepowert 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Regenwetter, Jakobsmuschel, 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Regenwetter 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Nass, kalt, ausgepowert 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Nass, kalt, ausgepowert 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Morgenstunde 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Im Regen pilgern, 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

Im Regen pilgern, 26 RIBADEO nach VILLANOVA DE LOURENZÁ (Camino de la Costa)

 

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN

 

Camino de la Costa: ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 27: ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN
Tag 27: 34 km, ca. 1.200 Höhenmeter. Über Mondoñedo und durch verlassene Dörfer.

Lourenzá 169 – Arroxo (Fonsagrada) 166 – Mondoñedo 160 – Gontán (Abadín) 145 – Abadín 144

Jakobsweg: Über die Berge nach Gontán

Camino del Norte Tag 27: 34 km, ca. 1.200 Höhenmeter. Über Mondoñedo und durch verlassene Dörfer.

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Christian auf der Etappe 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Pilger auf der Etappe 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Die heutige Strecke ist eine gute Bergtour, die sich über 34 Kilometer (inkl. Umwegen wegen weg geschwemmtem Weg) erstreckt. Dabei ist die herrliche Landschaft so abwechslungsreich, dass ich die Höhenmeter nicht als Schufterei empfinde und nun geht es auch langsam aber sicher Santiago entgegen!

Gleich nach der Herberge empfängt mich ein Schild mit „Camino del Norte“. Und gleich geht es bergauf. Im leichten Nebel erleben Jean-Louis und ich einen sagenhaften Sonnenaufgang, der die ganze Landschaft in ein gelbliches Licht taucht. Die kühle Luft tut bergauf gut.

Zwei Stunden später hören wir dann unsere Schüler. Sie sind also noch da. Und sie haben dazu gelernt. Denn heute sind sie bereits deutlich leiser. Keiner mehr mit MP3-Player. In der wärmenden Morgensonne kommen wir durch verträumte Dörfer auf Waldpfaden.

Die Kulisse des Städtchens Mondoñedo, das nun vor uns liegt, ist atemberaubend schön. Ich stehe hier noch auf einem kleinen Bergrücken. Dann geht es etwa zwei Kilometer bergab und wieder etwas bergauf nach Mondoñedo. Das frühe Morgenlicht ist immer noch leicht orange und das Städtchen vor mir sieht toll aus.

Ein kleines schickes Städtchen, noch durch und durch verschlafen mit einer riesigen Kathedrale. Romanisch-Gotisch. Mit einer „neuen“ barocken Fassade. Hier will ich ein wenig verweilen. Gegenüber der Kathedrale nehmen Jean-Louis und ich einen Kaffe, denn heute früh ging es ohne sein geliebtes „petit déjeuner“ los. Auf der Toilette habe ich meine Wasservorräte aufgetankt, denn es geht jetzt gleich richtig bergauf.

Vor uns liegen nun 545 Höhenmeter „Landstraßen“- Pass. Landschaftlich außergewöhnlich schön. Und mit Landstraße sind lediglich die Überreste eines alten, kurvigen Sträßleins gemeint, auf der praktisch kein einziges Auto mehr fährt. Schon bald tauchen Jean-Louis und ich wieder in ein Almklima ein. Kühles Bergauf, aber doch gut machbar. Nur Wasser muss man auf dieser Etappe unbedingt dabei haben, denn es kommt hier die nächsten 16 Kilometer keine einzige Trinkmöglichkeit mehr. Dass muss man wirklich beachten.

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Pilgern im ersten Morgenlicht 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Tolle Kulisse auf der Jakobswegetappe 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Alles hier herauf scheint wie ausgestorben zu sein.

Was wir jetzt sehen, ist romantisch. Nur mit den wenigen Einwohnern sprechen, das darf man nicht. Doch wir tun es. Und wir brechen damit ein Tabu: Das Gespräch über die verlassenen Dörfer. Hier, zwischen Mondoñedo und Lousada liegt eine der schönsten Landschaften, die man sich nur vorstellen kann. Doch alles ist Gott verlassen hier. Uralte Steindörfchen mit sagenhaften Häuschen sind verwaist. Warum nur?

Nach unserem Gespräch könnte man mutmaßen, dass diese idyllischen Immobilien von raffgierigen EU-Politikern und deren Mitwissern aufgekauft worden „sein könnten“. Natürlich nachdem die Einheimischen vertrieben worden waren. Wenn es sich denn so abgespielt hat. Man darf unterstellen, dass die Preise der leeren Dörfer und Häuser dann bei Null lagen. Und es darf unterstellt werden, dass mitwissende Lokalpolitiker das Verlassen dieser Orte aktiv mitbetrieben haben könnten. Man hört ja nur so.

Und es könnte so sein, dass die nicht freiwillig aufgegebenen Juwel-Grundstücke billigst von den Akteuren und deren Strohmänner selbst aufgekauft worden sein könnten. Rein zufällig soll dann just in dem Moment, wo der Besitz in fremde Hände gefallen war, oberhalb in den Bergen mit EU-Mitteln der Autobahnbau begonnen haben. Was für ein Zufall! Gerade weit genug weg, dass er nicht stört. Aber doch nahe genug, dass die Grundstücke nun schlagartig ein Vermögen wert sind.

Doch damit nicht genug. Die EU könnte sogar noch weiter gegangen sein, so groß waren offensichtlich die Interessen. Jetzt, wo fremde Eigentümer die Grundstücke besitzen, soll es nun äußerst spendable Förderprogramme zur „Restauration der alten Steinhäuser geben“, die ja den Besitzer gewechselt haben.

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Autobahnmauer mit Jakobsmuschel aus Beton 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Camino de Santiago Wegweiser über eine Baustelle 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Gier frisst Hirn – auch in der Politik!

In Kurzform wurde womöglich die Landbevölkerung für dumm erklärt und vertrieben. Sodann hätten die Grundstücke für wenig Geld Ihre Eigentümer gewechselt. Und jetzt kommt der Geldsegen.

Pervers. So könnte also Geldvermehrung in der EU funktionieren. Natürlich unter neuen Landbesitzern.

Glaubt man den Gesprächen. Dieses Thema wäre ebenfalls ein eigenes Buch und eine Doktorarbeit wert (kein Plagiat). Hier könnte man endlos recherchieren. Und man würde fündig werden. Garantiert. Sicher nicht ganz gefahrlos. Die Namen, die nun in den Grundbuchämtern stehen, wären äußerst interessant. Ebenso wie die Kaufpreise und die Hintergründe des Immobilienerwerbs. Und natürlich die Rolle der EU.

Aber das war nur einmal so nebenbei reflektiert. Ich befinde mich ja gerade auf dem Jakobsweg. Warum aber zehn Kilometer weiter selbst die Abflussrinnen des neuen Wegs auf edelste Art und Weise gerade vor unseren Augen in edelstem Naturstein handgefliest werden, bleibt ein Rätsel. Die Arbeiter haben wir mit eigenen Augen gesehen, sie verstehen allerdings weder englisch, noch spanisch, noch französisch, italienisch oder sonst was. Und warum die Betonteile der Schallschutzanlagen eigens mit dem Relief riesiger Jakobsmuscheln gegossen wurden? Für diesen krassen Zynismus fällt uns ebenfalls nichts ein. Eine pompöse Edelautobahn im kitschigen Jakobslook. Finanziert: Von uns?

Die neue E70 führt 686 Kilometer durch Spanien. Seit hunderten Kilometern konnten wir immer wieder mit eigenen Augen sehen, wie feudal und verschwenderisch hier gebaut wird. Die teuersten und modernsten Tunnel. Und die prahlerischsten und bombastischsten Brückenkonstruktionen, die ich je gesehen habe.

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Peligro, Sprenungsarbeiten 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

In die Landschaft gesprengt!

Eine Trasse, die protzig strotzend durch ein ganzes Land gesprengt wird, als koste es nichts. Hier in Deutschland können wir uns nicht einmal mehr das Ausbessern von Schlaglöchern leisten. Doch hier neben unseren Füßen bekommen wir dann doch einen sehr intensiven Eindruck, wohin unsere Gelder verschwinden. Und immer wieder führen uns prahlerische Subventionsschilder vor Augen, welche Summen hier und da von der EU ausgegeben wurden. Haarsträubend!

Wie gesagt, das ist alles eben nur eine persönliche Meinung. Jean-Louis sieht es aber ganz genauso.

Auch ganz ohne jede Subventionen erreichen wir dann Abadín auf 514 Metern über Null. Heute ist übrigens auch der erste Tag, an dem es nicht ein einziges Mal geregnet hat. Nachdem wir uns Santiago de Compostela schon bis auf etwa 150 Kilometer genähert haben, werden die Pilger ein wenig häufiger. Viele sind in Ribadeo gestartet. Aber „viel“ ist natürlich relativ. Man sieht halt hin und wieder einmal jemanden, während ich an den ersten Tagen oftmals niemanden gesehen habe.

Die spanische Schulgruppe haben wir heute ebenfalls wieder getroffen. Und sie verdienen nun irgendwie auch meinen Respekt. Der Grund, warum ich sie nie in Herbergen gesehen habe ist übrigens jetzt auch bekannt. Sie schlafen jede Nacht im Zeltlager, welches allerdings die Ehefrau und ein paar Begleiter per Auto transportieren. das ist aber ok und widerspricht überhaupt nicht meinem Pilgergedanken. Auch vor dem Lehrer, der hier ganz allein mit gut 30 Jugendlichen unterwegs ist ziehe ich meinen Hut!

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Christian in Mondonedo, 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Jakobsweg: Bedächtig geworden

Heute sind sie alle sehr ruhig und bedächtig. Sie laufen brav ihrem Lehrer hinterher. Die „Rangordnung“ zwischen Jungspund und Alphatier scheint nun wieder klar geregelt zu sein. Von Übermut keine Spur mehr. Und sie haben wohl alle Schmerzen, doch sie schreiten vorwärts. Immerhin haben sie ein Begleitfahrzeug dabei, für Getränke und Verpflegung. Bei einer solchen Gruppe auch verständlich.

Sie kennen Jean-Louis und mich ja nun schon alle und jubeln uns zu. Aus dem Begleitfahrzeug wollen sie uns Bananen, Brote und Wasser anbieten. Das aber verbietet uns dann doch unser Pilgerstolz. Schließlich schleppen wir unser Wasser selbst. Dennoch nehmen wir uns ein wenig Zeit zum Plaudern.

Meine Sonnenbrille, die ich heute zum zweiten Mal benutzen wollte, lag wohl Tage lang recht ungünstig im Rucksack. Zum Vorschein kommen nur noch die Einzelteile. Jean-Louis lacht!

Es geht aber auch ohne Sonnenbrille. Und noch etwas. Mein Vorhaben, den Kindern immer wieder Postkarten schreiben zu wollen, habe ich nun endgültig aufgegeben. Ich fühle mich als Pilger und nicht als Tourist.

Die neue Herberge in Abadín ist geräumig, sauber und mit fünf Euro auch günstig. Allerdings ist sie auch schon für etwas größere Pilgerströme ausgelegt. In dieser Nacht sind es so um die zwanzig Gleichgesinnte. Wobei gleichgesinnt dann doch eine recht großzügige Beschreibung ist. Viel zu unterschiedlich sind mittlerweile die Motive der einzelnen Pilger.

Da sind Ehepaare, die gemeinsam von Ribadeo aus den Jakobsweg machen möchten. Und gleich am ersten Tag stellen sie dann fest, dass sie sich nichts mehr zu sagen haben. Andere Paare scheinen sich jedoch plötzlich prächtig zu verstehen, so wie das lange nicht mehr der Fall war. Überhaupt scheinen die Kurzzeitpilger immer paarweise aufzutreten.

Dann stoßen wir auf Pilger, die jedes Jahr sieben Tage weiter gehen und im nächsten Jahr wieder an den neuen Ausgangspunkt zurückkehren. Und es gibt nun auch viele Mountainbike-Pilger, die eigentlich schon morgen in Santiago sein könnten.

Was es aber Gott sei Dank hier noch nicht gibt: Die Buspilger. Am Camino Francés setzen Kleinbusse diese Pilgerschaft regelrecht in Sichtweite einer Herberge ab. Hierhin tippeln sie dann teils in „Stöckelschuhen“ und lassen sich einen Pilgerstempel geben. Übernachten tun sie freilich im „all inklusive Hotel“. Dorthin geht es natürlich wieder per Bus.

Auch ein russisches Pärchen hat uns so zwei Tage lang „begleitet“. Ohne eigenes Gepäck, am Bauch einen eingeschweißten Lageplan, eine gelbe Trillerpfeife (?) und ein Navigationsgerät. Alle paar Kilometer gab es am Begleitfahrzeug Marschverpflegung bis hin zum Kaviar mit Sekt! Und wenn es einmal zu steil zum Gehen war, dann fuhren die beiden im allzeit bereiten Begleitfahrzeug winkend an uns vorbei. So dauerte es immer eine ganze Weile bis wir sie dann wieder überholen konnten.

In der Herberge sind die Neulinge noch recht nervös vor ihren weiteren Etappen. Viele nehmen sich auch viel zu viel vor. Etappen mit 40 Kilometern habe ich selbst nie geplant. Ich bin grundsätzlich immer so gegangen, wie ich mich gefühlt habe.

Die ersten Tage mussten sich erst einmal Muskeln, Sehnen und Gelenke an die Beanspruchung gewöhnen. Da sind Etappen zwischen 17 und 23 Kilometern voll auf ausreichend. Wenn sich mit der Zeit längere Etappen ergeben, dann braucht man genug Zeit für die Erholung. Zum Beispiel in Form einer kürzeren Wegstrecke am Folgetag. Klar, man plant mit den Herbergen. Aber nie so richtig. Eher sieht man sich im Pilgerführer mal kurz an, wo man heute überall bequem übernachten könnte. Alles andere wird sich dann schon zeigen.

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Ein Steinkreuz am Jakobsweg 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Blumen am Jakobsweg 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Christian auf der Etappe 27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Wer den Jakobsweg etwas langsamer gehen möchte, kommt ebenso an.

Er braucht dann halt ein paar Tage länger. Und welche Rolle spielt es schon, ob man nach 30, 35 oder 40 Tagen in Santiago ankommt? Dann nämlich ist der Weg vorbei. Zumindest, wenn man in Santiago aufhören möchte. All das spielt keine Rolle. Der Weg selbst ist das Ziel. Er ist kein Wettbewerb. (Kleine Ausnahmen zum Spaß sind natürlich schon mal drin.)

Es ist jeden Tag schön, erschöpft und müde anzukommen. Aber eben nicht total ausgepowert und fertig. Oft habe ich mich am Anfang nach der Ankunft in einer Herberge erst einmal eine Stunde lang hingelegt. Nach dem Duschen. Schlafende Pilger um 17 Uhr sind keine Seltenheit.

Am wichtigsten war mir immer die Körperpflege am Ende des Tages. Füße massieren, mit Hirschtalk eincremen. Falls möglich, die Kleidung waschen und trocknen. Natürlich muss man sich daran gewöhnen, dass nichts so wirklich sauber ist. Und dass man eben auch schwitzt. Hier auf dem Küstenweg (inklusive Nordweg) habe ich aber manchmal sogar eine Waschmaschine vorgefunden. Waschbecken und warmes Wasser gab es auch fast immer. Kernseife ist optimal. Sie entfettet Haut und Kleidung nicht so radikal wie Duschshampoos und Waschmittel. Und sie lässt sich auch restlos wieder auswaschen. Das geht bei Shampoos nicht so ohne weiteres. Und das wiederum ist unlustig, wenn die Dusche ohne Vorwarnung nichts mehr hergibt.

27 ÜBER DIE BERGE NACH GONTÁN (Camino del Norte)

Precaution Paso de Peregrinos Schild

Profiausrüstung ist mir am Jakobsweg nicht abgegangen.

Beim nächsten Mal hätte ich von Anfang an richtige Schuhe. Gut. Und ich hätte eine Rucksackabdeckung, keinen Müllsack. Der allerdings hilft mir oft, ein Stück Brot oder einen Apfel zu bekommen. Geschenkt.

Auch würde ich wieder auf Stöcke und einen Schlafsack verzichten. Und ich würde mich jederzeit wieder für den kleinstmöglichen Rucksack entscheiden. Vielleicht mit ein paar Außentaschen mehr. Und ich würde wieder allein auf die Reise gehen, um zu sehen, was sich ergibt.

All das waren meine letzten Gedanken, bevor ich eingeschlafen bin. Äußerst glücklich und sehr zufrieden.

Foto Jakobsweg an der Kueste / Camino de la costa, Beitrag 22 SOTO DE LUIÑA NACH CADAVEDO

28 VON GONTÁN NACH BAAMONDE

 

Camino de la Costa: VON GONTÁN NACH BAAMONDE | Jakobsweg, Küstenweg

Etappe 28: VON GONTÁN NACH BAAMONDE
Tag 28: 42 Kilometer, 350 Höhenmeter. Über Batán und Vilalba,

 

Gontán (Abadín) 145 – Abadín 144 – Martiñán (Villalba) 136 – Goiriz (Villalba) 128 – Villalba/Vilalba 123 – Alba (Villalba) 116 – Ferreira (Villalba) 109 – Baamonde (Begonte) 102

28 Jakobsweg von GONTÁN NACH BAAMONDE (Camino del Norte)

Junge Pilger in Villalba (Camino del Norte)

28 Jakobsweg von GONTÁN NACH BAAMONDE (Camino del Norte)

Christian und Musikantinnen in Villalba

28 Jakobsweg von GONTÁN NACH BAAMONDE (Camino del Norte)

Esel in Villalba

Vorgehabt habe ich nur die Strecke nach Vilalba. Nicht 42 Kilometer nach Baamonde. Die neuen Pilger stehen aber schon in der Dunkelheit auf und fuchteln mit ihren Stirnlampen herum. Ein heilloses Chaos. Wem gehört was? Jeder scheint seine Ausrüstung zu suchen. Jean-Louis traut seinen Augen nicht, als er auf seine Armbanduhr sieht: 4:30 Uhr. Apropos Armbanduhr. So ein Ding habe ich selbst gar nicht dabei. Völlig überflüssig am Jakobsweg. Als die Lage dann zu laut und hektisch wird, flüchten Jean-Louis und ich ab ins Freie. Ohnehin habe ich heute Nacht furchtbar gefroren. Es hatte höchstens fünf Grad. Und Gehen ist die beste Methode, wieder warm zu werden.

Kurz vor uns ist ein ganzes Rudel aufgebrochen. Aber sie haben gleich den ersten Wegweiser übersehen, an dem wir nun rechts von einer Nebenstraße in die reinste Natur abbiegen. Die anderen sind schon zu weit weg, und mit den Fingern pfeifen will ich auch nicht.

28 Jakobsweg von GONTÁN NACH BAAMONDE (Camino del Norte)

Meilenstein P.K. 111,111 km auf der Etappe 28 Jakobsweg von GONTÁN NACH BAAMONDE (Camino del Norte)

Gewohnheit geht über Verstand

In Galicien ist alles anders. Die Jakobsmuscheln zeigen uns nun seit vielen hundert Kilometern den Weg. Und zwar folgendermaßen: Die Strahlen der Jakobsmuschel zeigen die Marschrichtung an. In Asturien sind aber alle Jakobsmuscheln anders herum aufgehängt. Hier betrachtet man seit jeher die stilisierte Muschel in etwa als Komet, der einen Schweif hinter sich herzieht. Die Kometenspitze zeigt die Richtung an. Die Strahlen wiesen nach Hinten. Alles falsch herum.

Über diese Tatsache haben wir natürlich im Reiseführer gelesen. Und wir sind auch schon eine Weile „verkehrt herum“ gegangen. Trotzdem spielt uns die Gewohnheit so manchen Streich und beschert uns immer wieder den falschen Weg.

Schon seit Asturien sehen wir jetzt statt gelber Pfeile immer regelmäßiger richtige Jakobswegsteine. Sie sind aus Stein oder Beton. Einen knappen Meter hoch. Und sie verjüngen sich nach oben hin. Vertieft eingelassen ist die gelbe Jakobsmuschel auf blauem Grund. Ebenfalls neu sind seit Ribadeo die Kilometerangaben nach Santiago. Dieses kleine Kilometerschild aus glänzendem Metall ist weiter unten in den Stein eingelassen. Es zeigt die verbleibenden Kilometer auf den Meter genau (?) in der Form „P.K. 120,003“.

Dichter Nebel hüllt uns in der Früh wie ein Vorhang ein. Alles ist feucht, aber nicht nass. Endlich sind wir wieder auf wunderschönen Naturwegen durch Wälder und Wiesen. Eine Wohltat für die Füße. Feuchter Lehm, nasses Gras, tropfende Blätter. All das ist einfach herrlich. Ich werde hier vollkommen eins mit Mutter Natur. Jean-Louis hat sich erneut an mich geheftet. Ich bin seit Tagen die Zugmaschine. Unsere Schritte sind nun so identisch, dass ich oft denke, das Klappern seiner Jakobsmuschel an seinem Rucksack wäre bei mir. Aber es sind seine Schritte, die so exakt den meinen folgen, als wenn sie miteinander durch ein unsichtbares Band verbunden gewesen wären. Alles ist heute wie in einem Märchen. Die Wälder fühlen sich fast herbstlich an. Durch den kühlen Nebel scheint nun das erste orangefarbene Tageslicht. Eine Zauberei aus Lichtstrahlen stimmt uns euphorisch.

Laubwälder, Pilze, Farne, Heidekraut und Moos

All das formt nun eine ganz andere Landschaft, als an der Küste. Die Wege im Wald sind manchmal mit uralten Steinmauern begrenzt. Abseits von Dörfchen, mitten in der Natur auf dem ältesten Jakobsweg: Über weite Strecken hätte es so auch vor vielen Jahrhunderten aussehen können. Das Gefühl, wie durch ein Tor in die Vergangenheit zu blicken hat etwas Magisches für mich. Und wir blicken nicht nur ein wenig hinein. Wir scheinen uns tatsächlich in einer anderen, längst vergangenen Zeit zu befinden. Steinalte Brückchen überqueren kleine, vor sich dahin mäandernde Bachläufe im Wald. Laut Reiseführer Relikte aus dem Mittelalter.

Erst kurz vor Vilalba tauchen wir wieder ein, in die heutige Welt. Weil wir so unsinnig früh losgegangen sind, haben wir die Herberge vor Vilalba bereits schon um halb Zehn Uhr erreicht. Viel zu früh. Unsere Etappe wäre nach nunmehr 20 Kilometern schon zu Ende gewesen. Als wir zu dieser Zeit schon ein Pilgerehepaar vor der Herberge sehen, die auf die Öffnung am Nachmittag zu warten scheinen, erkennen wir die Sinnlosigkeit, hier zu verweilen.

Und wieder einmal meint es der Zufall einfach gut mit mir. Ohne ein Wort miteinander zu sprechen, gehen Jean-Louis und ich erst einmal weiter. Hinein in das kleine Städtchen Vilalba mit etwa 15.000 Einwohnern.

Und wir kommen gerade zur richtigen Zeit.

Am romantischen Stadtplatz beginnen just in diesem Augenblick die Vorbereitungen für ein kleines Volksfest in mittelalterlichen Kostümen. Alles ist noch sehr überschaubar und gerade deshalb so bezaubernd. Drei Mädels, alle etwa um die 20 spielen am Steinboden sitzend mittelalterliche Musik. Alle drei mit Gitarre und in stilvoller Landestracht. Weiße Blusen und rötlich braune, lange Röcke. Vor Ihnen liegt ein gelber Strohhut für eine kleine Spende.

28 Jakobsweg von GONTÁN NACH BAAMONDE (Camino del Norte)

Brücke am Jakobsweg

Der Weg gibt mir Ruhe und Aufmerksamkeit für das Jetzt

Wie oft bin ich früher in München oder Hamburg an Stadtmusikanten einfach vorbei gelaufen. Ungerührt, unbewegt und unbeeindruckt. Mal habe ich etwas in den Hut gegeben, mal nicht. Im Vorbeigehen.

Das erste Mal in meinem Leben bleibe ich hier nun stehen, höre aufmerksam zu und setze mich dann direkt neben die Mädels auf den Steinboden. Klar werde ich etwas in den Hut geben. Aber nicht schon jetzt. Zuerst möchte ich mir Zeit nehmen, der Musik lauschen. Die Musikantinnen respektieren.

Jetzt gerade, in diesem einen Moment spielen sie nur für mich allein. Es bewegt meine Seele. Die fremdartigen mittelalterlichen Klänge dringen tief in mich ein. Gäbe es tatsächlich so etwas, wie ein früheres Leben: Ich hätte geschworen, dass mir diese Musik vertraut war.

Die Mädels spüren, dass ich emotional bewegt bin. Ich bin fröhlich, entspannt und sehr gerührt zugleich. Weil es mir für ein Dankeschön die Kehle zuschnürt, lege ich wortlos und achtsam ein wenig Geld in den Hut. Ich habe feuchte Augen bekommen und verbeuge mich vor den Dreien, bevor ich gehe.

Inhalt aus dem Buch BURNOUT: Eine Reise auf schmalem Grat , Jakobsweg an der Kueste und additive Fotos hier auf der Jakobsweg-Webseite (Fotos im Buch nicht enthalten)

 

  • Der Camino Norte von Gontán nach Baamonde (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
  • (Camino de la Costa)
  • Jakobsweg Tag 28: 42 Kilometer, 350 Höhenmeter. Über Batán und Vilalba, (Kapitel Jakobsweg an der Küste)
  • Jakobsweg Beschilderung: Gewohnheit geht über Verstand (Kapitel Pilgerbuch)
  • Camino Norte: Laubwälder, Pilze, Farne, Heidekraut und Moos (Kapitel Jakobsweg an der Küste)
  • Camino Norte: Der Weg gibt mir Ruhe und Aufmerksamkeit für das Jetzt (Camino)
  • Gefühle gehen über Sprache! (Camino del Norte und Camino de la Costa)
  • Eine Reise in mein Inneres beginnt. (Kapitel Pilgerbuch)
  • Jakobsweg: Ich laufe und ich träume. (Camino)
  • LEER… (Kapitel BURNOUT)
  • …ein gutes Gefühl! (Warum man pilgert)
  • Vertrauen hat man nicht einfach. Man bekommt es zurück, wenn man es in jemanden setzt. (Depressionen und Hilfe am Jakobsweg)
  • Das Vaterunser – eine gute Gebrauchsanleitung! (Camino del Norte und Camino de la Costa)Mehr dazu kannst Du hier lesen ->